Gratis Version des creaffective Mind Mapping Onlinekurses verfügbar

Donnerstag, 17. Juni 2010

So ein Sabbatical hier in Asien ist eine tolle Sache. Ich habe noch mehr Zeit als sonst zu lesen. Ein Buch, das mir viele Anregungen gegeben hat ist "free" von Chris Anderson.
Nach der Lektüre dieses Buches habe ich mich entschlossen, eine Gratisversion meines kürzlich veröffentlichten Mind Mapping Onlinekurses anzubieten.
Diese ist nun unter obigem Link verfügbar.
Mein Ziel ist es, die Vorteile und Möglichkeiten des Mind Mapping möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Der Mind Mapping Onlinekurs bietet eine Möglichkeit dazu. Die Gratisversion enthält einen Großteil der Inhalte und ist unbeschränkt zugänglich.
Einige Themen sowie ein individuelle Rückmeldung von mir mit Tipps und Verbesserungsvorschlägen zu zwei von Ihnen erstellten Mind Maps sind jedoch nur in der kostenpflichtigen Premiumversion erhältlich.

Ich wünsche Ihnen viele hilfreiche Lernerfahrungen mit diesem Kurs und freue mich über Rückmeldungen und Anregungen.

Das perfekte Mind Map

Samstag, 15. Mai 2010

In meinen Mind Mapping Seminaren gibt es immer wieder Teilnehmer die beim Erstellen von Mind Maps auf folgendes Problem stoßen: Sie wollen das Mind Map von Anfang an "richtig" und "perfekt" machen.
Dies führt dann meist dazu, dass sie Schwierigkeiten haben, das Mind Map überhaupt zu erstellen, weil sie ständig überlegen, ob das Mind Map so wirklich richtig ist und die beste Möglichkeit darstellt.

Chuck Frey vom Mind Maping Software Blog schreibt in seinem aktuellen Artikel über dieses Phänomen.

Mind Mapping als Methode des divergierenden Denkens


Das Besondere am Mind Mapping ist, dass es das assoziative Denken unseres Gehirns unterstützt und es ermöglicht, an jedem Zweig neue Assoziationen anzufügen. Per se unterstützen Mind Maps durch ihre Erstellungsweise das divergierende Denken. Das heißt, Mind Maps vereinfachen es, ständig neue Ideen zu einem Mind Map hinzu zu fügen. Gleichzeitig strukturiert ein Mind Map, was automatisch eine Bewertung bedeutet und damit dem konvergierenden Denken zuzurechnen ist. Leser meines Blogs wissen, dass das Entwickeln und das Bewerten von Optionen idealerweise getrennt statt finden sollte.
Daher "Problem" mit den "perfekten" Mind Maps. Durch das ständige Hinzufügen neuer Gedanken, kann es sein, dass sich am Ende der Erstellung eines Mind Maps eine subjektiv "bessere" Struktur anbietet.

Das Mind Map überarbeiten: Version 2


Daher rate ich dazu, sich bei der Erstellung eines Mind Map durch die Tatsache, dass es möglicherweise einer Überarbeiten bedarf, nicht hemmen zu lassen. Meine Empfehlung ist es, diese Unsicherheit einfach auszuhalten und das Mind Map weiter zu entwickeln.

Das unten stehende Video aus dem creaffective Mind Mapping Onlinekurs zeigt einige Beispiele von unperfekten Mind Maps.



Wer mit dem Ergebnis eines Mind Maps nicht zufrieden ist, kann dann immer noch möglich, eine neue und "bessere" Version zu erstellen.
Das Erstellen der Version 2 eines Mind Map sehe ich dabei nicht als eine lästige Mehrarbeit, sondern als eine Chance, ein Thema noch besser zu durchdringen und zu verarbeiten.

Willkommen zum creaffective Mind Mapping Online-Kurs

Montag, 3. Mai 2010

Nun ist es soweit, der creaffective Mind Mapping Online-Videokurs ist verfügbar. Alle Interessierten, die die Technik des Mind Mapping und die Anwendung von Mind Mapping in seinen verschiedenen Einsatzgebieten erlernen möchten, können dies mit diesem Kurs tun.

