Anwenderporträt Alexander Greisle

Donnerstag, 30. August 2007


Herr Greisle, stellen Sie sich bitte kurz vor und sagen Sie ein paar Sätze, was Sie beruflich machen (Aufgaben).

Hallo, mein Name ist Alexander Greisle. Ich helfe Unternehmen bei der Einführung neuer Arbeitskonzepte. Das reicht von modernen, innovations- und kommunikationsförderlichen Büros bis hin zur Unterstützung von verteilt arbeitenden Teams. Dabei interessieren mich vor allem die Methoden und die Menschen, aber natürlich auch die Werkzeuge. Ein Büro ist übrigens auch "nur" ein Werkzeug und keinesfalls schlicht "vorhanden".

Zweiter Schwerpunkt ist etwas, das ich als "Information Worker Performance" bezeichne. Also die Frage, wie wir uns persönlich und im Team mit den neuen Informations- und Kommunikationswerkzeugen, auch dem Web 2.0, voran bringen. Auch hier sehe ich die unterschiedlichen Menschentypen und Arbeitsweisen im Mittelpunkt. Für diese müssen die richtigen Methoden in die Werkzeuge des täglichen Tuns umgesetzt werden. Dabei unterstütze ich meine Kunden in Projekten und mit Seminaren und individuellen Coachings.

Und dann schreibe ich noch im work.innovation Blog, das Gedanken, Tipps und Interessantes zu all diesen Themen bietet.

Wie sind Sie mit Mind Mapping in Berührung gekommen und wie haben Sie es gelernt?

Wie ich damit in Berührung gekommen bin? Das weiß ich schon gar nicht mehr. War irgendwann während des ersten Studiums. Damals hatte ich mir ein Buch über Mindmapping gekauft, ich weiß gar nicht mehr welches, und es mir autodidaktisch beigebracht. Seit dem nutze ich Mindmapping, mal mehr, mal weniger intensiv und mit immer wieder wechselnden Einsatzschwerpunkten.

Wie erstellen Sie Mind Maps? Als traditionelle Mind Maps mit Papier und Stift und/oder als Business Maps mittels einer Visualisierungs-Software (z.B. Mindjet Mindmanager)?

Begonnen habe ich mit Papier und Stift, bin aber recht schnell auf den MindManager gekommen. Den nutze ich inzwischen seit der Version 2.0, also schon ein paar Jahre. Inzwischen nutze ich als zweites Tool noch iMindMap von Tony Buzan.
Es kommt durchaus auch mal vor, dass ich ein Mindmap per Hand zeichne. In letzter Zeit aber immer weniger, da ich meine Ablage inklusive der Notizen komplett digital habe. Da fallen Papier-Mindmaps halt etwas aus dem Rahmen und eingescannte Maps lassen sich über die Desktop-Search nur sehr eingeschränkt wieder finden.

Für welche Einsatzgebiete verwenden Sie Mind Mapping? Geben Sie bitte einige Beispiele.

Mit iMindMap kann man die Maps sehr schön am Computer gestalten. Diese entsprechen eher handgemachten Mindmaps als man das von den anderen Computerwerkzeugen so kennt. Diese Mindmaps nutze ich gerne in anderen Dokumenten und Präsentationen.

Für ausgearbeitete Konzepte, Ideensammlungen und in letzter Zeit auch verstärkt Angebote verwende ich den MindManager. Da gefällt mir die Handhabung – gut, ich bin sie auch seit Jahren gewöhnt – und die Schnelligkeit, mit der man die Dinge erledigt bekommt. Bei den genannten Anwendungen halte ich mich auch nicht strikt an die Mindmapping-Regeln, das ist eher Business-Mapping ohne den Anspruch auf methodische Reinheit.

Den Mindmanager verwende ich in letzter Zeit häufiger in Workshops. Für alle sichtbar an die Wand projiziert hat man eine wunderbare Visualisierung der wichtigsten Ergebnisse und kann diese direkt diskutieren und klären. Mit dem Effekt – und etwas Moderationsgeschick vorausgesetzt –, dass nach dem Meeting bereits ein abgestimmtes Protokoll steht, jeder weiß, was er zu tun hat und die Nacharbeiten auf ein Minimum reduziert werden. Egal ob als pdf oder als Mindmanager-Datei haben die Teilnehmer das Protokoll oft schon im Postfach, bevor sie überhaupt wieder am Platz sind.
In der einen oder anderen Workshop-Situation haben sich an der Pinwand händische Mindmaps ebenfalls sehr bewährt.

