Innovation als Selbstzweck? - Vom Schaden der Innovation

Dienstag, 27. Dezember 2011

Wir von creaffective definieren Innovation als die "Einführung von etwas Neuen das Nutzen bringt in einen Markt oder eine Gesellschaft". Dabei haben auch wir zugegebenermaßen die Annahme, dass Innovation per se etwas Positives ist und wünschenswert ist.

Aus wirtschaftlicher Sicht kann man sagen, dass Innovation deshalb gut ist, weil es Fortschritt und Wirtschaftswachstum bringt. Und Fortschritt und Wirtschaftswachstum wollen wir ja schließlich alle. Wir wollen es zwar alle, ob es jedoch in seiner jetzigen Form allerdings wünschenswert ist, bezweifelt Tim Jackson Autor des Buches Wohlstand ohne Wachstum auf English prosperity without growth. In diesem hoch spannenden, aufrüttelnden und streckenweise möglicherweise für die persönlichen Glaubenssätze sehr unangenehmen Buch erklärt Jackson, warum Wirtschaftswachstum und das Mantra der Innovation – wenn wir es so weiter treiben wie bisher - uns in Zukunft in existenzielle Schwierigkeiten bringen werden.

Wachstum um jeden Preis – mit Innovation als Triebfeder


Ausgangssituation des Buches – und in dieser Form nicht neu – ist die Feststellung, dass wir auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen leben bzw. die nachwachsenden Ressourcen eine gewisse Zeit benötigen um sich nachhaltig regenerieren zu können. Außerdem durchläuft unser Planet im Moment Veränderungen des Klimas mit weitreichenden Auswirkungen auf Ökosysteme und alle auf dem Planeten lebenden Lebewesen, die zum Großteil von uns Menschen und unserem Ausstoß von Treibhausgasen verursacht werden.

Gleichzeitig nehmen die Anzahl der auf diesem Planeten lebenden Menschen, der Ausstoß von Treibhausgasen und der Abbau von Ressourcen in hoher Geschwindigkeit zu. Wenn wir als Menschheit es nicht schaffen, den Ressourcenabbau und die Emissionen von Treibhausgasen radikal zu verringern wird dies nach Meinung von Jackson und einem Großteil aller Forscher zu schwerwiegenden negativen Konsequenzen führen.

Ein großes Problem dabei ist, dass weltweit fast alle Wirtschaftssysteme so (von Menschen!) konzipiert sind, dass diese kontinuierliches Wachstum benötigen, um überleben zu können. Um das Zusammenbrechen unserer Wirtschaft zu verhindern und negative Konsequenzen wie weitreichende Arbeitslosigkeit zu verhindern muss die Wirtschaft wachsen. Wirtschaftswachstum wird daher auch von allen als positiv, ja geradezu überlebensnotwendig angesehen, und "um jedem Preis" gefördert, wie wir aktuell beobachten können.

Diese Wachstumsspirale wird dabei nach Jackson von einer sich positiv verstärkenden Feedbackschleife angetrieben: Dem Innovationsdrang von Unternehmen, die sich durch Innovationen Wettbewerbsvorteile und damit Profite erwarten und einer sozialen Logik, die Neues als Kommunikationsmittel betrachtet, um sich Status und Wohlstand anzuzeigen und daher unablässig nach Neuem verlangt. In einem solchen Wirtschaftssystem ist es mit den Worten des Wirtschaftsethikers Karl Hohmann "fast ein Verbrechen nicht zu konsumieren."

Neben dem sozial konditionierten Wunsch ständig Neues besitzen zu wollen, ist das Überleben unserer Wirtschaft auf dieses Verhalten angewiesen: "The throw-away society is not so much a function of consumer greed as a structural prerequisite for survival [...] But neither can we see novelty as entirely neutral in the structural dynamic played out through capitalism" S. 97

Wachstum wohin? Innovation wofür?