An wen richtet sich der Mind Mapping Online-Kurs?


Der creaffective Mind Mapping Online-Kurs richtet sich am alle Kopf- und Wissensarbeiter ab 16 Jahren, wie zum Beispiel:
  • Schüler
  • Studenten
  • Wissenschaftler
  • Berufstätige

Für all diese Gruppe habe ich als zertifizierter Mind Mapping Trainer in der Vergangenheit Mind Mapping Seminare gegeben, um den richtigen Einsatz des Mind Mapping zu vermitteln.

Das obige Bild zeigt ein Mind Map erstellt mit Papier und Stift.

Das obige Bild zeigt ein Mind Map erstellt mit der Software iMindMap.

Warum sollte ich einen Mind Mapping Online-Kurs anstelle eines Mind Mapping Seminars vor Ort nutzen?


Für alle, für die ein Seminar, wie ich es zum Beispiel bei der IHK oder firmenintern gebe, einfach zu teuer ist, oder zu weit weg, für die kann der Online-Kurs eine günstige und trotzdem hilfreiche Alternative sein. Es gibt in Deutschland nur wenige zertifizierte Mind Mapping Trainer, aber leider viele, die Mind Mapping in anderen Trainings in 10 Minuten abhandeln und leider auch viele, die Mind Mapping Trainings anbieten, ohne wirklich zu wissen, wie die Technik funktioniert. Wie es geht und wie Sie damit richtig arbeiten können, zeige ich in diesem Kurs.

Was lerne ich in diesem Mind Mapping Online-Kurs?


In 14 praxisorientierten Kapiteln werde ich, nach einer grundlegenden Einführung in Mind Mapping an sich, die verschiedenen Anwendungsgebiete üben und sind in der Lage danach in diesen Bereich mit Mind Mapping zu arbeiten. Vorausgesetzt Sie machen die Übungen wirklich.
Diese Mind Mapping Einsatzgebiete, die ich im Kurs behandle sind:
  • Planung und Organisation mit Mind Mapping
  • Vorträge und Präsentationen mit Mind Mapping vorbereiten und halten
  • Erfassen und Aufbereiten der wichtigsten Informationen aus Texten und Büchern mit Mind Mapping. Besonders interessant für alle, die viel lesen und lernen müssen.
  • Projektarbeit mit Mind Mapping (mit traditionell erstellten Mind Maps und mit Mind Mapping Software)
  • Mitschriften mit Mind Mapping bei Besprechungen, im Unterricht und in Vorlesungen.

Außerdem habe ich den beiden Mind Mapping Software-Programmen Mindjet MindManager und Buzan’s iMindMap jeweils ein Kapitel gewidmet, in dem ich das Programm und seine Einsatzgebiete vorstelle.

Wo finde ich den Mind Mapping Online-Kurs und was kostet er?


Der Kurs läuft über die Videoplattform Seminars2you, kostet 39 Euro inklusive Mehrwertsteuer und ist nach Aktivierung 21 Tage gültig, also mehr als genug Zeit, um den Kurs mehrmals zu machen oder ihn an einige Freunde weiterzugeben :-).
Es gibt außerdem Volumenlizenzen für Unternehmen sowie spezielle Angebote für Schulen und Universitäten.

Mind Mapping Online Videokurs kurz vor dem Start

Sonntag, 25. April 2010

Letzte Woche war es etwas ruhiger hier auf dem Blog. Dies liegt daran, dass ich in den letzten Vorbereitungen für den Start des creaffective Mind Mapping Online Seminars bin, das ich im Laufe dieser Woche veröffentlichen werde.

Was nützt der Mind Mapping Online Videokurs?


Der Mind Mapping Online Videokurs ermöglicht es jedem die Technik des Mind Mapping und seine Einsatzgebiete zu erlernen. Nach dem Kurs ist der Teilnehmer in der Lage Mind Maps richtig zu erstellen und diese in relevanten Einsatzgebieten einzusetzen.

