Mind Mapping – Mind Maps richtig erstellen

Montag, 8. März 2010

Letzten Freitag hatte ich wieder einmal ein offenes Mind Mapping Seminar. Immer öfter sitzen in diesen Seminare Teilnehmer, die bereits vor dem Seminar auch schon Erfahrung mit Mind Mapping Software gesammelt haben und teilweise damit mit arbeiten.

Am Ende des Seminars mache ich immer ein kurzes Feedback in dem ich unter anderem folgende Frage stelle: "Was ist das Wichtigste, das Sie heute gelernt haben?"
Interessant ist für mich dabei auch die Rückmeldung, dass das Wissen um die Mind Mapping Regeln, also wie man Mind Maps richtig erstellt, dazu gehört. Mit dem Wissen, wie man Mind Maps erstellt, zum Beispiel, dass Mind Maps lediglich mit Schlüsselbegriffen arbeiten und keine Sätze auf die Zweige geschrieben werden, werden Mind Maps erst richtig effektiv.

Mind Maps zeichnen - Schritt für Schritt


Wie Mind Maps richtig erstellt werden, habe ich auch in einem Video erklärt, das ich hier noch einmal zur Verfügung stellen möchte.


Mind Mapping - Mind Maps richtig erstellen @ Yahoo! Video


Diese Regeln bilden die Grundlage für sämtliche Anwendungsgebiete von Mind Mapping. Ich bin hier nicht dogmatisch, glaube aber, dass Mind Maps vor allem dann nützlich sind, wenn man die Regeln bei der Erstellung beachtet.
Wer es gerne schriftlich möchte, den verweise ich auf meine drei Artikel zum Erstellen von Mind Maps (Teil 1, Teil 2, Teil 3)

Mit Mind Mapping Software effektiver arbeiten


Mir fällt auch auf, dass Menschen Mind Mapping mit Mind Mapping Software gleich setzen und die beiden als Synonyme betrachten.
Mind Mapping ist eine Technik zur Visualisierung von Informationen. Zentral ist das Verständnis und die Erfahrung im Umgang mit der Technik des Mind Mapping selbst. Software ist eine Möglichkeit Mind Maps zu erstellen, genau so kann man dies auch mit Papier und Stift erstellen. Ich arbeite nach wie vor mit beiden Varianten, genau so wie beim Schreiben. Auch ohne ein Textverarbeitungsprogramm lässt sich schreiben.
Die obigen Schritte zu Erstellung von Mind Maps gelten genauso auch für den Umgang mit Mind Mapping Software. Die Beachtung der Regeln machen aus meiner Sicht die Arbeit mit Software wesentlich effektiver.
Ebenfalls interessant ist die Beobachtung, dass mir viele Teilnehmer, die erst ausschließlich an den Einsatz von Software gedacht haben am Ende des Seminars berichten, dass Sie beide Varianten einsetzen werden und dass Software eben nicht immer der beste Weg der Umsetzung ist.

Methoden der Produktentwicklung – SCAMPER

Sonntag, 21. Februar 2010

Eine weitere Kreativitätstechnik, die ich gerne in einem Innovationsworkshop mit dem Schwerpunkt auf Produktentwicklung einsetze, ist SCAMPER.



SCAMPER ist ein Akronym und steht für die folgenden Begriffe:


  • Substitute (ersetzen)
  • Combine (kombinieren)
  • Adapt (anpassen/angleichen)
  • Modify (modifizieren)
  • Put to other uses (anders einsetzen)
  • Eliminate (weglassen)
  • Rearrange (neu anordnen)

SCAMPER ist eine Weiterentwicklung und Kategorisierung der Osborn Checkliste. Alex Osborn, der "Erfinder" des Brainstormings entwickelte zusammen mit Sidney Parnes die erste Version des Creative Problem Solving Prozesses. Zur Ideenfindung verwendete er neben Brainstorming eine Liste von Fragen, die Denkanstöße bei der Lösung des Problems geben sollte.

Diese Frageliste wurde später weiter entwickelt und kategorisiert, um die Anwendung der Technik zu verbessern. Zur leichteren Merkbarkeit entstand das Akronym SCAMPER. SCAMPER gehört somit zur Familie der Checklistentechniken.

Besonders hilfreich in der Produktentwicklung


Besonders hilfreich ist SCAMPER, wenn es auf eine bestehende Vorlage, das heißt ein bereits existierendes Produkt oder Dienstleistung angewandt wird anhand derer die Fragen einmal durchgespielt werden. Denn dann machen diese Fragen Sinn. Wenn Sie also überlegen, wir die Stabilität des Bauteils XY verbessern, können diese Fragen hilfreich sein.

Die unten stehenden Folien aus meinem Kreativitätstraining zeigen am Beispiel der Supermarktkasse, wie SCAMPER zum Einsatz kommen kann.



SCAMPER detailliert


Die Erfahrung zeigt, dass die reinen Überschriften vielen Menschen zu abstrakt sind, um darauf Ideen zu generieren, deshalb arbeite ich gerne mit detaillierten Unterfragen, die ich abhängig von der konkreten Problemstellung einsetze:

Ersetzen

  • Was kann man ersetzen?
  • Was kann man statt dessen nutzen?
  • Wer kann statt dessen eingebunden werden?
  • Welchen Prozess könnte man statt dessen nutzen?
  • Welches andere Material könnte man statt dessen nutzen?

Kombinieren

  • Was kann kombiniert werden?
  • Was kann man vermischen?
  • Wie könnte man bestimmte Teile verbinden?
  • Welche Zwecke könnte man kombinieren?

