Adventskalender der Denkwerkzeuge 24: Besser denken mit Denkwerkzeugen

Mittwoch, 24. Dezember 2008

So, das wars, so schnell sind 24 Folgen des Adventskalender der Denkwerkzeuge vorbei. Ich hoffe, es war der eine oder andere hilfreiche Anregung für Sie dabei! Mir ist bewusst, dass man diese vielfältigen Denkwerkzeuge nicht vom lesen alleine lernt. Viele Menschen brauchen konkrete Übungen und Anwendungsbeispiele, deshalb gebe ich ja auch Trainings zu diesen Themen und deshalb habe ich unter anderem dem Münchner Denkclub ins Leben gerufen (Für alle, die in der Nähe von Würzburg leben, hier gibt es den Würzburger Denkclub).
Dennoch hoffe ich, dass Sie beim Lesen etwas über Denkwerkzeuge und Verfahren der kreativen Problemlösung gelernt haben.

Als Weihnachtsgeschenk gibt es heute noch einmal eine Zusammenfassung mit Links zu den jeweiligen Artikeln.

Zu Anfang habe ich mich mit einer Einführung und Definition von Denkwerkzeugen beschäftigt, damit klar wird, was ich darunter verstehe.

Grundlagen des Denkens
Kreative Problemlöseprozesse zeichnen sich durch zwei getrennte Denkoperationen aus, einem in die breiten gehenden spielerischen Denken, und einem ernsthafteren und fokussierten Denken. Beide haben unterschiedliche Grundregeln ohne die es nicht funktioniert.

Verfahren, die Denkwerkzeuge strukturieren
Neben einzelnen Denkwerkzeugen, die zumindest ursprünglich für einen bestimmten Zweck entwickelt wurden, gibt es Verfahren, die kreative Problemlöseprozesse strukturieren und organisieren. Diese habe ich nach dem Grad Ihrer Komplexität und Feinheit vorgestellt. Zwei eher einfachere Frameworks wie diese Verfahren im Englischen so schön heißen wurden von Edward de Bono entwickelt: Die 6 Hüte und TO-LO-PO-SO-GO. Das ausgefeilteste und am besten erforschte Verfahren ist das Creative Problem Solving (CPS) Verfahren.
Innerhalb dieser Verfahren kommen verschiedene Denkarten zum Einsatz, die die Wissenschaft kategorisiert hat.

Ein Baukasten der Denkwerkzeuge
Den Hauptteil dieses Adventskalenders machten die Kurzvorstellung einzelner Denkwerkzeuge aus, die wiederum grob nach Ihrem Zweck geordnet werden können.

Finden der Herausforderung und Klären des Problems

Finden von IdeenBewerten und stärken von IdeenSchaffen von AkzeptanzAllgemein zur Visualisierung des Denkens kann die Technik des Mind Mapping helfen.

Jetzt bleibt mir nur noch Ihnen frohe Weihnachten und einen guten Start in das neue Jahr zu wünschen. Eine Schreibpause bis zum 05.01.09 habe ich mir jetzt verdient :-)

Bewusst oder unbewusst entscheiden?

Freitag, 19. September 2008

In der gestrigen (18.09.08) Ausgabe des Handelsblatts erschien der Artikel Der Bauch ist kein guter Ratgeber von Ulrich Kraft, der sich mit einer neuen wissenschaftlichen Studie zum Einfluss des unbewussten Denkens auf Entscheidungen beschäftigt.

Da ich beide im Artikel zitierten Studien nicht gelesen habe (und aus Zeitgründen auch nicht lesen werden), kann ich diese nicht einschätzen und mich nur auf die Angaben im oben erwähnten Artikel aus dem Handelsblatt stützen.