Die wichtigsten Daten im Überblick:
  • In 12 Kapiteln wird Mind Mapping in unterschiedlichen Einsatzgebieten vorgestellt und geübt.
  • Jedes Kapitel enthält praktische Übungen im Rahmen derer gemappt wird.
  • Alle Übungen ergeben ca. 8 Stunden Kursdauer, das entspricht meinem Mind Mapping Tagestraining.
  • Sowohl Mind Mapping mit Papier und Stift als auch per Software wird behandelt.
  • Der Kurs kann unabhängig von Zeit und Ort absolviert werden.
  • Für den Kurs habe ich zwei Stunden Videomaterial erstellt, mit einen Drehtag im Studio und vielen Stunden zu Hause.
Die Einführungskampagne zum Kurs beginnt Ende der kommenden Woche. Unten stehend schon einmal das Eröffnungsvideo des Kurses.

Mind Mapping Brainstorming – so funktioniert es

Donnerstag, 25. März 2010

Ich lese es immer wieder, Mind Mapping sei eine Art grafische Brainstorming Technik oder allgemein Mind Mapping sei eine Kreativitätstechnik.
2008 habe ich in einem Artikel Ist Mind Mapping eine Kreativitätstechnik? schon einmal argumentiert, dass Mind Mapping meiner Meinung nach keine Kreativitätstechnik ist, aber trotzdem innerhalb eines kreativen Prozesses zum Einsatz kommen kann.
Und ja, man kann Mind Mapping auch mit Brainstorming kombinieren. In diesem Artikel zeige ich, wie.

Zuvor schauen wir uns einmal an was die beiden Begriffe Brainstorming und Mind Mapping eigentlich bedeuten.

Brainstorming – Gruppentechnik zum Anhäufen von Ideen


Brainstorming ist eine von Alex Osborn entwickelte schriftliche Technik für Gruppen bei der durch das unstrukturierte (!) Anhäufen von Ideen versucht wird, Lösungen auf eine definierte Frage zu finden.
Brainstorming folgt dabei einigen wichtigen Regeln:
  • keine Bewertung
  • Quantität vor Qualität
  • wilde Ideen suchen
  • auf bestehenden Ideen aufbauen

Wenn man es genau nimmt, kann eine Person alleine also gar kein Brainstorming machen, im Sinne der obigen Definition. Zumindest in der Kreativitätsforschung wird Brainstorming nur auf Gruppen bezogen.

Mind Mapping – Visualisieren, strukturieren und organisieren von Gedanken


Mind Mapping ist eine von Tony Buzan entwickelte Technik, um Gedanken und Information gehirngerecht zu visualisieren, zu strukturieren und zu organisieren.
Wie Mind Maps erstellt werden habe ich in einem Video erklärt, das ich auf meine Website gestellt habe.
Mind Maps sind durch die Verwendung von Ästen und Unterzweigen per se strukturierend. Die Verwendung von Schlüsselbegriffen auf den Zweigen fördert das Entstehen neuer Assoziationen und die Gedanken kommen leicht in Fluss. Durch die Verwendung von grafischen Elementen, wird Mind Mapping immer wieder als Kreativitätstechnik bezeichnet, auch wenn ich argumentierte, dass es keine ist.

Bei Mind Mapping geht es allerdings anders als beim Brainstorming nicht um die schiere Menge an Ideen und Mind Mapping ist immer strukturiert. Ein Brainstorming als Gruppentechnik per Mind Mapping durchzuführen wäre schon rein praktisch ein sehr mühsames Unterfangen, da Mind Maps einen Gedanken immer in eine Struktur einbetten, damit läuft es dem Kerngedanken des Brainstormings zuwider.

Trotzdem eigenen sich Mind Maps gut, um individuell die Gedanken zu ordnen und abzurufen. Dazu habe ich auf diesem Blog bereits viele Artikel geschrieben.