Vor diesem Hintergrund kommt es der Häresie gleich dieses System in Frage zu stellen. Wenn der sich selbst verstärkende Kreislauf aus Nachfrage nach Neuem und Innovationen ausbleibt, bricht das System zusammen.
Vor dem Hintergrund eines begrenzten Planeten, drängen sich nach Jackson allerdings viele Fragen auf, die ja auch seit den 1970ern immer wieder gestellt werden: Gibt es eine Grenze des Wachstums? Wohin wollen wir wachsen? Ist dieses Wachstum für den menschlichen Wohlstand überhaupt notwendig? Gibt es Wirtschaftssysteme, die Wohlstand (im Sinne eines guten Lebens) ermöglichen, ohne unseren Planeten zu zerstören? Klar ist, dass das jetzige System trotzt ständiger technologischer Verbesserungen und höherer Ressourceneffizienz nicht in der Lage sein wird, eine Reduktion an Treibhausgasen und Ressourcennutzung herbeizuführen, die notwendig wäre, um unseren Planeten nachhaltig zu bewirtschaften. Vor allem auch deshalb, weil wir in absoluten Zahlen weiter wachsen, auch wenn wir relativ gesehen die Umwelt weniger stark belasten. Um mit den Worten der Autoren von Cradle to Cradle (auf deutsch) Michael Braungart und William McDonough zu sprechen, bemühen sich Unternehmen zwar öko-effizienter zu werden, aber nicht öko-effektiv. Damit sind sie zwar etwas weniger schlecht als vorher (sie zerstören unseren Planeten etwas langsamer), aber noch lange nicht gut (öko-effektiv).

Die Antworten auf diese Fragen legt Tim Jackson in seinem Buch auf sehr interessante Weise dar.
Vorweg genommen, gibt es denkbare Alternativen, die den Menschen die notwendige materielle Grundlage schaffen und auch zukünftigen Generationen ein Leben auf diesem Planeten ermöglichen. Diese sind allerdings aus dem jetzigen Dogma des fortlaufenden Wirtschaftswachstums nur schwer vorstellbar und durchsetzbar. Kreativität und Innovation würden auch in diesen alternativen Systemen eine wichtige Rolle spielen, weil öko-effektive Technologien und die konkrete Ausgestaltung des Wirtschaftssystems ständiger Innovation bedürfen. Das Kriterium der Profitabilität wird auch bei zukünftigen Innovationen eine Rolle spielen, jedoch wird es nicht das zentrale Kriterium sein.

Für einen kurzen Einstieg in das Thema Wohlstand ohne Wachstum empfehle ich den TED-Vortrag von Tim Jackson, in dem er einige seiner Argumente zusammengefasst hat.










Erweiterung des creaffective Angebots – Design Thinking

Mittwoch, 14. Dezember 2011

creaffective unterstützt Organisationen weltweit ihre Innovationskraft zu stärken. Dabei treten wir im Rahmen von Produktentwicklungsprozessen als Experte für systematisches kreatives Denken auf und ermöglichen es Wissensträgern unserer Kunden im Rahmen von moderierten Innovationsworkshops selbstständig neue Lösungen auf wichtige Fragen zu entwickeln.

In Kooperation mit der Innovationsschmiede Dark Horse aus Berlin erweitern wir nun unser Angebot. Statt "nur" als Prozessexperte durch Kreativprozesse zu führen, beteiligen wir uns inhaltlich bei Prozessen der nutzerzentrierten Produkt- und Dienstleistungsentwicklung. Mit geballter Kraft und mit Hilfe des Design Thinking Vorgehens helfen wir Ihnen zentrale Nutzerbedürfnisse zu identifizieren und Lösungen zu entwickeln, die Antworten auf diese Bedürfnisse liefern. Dadurch erhöhen wir die Wahrscheinlichkeit ein Produkt oder eine Dienstleistung zu schaffen, die wirklich gebraucht wird.

Eine ausführliche Beschreibung der Kooperation zwischen creaffective und Dark Horse können Sie sich als PDF herunterladen.