Anpassen/ Angleichen

  • Welche anderen Ideen suggeriert das?
  • Gibt es etwas, das ähnlich ist, dass man auf das bestehende Problem anwenden kann?
  • Gibt es aus der Vergangenheit ähnliche Situationen?

Modifizieren

  • Welche Veränderung könnte man einführen?
  • Kann man die Bedeutung verändern?
  • Wie könnten man Farbe oder Form verändern?
  • Was kann man vermehren?
  • Was kann man verringern?
  • Was könnte man modernisieren?
  • Kann man es vergrößern?
  • Kann man es verkleinern?

Anders einsetzen

  • Wofür könnte es im jetzigen Zustand noch eingesetzt werden?
  • Wofür könnte man es einsetzen, wenn man es verändert?

Weglassen

  • Was könnte man weglassen?
  • Ohne was würde es auch funktionieren?

Neu anordnen

  • Welche anderen Muster würden auch funktionieren?
  • Welche Veränderungen könnte man einführen?
  • Was könnte man austauschen?
  • Was könnte man neu anordnen?

Aus meiner Erfahrung ist es wichtig, zuerst ein Beispiel zu sehen und dann die detaillierten Fragen kurz durchzugehen. Allerdings ist habe ich auch bemerkt, dass SCAMPER für viele wesentlich anstrengender ist als andere Kreativitätstechniken und die Anzahl der Ideen bei SCAMPER geringer ausfällt.

Wege zum glücklicheren Leben

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Die Zeit um Weihnachten und Neujahr ist ja bekanntlich eine Zeit, in der wir alle hoffentlich ein wenig zur Ruhe kommen und etwas Abstand und Perspektive zum geschäftigen Alltag finden. Es ist auch die Zeit, in der viele Menschen das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren lassen und Ziele für das kommende Jahr festlegen. Vielleicht machen auch Sie sich in diesen Tagen Gedanken, was wirklich wichtig ist in Ihrem Leben, welche Dinge Sie noch erreichen oder tun möchten. Egal, wie die persönlichen Ziele von jedem einzelnen aussehen, eines haben wir laut der positiven Psychologie alle gemeinsam: Wir wollen ein glückliches und zufriedenes Leben führen.

Wie ich aus dem phantastischen Buch happier von Tal Ben-Shahar gelernt habe, ist Glück nicht absolut zu sehen (ich bin glücklich oder unglücklich), sondern ist ein relativer Zustand, der sich immer steigern lässt. Ich kann glücklicher sein (daher der Titel des Buches) als ich es vor einem Jahr war.
Was Glück ist, wird jeder anders beantworten; ich möchte Ihnen ein Denkwerkzeug / eine Kreativitätstechnik vorstellen, die Ihnen helfen kann, auf systematische und kreative Weise der Frage näher zukommen, was die Kernfragen für Ihr glücklicheres Leben sind.

Mit einer Kreativitätstechnik Schlüsselfragen für das glückliche Leben identifizieren


Ich behaupte, dass ich von jedem Problem zum sogenannten "glücklichen Leben Dilemma" komme. Picken Sie sich irgendein beliebiges persönliches Problem / eine Herausforderung heraus und fragen Sie ein paar Mal "Wozu / warum möchte ich dieses Problem lösen?" nach einigen Wozu / warum-Fragen wird die Antwort lauten: "Weil ich ein glückliches Leben führen möchte."

Beispiel: Englischkenntnisse verbessern
Nehmen wir an, Sie möchten Ihre Englischkenntnisse verbessern: "Wie könnte (WK) ich meine Englischkenntnisse verbessern?" Nun frage ich Sie: "Wozu möchten Sie Ihre Englischkenntnisse verbessern?" Eine Antwort könnte nun lauten: "Weil ich meine beruflichen Qualifikationen verbessern möchte." Als Problemfrage formuliert lautet das dann: "Wie könnte (WK) ich meine beruflichen Qualifikationen verbessern?"
Diese Frage ist bereits etwas abstrakter oder breiter als die Frage nach den Verbesserungsmöglichkeiten für die Englischkenntnisse und könnte neben dem besseren Englisch noch andere Punkte enthalten. Wenn ich nun noch einmal paar Mal "Wozu/ Warum...?" frage, wird die Antwort irgendwann lauten "Weil ich ein glückliches Leben führen möchte". Ein durchexerziertes Beispiel(!) zeigt Bild 1. Es zeigt eine Art Leiter der Abstraktion vom spezifischen Problem zu einer immer breiteren und abstrakteren Problemformulierung. Die Frage nach den Englischkenntnissen ist also ein Baustein zu einem glücklicheren Leben in diesem Beispiel. Die Frage ist nur, ob die Beantwortung der Englisch-Frage zu Ihren Prioritäten zählen sollte, oder ob es nicht andere Fragen gibt, die wesentlich wichtiger sind.
Das wollen wir im nun herausfinden.

Im creaffective Kreativitätstraining rate ich den Teilnehmern davon ab, Problemfragen auf solch abstraktem Niveau, wie der Frage nach dem glücklichen Leben, zu wählen. Meist ist das zu breit. Ab und zu, zum Beispiel in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr, kann es sehr sinnvoll sein, mit dieser grundlegensten aller Fragen zu beginnen. Das Entwickeln von Lösungsideen wird aber wohl trotzdem auf einem konkreteren Level statt finden müssen.