In Gruppen: Erst Brainstorming, dann Mind Mapping


Trotzdem kann Mind Mapping sinnvoll mit Brainstorming kombiniert werden. Wichtig ist dabei, dass Mind Mapping nicht während des Brainstormings, sondern nach dem Brainstorming zum Einsatz kommt, um die Ergebnisse zu strukturieren.

Die Mind Mapping Software Mindjet MindManager hat dazu den äußerst praktischen Brainstorming Modus entwickelt, der sich dafür wunderbar einsetzen lässt. Wie es funktioniert, zeige ich im unten stehenden Video.




Mind Mapping – Mind Maps richtig erstellen

Montag, 8. März 2010

Letzten Freitag hatte ich wieder einmal ein offenes Mind Mapping Seminar. Immer öfter sitzen in diesen Seminare Teilnehmer, die bereits vor dem Seminar auch schon Erfahrung mit Mind Mapping Software gesammelt haben und teilweise damit mit arbeiten.

Am Ende des Seminars mache ich immer ein kurzes Feedback in dem ich unter anderem folgende Frage stelle: "Was ist das Wichtigste, das Sie heute gelernt haben?"
Interessant ist für mich dabei auch die Rückmeldung, dass das Wissen um die Mind Mapping Regeln, also wie man Mind Maps richtig erstellt, dazu gehört. Mit dem Wissen, wie man Mind Maps erstellt, zum Beispiel, dass Mind Maps lediglich mit Schlüsselbegriffen arbeiten und keine Sätze auf die Zweige geschrieben werden, werden Mind Maps erst richtig effektiv.

Mind Maps zeichnen - Schritt für Schritt


Wie Mind Maps richtig erstellt werden, habe ich auch in einem Video erklärt, das ich hier noch einmal zur Verfügung stellen möchte.


Mind Mapping - Mind Maps richtig erstellen @ Yahoo! Video


Diese Regeln bilden die Grundlage für sämtliche Anwendungsgebiete von Mind Mapping. Ich bin hier nicht dogmatisch, glaube aber, dass Mind Maps vor allem dann nützlich sind, wenn man die Regeln bei der Erstellung beachtet.
Wer es gerne schriftlich möchte, den verweise ich auf meine drei Artikel zum Erstellen von Mind Maps (Teil 1, Teil 2, Teil 3)

Mit Mind Mapping Software effektiver arbeiten


Mir fällt auch auf, dass Menschen Mind Mapping mit Mind Mapping Software gleich setzen und die beiden als Synonyme betrachten.
Mind Mapping ist eine Technik zur Visualisierung von Informationen. Zentral ist das Verständnis und die Erfahrung im Umgang mit der Technik des Mind Mapping selbst. Software ist eine Möglichkeit Mind Maps zu erstellen, genau so kann man dies auch mit Papier und Stift erstellen. Ich arbeite nach wie vor mit beiden Varianten, genau so wie beim Schreiben. Auch ohne ein Textverarbeitungsprogramm lässt sich schreiben.
Die obigen Schritte zu Erstellung von Mind Maps gelten genauso auch für den Umgang mit Mind Mapping Software. Die Beachtung der Regeln machen aus meiner Sicht die Arbeit mit Software wesentlich effektiver.
Ebenfalls interessant ist die Beobachtung, dass mir viele Teilnehmer, die erst ausschließlich an den Einsatz von Software gedacht haben am Ende des Seminars berichten, dass Sie beide Varianten einsetzen werden und dass Software eben nicht immer der beste Weg der Umsetzung ist.

Wie die Lehre an den Universitäten sein könnte

Samstag, 12. Dezember 2009

Als ehemaliger Politikwissenschaftler hatte ich in diesem Semester die Ehre einen Kurs "wissenschaftliches Arbeiten" an meiner ehemaligen Alma Mater der LMU München genauer gesagt dem Geschwister-Scholl-Institut für politische Wissenschaften zu geben.