Der Design-Thinking Prozess
Der Design-Thinking Prozess



Innovationswettbewerb des NoAE – Bewerbung noch bis zum 31.12.11

Dienstag, 13. Dezember 2011

Bereits zum 5. Mal organisiert das Network of Automotive Excellence (NoAE) einen branchen- und länderübergreifenden Innovations-Wettbewerb.
Gesucht werden Innovationen, die für unterschiedliche Mobilitätsbranchen relevant sein könnten, d.h. für die Branchen Luftfahrt, Automobil, Schienen-Transport und Personenbeförderung.
Seit diesem Jahr wurde der Wettbewerb von der Automobilbranche auch auf andere Mobilitätsbranchen ausgeweitet, um sich stärker die Potenziale von industrieübergreifenden Lösungen zu Nutze zu machen. Obwohl es sich um unterschiedliche Branchen handelt stehen diese vor analogen Problemstellungen.

Aufgerufen zur Teilnahme sind Aufgerufen sind Erfinder, Forscher, Selbständige, Unternehmen und Forschungseinrichtungen.

Innovationen in 4 Themenclustern


Der Wettbewerb unterteilt sich in vier Themenfelder, in welchen Wettbewerbsbeiträge eingereicht den können:
  • Powertrain & Electrification
    Gesucht werden hier Ideen zur Leistungssteigerung der klassischen Antriebskonzepte sowie alternative Antriebskonzepte.

  • Communication & Mobility
    Hier werden Ideen zur Vernetzung der verschiedenen Verkehrsmittel sowie Ideen zum lückenlosen Einsatz von Technologien wie Smart-Phones, Tablet-PCs etc gesucht.

  • Materials & Manufacturing
    Gefragt sind hier neue Materialien und insbesondere recyclebare oder nachwachsende Materialien.
    Ein weiterer Aspekt sind Vorschläge für Prozesse, Technologien, Methoden, Werkzeuge oder Strategien die einen Beitrag dazu leisten, dass die Produktion schlanker, effizienter, aber auch flexibler wird.

  • Design & Interior
    In diesem Themenschwerpunkt dreht sich alles um Ideen für neue Funktionalitäten im Innenraum, Konzepte der Individualisierung oder der einfachen Handhabung.

Zu jedem der vier Themencluster sowie zu den Teilnahmemodalitäten finden Sie auf der Website des Veranstalters ausführlichere Beschreibungen.

Die Grundprinzipien des kreativen Denkens: Konvergierendes Denken

Samstag, 10. Dezember 2011



Im letzten Teil der Serie über die Grundprinzipien des kreativen Denkens möchte ich die Grundregeln für das konvergierende Denken näher beschreiben.

Zur Wiederholung: Systematische kreatives Denken arbeitet mit dem Grundprinzip die Entwicklung von Optionen (divergierendes Denken) von der Bewertung von Optionen (konvergierendes Denken) zu trennen.

Divergierendes Denken beschreibt eine breite Suche nach vielen unterschiedlichen und neuen Alternativen.

Konvergierendes Denken beschreibt eine fokussierte positive/ bejahende Evaluation der Alternativen.

Ohne diese Grundprinzipien funktionieren weder Kreativprozesse (wie Creative Problem Solving oder Design Thinking) noch Kreativitätstechniken. Das ist der Grund, warum es zwar in vielen Organisationen auf Papier solche Prozesse gibt, diese aber in der Praxis nicht gelebt werden.
Die Krux mit diesen Grundprinzipien ist, dass diese intellektuell einfach zu verstehen sind, ja geradezu banal klingen, dass diese aber eine Veränderungen unserer Denk- und Verhaltensmuster bedeuteten, was meist alles andere als einfach umzusetzen ist.