Prinzipien der Kreativität einsetzen


Eine sehr hilfreiche Kreativitätstechnik zur Klärung und Definition von Problemfragen ist die Technik des Challenge Mapping (dazu habe ich bereits einige Artikel geschrieben). Diese Kreativitätstechnik arbeitet damit, (1) ausgehend von einer Frage diese breiter zu formulieren, durch die Frage "Wozu / warum willst du ...?" und (2) ein Problem enger zu fassen, durch die Frage "Was hält dich davon ab ...?"
Diese beiden Fragen kann ich zu jedem beliebigen Problem mehrmals stellen und so eine Art Netz des Problemrahmens entwickeln (konkreter nach unten und abstrakter nach oben). Bild 2 zeigt mein persönliches Netz (Details unlesbar) zur Frage des glücklichen Lebens.

So geht es:
  1. 1. Beginnen Sie mit der Frage: "WK ich ein glücklicheres Leben führen?" und fragen Sie nun "Was hält mich davon ab?"
  2. Formulieren Sie eine Antwort z.B. "Ich habe zu wenig Zeit für meine Familie."
  3. Formulieren Sie diese Antwort nun wieder als "Wie könnte...?"-Frage also im Beispiel "WK ich mehr Zeit für meine Familie haben?"
  4. Stellen zu jeder Frage mehrmals die "Was hält mich davon ab...?"-Frage und entwickeln Sie das Netz somit nach unten und die Breite, indem Sie die Schritte 2. und 3. wiederholen.




In der Anwendung in einem Innovationsworkshop oder einem Strategieworkshop ist die Technik noch etwas komplizierter und aufwändiger, da wir durch Rückfragen immer wieder prüfen müssen, ob die Logik des Netzes stimmig ist.
So entsteht ein breites Netz an Problemformulierungen, die alle mit Ihrem Oberthema des glücklichen Lebens zusammen hängen.
Getreu den Prinzipien der Kreativität sollten Sie das Netz erst einmal entwickeln und dann entscheiden, welche Schlüsselfragen Sie mit Priorität beantworten müssen, um Ihrem Oberziel des glücklichen Lebens näher zu kommen (In Bild 2 sind diese gelb markiert). Ich erlebe es in meinem moderierten Workshops fast immer, dass sich durch diese Technik der Problemfokus verschiebt und sich anders gelagerte Kernfragen herauskristallisieren. Der große Mehrwert der Kreativitätstechnik des Challenge Mapping liegt darin, dass sie hilft, bewusst zu entscheiden, auf welche konkrete Frage ich meine Energie konzentrieren sollte und damit vermeide viel Zeit und Energie mit der Lösung eines Problems zu verbringen, dass eigentlich unwichtig oder Zeitverschwendung ist.

Für mich persönlich lautet eine dieser Schlüsselfragen "WK ich mehr Arbeit abgeben?". Eine Antwort ist, dass ich im kommenden Jahr viele Aufgaben an Assistenten abgeben werde. Die Lösung dieses Problems beeinflusst nach meiner Auffassung eine Reihe von abstrakteren Fragestellungen meines Challenge Maps, die über 5 Ebenen zum glücklicheren Leben führen. Wichtig bei diesem Vorgehen ist wieder, dass ich mir im Sinne eines kreativen Problemlöseprozesses erst Antworten überlege, wenn ich mir sicher bin, die richtige Frage formuliert zu haben.

Mind Map Wortanalyse

Sonntag, 29. November 2009

Anfang des Jahres sind Stefan Scheurer vom Wissens- und Datenmanagement Blog und ich in einen Artikel-Dialog getreten, wie man Mind Maps mit weiteren Informationsdimensionen anreichern könnte.
Im meinem Artikel Mind Mapping Software mit Tagcloud-Funktion habe ich mir Gedanken gemacht, wie von digitalen Mind Maps sogenannten quantitative Wortwolken erstellt werden könnten. Wortwolken sind bekannt als Tag-Clouds, z.B. bei Bookmarking-Diensten.

Damals habe ich einige Vorteile darin gesehen, wenn Mind Mapping Software wie z.B. Mindjet MindManager in der Lage wäre, solche Wortwolken zu erstellen:

"Diese parallele, aber visuell anders strukturierte, Darstellung eines Mind Maps Inhaltes bietet folgende Mehrwerte:

  • es wäre eine andere Sicht auf die Inhalte eines Mind Maps möglich.
  • Inhalte werden neben der hierarchisch strukturierten Darstellung des Mind Maps unabhängig von ihrer Verortung innerhalb des Maps quantitativ dargestellt.
  • auf diese Weise kann ein Informationsgewinn entstehen, da noch eine weitere „Dimension“ zum Inhalt des Mind Maps hinzukommt."

Nun habe ich eine Möglichkeit gefunden, wie man diese Wortwolken zumindest halb-automatisch erstellen kann.
Die Website Wordle.net bietet die Möglichkeit von beliebigen Texte oder Blogartikel quantitative Wortwolken zu erstellen. Quantitativ heißt, dass einfach die Häufigkeit der Worte abgebildet wird, ganz wie bei den Tagclouds.
In Wordle kann man nun Mind Mapping Inhalte einspeisen und sich eine Wortwolke erstellen lassen.

Bild 1 zeigt ein Mind Map zu einem wissenschaftlichen Text, den ich gelesen habe.
(1 - Brunet, A. P. and New, S. (2003) 'Kaizen in Japan: an empirical study', International Journal of Operations & Production Management, Vol. 23, no. 12, pp. 1426-1446.)