Wo sehen Sie die Vorteile beim Einsatz der Mind Mapping Methode?

Beim Mindmapping in der klaren Visualisierung der Themen und in der spielerischen Gestaltung. Neben der Visualisierung hilft mir der Gestaltungsprozess beim Erstellen einer Mindmap dabei, meine Gedanken zu sortieren. Was häufig zu einer inhaltlichen Weiterentwicklung der Mindmap führt.
Beim Business-Mapping in der Schnelligkeit der Ergebnisse, in der Übersichtlichkeit und den Navigationsmöglichkeiten und, last but not least, der sehr einfachen Möglichkeit, diese immer wieder und sehr einfach weiterentwickeln zu können.

Wo haben Sie Schwierigkeiten beim Mind Mapping?

Ist eine Mindmap, die nicht nur für den persönlichen Gebrauch ist, zu stichwortartig, dann lässt sie viel Raum für Interpretation. Gerade in interdisziplinären Teams sind Begriffe ja häufig mehrfach belegt bzw. werden mit einem anderen Mind-Set interpretiert. Selbst bei älteren Mindmaps für den persönlichen Gebrauch stelle ich schon ab und an mal fest, dass ich über den Kontext und die Bedeutung eines Astes nachgrüble.
In Bezug auf die Computerwerkzeuge wäre ich für einen funktionierenden Datenaustausch ohne zeitraubende manuelle Zwischenschritte sehr dankbar. Leider habe ich den Eindruck, dass die Big Player im Markt der Mindmapping-Software hier die gleiche proprietäre Strategie fahren, wie sie Microsoft lange Jahre verfolgt hat und erst langsam aufgibt.

Erstellen Sie Mind Maps nur für sich, oder teilen Sie diese auch mit Ihren Freunden/Kollegen? Wie reagieren diese darauf?

Wie aus den vorherigen Antworten sicher hervorgegangen ist: Sowohl als auch.
Ich erlebe eigentlich nur positive Reaktionen. Mindmapping kennt man inzwischen, auch wenn es bei weitem nicht jeder aktiv nutzt. Hier hilft es, kurze Gebrauchshilfen einzubauen, zum Beispiel einen gebogenen Pfeil, der die Leserichtung anzeigt.

Verwenden Sie noch weitere Denk- und Arbeitstechniken? Wenn ja, welche und wie setzen Sie diese ein?

Sehr viele. Das resultiert nicht zuletzt aus meiner Tätigkeit. Letztlich ist es ein bunter, auf meine Arbeitsweise zugeschnittener Mix an Methoden. Ein „Best-of“ sozusagen. Am liebsten sehr einfach, intuitiv und so, dass sich die Methoden an die Arbeitsweise anpassen – keinesfalls umgekehrt.

Ich verfolge da einen auf den ersten Blick einfachen Dreiklang:

Arbeitsprozesse und Arbeitsweise => Unterstützende Methoden => Tools und Werkzeuge.

Das wichtigste dabei sind die Pfeile, die im Alltag leider häufig kaum beachtet werden. Sie symbolisieren die Transformation zwischen den Schritten. Nur wenn diese Abstimmung gelingt, dann wird ein rundes Ganzes für das tägliche Tun daraus. Daran arbeite ich und deshalb wechseln die Methoden immer wieder. Nur einige bewährte, wie das Mindmapping, bleiben dauerhaft.

Anwenderporträt Jörg Müller

Donnerstag, 26. April 2007

Herr Müller, stellen Sie sich bitte kurz vor und sagen Sie ein paar Sätze, was Sie beruflich machen (Aufgaben)

Jörg Müller, ich forsche und unterrichte an einer süddeutschen Universität. Mind Mapping setze ich in diesem Semester erstmals ein.

Wie sind Sie mit Mind Mapping in Berührung gekommen und wie haben Sie es gelernt?