Wie für das divergierende Denken, gibt es auch für das konvergierende Denken einige Grundregeln, die ich im Folgenden vorstellen möchte:

  • Positive Beurteilung anwenden: Nach Potenzialen suchen anstatt nach Fehlern
    Bei der Bewertung von Optionen wird darauf zuerst darauf fokussiert, was positiv an einer Idee ist und wo Potentiale liegen anstatt wo das Problem liegt. Dies erzeugt eine ganzheitlichere Einstellung gegenüber Optionen. Ideen sind niemals perfekt und es wird immer „Probleme“ geben. Teilnehmer der creaffective Kreativitätstrainings erinnern sich hier an das Flugzeug-Design-Bild, dass wir zeigen, um dies zu verdeutlichen.
    Ein weiterer Aspekt ist, dass Menschen dazu neigen, Ihre Aufmerksamkeit auf die Schwachstellen von etwas zu legen. Dies wird meist automatisch ausgelöst, wenn das Gehirn etwas erkennt, was nicht mit den bestehenden Erfahrungen übereinstimmt. Für Interessierte empfehle ich hier den Artikel "Innovation und Erfahrung"

  • Bewusst und überlegt handeln
    Die Zeit und Sorgfalt die bei der Entwicklung von Optionen zum Einsatz kam, sollte auch bei der Bewertung angewendet werden. Jede entwickelte Option wird betrachtet und möglicherweise anhand einiger Kriterien überprüft.
    In Innovationsworkshops und Kreativitätstrainings beobachte ich immer wieder, dass Menschen zu schnell aus den Optionen auswählen und schreite bremsend ein. Diese impulsive Art des schnellen Auswählens reduziert zwar Komplexität, ist aber nicht unbedingt hilfreich beim Finden der besten Alternativen.

  • Das Ziel im Blick haben
    Optionen werden auf ein bestimmtes Ziel, auf eine bestimmte Frage hin entwickelt. In der divergierenden Phase kann es vorkommen, dass Optionen entwickelt werden, die nicht mehr die eigentliche Frage beantworten. Bei der Bewertung der einzelnen Ideen ist es daher wichtig, sich immer wieder klar zu machen, was das Ziel ist und zu überlegen, ob eine Ideen dabei helfen kann, das Ziel zu erreichen.



  • Neuigkeitswert bedenken
    Das divergierende Denken findet statt, um neue Ideen zu entwickeln, auch deshalb, weil die bereits überlegten Lösungsmöglichkeiten, nicht zufriedenstellend sind. Bei der Auswahl der Ideen ist es nun wichtig, die neuen und unkonventionellen Ideen sehr vorsichtig zu behandeln und diese nicht vorschnell auszusortieren.




  • Ideen verbessern wollen
    Eine Idee meist noch keine fertige Lösung, sondern eher wie ein Samenkorn, das Zeit und Pflege benötigt, um zur Reife zu kommen. Bei der Bewertung von Ideen sollte immer bewusst sein, dass eine Idee nicht unbedingt eine fertige und sofort umsetzbare Lösung darstellt, sondern möglicherweise noch dahin entwickelt werden muss.
    Auch hier hat die Forschung Interessantes zu Tage gefördert: Menschen neigen bei der Auswahl von Ideen dazu, diejenigen Ideen auszuwählen, deren Umsetzung man sich bereits vor dem geistigen Auge vorstellen kann. Das sind die Ideen die näher an dem sind, was wir bereits wissen und sich daher mit überschaubarem Aufwand realisieren lassen.
    Dieses Vorgehen kann oft völlig legitim sein. Bei Themen, wo radikal Neues gefragt ist, ist diese Strategie allerdings nicht ausreichend, im Gegenteil, diese führt dazu, dass wir die Alternativen, die wirklich Originelles beinhalten zu schnell aussortieren, auch deshalb, weil die Umsetzung im ersten Moment als zu schwer erscheint. Das Bewusstsein, dass man an Idee schrittweise arbeiten kann, hilft, dieser Tendenz entgegen zu wirken.

creaffective Training Video

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Besonders in China stehen wir vor der Herausforderung, dass chinesische Ansprechpartner keine Erfahrung mit westlichen Trainings haben, nicht wissen was ein Workshop ist und sich nach einer rein verbalen Erklärung nach wie vor nicht vorstellen können, wie ein Kreativtraining abläuft und wie es sich anfühlt.

Aufgrund dieser Schwierigkeit unser Angebot in einer fremden Kultur erfahrbar zu machen, bevor Menschen ein Training tatsächlich erlebt haben, haben wir uns entschlossen, ein Kurzvideo zu erstellen, das einen Eindruck eines Trainings vermittelt.