Bild 2 zeigt das Original Mind Map dazu



Über die Wortwolke ist nun eine zusätzliche Sicht auf das Mind Map möglich. Die Zusatzfunktionen, die ich mir in meinem Artikel vom Januar gewünscht habe, sind so natürlich nicht möglich.

Interessant wird es nun, wenn ich den Originaltext, der mir als PDF-Datei vorliegt durch Wordle jage.
Das Ergebnis zeigt Bild 3.



Damit sind nun Vergleiche möglich, z.B. ob der Leser eines Textes und Autor eines Mind Maps ähnliche inhaltliche Schwerpunkte gesetzt hat, wie der Autor des Textes, oder ob der Leser nur bestimmte Elemente als wichtig erachtet hat etc. Dies könnte sowohl für den Leser als auch für den Autor von Texten interessant sein.

Was nun über die Wortwolke nicht deutlich wird ist die Tatsache, dass ich den 21 seitigen Originaltext auf ein Mind Map komprimiert habe und die Anzahl der Wörter als auch die Komplexität des Texte wesentlich reduziert habe.

Bessere Reden und Vorträge halten mit Mind Mapping

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Vor zwei Wochen war ich auf der Ausstellungseröffnung von Ai Weiweis So Sorry im Haus der Kunst in München. In drei moderierten Foren wurde am Nachmittag unter anderem auch das von Ai Weiwei als Kurator betreute Ordos 100 Architektur Projekt vorgestellt.
Anwesend waren vier Teilnehmende Architekten aus der ganzen Welt, die jeweils ihr Teilprojekt in einem 10 Minuten Vortrag den Zuschauern vorgestellt haben.

Alle Vorträge waren mit Bildmaterial der Bauwerke visualisiert. Ich fand es erschreckend, dass von den anwesenden Architekten nur einer in der Lage war frei zu sprechen und seine Zuhörer bei seinem Vortrag wirklich anzusehen und mitzunehmen.
Alle anderen haben entweder in atemberaubender Geschwindigkeit und einschläfernder Monotonie einen vorformulierten Text von einem Blatt abgelesen. Und, wen wundert es, man hat es gemerkt.
Das ist sehr schade, weil die Inhalte des Vortrags darunter sehr leiden.

Vortragsmanuskripte mit Mind Mapping – so kann jeder frei sprechen
Mir ist durchaus bewusst, dass es nicht jedermanns Lieblingsbeschäftigung ist, sich vor hunderte von Leuten zu stellen und einen Vortrag zu halten. Ich verstehe auch, dass Menschen neben ihrer Visualisierung einen Spickzettel mit den Inhalten benötigen. Trotzdem glaube ich, dass es jedem gelingen kann, ein Vortragsmanuskript zu haben und trotzdem frei und flüssig zu sprechen.
Eine Methode, die das wunderbar ermöglicht ist das Mind Mapping.

Wie Mind Maps erstellt werden, habe ich auf diesem Blog ja bereits erklärt. Ein Einsatzgebiet von Mind Maps ist unter anderem die Verwendung als Vortragsmanuskript. Die Logik dahinter verdeutlicht Bild 1.

Jeder Hauptgedanke wird in Form eines Astes festgehalten. Die notwendigen Details werden durch Unterzweige dazu geschrieben. So entsteht auch eine optisch erkennbare Struktur der Inhalte für den Redner. Alle wichtigen inhaltlichen Punkte sind auf dem Mind Map enthalten und ich muss als Redner keine Angst haben, etwas zu vergessen. Da Inhalte nur in Form von griffigen Schlüsselwörtern aufgeschrieben werden, nicht in Form von ausführlichen Sätzen, muss ich trotzdem selbst und damit frei sprechen. Durch die Verwendung der grafischen Elemente wie Farben Symbole und Bilder kann ich außerdem zusätzliche Informationen fest halten, die mir das merken der Inhalte und das schnelle Auffassen der Inhalte erleichtern.
Bild 2 zeigt mein persönliches Manuskript für einen Vortrag über Taiwan, den ich einmal gehalten habe.


Mind Maps müssen selbst erstellt werden!
Das Zentrale bei Mind Maps ist, dass diese den Schlüssel zu den individuellen Gedanken des Erstellers darstellen. Deswegen heißt das Ding auch Mind Map, es ist eine Karte der Gedanken einer Person. Das heißt auch, dass das Mind Map für den Ersteller extrem aussagekräftig und verständlich ist, für einen Außenstehenden möglicherweise überhaupt nicht.
Die Konsequenz daraus: Wer Mind Maps als Vortragsmanuskript nutzen möchte, muss diese selbst erstellen. Dieses selbst erstellen, hilft dann auch beim Strukturieren und Behalten der Inhalte. Dieses selbst erstellen müssen ist sicherlich ein Grund, warum viele öffentliche Redner nicht mit Mind Maps arbeiten. Sie erstellen ihre Reden nicht selbst, sondern lassen schreiben und lesen ab. Für die Zuhörer bleibt zu hoffen, dass sie das möglichst gut machen.

Fallbeispiel: Breaking the Ice – das richtige Problem lösen und Innovation ermöglichen

Donnerstag, 10. September 2009

Ich wiederhole es auf diesem Blog immer wieder: Um die Chance auf Innovation zu erhöhen, ist es nicht nur wichtig, dass neue und umsetzbare Lösungen generiert werden. Es ist von zentraler Bedeutung, dass Lösungen auf das richtig definierte Problem erarbeitet werden. Bisher konnte ich keine konkreten Beispiele von Kunden zeigen, da ich bei allen Kunden der Geheimhaltungspflicht unterliege.
Nun habe ich einen Coaching-Kunden, dessen Fall ich zeigen kann.