4 x Blockseminar, samstags von 10 – 18 Uhr. Der Albtraum eines jeden Studenten, wie mir versichert wurde. Dadurch hat sich zu meinem Vorteil, die Anzahl der Anmeldungen deutlich im Rahmen gehalten.
Heute war der letzte Termin und das Abschlussfeedback war sehr positiv: "So sollte Uni eigentlich sein!" Mir geht es nicht darum, mich selbst zu beweihräuchern!
Gespräche mit Studenten zeigen mir jedoch, dass Lehrveranstaltungen anscheinend oft anders ablaufen. An einer Universität lehren verständlicherweise Wissenschaftler. Ein guter Wissenschaftler ist noch kein guter Lehrer und umgekehrt. Ich habe in das Kursdesign viele Elemente aus meiner Tätigkeit als Trainer für Mind Mapping Seminare und Kreativtrainings einfließen lassen, nur das es diesmal um wissenschaftliche Inhalte ging.
Ich habe mit einigen einfachen Rezepten gearbeitet, die für alle "Lehrer" einsetzbar sind, ohne dass man dazu eine Trainerausbildung gemacht haben muss.

Das Accelerated Learning Modell
Ziel dieses Lehr- und Lernansatzes ist es, die Lernergebnisse des Lernenden zu erhöhen. Der Ansatz arbeitet dabei mit vielen Elementen, die gehirn- und lerngerecht sind, dabei gleichzeitig aber sehr spielerisch sind. In Deutschland findet man diesen Ansatz in der Suggestopädie wieder.
Unten stehend finden sich die Präsentationsfolien, die ich für ein Dozentencoaching an der Universität verwendet habe.




Elemente von Accelerated Learning
  • Der Lernende wird mit allen Sinnen und mit dem ganzen Körper in die Lernerfahrung einbezogen.
  • Lernen muss Spaß und Freude machen. Es ist Aufgabe des Lehrenden dafür zu sorgen.
  • Spaß und Freunde entstehen besonders dann, wenn Lernen spielerisch abläuft. Kinder machen dies ganz natürlich. Das Lernen sollte damit wieder kindlicher werden (nicht kindischer!). So habe ich zum letzten Termin die Teilnehmer mit Lego und anderen Bastelmaterialien die Essenz des Kurses bauen lassen (siehe Bilder).
  • Der Lehrer ist dazu da, das Lernen anzuregen und dann aus dem Weg zu gehen. Es nicht Aufgabe des Lehrers, das Wissen löffelweise in die Lernenden reinzutrichtern.





Das Konzept läuft auf viele Weise "traditionellen" Vorstellungen von Lernen und Lehre zuwider und wird gerne als Quatsch und Spielerei abgetan. Die Erfahrung zeigt, dass es funktioniert und die Lernergebnisse besser werden, d.h. die Lernenden können in kürzerer Zeit, mehr behalten und Inhalte tiefer durchdringen und verstehen.

In einem anderen Artikel habe ich erläutert, warum diese Art des Lernens und Lehrens für das 21. Jahrhundert angemessen ist.

Wer mehr darüber wissen möchte, dem empfehle ich das Buch: The Accelerated Learning Handbook von Dave Meier.

Wie könnte die Lehre an Universitäten anders aussehen?
Ich habe kein Patentrezept und nicht der Weisheit letzten Schluss. Viel in der Lehre läuft deshalb so, weil man es "halt schon immer so gemacht hat". Eine Möglichkeit aus den eingefahrenen Denkbahnen auszubrechen, die auch bei meinen Kreativtrainings und Innovationsworkshops oft zum Einsatz kommt, ist Edward de Bonos Fluchtmethode. Die Fluchtmethode ist eine Technik des lateralen Denkens, die einmal bewusst Grundannahmen hinterfragt, um daraus neue Ideen abzuleiten. (siehe Bild)



Angewandt auf die universitäre Lehre könnte die Frage so lauten: Was nehmen wir als gegeben hin bei der universitären Lehre?

Dinge die mir einfallen:

  1. Frontalunterricht
  2. Kurseinheiten sind in 1,5 Studenhäppchen über das Semester verteilt
  3. Es gibt schriftliche Prüfungen
  4. Meist gibt es einen Dozenten und viele Studenten


Wenn ich nun zu jedem Punkt das Gegenteil bilde, dann lautet z.B. Punkt 1: Eine Lehre ohne Frontalunterricht.