Ein Studierender zeigte mir eine Karte, auf der er zur Examensvorbereitung den Stoff einer ganzen Veranstaltung "gebunkert" hatte, und passte diese während unseres Gesprächs fortlaufend an – fügte zusätzlich Notizen ein etc. Das Mittel erschien mir sofort zur Gestaltung und vor allem permanenten Aktualisierung des Vorlesungsstoffs geeignet. Darauf hin habe ich ein Fortbildungsangebot der Universität mit Herrn Rustler wahrgenommen.

Wie erstellen Sie Mind Maps? Als traditionelle Mind Maps mit Papier und Stift und/oder als Business Maps mittels einer Visualisierungs-Software (z.B. Mindjet Mindmanager)?

Ausschließlich letzteres.

Für welche Einsatzgebiete verwenden Sie Mind Mapping? Geben Sie bitte einige Beispiele.

Zur Unterstützung in der Vorlesung: Visualisierung der Gedankengänge, Einbeziehung von Grafiken, von Literaturangaben, Demonstrationen methodischer Exkurse etc…

Wo sehen Sie die Vorteile beim Einsatz der Mind Mapping Methode?

Im Sammeln und Aktualisieren sowie anschließend punktgenauen Zuführen von Informationen in den Argumentationsgang. Im Sichtbarmachen eines Argumentationsstranges und gleichzeitig seiner Stellung zu anderen Strängen; in der Visualisierbarkeit von Interdependenzen – auch bei mehrdimensionalen Argumentationen. Zurzeit arbeite ich ein Vorlesungskonzept in Mindmap um. Dabei stellt sich als weiterer Vorteil heraus, dass durch die zusätzliche Visualisierung "Unsauberkeiten" oder Mehrdeutigkeiten in der vorhandenen Darstellungslogik auffallen.

Wo haben Sie Schwierigkeiten beim Mind Mapping?

Ganz banale, die nur indirekt der Mindmap-Software zuzurechnen sind: Ich arbeitete mit Wordperfect. Da die Im- und Exportfunktionen inklusive Gliederung etc. der Mindmap-Software nur dann wie erhofft funktionierten, wenn ich mit "100% reinen" Worddateien arbeitete (also nicht konvertierten!) bin ich gezwungen, ich meine ganzen Texte unter Word neu zu erstellen – ausgesprochen nervig, da ich einfach ganz anders denke als Microsoftingenieure! Weitere Kommentierungen würden unter das Strafgesetzbuch fallen.

Wie bereits angesprochen stelle ich derzeit bestehende Texte auf Mind Maps um. Habe ich anfänglich auch noch aus meinem neu angepassten schriftlichen Konzept vorgetragen, so rede mittlerweile nur noch an der Mind Map entlang und löse mich auch bei der Gestaltung immer stärker vom bestehenden – bewährtem - Textgerüst. Andererseits würde ich ohne den vorher erarbeiteten Text nicht die Eindringtiefe in die Probleme gewinnen, da Mind Mapping, wie andere Visualisierungssoftware auch, dazu verführt, zu vereinfachen, Dinge "glatter" zu sehen als Sie sind. Das mag für den Verkauf sehr gut sein, für die Wissenschaft ist es schlecht. Aber vielleicht gilt ja hier, Gefahr erkannt Gefahr gebannt.

Jedenfalls der Zeitaufwand, den ich "nur" für die Umstellung einplanen muss, ist erheblich – was jedoch nicht überraschte.

Erstellen Sie Mind Maps nur für sich, oder teilen Sie diese auch mit Ihren Freunden/Kollegen? Wie reagieren diese darauf?

Nur für mich, Kollegen erkundigen sich vereinzelt nach den Erfahrungen.

Verwenden Sie noch weitere Denk- und Arbeitstechniken? Wenn ja, welche und wie setzen Sie diese ein?

Das Standardprogramm der Geisteswissenschaftler.

Anwenderporträt Hans Hartmann

Donnerstag, 12. April 2007

Herr Hartmann, stellen Sie sich bitte kurz vor und sagen Sie ein paar Sätze, was Sie beruflich machen (Aufgaben).

Ich arbeite als IT-Architekt bei einer Versicherung in Wien und halte auch an der TU-Leipzig eine Lehrveranstaltung über Software-Engineering großer betrieblicher Systeme. In der IT- habe ich noch einen zweiten Schwerpunkt, der ist Test-Management.
Beruflich setze ich neben MS Office auch Mindjet MindManager ein. Mittlerweile ist die ehemals von mir geführte Testmannschaft sehr auf Mindmanager ausgerichtet und verwendet ihn für Protokolltätigkeiten und Planung.