Breaking the Ice – gewaltfreie Konflikttransformation
Vergangene Woche war ich zwei Tage als Trainer und Coach auf der ersten internationalen Sommerakademie für Visionautik in Berlin. Neben einem kurzen Training in Kreativitätstechniken, stand ich den Visionären als Coach zur Verfügung. Ich hatte das Vergnügen Torsten Sewing zu unterstützen, der bei der Nichtregierungsorganisation (NRO) Breaking the Ice mitarbeitet. Die NRO will zeigen, dass von gewaltätigen Konflikten traumatisierte Menschen in der Begegnung mit vermeintlichen "Feinden" Respekt und Verständnis voreinander entwickeln können. Dazu hat Breaking the Ice eine Reihe von Aktionen mit Konfliktparteien durchgeführt, die auch filmisch festgehalten wurden.

In der Akademie für Visionautik ging es Torsten Sewing darum, zu überlegen, wie Investoren und Unternehmen gewonnen werden können, um das Bestehen von Breaking the Ice nachhaltig zu sichern. Das allgemeine Problem war es also, einen Businessplan zu schreiben.

Zu den Kernproblemen vordringen – Challenge Mapping
Ausgehend von der Frage "Wie könnte ich einen Businessplan für eine NGO entwickeln?" habe ich Herrn Sewing mit Hilfe der Technik Challenge Mapping oder Netz der Abstraktion dabei unterstützt, die Ausgangsfrage und damit zusammenhängende Probleme zu analysieren. Beim Challenge Mapping geht es darum, das Problem sowohl abstrakter als auch handlungsorientierter zu formulieren und durch gezielte Fragen andere Sichtweisen und Definitionsmöglichkeiten auf das Problem zu bekommen.

Nach einer guten Stunde haben wir ein Netz der Abstraktion erarbeitet (siehe Bild 1), das den Problemrahmen aufzeigt (dieses Bild ist nicht vergrößerbar).

Aus diesen unterschiedlich abstrakten Problemfragen hat Herr Sewing dann drei wichtige Fragen auf unterschiedlichem Abstraktionsniveau identifiziert. Aus diesen drei Fragen wurde dann die zentrale Frage mit der größten Hebelwirkung herausgearbeitet, deren Lösung das ganze Projekt einen großen Schritt voranbringen kann.

Dieses lautet: "Wie könnte BTI ein Vertrauen bei Unternehmen herstellen, das für ein Engagement im Bereich Konfliktttransformation erforderlich ist?"

Bild 2 (zum Vergrößern klicken) zeigt, wie diese sehr spezielle Frage mit dem übergeordneten Ziel die Organisation wirtschaftlich nachhaltig zum Laufen zu bringen zusammen hängt.

Oft ist es jedoch nicht sinnvoll, an der abstraktesten Formulierung eines Problems zu arbeiten, z.B. Wie können wir unsere Produktivität steigern? oder Wie können wir mehr Kunden gewinnen?, sondern an wichtigen Teilproblemen anzusetzen. Es ist wesentlich einfacher auf diese spezifisch formulierten Fragen passende Lösungen zu entwickeln.

Ich freue mich Breaking the Ice auch im weiteren Prozess als Innovationscoach zu begleiten.

Um auch eine andere Sichtweise als nur die meine zu haben, habe ich Herrn Sewing um eine kurze Beschreibung unseres Vorgehens gebeten:

Für mich ist es immer wichtig, den Blick von außen zu bekommen. Das "challenge mapping" stellt dabei eine Herausforderung im doppelten Sinne dar: zum Einen muss man die "Fragen hinter den Fragen" denken; zum Anderen können diese wiederum die Formulierung der Ausgangsfragen in Frage stellen. Beides klingt einfacher, als es ist.
Die Kommunikation mit Unternehmen zu einem komplexen und für Unternehmen in der Regel unbekannten Thema erfordert es, sich dezidiert auf mögliche Fragestellungen vorzubereiten und im Idealfall Antworten vorab bereit zu halten. Die im Kreativitätstraining mit Herrn Rustler formulierten Lösungsansätze weisen den Weg dorthin. Wir freuen uns, dass Herr Rustler uns auch weiterhin mit seiner Arbeit unterstützt.


Kostenloses Beratungsgespräch für Münchner Unternehmen
Im September biete ich Münchner Unternehmen an, ein solches Vorgehen zur Definition von wichtigen Strategie- und Innovationsfragen in kostenlos in Anspruch zu nehmen. Den entsprechen Blogartikel finden Sie hier.

Wie man eine Vision, Mission und strategische Ziele entwickeln kann - Teil 1

Dienstag, 9. Juni 2009

Ende August werde ich als Coach und Facilitator an der ersten internationalen Sommerakademie der Visionautik mitwirken.
Worum geht es da? Es geht darum, Menschen, die eine "Idee, eine vage Ahnung oder ein konkretes Projekt haben" zu helfen, diese Vision konkret werden zu lassen.

Ganz nach meiner Vision möchte ich Menschen dabei unterstützen, ihre Kreativität real und konkret werden zu lassen und ein positives Ergebnis zu produzieren.

In dieser Artikelserie möchte ich in kondensierter Form zeigen, wie ein Prozess aussehen kann, eine Vision zu artikulieren und diese in einen Handlungsplan mit konkreten Schritte zu überführen.