Nun lassen sich zu jedem Punkt Ideen entwickeln, was man statt dessen machen könnte:

Zum Beispiel:

zu 1.:
  • Gruppenarbeit
  • der Professor als Coach
  • Lehrveranstaltungen als Open Space
  • Lehrveranstaltungen mit Workshop-Charakter
  • Lehrveranstaltungen als Projektarbeit mit Kurzinputs im Frontalstil
  • Lehrveranstaltungen als Kaminrunden
zu 2.:
  • Blockseminare
  • Projektwochen die das Semester strukturieren
  • längere Zeiten als 1,5 Stunden
zu 3.:
  • Studierende arbeiten in Projekten, die benotet werden
  • Studierende erstellen "Produkte"
zu 4.:
  • Jeder Dozent hat Studenten als Teaching Assistent(s). Dieses Glück hatte ich dieses mal.
  • In einem Kurs sind mehrere Dozenten
  • Der Kurs läuft als Open Space ab.
Alles erst einmal nur Ideen und noch keine Lösungen. Aber es gibt definitiv viele Möglichkeiten, Dinge positiv zu verändern. Den entsprechenden Workshop, um diese Möglichkeiten auszuarbeiten moderiere ich gerne :-)

Mind Map Wortanalyse

Sonntag, 29. November 2009

Anfang des Jahres sind Stefan Scheurer vom Wissens- und Datenmanagement Blog und ich in einen Artikel-Dialog getreten, wie man Mind Maps mit weiteren Informationsdimensionen anreichern könnte.
Im meinem Artikel Mind Mapping Software mit Tagcloud-Funktion habe ich mir Gedanken gemacht, wie von digitalen Mind Maps sogenannten quantitative Wortwolken erstellt werden könnten. Wortwolken sind bekannt als Tag-Clouds, z.B. bei Bookmarking-Diensten.

Damals habe ich einige Vorteile darin gesehen, wenn Mind Mapping Software wie z.B. Mindjet MindManager in der Lage wäre, solche Wortwolken zu erstellen:

"Diese parallele, aber visuell anders strukturierte, Darstellung eines Mind Maps Inhaltes bietet folgende Mehrwerte:

  • es wäre eine andere Sicht auf die Inhalte eines Mind Maps möglich.
  • Inhalte werden neben der hierarchisch strukturierten Darstellung des Mind Maps unabhängig von ihrer Verortung innerhalb des Maps quantitativ dargestellt.
  • auf diese Weise kann ein Informationsgewinn entstehen, da noch eine weitere „Dimension“ zum Inhalt des Mind Maps hinzukommt."

Nun habe ich eine Möglichkeit gefunden, wie man diese Wortwolken zumindest halb-automatisch erstellen kann.
Die Website Wordle.net bietet die Möglichkeit von beliebigen Texte oder Blogartikel quantitative Wortwolken zu erstellen. Quantitativ heißt, dass einfach die Häufigkeit der Worte abgebildet wird, ganz wie bei den Tagclouds.
In Wordle kann man nun Mind Mapping Inhalte einspeisen und sich eine Wortwolke erstellen lassen.

Bild 1 zeigt ein Mind Map zu einem wissenschaftlichen Text, den ich gelesen habe.
(1 - Brunet, A. P. and New, S. (2003) 'Kaizen in Japan: an empirical study', International Journal of Operations & Production Management, Vol. 23, no. 12, pp. 1426-1446.)



Bild 2 zeigt das Original Mind Map dazu



Über die Wortwolke ist nun eine zusätzliche Sicht auf das Mind Map möglich. Die Zusatzfunktionen, die ich mir in meinem Artikel vom Januar gewünscht habe, sind so natürlich nicht möglich.

Interessant wird es nun, wenn ich den Originaltext, der mir als PDF-Datei vorliegt durch Wordle jage.
Das Ergebnis zeigt Bild 3.