Von unbewusst wieder zurück zu bewusst
Bis 2006 waren die meisten die Auffassung, man sollte wichtige und komplexe Entscheidungen durch Nachdenken und Abwägen treffen. Nach 2006 hat sich daran bei den meisten wohl auch nicht viel geändert, aber es kamen zumindest Stimmen und dann Buchtitel ins Spiel, die dazu rieten komplexe Entscheidungen dem unbewussten Denken zu überlassen, dem Bauch wie Ulrich Kraft das nennt. Der Wissenschaftler Ap Dijksterhuis von der Universität Amsterdam hat 2006 in einer Studie nachgewiesen, dass Menschen die komplexe Entscheidungen dem Unbewussten überlassen, die besserenEntscheidungen treffen. Definitv besser können Entscheidungen wohl nur in wissenschaftlichen Experimenten sein, in der Welt außerhalb dieser Experimente kann man besser meist gar nicht eindeutig definieren. Das unbewusste Denken sei dem bewussten Denken überlegen. "Erklärt wird die angebliche Überlegenheit des Unbewussten damit, dass die Fähigkeit, Informationen bewusst zu verarbeiten, beschränkt ist. Gilt es, viele Faktoren zu berücksichtigen, gerät diese Kapazität an ihre Grenzen. 'Menschen, die sich Entscheidungen sehr genau durch den Kopf gehen lassen, beurteilen die relative Wichtigkeit verschiedener Pro und Kontra oft falsch', meint Dijksterhuis. Unbewusstes Denken sieht er hingegen als aktiven Prozess, der Informationen optimal organisiert und gewichtet – ohne Limit."

Dieses Ergebnis ist einerseits im wahrsten Sinne des Wortes intuitiv, da wir uns auf die Intuition (nicht auf Reflexion beruhende Erkennen, Erfassen eines Sachverhalts od. eines komplizierten Vorgangs) verlassen sollen. Andererseits kontraintuitiv, da die meisten Menschen wohl dazu neigen, bei wichtigen Entscheidungen gewissenhaft zu überlegen. Laut Dijksterhuis sollten wir dies unterlassen.

Nun hat ihn Ben Newell von der University of New South Wales in Australien in einer kürzlich veröffentlichten Studie vorläufig widerlegt. Er hat in seinen Experimenten nachgewiesen, dass die unbewussten Entscheider keineswegs die besseren Entscheidungen treffen (zumindest laut Handelsblatt-Artikel). Im Gegenteil, das Unbewusste ist sehr anfällig für irrelevante Einflüsse wie z.B. den recency effect (den man auch von Vorträgen kennt). Ein sehr schönes Beispiel für weitere Einflüsse liefert auch ein Post aus dem letzten Jahr auf dem Ideentower Blog.

Bewusst die Aufmerksamkeit lenken
Die nun neu veröffentliche Studie von Ben Newell argumentiert in die selbe Richtung wie andere Forscher und Denker, wie z.B. Edward de Bono. De Bono entwickelte seine sogenannten Direct Attention Thinking Tools (DATT). Diese Denkwerkzeuge (es gibt noch eine menge anderer) lenken ausgehend von bestimmten Situationen die Aufmerksamkeit auf bestimmte Aspekte. De Bonos These ist die, dass durch das bewusste Lenken der Aufmerksamkeit die Wahrnehmung einer Sache verändert werden kann und es absolut notwendig ist, die Aufmerksamkeit bewusst zu lenken. Man kann sich das ähnlich vorstellen wie das betrachten der gesamten Landkarte, bevor man sich für einen Weg entscheidet (siehe Bild).

Dies hat sich auch gestern im Münchner Denkclub wieder gezeigt, wo das Denkwerkzeuge PMI (Plus – Minus – Interesting) Thema des Abends war.
Denn, wenn wir die Aufmerksamkeit nicht gezielt steuern oder diese unbewusst nur auf bestimmte Elemente konzentrieren (z.B. warum etwas nicht funktioniert), kann es sein, dass uns wichtige Elemente entgehen. Unsere Logik fußt auf Wahrnehmung und logische Argumente sind meist nur so gut, wie die Wahrnehmung auf der sie basieren. Bekannt geworden sind in diesem Zusammenhang die Gorilla-Videos von Daniel Simons, Professor an der University of Illinois. Auch in der Zeitschrift GEOkompakt Nr. 15 gibt es einen Artikel von Henning Engeln (Die Erfindung des Ich), der sich mit Aufmerksamkeit beschäftigt. Dort wird Wolf Singer, Direktor des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung zitiert: "Ins Bewusstsein gelangt nur das, worauf die Aufmerksamkeit liegt".

Das Unbewusste ist eines von mehreren Kriterien
De Bono und auch Ben Newell betonen, dass das Unbewusste (wie Intuition oder Ahnungen, die man nicht erklären kann) einen Platz im bewussten Denken haben und berücksichtigt werden sollten, aber eben auch nur ein Aspekt unter mehreren sind. In seinem bekannten Denk-Verfahren (ein Verfahren moderiert einen Denkprozess und setzt einen großen Rahmen um einzelne Denkwerkzeuge) die 6 Hüte hat de Bono mit dem roten Hut den Ahnungen und Intuitionen einen wichtigen Platz eingeräumt.