Warum, Was und Wie?
Was bedeuten die drei Begriffe Vision, Mission und strategische Ziele. In der Forschung gibt es auch hier mal wieder unterschiedliche Ansichten. Ich möchte die Begrifflichkeiten von John Maxwell und seinem Buch "The 21 irrefutable laws of leadership" verwenden.

Eine Vision antwortet auf die Frage des "Warum?". Sie vermittelt das große Ganze und antwortet auf die Frage, warum ein Mensch oder eine Unternehmen etwas tut.
Beispiel: Mit creaffective gebe ich Trainings zu Kreativität und kreativer Problemlösung und moderiere Innovationsworkshops. Warum? Weil ich Kreativität real und konkret für die Geschäftswelt machen möchte. Das ist meine Vision.


Eine Mission antwortet auf die Frage des "Was?" und fokussiert damit auf den Zweck. Die Mission oder mehrere Missionen leiten sich aus der Vision ab.
Meine Mission mit creaffective ist es, "effektive Prozessmoderation (Facilitation), Trainings und Beratung unter Verwendung von verschiedenen Verfahren der kreativen Problemlösung anzubieten".
Es gäbe auch viele andere Mission, die sich aus meiner Vision ableiten können, die aber nicht meine sind, die vielleicht von anderen Anbietern abgedeckt werden könnten, z.B. "Ich möchte Unternehmen helfen, ihre Ideen in Form von Prototypen zu bauen und durch Beratung beim Bau der Prototypen real werden zu lassen."


Strategien antworten nach Maxwell auf die Frage des "Wie?" und geben damit Schritte vor, wie eine Person oder ein Unternehmen sich seiner Mission und Vision annähern kann.
Zum Beispiel "Ich werde ein e-book schreiben, um viele Unternehmen auf die essenzielle Bedeutung von Kreativität und den Zusammenhang mit Innovation aufmerksam zu machen, um damit auch Aufmerksamkeit für meine Dienstleistungen zu schaffen."


Schritt für Schritt mit Verfahren der kreativen Problemlösung
Verfahren zur kreativen Problemlösung, wie das Creative Problem Solving (CPS) Verfahren, mit dem ich unter anderem arbeite, können Individuen und Unternehmen dabei als Orientierungsmodell helfen, diese Schritte konkret herunterzubrechen und je nach Bedarf, eine Vision, eine Mission und einen strategischen Handlungsplan und Lösungen zur Umsetzung der Strategien zu entwickeln.
Illustration 1 zeigt das CPS Modell und die einzelnen Schritte von CPS, die je nach Bedarf zum Einsatz kommen können.




Eine Vision entwickeln – den Sog in die Zukunft erzeugen
Haben Sie für sich persönlich eine Vision, die Ihnen die Frage des „Warum?“ für ihr berufliches und/oder privates Leben beantwortet?

Wenn Sie als Individuum oder als Unternehmen (z.B. ein Gründungsprojekt) Ihre Vision erst noch finden müssen oder diese verändern, dann gibt es hier eine Reihe von Denkwerkzeugen, die Sie dabei unterstützen können. Hier auf dem Blog kann ich diese zumindest anreißen und vorstellen, erfahrbar machen kann ich Sie nur bedingt.

Ein einfaches Werkzeug, dass für viele Menschen gut funktioniert (zumindest, wenn sie angeleitetet werden) ist die "Erdachte Zukunft".
Wenn Sie eine vage Idee haben, was sie treibt, dann besteht das Vorgehen der Erdachten Zukunft darin, einen Bericht oder Zeitungsartikel zu schreiben, der z.B. fünf Jahre in der Zukunft spielt und einen Tag oder eine Episode beschreibt, wie ihr Leben ist, wenn Sie Ihre Vision erreicht haben.
Es geht darum, sich mental die Zukunft so genau wie möglich und so detailliert wie möglich vorzustellen und möglichst mit allen Sinnen zu erleben und zu spüren. Es ist wie eine Übung im Tagträumen. Es geht nicht darum, dass das Ganze möglichst realistisch sein muss, im Gegenteil, es geht darum, dass Sie Ihre Vision der Zukunft begeistern muss, dass Sie Lust bekommen, es anzupacken. Es geht darum, dass dieses Bild so stark wird, dass ein Sog in die Zukunft erzeugt wird, der Sie motiviert. Aus diesem Artikel kann dann eine Satz herausdestilliert werden, der Ihre Vision ausdrückt wie in meine creaffective Beispiel von oben und möglicherweise auch eine Mission.

Aber das ist doch nicht ein zu eins zu umsetzbar, werden die Kritiker jetzt sagen.
Jep, ist es vielleicht nicht. Darum geht es auch (jetzt) noch nicht.

Ohne Vision keine Richtung
Tim Hurson bringt in seinem schönen Buch "think better" den Vergleich mit dem Boccia Spiel.
Stellen Sie sich die Vision als die kleine Zielkugel im Boccia vor. Es ist beim Boccia unmöglich, dass Ihre Kugel exakt auf der Zielkugel landet. Es geht beim Boccia darum, möglichst nah an die Zielkugel heranzukommen. Aber: Ohne die Zielkugel kein Spiel. Sie wüssten gar nicht, in welche Richtung Sie Ihre Kugeln werfen müssen. Mit der Erdachten Zukunft und Ihrer Vision verhält es sich ähnlich. Sie werden diese vielleicht nicht eins zu eins erreichen, aber ohne Ihre Vision wären Sie orientierungslos. Wie heißt es in Alice im Wunderland sinngemäß. "Wenn du nicht weißt, wohin du willst, dann ist es egal welchen Weg du nimmst."