Damit sind nun Vergleiche möglich, z.B. ob der Leser eines Textes und Autor eines Mind Maps ähnliche inhaltliche Schwerpunkte gesetzt hat, wie der Autor des Textes, oder ob der Leser nur bestimmte Elemente als wichtig erachtet hat etc. Dies könnte sowohl für den Leser als auch für den Autor von Texten interessant sein.

Was nun über die Wortwolke nicht deutlich wird ist die Tatsache, dass ich den 21 seitigen Originaltext auf ein Mind Map komprimiert habe und die Anzahl der Wörter als auch die Komplexität des Texte wesentlich reduziert habe.

Online Diskussionen visualisieren

Donnerstag, 5. November 2009

Viele Blogleser sind auch Mitglied in sozialen Netzwerken wie z.B. xing. Dort gibt es eine Vielzahl an thematischen Gruppen, in denen man sich zu wirklich jedem erdenklichen Thema austauschen kann. Diese Gruppen bieten die Möglichkeit neue Leute kennen zu lernen und von anderen zu lernen. Mich persönlich überfordern diese jedoch immer mehr, da es mir einfach zu anstrengend ist, mich durch all die Post zu lesen und zu versuchen, der Diskussion zu folgen.
Das Problem bei "traditionellen" Online-Diskussionsforen: Die Inhalte sind zeitlich geordnet und nicht thematisch (zumindest innerhalb einer Diskussion nicht mehr).

Das bringt eine Reihe von Problemen und Qualitätsmängeln mit sich. Schön erklärt ist dies in einem visuell begrenzt ansprechenden Video des Massachusetts Institute of Technology.



Die Argumente kartographieren
In der aktuellen Brand eins ist ein sehr interessanter Artikel“Wie wär's mit Argumenten?“ von Ralf Grötker erschienen, der Software Projekte vorstellt, die versuchen die ungeordneten Argumente im Internet zu visualisieren und damit das erkennen und stiften von Sinn zu ermöglichen. Die passende Initiative dazu hat dann auch den schönen Namen Global Sensemaking.

Viele der dort vorgestellten Online-Tools sollen es ermöglichen, die Inhalte zu visualisieren und damit das Verständnis zu erhöhen, Komplexität besser darzustellen und vor allem die Geschwindigkeit mit der der Einzelne Sinn erkennen kann zu erhöhen. Viele der Programm bedienen sich dabei Map-artigen Visualisierungen, ähnlich wie beim Mind Mapping, das jedoch vor allem ein Tool zur individuellen Visualisierung ist, werden Informationen in abgegrenzten Einheiten durch Verbindungen dieser Einheiten in Sinnzusammenhang gebracht.

Besonders interessant fand ich die folgenden Projekte aus der Gesamtliste.

Deliberatorium
The Deliberatorium is an implemented, evolving, web-based system developed to help large distributed groups efficiently arrive at well-founded conclusions concerning responses to complex challenges like climate change.

Siehe dazu auch das obige Video.

Cohere
Cohere is an idea management tool for you to weave meaningful connections between ideas, for personal, team or social use.



Compendium
Compendium is a hypermedia software tool, providing a visual interface for mapping the connections between people, ideas, multimedia documents and websites, to supoprt the analysis of socio/technical problems.
Auch diese Software gibt es kostenlos zum download

Debategraph
Debategraph is an Anglo-Australia, creative commons, social venture that combines web-based, argument visualization with collaborative wiki editing to make the best arguments on all sides of complex public debates freely available to all, and continuously open to challenge and improvement by all.



Google Wave
Eine interessantes Zwischending finde ich in diesem Zusammenhang Google Wave, dass einerseits zwar die Argumentationen immer noch zeitlich darstellt, es aber auch ermöglicht, die Abfolge von Argumenten in Ihrer Entwicklung nachzuvollziehen.

Ein visuelles Blog?
Beim Durchsehen dieser Tools habe ich mir die Frage gestellt, ob es nicht auch möglich wäre ein Weblog visuell darzustellen und meine Inhalte in Form von allgemein verständlichen Wissenskarten darzustellen.