Ich bin gespannt, wann der Gegenbeweis des Gegenbeweises aus Amsterdam kommt.

Auftakt zum erweiterten Münchner Denkclub

Freitag, 5. September 2008

"Willkommen im Club" hieß gestern Abend um 20 Uhr zu Auftaktveranstaltung des erweiterten Münchner Denkclubs. Wie erhofft, haben sich 11 Leute eingefunden, um sich über das Konzept eines Denkclubs und unsere geplanten Inhalte zu informieren und das ganze gleich mal praktisch auszuprobieren.
Sollten die gestrigen Teilnehmer bleiben (die meisten werden es!), verspricht es eine sehr interessante Runde zu werden, da Leute mit verschiedenen Hintergründen, aus unterschiedlichen Kulturen und mit unterschiedlichen Berufen (und natürlich auch Studenten) dabei sind.

Ein Versuchslabor des Denkens
Wie an anderer Stelle berichtet, hatte das gestrige zwanglose Treffen vor allem den Zweck, den Interessenten das Konzept Denkclub und den Sinn und Zweck vom gemeinsamen Denken mit Denkwerkzeugen vorzustellen.
Wie es die nächsten Treffen ablaufen wird, habe ich auch kürzlich geschildert.

Ein Denkclub ist ein geschützter Raum für alle Teilnehmer, um gemeinsam Denkwerkzeuge auszuprobieren zu üben, damit sein Denken zu verbessern und natürlich, um dabei viel Spaß zu haben.

Denkwerkzeuge: Strategien des Denkens

Unter dem Begriff Denkwerkzeug können sich beim ersten Hören vielleicht nicht alle etwas vorstellen. Ein Denkwerkzeug ist "eine strukturierte Strategie, die das Denken eines Individuums oder einer Gruppe fokussiert, organisiert und leitet". Davon gibt es eine ganze Menge, die zu Beginn aufgrund einer bestimmten Situation entstanden sind, allerdings in der Anwendung keinesfalls auf diese begrenzt sind.
Im kommenden Halbjahr wird es uns thematisch um die wahrnehmungslenkenden Denkwerkzeuge gehen. Denn, wie wir gestern gesehen haben: Die logischen Schlussfolgerungen, die wir ziehen, sind meist immer nur so gut, wie die Wahrnehmungen auf welchen Sie basieren. Und: Die meisten Fehler im Denken sind nicht logischer Art sondern Fehler, die auf Wahrnehmung basieren.


PMI und die Steuerzahler

Um das Ganze einmal konkret zu erleben haben wir die Denktechnik PMI (Plus – Minus – Interesting) nach Edward de Bono ausprobiert. Thema: "Steuerzahler sollten selbst entscheiden, wofür ihre gezahlten Steuern eingesetzt werden."
Vor dem Einsatz und nach dem Einsatz von PMI haben wir die Standpunkte (bin dafür, bin dagegen, weiß nicht) per Handzeichen abgefragt. Sehr spannend war zu sehen, wie sich nach 15 Minuten Einsatz der Denktechnik die Meinungen verschoben haben und zwar einfach erst einmal nur dadurch, dass alle in der Gruppe Ihre Aufmerksamkeit mittels PMI gelenkt haben und sich dadurch die Wahrnehmung geändert hat.
Wir waren uns nach diesem kurzem Appetithappen gestern einig: Wenn wir zu 11 angefangen hätten zu diskutieren, ob man diesen Vorschlag nun umsetzen sollte oder nicht ... dann hätte es wahrscheinlich schnell wie in einer sonntäglichen Polittalkshow ausgesehen. Jeder hat seine Meinung, die natürlich die richtige ist und die er nur äußerst ungern ändern möchte. Und wir wären nicht annähernd so weit gekommen.

Diesmal bin ich nicht der einzige, der über den Denkclub bloggt. Zwei der Teilnehmer dürften dem einen oder anderen Leser ebenfalls bekannt sein: Ruth Pink, die auch schon im kleinen Denkclub mit dabei war, und Alexander Greisle, der nun neu dazu gestoßen ist.