In Teil 2 werde ich zeigen, wie dies Vision mit konkreten Kriterien hinterlegt werden kann und wie man daraus einen strategischen Plan ableiten kann.

Effektive Besprechungen durch strukturierten Prozess

Mittwoch, 27. Mai 2009

Viele Menschen leiden in Besprechungen, weil diese oft lange dauern und wenig dabei herum kommt. Ein Grund dafür kann darin liegen, dass die Besprechung nicht strukturiert ist und keinem effektiven (oder im schlimmsten Fall gar keinem) Prozess folgt. Mir ist natürlich bewusst, dass es noch eine Vielzahl weiterer Faktoren gibt.
Man fühlt sich wie beim Gang durch einen Irrgarten, in dem sich lauter Sackgassen befinden und man erst nach langer Zeit einen Ausweg findet, wenn überhaupt. (Bild1)



Verfahren zu kreativen Problemlösung, wie z.B. Synectics oder Creative Problem Solving (CPS) wurden in den 1950ern auch aus dem Grund entwickelt, dass die Initiatoren (William Gordon für Synectics und Alex Osborn für Creative Problem Solving) dieser Vorgehensweisen mit Ablauf und Ergebnissen ihrer eigenen Besprechungen unzufrieden waren und nach Wegen suchten, diese zu verbessern.

Kombination von Werkzeugen und Prozess
Was sind Verfahren der kreativen Problemlösung und wie können diese bei fast jeder Besprechung für mehr Struktur und Effektivität sorgen?
Verfahren der kreativen Problemlösung stellen ein explizites Vorgehen da, wie man auf Fragestellungen und Probleme, für welche das genaue Ergebnis und der Weg dorthin unklar sind, auf effektive Weise und in relativ kurzer Zeit Lösungen generiert und deren Umsetzung plant.

Diese Art von Fragen finden sich in vielen Besprechungen, einige Beispiele:

  • Wie lautet unsere Strategie für das nächste Quartal?
  • Wie können wir die Veranstaltung so durchführen, dass der Kunde uns wieder bucht?
  • Wie kann unser Webshop auf ein anderes System umgestellt werden?
  • Wie passen wir unser Produkt XY so an, dass es sich auch in Land Z verkauft?
  • Welche neuen Inhalte können in unserer Zeitschrift erscheinen?
  • Wie können wir sicherstellen, dass unsere Initiative von den anderen Abteilungen akzeptiert wird?
Die Verfahren lassen sich dabei in mehrere Schritte unterteilen (z.B. ein Problem klären oder analysieren, Ideen zur Lösung überlegen, gefundene Ideen verbessern). Jeder diese Schritte wiederum kann nun mit kleinen Techniken und Methoden unterstützt werden, um noch effektiver voran zu kommen. Diese Techniken nenne ich Denkwerkzeuge, da sie unser Denken methodisch strukturieren und leiten. Eine Auswahl von Denkwerkzeugen habe ich im Adventskalender der Denkwerkzeuge bereits vorgestellt.


Makro- und Mikroperspektive
Verfahren der kreativen Problemlösung stellen eine Art Orientierungsrahmen dar, der uns hilft, uns in einem Problemlöseprozess, wie er auch Gegenstand vieler Besprechungen ist, zurecht zu finden. Um ein Beispiel von oben aufzugreifen: Können wir uns schon überlegen, wie wir eine Veranstaltung durchführen, oder müssen wir erst überlegen, wie Erfolgsfaktoren für eine gelungenen Veranstaltung aussehen? Klingt banal, wird aber oft nicht gemacht.
Das ist die Makroebene.

Auf der Mikroebene, z.B. wenn es darum die Qualität einzelner Vorschläge zu bewerten oder Ideen erst einmal zu generieren, kann man wiederum mit einzelnen Denkwerkzeugen arbeiten, um die jeweilige Aufgabe besser zu erledigen, um z.B. zu vermeiden, dass sich Diskussionen im Kreis drehen.

Diese Kombination stellt eine Art grobe Karte des Irrgartens dar, die verhindert, dass wir erst bis zum Ende jeder Sackgasse laufen, sondern bereits vorher sehen, in welche Richtung wir gehen sollten. (Bild 2)



Flexibel einsetzbar
Man muss keineswegs diese Verfahren immer eins zu eins umsetzen und diese in ihrer vollen Bandbreite verwenden, um Nutzen daraus ziehen zu können. Vielmehr kann man sich diese als einen Werkzeugkasten vorstellen, den wir bei Bedarf einsetzen können. Genauso wie ein Handwerker ein Werkzeug einsetzt, um gewisse Tätigkeiten zu erledigen, kann man Methoden einsetzen, um Denk-Tätigkeiten in Besprechungen einfach zu erledigen.

Mehr Werkzeuge erhöhen die Möglichkeiten noch effektiver zu sein, erschweren allerdings auch die Auswahl der jeweiligen Technik. Wann nehme ich was? Das Besondere bei den Verfahren der kreativen Problemlösugn ist, dass diese einem Hinweise geben, wann ich mit welcher Technik sinnvoll arbeiten kann.

Southbeach Modeller - Beispiele von TRIZ-Denkwerkzeugen

Dienstag, 19. Mai 2009

Die Firma Southbeach gibt ein bietet eine kostenlose Visualisierungssoftware namens Southbeach Modeller zum Donwload an.
Das Programm ist entwickelt worden, um auf einfache Weise verschiedene Denkwerkzeuge zu visualisieren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Darstellung des TRIZ-Werkzeugs der Funktionsanalyse.
Besonders gelungen finde ich die vielen Beispiele auf dem Weblog der Firma.