Wie sind Sie mit Mind Mapping in Berührung gekommen und wie haben Sie es gelernt?

Über einen Freund, der in Österreich der erste zertifizierte Mind-Mapping-Trainer war, kam ich mit Mind Mapping in Berührung und absolvierte vor über zehn Jahren mein erstes Seminar. Ich nahm damals auch meine 18-jährige Tochter mit, die mit Mindmaps ihr ganzes Jus-Studium bewältigte. Von ihr stammt auch das einzige "russische" Mindmap, dass ich je gesehen habe.
Der Einsatz war anfänglich ausschließlich manuell. Die spärlichen Software-Versuche waren eher eine Bremse denn eine Beschleunigung. Als ich mit dem Mindmanager in der Version 3 bekannt wurde, entsprach er meinen damaligen Ansprüchen. Version 4 und X5 waren eine schöne Erweiterung, besonders in Hinsicht Office-Einbindung und rasche Präsentationsgestaltung.
In der Firma akzeptieren nicht alle die Maps. Ich kann das einsehen, denn ohne das Verständnis der zugrunde liegenden Philosophie sind die Maps von Außenstehenden nicht wirklich zu verstehen. Da die Übersetzung in eine Powerpoint-Präsentation so leicht erfolgen kann, stellt Mindmanager hier ein echtes Productivity-Tool dar.
Vor drei Jahren machte ich noch einmal ein Tagesseminar. Ich selbst bin ein "schlamperter" Hund. Manchmal arbeite ich zwei Wochen nur mit Mindmaps, dann wieder zwei Monate überhaupt nicht.

Momentan bin ich in einem Zwiespalt, weil ich bald die Firma verlasse und privat auf Linux arbeite. Dort gibt es vym als ganz brauchbaren Ersatz, doch die Office-Integration fehlt natürlich. Es wird sich weisen, ob ich selbstständig arbeite oder bei einer Firma, davon ist dann der Werkzeugeinsatz auch abhängig.

Wie erstellen Sie Mind Maps? Als traditionelle Mind Maps mit Papier und Stift und/oder als Business Maps mittels einer Visualisierungs-Software?

In manchen Besprechungen protokolliere ich einfach mit Papier und Stift. Manchmal verwende ich den Logitech-Stift und kann die Mindmaps zumindest als Grafik in Dokumenten referenzieren. Sonst arbeite ich mit Mindmanager Version 4, weil das diejenige ist, die wir in der Firma lizensiert haben.

Für welche Einsatzgebiete verwenden Sie Mind Mapping? Geben Sie bitte einige Beispiele.

Für Vorträge und Präsentationen arbeite ich sehr oft konzeptionell mit Mindmaps. Als zweites Tool hat sich jetzt CMaps dazugesellt.

Vielleicht mag es interessieren, dass es auch ein Mindmap für meine Lebensplanung und für Buchkonzepte gibt.
Projektplanung startet ebenfalls oft als Mindmap, wird dann aber in MS-Project überführt. Ab dann wird Mindmap verlassen.

Wo sehen Sie die Vorteile beim Einsatz der Mind Mapping Methode?

Für mich gibt es einen strukturellen Vorteil, der so gravierend und auch bestimmend ist, dass ich ihn als einzigen hier anführe.
Ein Mindmap hat ein Zentrum und ähnlich wichtige Punkte (sprich Kategorien) sind gleich weit vom Zentrum entfernt. Ich erfasse auf einen Blick alles, was es zu berücksichtigen gilt. Die Verästelung nach außen hat für mich gleichzeitig eine visuelle Merkfunktion. Doch der Vorteil kann einfach dadurch beschrieben werden, in dem man ein Mindmap mit einem Inhaltsverzeichnis, das aus den Einträgen besteht, vergleicht. Bei einer komplexeren Grafik würde das Inhaltsverzeichnis über mehrere Seiten gehen und die Augen müßten von Kapitel zu Kapitel springen. Bei einem guten Mindmap erfasse ich die zentralen Äste quasi simultan und das entspricht meinem Denkmuster und der Denktätigkeit. Ein Mindmap unterstützt auf diese Weise auch spontane Assoziationen.