Der neue Münchner Denkclub: ab dem 4. September 2008

Montag, 18. August 2008

Im April 2007 habe ich den Denkclub München gegründet und hier auf dem Blog darüber berichtet. Was als Experiment begann hat sich im letzten Jahr schön entwickelt. Nach kurzer Zeit ist der Club auf fünf Mitglieder gewachsen und besteht seit einem Jahr in dieser Konstellation. Bisher haben wir uns immer im privaten Rahmen getroffen.
Nun haben wir in den letzten Monaten die Erweiterung des Clubs vorbereitet. Ab dem 4. September 2008 haben wir einen Raum in München (U-Bahn-Station Heimeranplatz) gemietet und werden uns alle zwei Wochen donnerstags für ca. 1,5 bis 2 Stunden treffen, um gemeinsam in einem geschützten Rahmen Denkwerkzeuge einzusetzen.

Unser Ziel ist es, mit ca. 10 Personen einen feste Gruppe zu schaffen, die für ein halbes Jahr regelmäßig zusammen denkt.

Warum ein Denkclub?

Erdacht wurde das Konzept von Edward de Bono. Ziel des Denkclubs ist es, gemeinsam in einer angenehmen und geschützten Atmosphäre Denktechniken auszuprobieren, zu üben, diese auf verschiedene Themen anzuwenden und sich mit anderen Interessierten auszutauschen.
Hintergrund des Clubs ist die Tatsache – und auch hier hat Edward de Bono viel Vorarbeit geleistet –, dass Denken eine Fähigkeit ist, die trainiert und verbessert werden kann. Dazu gibt es eine Vielzahl an Werkzeugen, die es dem Anwender ermöglicht, sein Denken in bestimmten Situationen gezielt und strukturiert zu steuern und damit "besser" zu denken und zu handeln.

Kick off am 4. September
Am Donnerstag den 4. September findet ein Kick off statt. Hierzu möchten wir Interessierte einladen, sich mit dem Thema Denkclub vertraut zu machen. Auf dem Kick off stellen wir das Konzept vor, geben einen Hintergrund zu Denken und Denktechniken und machen ein erstes Übungsbeispiel.
Das Kick off ist völlig unverbindlich. Nach dem Kick off können die Teilnehmer entscheiden, ob Sie Lust haben, dabei zu bleiben und mit uns gemeinsam das erste Halbjahr zu denken. Für die 10 Denktermine werden dann beim zweiten Treffen ein Halbjahresbeitrag von 50 Euro pro Teilnehmer fällig, damit finanzieren wir die Raummiete. Es sei den, wir finden einen Sponsor :-)

Die Termine
Der Denkclub wird seine Themenschwerpunkte im Halbjahresrhythmus verändern. Hier die Termine für das erste Halbjahr: 04.09.2008, 18.09.2008, 02.10.2008, 16.10.2008, 30.10.2008, 13.11.2008, 27.11.2008, 11.12.2008, 15.01.2009, 29.01.2009.

Anmeldung
Damit wir planen können, bitte ich Interessenten, sich per Mail rustler(at)creaffective(dot)de bei mir zu melden. Ich werde dann einige Tage vor dem Kick off letzte Details vermailen.

Also bis bald und willkommen im Club!

Denkclub München in größerer Runde ab September 2008

Freitag, 23. Mai 2008

Der Münchner Denkclub wird ab September 2008 vergrößert und institutionalisiert. Inzwischen gibt es uns in München bereits ein Jahr, allerdings waren wir bis jetzt im kleinen Kreis von nur 5 Personen in Privatwohnungen der Mitglieder. Das wird sich jetzt bald ändern. Seit einiger Zeit arbeiten wir an der Erweiterung, um den Denkclub an sich zu vergrößern und Denktechniken allgemein bekannter zu machen. Dazu wird es auch bald eine eigene Website geben.

In Zukunft werden wir uns in einem öffentlichen Raum treffen, den wir dafür anmieten. Am 4. September 2008 ist das Kick-Off, eine zwanglose Einführungsveranstaltung für alle Interessierten, die mehr erfahren möchten. Wir hoffen, dass wir danach auf eine Gruppe von ca. 10 Personen kommen, die sich dann 14-tätig an einem zentralen Ort in München trifft. Immer donnerstags von 20 – 22 Uhr.