Weiß jemand, ob es dazu bereits Lösungen gibt?
Ich werde auf jeden Fall weiter recherchieren.

Bessere Reden und Vorträge halten mit Mind Mapping

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Vor zwei Wochen war ich auf der Ausstellungseröffnung von Ai Weiweis So Sorry im Haus der Kunst in München. In drei moderierten Foren wurde am Nachmittag unter anderem auch das von Ai Weiwei als Kurator betreute Ordos 100 Architektur Projekt vorgestellt.
Anwesend waren vier Teilnehmende Architekten aus der ganzen Welt, die jeweils ihr Teilprojekt in einem 10 Minuten Vortrag den Zuschauern vorgestellt haben.

Alle Vorträge waren mit Bildmaterial der Bauwerke visualisiert. Ich fand es erschreckend, dass von den anwesenden Architekten nur einer in der Lage war frei zu sprechen und seine Zuhörer bei seinem Vortrag wirklich anzusehen und mitzunehmen.
Alle anderen haben entweder in atemberaubender Geschwindigkeit und einschläfernder Monotonie einen vorformulierten Text von einem Blatt abgelesen. Und, wen wundert es, man hat es gemerkt.
Das ist sehr schade, weil die Inhalte des Vortrags darunter sehr leiden.

Vortragsmanuskripte mit Mind Mapping – so kann jeder frei sprechen
Mir ist durchaus bewusst, dass es nicht jedermanns Lieblingsbeschäftigung ist, sich vor hunderte von Leuten zu stellen und einen Vortrag zu halten. Ich verstehe auch, dass Menschen neben ihrer Visualisierung einen Spickzettel mit den Inhalten benötigen. Trotzdem glaube ich, dass es jedem gelingen kann, ein Vortragsmanuskript zu haben und trotzdem frei und flüssig zu sprechen.
Eine Methode, die das wunderbar ermöglicht ist das Mind Mapping.

Wie Mind Maps erstellt werden, habe ich auf diesem Blog ja bereits erklärt. Ein Einsatzgebiet von Mind Maps ist unter anderem die Verwendung als Vortragsmanuskript. Die Logik dahinter verdeutlicht Bild 1.

Jeder Hauptgedanke wird in Form eines Astes festgehalten. Die notwendigen Details werden durch Unterzweige dazu geschrieben. So entsteht auch eine optisch erkennbare Struktur der Inhalte für den Redner. Alle wichtigen inhaltlichen Punkte sind auf dem Mind Map enthalten und ich muss als Redner keine Angst haben, etwas zu vergessen. Da Inhalte nur in Form von griffigen Schlüsselwörtern aufgeschrieben werden, nicht in Form von ausführlichen Sätzen, muss ich trotzdem selbst und damit frei sprechen. Durch die Verwendung der grafischen Elemente wie Farben Symbole und Bilder kann ich außerdem zusätzliche Informationen fest halten, die mir das merken der Inhalte und das schnelle Auffassen der Inhalte erleichtern.
Bild 2 zeigt mein persönliches Manuskript für einen Vortrag über Taiwan, den ich einmal gehalten habe.


Mind Maps müssen selbst erstellt werden!
Das Zentrale bei Mind Maps ist, dass diese den Schlüssel zu den individuellen Gedanken des Erstellers darstellen. Deswegen heißt das Ding auch Mind Map, es ist eine Karte der Gedanken einer Person. Das heißt auch, dass das Mind Map für den Ersteller extrem aussagekräftig und verständlich ist, für einen Außenstehenden möglicherweise überhaupt nicht.
Die Konsequenz daraus: Wer Mind Maps als Vortragsmanuskript nutzen möchte, muss diese selbst erstellen. Dieses selbst erstellen, hilft dann auch beim Strukturieren und Behalten der Inhalte. Dieses selbst erstellen müssen ist sicherlich ein Grund, warum viele öffentliche Redner nicht mit Mind Maps arbeiten. Sie erstellen ihre Reden nicht selbst, sondern lassen schreiben und lesen ab. Für die Zuhörer bleibt zu hoffen, dass sie das möglichst gut machen.