Wo haben Sie Schwierigkeiten beim Mind Mapping?

Beim papierbasierten Mindmap stoße ich mich an meiner Schrift und meiner grafischen Gestaltungsfähigkeit. Bei elektronischen Mindmaps stoße ich immer wieder auf Unterbrechungen, wenn ich formatieren will oder ein Symbol dazugegeben will. Ich muss allerdings hinzufügen, dass Mindmanager in dieser Hinsicht fast Unmögliches leistet. Von allen Systemen, die ich kenne, bietet es den geringsten Widerstand gegen intuitives Vorgehen. Allerdings hätte ich für Mindmaps gerne einen 42"-Bildschirm.

Erstellen Sie Mind Maps nur für sich, oder teilen Sie diese auch mit Ihren Freunden/Kollegen? Wie reagieren diese darauf?

In der Gruppe mußten meine Untergebenen mit meinen Mindmaps leben, nachdem ich sie alle in ein Workshop geschickt hatte:)
Sonst richte ich mich nach dem, was meine "Kunden" sehen wollen, und das ist leider mitunter nur mehr Powerpoint. Darüber sollte einmal eine eigene Glosse geschrieben werden.

Verwenden Sie noch weitere Denk- und Arbeitstechniken? Wenn ja, welche und wie setzen Sie diese ein?

Ich verwende CMaps und habe Versuche mit "Gamma" und "I think" durchgeführt. Mein nächstes Ziel ist es, ein CMS wie Typo03 so aufzubohren, dass es als Gedächtniserweiterung verwendbar ist. Mit "Beagle" (so etwas wie Google-Desktop) erreiche ich überraschende Finde-Ergebnisse.
Im Gegensatz zu vielen Räsonierern habe ich Lotus Notes als größtes Produktivitätssteigerungstool für meine geschäftliche Tätigkeit empfunden, - so besch. die Benutzeroberfläche ist.

Anwenderporträt: Andreas Weinberger

Sonntag, 11. Februar 2007

Herr Weinberger, stellen Sie sich bitte kurz vor und sagen Sie ein paar Sätze, was Sie beruflich machen (Aufgaben).

Ich arbeite als IT-Architekt bei einer Bank in Luxemburg und bin nebenbei auch als Trainer/Coach im Thema "Optimierung der Arbeit des Information Worker" tätig.
Hierbei setze ich neben MS Office und Mindjet MindManager sehr stark auf modernere Web-Lösungen, da ich hier enormes Entwicklungspotential sehe und auch realisieren kann.
Ein weiteres meiner Tätigkeitsfelder - IT Service Management (zertifizierter ITIL-Fachmann, Aufbau/Leitung der Bereiche Benutzerservice und Systemintegration) ruht zur Zeit aufgrund von Umstrukturierungen.

Wie sind Sie mit Mind Mapping in Berührung gekommen und wie haben Sie es gelernt?
Reines Mind Mapping kannte ich schon länger, kam aber 1999 zufällig mit der Software MindManager in Kontakt und beschäftige mich seither intensiv mit der Software aber auch den dieser zugrunde liegenden Methoden.
Die Software hab ich auf die gleiche Art und Weise erlernt, wie zuvor schon diverse andere Applikationen (darunter MS Office) – durch ausführlichstes Testen und Hinterfragen aller Funktionalitäten.
Die Methode "Mind Mapping" habe ich mir durch Lektüre angeeignet und in der Trainer-Ausbildung vertieft und verfeinert.

Wie erstellen Sie Mind Maps? Als traditionelle Mind Maps mit Papier und Stift und/oder als Business Maps mittels einer Visualisierungs-Software?
Ich erstelle einfach gesagt "MindManager-Maps". Das ist der einzig "saubere" Begriff, den ich für meine Maps verwenden kann, denn viele meiner Maps haben mit einer Mind Map nur noch sehr wenig gemeinsam und auch der Begriff Business Maps trifft es hier nicht.
Ich verwende als Tool den MindManager in den Versionen 5 und 6 in Verbindung mit Microsoft Office und hier vor allem mit Outlook.