TRIZ ist eine Sammlung von Techniken zur erfinderischen Problemlösung, d.h. ursprünglich zur Lösung technischer und physikalischer Probleme.
Diese TRIZ-Werkzeuge können nun wiederum mit einem Prozessmodell sinnvoll angeordnet und kombiniert werden. In der TRIZ-Welt gibt es dazu verschiedene Vorgehensweisen, von sehr stark strukturierten bis hin zu relativ flexiblen Prozessen.
Ich integriere TRIZ-Denkwerkzeuge in meinen Innovationsworkshops oder Kreativworkshops im Rahmen des Creative Problem Solving Modells. Die TRIZ-Werkzeuge kommen je nach Aufgabenstellung in Kombination mit anderen Techniken zum Einsatz.
Das besondere an manchen TRIZ-Werkzeugen ist, dass diese das Wissen aus vorherigen Patentrecherchen enthalten. Damit können zur Lösung bestimmter Fragestellungen bereits vielversprechende, in der Vergangenheit erfolgreiche Möglichkeiten angedeutet werden. Damit wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Ideenfindung in eine erfolgversprechende Richtung geht.

Ideen entwickeln - auf Papier oder digital?

Mittwoch, 13. Mai 2009

In meinen Innovationsworkshops und Trainings zur systematischen Ideen-und Lösungsentwicklung wird jede generierte Idee normalerweise auf einen Post-It-Zettel geschrieben und für alle sichtbar an eine eine Stellwand oder ein Flipchart geheftet (Bild 1).

In einem darauf folgenden Schritt werden oft aus einer Vielzahl an Optionen die wichtigsten ausgewählt und daraus Cluster gebildet. (Bild 2). Dies lässt sich mit Klebezetteln gut bewerkstelligen, da diese ohne großen Aufwand umsortiert werden können. Ich empfinde diese als praktischer als Metaplankarten (keine Pinnnadeln) und natürlich wesentlich flexibler als das lineare Untereinanderschreiben von Optionen auf einem Flipchart.


Digitale Post-its?
Während des letzten Trainings kam wieder einmal die Frage auf, welche digitalen Möglichkeiten es denn gäbe, Workshopinhalte festzuhalten und zu strukturieren. Wenn es lediglich um das Festhalten der sich ansonsten auf Papier befindenden Ergebnisse geht, um z.B. während eines gemeinsamen Brainstormings Ideen digital festzuhalten, wäre es theoretisch auch möglich, alle Ideen untereinander in ein Textverarbeitungsprogramm zu tippen.

Hier besteht ähnlich wie beim untereinander schreiben der Ideen auf einem Flipchart das Problem, dass diese sich schlecht kategorisieren lassen.
Zwei visuellere und flexiblere Möglichkeiten, die ich gerne verwende, wenn ich alleine Ideen sammle, sind MindManager und VUE.

MindManager – erst Brainstorming, dann Mind Map
MindManager verfügt über den Brainstorming-Modus, der es ermöglicht, Ideen erst einmal unstrukturiert zu sammeln, um diese in einem zweiten Schritt, dann in einem Mind Map zu strukturieren. Wie das im Detail funktionieren kann, habe ich in meinem Artikel Mit MindManager effektiv Ideen entwickeln vor einiger Zeit beschrieben.

VUE – frei verschiebbare Notizen
Eine andere Möglichkeit bietet kostenlose Software Visual Understanding Environment (VUE)der Tufts University. Hier können auf einer großen Weißfläche eine beliebige Anzahl von Nodes angelegt werden, die auch optisch an Post-its erinnern (Bild 3). Diesen können dann kinderleicht gruppiert werden, indem diese in größere Nodes hineingeschoben werden (Bild 4), die als Behälter fungieren. Durch Pfeile lassen sich mit VUE dann sogar Affinitätsdiagramme erstellen (Bild 5), was ich sonst durch ein räumliches Anordnen von Papierclustern erreiche.






Der Clustering-Vorgang bei VUE lässt sich außerdem äußerst schick mit einem Wii-Mote System kombinieren. Dabei wird einen normaler Beamer mittels eines Nintendo Wii-Controllers und einem Stift mit Infrarot-Diode zu einem Smartboard umfunktioniert, d.h. ich kann die Inhalte an der Wand mit einem Stift manipulieren. Wie das funktioniert habe ich in Artikel Opensource Smartboards beschrieben. Wer die Kombination dieser Möglichkeiten in Aktion sehen will, dem empfehle ich das Video von meinem Freund Diego Uribe, ein Großmeister der digitalen Workshopmoderation.

Obwohl ganz einfach, für die meisten dann doch zu technisch! Deswegen landen wir nach wie vor bei den Post-its. Was bei all den technischen Möglichkeiten nicht vergessen sollte, das Schreiben von Post-its und das händische Gruppieren und Anordnen von Clustern auf dem Fußboden erzeugt eine andere Gruppendynamik und sorgt aus meiner Sicht für höhere Energielevel als die digitale Lösung. Und genau aus diesem Grund sind meine Workshops oft eine Mischung aus Visualisierung per PC und dem händischen Schreiben aller Teilnehmer. Viele Teilnehmer haben trotzdem den Eindruck, das ich mit ungewöhnlich vielen technischen Hilfsmitteln arbeite. Wie sagte doch neulich eine Teilnehmerin: "Ich habe selten einen Workshop erlebt, bei dem so viel Technik zum Einsatz kommt, die dann auch tatsächlich noch funktioniert."