Das Curriculum des ersten Halbjahres
Inhaltlich werden wir uns die ersten zehn Sitzungen mit Edward de Bonos Wahrnehmungswerkzeugen beschäftigen. Einige davon, habe ich bereits hier auf dem Blog vorgestellt (siehe Schlagwort thinking club in der Seitennavigation). Mit diesen Werkzeugen, kann man unter anderem folgende Denkaufgaben bearbeiten:


  • eine Situation ganzheitlich und umfassender betrachten
  • alle für eine Entscheidung relevanten Faktoren identifizieren
  • die unterschiedlichen Folgen einer Handlung bedenken
  • das Ziel genau bestimmen
  • Alternativen und Optionen generieren
  • die wichtigen Prioritäten finden
  • die Denkweise andere Beteiligter erkunden

Für wen ist ein Denkclub geeignet?
Alle Menschen, die erkannt haben, dass Denken eine Fähigkeit ist, die trainiert und verbessert werden kann und die Lust haben, Denktechniken auszuprobieren. Denken können wir von Natur aus alle, aber:
Everyone solves problems, in the same way that everyone has music in their soul. But people who take music lessons and practice tend to play better.
Darum soll es im Club gehen.

Vortrag zum Thema Denkwerkzeuge bei der IHK Würzburg

Mittwoch, 21. Mai 2008

Helmut Broichhagen, der Leiter des Denkclubs Würzburg hält am 6.6. einen Vortrag Kreativer denken, effektiver arbeiten, mehr erreichen – Einladung zu Denkschule. Alle, die sich für das Thema Denkwerkzeuge interessieren und die Gelegenheit nutzen möchten, diese auch einmal praktisch zu erleben und zufällig auch noch in Würzburg wohnen, sollten sich diese Chance nicht entgehen lassen.

Für alle, die in Mainz wohnen: Dort werde ich am 26.11.08 einen interaktiven Vortrag zum Thema Denkwerkzeuge beim Verein Deutscher Ingenieure (VDI) halten.

Anbei die Flyer zur Veranstaltung. Zum Vergrößern klicken! Achtung am Freitag ist Anmeldeschluss!





 

Software-Update für das Gehirn: PMI – jetzt aufspielen :-)

Donnerstag, 7. Februar 2008

Für die neue Ausgabe des DIALOGUS-Magazins habe ich einen Artikel zu PMI beigesteuert. PMI steht für Plus – Minus – Interesting und ist ein simples aber hoch effektives Werkzeug für das Denken. Um die Ergebnisse des Denkens zu visualisieren, habe ich vor einiger Zeit eine MindManager-Vorlage entwickelt, die den Denker unterstützt. Mit dabei bei der Vorlage ist ein Beispielvideo, das die Anwendung von PMI mit MindManager veranschaulicht.

TO-LO-PO-SO-GO: Die PO-Stufe

Sonntag, 13. Januar 2008

Vorherige Posts zu Thema:



PO steht für possibilities oder provocative operation. Die PO-Phase ist die Phase, in der Ideen generiert werden. Ablaufen kann diese Phase wie ein Brainstorming, d.h. in einer Gruppe nennt jeder seine Einfälle und andere können/sollen diese aufgreifen und weiter entwickeln. Möglich ist auch der Einsatz spezieller Kreativitätstechniken, wie z.B. die Fluchtmethode oder die Zufallswortmethode.
Ruth Pink weist in Ihrem Buch Bewusst kreativ darauf hin, dass eine Kreativphase 15 bis 20 Minuten dauern sollte. Dabei wird höchst wahrscheinlich jede Gruppe durch ein Ideen-Tal gehen, eine Phase, in der die Ideen besonders spärlich fließen. Es lohnt sich allerdings durch dieses Tal zu durchschreiten, da oft besonders gegen Ende noch einige sehr gute Einfälle entstehen. In unserer letzten Denkclubsitzung haben wir das auch wieder erleben dürfen.

Wie bei allen Kreativitätstechniken ist es zentral, dass das finden von Ideen und das Bewerten von Ideen getrennt wird. In der PO-Phase werden die gefundenen Ergebnisse nicht kritisiert, analysiert oder sonst irgendwie beurteilt.
Die Verfeinerung und Weiterentwicklung folgt in der nächsten Stufe, der SO-Phase.