Für welche Einsatzgebiete verwenden Sie Mind Mapping? Geben Sie bitte einige Beispiele.
Persönliches Portal und Navigationshilfe:
Ausgehend von einer persönlichen Startmap – die verschiedene Rollen/Funktionen bzw. Aufgabengebiete/Projekte abbildet – erreiche ich alle verlinkbaren Informationsquellen die ich häufig nutze ohne mich an den Strukturen von z.B. Filesystemen entlang hangeln zu müssen.
Hier zwei meiner Postings zu diesem Thema – der mit Mindjet geplante Webcast kam leider durch personelle Veränderungen bei Mindjet nicht zustande:
http://itligenz.twoday.net/stories/2772585/
http://itligenz.twoday.net/stories/2772737/

Problemlösung:
Die Analyse komplexer Probleme erleichtere ich mir durch Informationssammlung und –visualisierung in einer Map. Durch die Integration von Ansprechpartnern (durch Outlook-Kontakte), Einbindung von E-Mails, Internet-Recherchen, … entsteht eine hohe Informationsdichte.
Hier ebenfalls zwei Postings:
http://itligenz.twoday.net/stories/2755682/
http://itligenz.twoday.net/stories/2593117/

Analysieren von Daten:
Bei diesen Thema erreiche ich bei geeignetem Datenmaterial einen Mehrwert, den ich bei einer vergleichbaren Datenanalyse basierend auf den Filterfunktionen von Excel nicht erreichen kann.
Ich kann hier z.B. gleichartige Daten aus 3 verschiedenen Listen so in eine Map kombinieren, dass es mir jederzeit möglich ist, aus der Map heraus den Zustand jeder dieser Listen zu rekonstruieren (das geht auch mit Excel). Darüber hinaus kann ich aber Zusatzinformationen ab- und Gruppierungen anlegen und Querverbindungen zwischen den Daten erkennen, verdeutlichen und kennzeichnen.
Auch dazu zwei Postings:
http://itligenz.twoday.net/stories/2273753/
http://itligenz.twoday.net/stories/2773578/

Wo sehen Sie die Vorteile beim Einsatz der Mind Mapping Methode?
Aus der Mind Mapping Methode nach der "reinen" Buzan-Lehre verwende ich einige für mich sinnvolle Elemente und nutze sie in Kombination mit den Erfordernissen meines papierarmen Arbeitsplatzes. Dazu gehören die Technik der Stichwörter und die Verwendung von Farben und Bildern.
Dabei entsteht für mich (unter anderem) folgender Nutzen:
Wiederverwendbarkeit von einmal durchgeführten Arbeitsschritten (ich suche z.B. einen Ordner im Filesystem normalerweise nur ein einziges Mal und habe ihn ab dann in meiner Themenmap verlinkt)
Hirngerechte Visualisierung von hirn-ungerechten Strukturen (z.B. Organigramme mit Bildern statt Kästchen, Filestrukturen, …)
Flexibilität z.B. beim Aufbauen der Struktur eines Dokuments – hier kann ich wesentlich schneller und sicherer die komplette Struktur eines größeren Dokuments verändern, als das in Word mit der Outliner-Funktion jemals möglich ist.
Entstehende Struktur entdecken: aus einer wirren Informationssammlung (z.B. aus einem Brainstorming oder einer groben Recherche) kann ich durch Umsortieren, Querverbinden, Einfärben, … Strukturen "sehen" und entwickeln und diese sogar testen.
Wiederverwendung von Map-Bestandteilen, Bau von Szenarien, problemloses Map-in-Map-Archivieren von verschiedenen Map-Zuständen

Wo haben Sie Schwierigkeiten beim Mind Mapping?
Dass die Werkzeuge (egal ob papier- oder IT-basierend) immer langsamer arbeiten als das Gehirn und laufend an Barrieren stoßen, die unnötig hemmen (Blattgröße, Bildschirmplatz).
Den Punkt zu erkennen, wo weiterer Aufwand für die Optimierung einer Map den Nutzen übersteigt.
Die Dokumentenorientierung und die Fesselung an das Werkzeug, denn ich stelle immer mehr fest, dass der Spruch "information wants to be free" sehr viel Wahrheit enthält und wir uns bei der Entwicklung vom aktuell noch regierenden Papierdenken (Schrank – Ordner – Register – Blatt) zur nächsten "Evolutionsstufe" (Information + Meta-Information + Querverbindungen) hiervon befreien sollten.

Erstellen Sie Mind Maps nur für sich, oder teilen Sie diese auch mit Ihren Freunden/Kollegen? Wie reagieren diese darauf?
Sowohl als auch. Mein unmittelbares Umfeld ist das mittlerweile so gewohnt, dass fast jede Map mir zugeschrieben wird (was nicht stimmt). Die Reaktionen sind höchst unterschiedlich, was mich aber nicht wundert, da die Hirne eben auch sehr unterschiedlich sind – ich biete aber bei kritischen Sachen oft beide Sichten (also Map und Outline) gleichzeitig an.

Verwenden Sie noch weitere Denk- und Arbeitstechniken? Wenn ja, welche und wie setzen Sie diese ein?
Ich verwende eine sehr individuell auf mich und meine Rollen zugeschnittene Produktivitätsmethode, die unter anderem Elemente aus Mind Mapping und GTD enthält. Meine langjährige Erfahrung mit E-Mail-Systemen und die Beschäftigung mit anderen Werkzeugen und Methoden haben darüber hinaus zu einer sehr komfortablen technischen Lösung geführt, die meine Arbeitsweise optimal unterstützt und die ich aktuell für einige Bekannte bei mir im Blog dokumentiere:
http://itligenz.twoday.net/stories/2772585/

Anwenderporträt: Helga Fuß

Mittwoch, 31. Januar 2007

Frau Fuß, stellen Sie sich bitte kurz vor und sagen Sie ein paar Sätze, was Sie beruflich machen (Aufgaben).
Ich arbeite derzeit in der Immobilienbranche und bin dort in der Abteilung Mietenberechnung tätig.

Wie sind Sie mit Mind Mapping in Berührung gekommen und wie haben Sie es gelernt?
Zum Mind Mapping bin ich durch das Kursangebot der IHK Akademie gekommen und zwar über meinen Arbeitgeber.
Gelernt habe ich es dann bei einem Seminar - geleitet von Herrn Rustler.

Wie erstellen Sie Mind Maps? Als traditionelle Mind Maps mit Papier und Stift und/oder als Business Maps mittels einer Visualisierungs-Software?
Ich erstelle meine Maps ganz "altmodisch" mit Papier und Farbstiften!

Für welche Einsatzgebiete verwenden Sie Mind Mapping? Geben Sie bitte einige Beispiele.
In erster Linie wende ich die Maps bei meiner beruflichen Weiterbildung an, um den immensen Lernstoff "handlich" zu gestalten!
Aber auch privat nutze ich die Map z.B. beim Lesen sehr umfangreicher Bücher, um die Person, welche darin vorkommen nicht zu vergessen und die Beziehungen der Personen untereinander nicht aus den Augen zu verlieren.

Wo sehen Sie die Vorteile beim Einsatz der Mind Mapping Methode?
Ich sehe die Vorteile darin, daß ich den Lernstoff nochmals durchgehe und mir eine anschauliche Zusammenfassung des Gelernten erstelle.

Wo haben Sie Schwierigkeiten beim Mind Mapping?
Ich habe das Gefühl zu wenig in die Map (siehe Bild 1) )eingefügt zu haben und daher beschleicht mich dann die "Angst" wieder etwas zu vergessen. Andererseits möchte ich die Map aber auch nicht zu voll gestalten! Habe dann
die Bedenken, daß die Sache zu unübersichtlich wird - wiederum mit dem Effekt, daran zu zweifeln, ob ich mir das alles "abrufen" kann.



Erstellen Sie Mind Maps nur für sich, oder teilen Sie diese auch mit Ihren Freunden/Kollegen? Wie reagieren diese darauf?

Derzeit nehme ich die Mind Maps nur für meine eigenen Zwecke her.