TO-LO-PO-SO-GO: Die LO-Stufe

Mittwoch, 9. Januar 2008

Vorherige Posts zu Thema:



An zweiter Stelle der fünf Stufen der TO-LO-PO-SO-GO-Methode steht die LO-Phase. LO kann als Abkürzung für das englische look out gesehen werden. In dieser Stufe geht es darum, Input für das Denken zu suchen, sei es in Form von Informationen und Fragen oder Emotionen. Nachdem man sich in der ersten Phase, der TO-Phase - Gedanken über das Ziel gemacht hat, geht es hier darum, erst einmal zum Thema relevantes Material zu notieren.
Ziel dieser Stufe ist es, eine Art Stoffsammlung zu machen, die für die weiteren Stufen und das Ziel des Denkens relevant ist. In den darauf folgenden Stufen können dann die Inhalte der LO-Stufe berücksichtigt werden. Man kann diese Stufe auch als eine Art geistige Vorbereitung für die darauffolgende PO-Phase sehen, in der dann Ideen generiert werden. Die in der LO-Phase geleisteten Überlegungen lösen hier bereits erste Assoziationen aus.

Beispiel: Das in der TO-Phase festgelegte Ziel lautet: Ich suche ein Verkehrsmittel, um mich flexibel in München und im Umland zu bewegen.
Die LO-Phase könnte nun folgendermaßen aussehen:

Emotionen
  • Ich habe keine Lust viel Geld für ein teures Auto auszugeben.
  • Wenn ein Auto, dann muss es ein Statussymbol sein.

Informationen
  • Folgende Verkehrsmittel stehen zur Auswahl: Taxi, eigenes Auto, Mietwagen, Carsharing, Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel.
  • Im Umland engt sich die Zahl der Möglichkeiten ein, es gibt weniger Ausweichmöglicheiten.
  • Öffentliche Verkehrsmittel fahren im Umland seltener.
  • In München gibt es meist mehrere Autoverleiher und Carsharinganbieter.
  • Der MVV bietet ein Monatsticket mit unbegrenzten Fahrten zum Preis von X Euro an.
  • Carsharing kostet pro Monat X Euro Grundgebühr und hat einen Zeittrarif von X Euro pro Stunde.
  • Ein Mietfahrzeug kann man nur tageweise buchen.
  • ...

Fragen
  • Welche Strecken fahre ich hauptsächlich?
  • Wann sind öffentliche Verkehrsmittel nicht ausreichend?
  • Wie oft benötige ich ein Auto?
  • Wann benötige ich dieses überwiegend?
  • ...


In dieser Stufe können der rote Hut und der weiße Hut der Sechs Denkhüte zum Einsatz kommen.

Visualisierung von Denkwerkzeugen mit Mind Mapping

Freitag, 28. Dezember 2007

Viele meiner Artikel drehen sich um Mind Mapping und Denkwerkzeuge. Mind Mapping ist das "Schweizer Taschenmesser" der Arbeitstechniken, man kann es für fast alles einsetzen, unter anderem auch für die Visualisierung von Denktechniken.
Besonders beim Einsatz von Denkwerkzeugen in Gruppen bringt die Visualisierung mit Mind Mapping den Vorteil, dass alle im Bilde sind und die bisher gefunden Ergebnisse einsehen können und sich auf diese beziehen können.

Drei Beispiele möchte ich vorstellen:


Dieses Map ist mit Mindjet MindManager erstellt worden und zeigt den derzeitigen Stand der Anwendung der TO-LO-PO-SO-GO Methode im Münchner Denkclub (Wer in Würzburg wohnt, kann sich glücklich schätzen, auch dort gibt es einen Denkclub). Wir haben uns ein sehr umfangreiches Thema vorgenommen, deshalb werden wir in der nächsten Sitzung wieder darauf zurück kommen. Das Map ermöglicht es allen Mitgliedern des Denkclubs schnell wieder in das Thema zurück zu finden.



Dieses Map ist ebenfalls mit Mindjet MindManager erstellt worden und visualisiert die Anwendung der Sechs Denkhüte in einer Gruppe von 12 Leuten zum Thema "Transrapid in Bayern". Kenner der Methode werden anmerken, dass nur fünf Hüte abgebildet sind. Da ich als Moderator den blauen Hut auf hatte, fehlt dieser hier.



Hier ein Mind Map erstellt mit iMindMap. Es handelt sich ebenfalls um die TO-LO-PO-SO-GO Methode.

Die Visualisierung kann man natürlich genauso mit Mind Maps in Form von Papier und Stift machen. In Gruppen bietet sich jedoch Software an, da man hier mit Beamer arbeiten kann, das Bild schön groß darstellen kann und jederzeit Veränderungen an Inhalt und Ansicht vornehmen kann.