"Anwenderporträt: Helga Fuß" vollständig lesen

Anwenderporträt: Mira Korensky

Dienstag, 23. Januar 2007

Frau Korensky, stellen Sie sich bitte kurz vor und sagen Sie ein paar Sätze, was Sie beruflich machen (Aufgaben).
Ich bin Psychologin und arbeite selbständig als Psychotherapeutin und Coach. Mein Schwerpunktthema ist Lebens- und Arbeitswandel in Zeiten der Globalisierung. Dazu gehört z.B. die steigende Arbeitslosigkeit, wie auch die wachsende Arbeitsbelastung auf der anderen Seite mit den Themen Stress, Mobbing, Unsicherheit, Angst, Depression u.v.m. In verschiedenen Workshops und Seminaren erarbeite ich mit den Teilnehmern je nach Thema optimale Bewältigungsstrategien, persönliche, konkrete Zielentwicklungs- und Zielverfolgungsmöglichkeiten.

Wie sind Sie mit Mind Mapping in Berührung gekommen und wie haben Sie es gelernt?
Mind Mapping habe ich in einem Seminar bei Florian Rustler gelernt.

Wie erstellen Sie Mind Maps? Als traditionelle Mind Maps mit Papier und Stift und/oder als Business Maps mittels einer Visualisierungs-Software?
Mit meinen Klienten arbeite ich mit Papier und Stift, ich selbst benutze meistens die Mindjet Manager Basic 6 Version.

Für welche Einsatzgebiete verwenden Sie Mind Mapping? Geben Sie bitte einige Beispiele.
Mit meinen Klienten benutze ich Mind Mapping vor allem als sehr probates Mittel für Brainstorming für verschiedene meistens unklare emotionale Situationen und auch als Entscheidungshilfe. Ich benutze Mind Mapping als Vorbereitung für meine Vorträge und Artikel oder als Konzeptentwicklungs-Arbeitsmittel.

Wo sehen Sie die Vorteile beim Einsatz der Mind Mapping Methode?
Viele "frei flottierende" Gedanken (egal zu welchem Thema oder Projekt) werden dadurch besser festgehalten und gehen nicht verloren. Sie können auch nachträglich eingebunden werden. Einen weiteren Vorteil sehe ich in der Unterstützung des Gedächtnisses, als "Wortgeber" bei Vorträgen o.ä., als „Klärungshelfer“ bei unklaren Emotionen oder Gedanken.

Wo haben Sie Schwierigkeiten beim Mind Mapping?
Es fällt mir spontan nichts ein.

Erstellen Sie Mind Maps nur für sich, oder teilen Sie diese auch mit Ihren Freunden/Kollegen? Wie reagieren diese darauf?
Ich erstelle bis jetzt Mind Maps nur für mich oder mit meinen Klienten für deren Gebrauch und für mich als Klärungshilfe bei den Problemen der Klienten.

Neue Rubrik: Anwenderporträts

Mittwoch, 17. Januar 2007

Bis jetzt gibt es vier Kategorien auf diesem Blog. Nun habe ich ein, wie ich hoffe, neues interessantes Thema, dem ich eine neue Rubrik widmen werde. Ab nächster Woche möchte ich Anwenderporträts auf diesem Blog veröffentlichen. Ich werde Menschen vorstellen, die Denkwerkzeuge einsetzen.
Sinn und Zweck dieser Porträts ist es, den Lesern neue Anregungen zu geben, wie andere damit arbeiten, wofür sie Denkwerkzeuge einsetzen und auch wo es noch Schwierigkeiten und Probleme gibt. Denn auch davon kann man viel lernen. Oft ist man sich der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten gar nicht bewusst oder benötigt einige Beispiele, um neue Motivation für den Einsatz zu bekommen. Das erlebe ich immer wieder in meinen Mind Mapping Seminaren nach der "Mind Map Gallerie" , wenn den Teilnehmern plötzlich eine Vielzahl möglicher Anwendungsgebiete aufgezeigt werden. Es ist immer wieder schön für mich zu sehen, wie viele Ideen dann bei den Teilnehmern für die eigene Anwendung entstehen.
Besonders auch bei den Fragen und Schwierigkeiten hoffe ich, einige hilfreiche Anregungen geben zu können.

Ich werde dazu in den nächsten Tagen einige meiner ehemaligen Seminarteilnehmer anschreiben, und hoffe, den einen oder andren für ein Porträt zu gewinnen. Dafür habe ich ein paar Leitfragen vorbereitet, die die Porträtierten beantworten sollen.

Ich freue mich natürlich auch immer, wenn sich jemand bei mir meldet und sich vorstellen möchte.