Das Video ist entstanden während eines fünftägigen Innovationsmoderatoren-Trainings und enthält Elemente des ersten Trainingstages. Es zeigt meine Kollegin Dao-Wen Chang und mich während eines englischsprachigen Trainings in Shanghai.

Nun müssen wir es neben youtube nur noch auf anderen Plattformen zur Verfügung stellen, die in China nicht blockiert sind.


Trendforum 2012 in Berlin – creaffective wieder mit dabei

Freitag, 2. Dezember 2011

Das Trendforum feiert im nächsten Jahr sein 10 jähriges Jubiläum in Berlin. Wie immer beim Trendforum geht es um die Themen Trendforschung und Innovation. Neu in diesem Jahr ist das besondere Konzept der Konferenz. Anstelle einer Aneinanderreihung von Vorträgen gibt es auf dem Trendforum neben den Key-Notes internationaler Referenten sogenannte trendlabs, zweistündige vertiefende Workshops zu einem Thema, und die trendworld, die aus interaktiven trendacts und den trendex(hibits) besteht.

creaffective Trendlab: Kreativität als zentrale Führungsqualität der Zukunft


creaffective ist zum Jubiläum zum zweiten Mal mit dabei. Beim letzten Trendforum in 2010 habe ich einen interaktiven Vortrag „Das Mindset von Innovatoren“ gestaltet. In 2012 wird es um Kreativität als zentrale Fertigkeit von Führungskräften gehen.
Kreativität definiere ich als die Fertigkeit Neues hervorzubringen, das Nutzen bringt. Wie wichtig diese Fertigkeit besonders für Führungskräfte in Organisationen ist, haben auch die CEOs weltweit erkannt, die für die IBM Global CEO Survey befragt wurden. Über 60% von ihnen hielten Kreativität für die wichtigste Führungsqualität für die Zukunft.
Im creaffective trendlab (das zwei Mal stattfinden wird) wird es darum gehen zu verstehen, was Kreativität als Führungsqualität bedeutet und welche Verhaltensweisen und welche Mindset damit verbunden sind. Einige Prinzipien werden die Teilnehmer konkret erleben und reflektieren.
Ein Teilnehmer aus einem meiner Innovation for Leaders Training letzte Woche in Singapur fasste sein Gefühl am Ende des Trainings so zusammen: "Your training has been inspiring to deploy a different mindset in our daily operations. Thank you for that."

Vergünstigter Eintritt für creaffective Teilnehmer


Als Partner des Trendforums können wir Teilnehmern, die über creaffective kommen eine Vergünstigung des Teilnahmebeitrags ermöglichen. Falls Sie Interesse haben, melden Sie sich!

Mind Mapping für Dummies auf Englisch

Samstag, 26. November 2011

Nach dem kürzlich die holländische Version meines Buches Mind Mapping für Dummies fertig gestellt wurde und bald auf den Markt kommt, geht es nun mit der englischen Version weiter. Ich habe in der vergangenen Woche alle Mind Maps in englischer Sprache fertig gestellt. Erscheinen wird das Buch im März 2012 und in Farbe! Ich hoffe, dies auch für die zweite deutsche Auflage durchsetzen zu können.
Für alle Mind Mapping Interessierten gibt es neben dem Buch in deutscher Sprache den creaffective Mind Mapping Onlinekurs sowie auf Deutsch, Englisch und Chinesisch das firmeninterne Präsenzseminar Mind Mapping.

Die Grundprinzipien des kreativen Denkens: Divergierendes Denken

Dienstag, 22. November 2011



Kürzlich bin ich im Artikel "die Grundprinzipien des kreativen Denkens" darauf eingegangen, dass es für systematisches kreatives Denken elementar ist, die Entwicklung von Alternativen von der Auswahl der Alternativen zu trennen. In die Fachsprache spricht man hier auch von divergierendem und konvergierendem Denken.

Divergierendes Denken beschreibt eine breite Suche nach vielen unterschiedlichen und neuen Alternativen.

Für beide Arten des Denkens gibt es ein paar einfache Grundregeln. Die Grundregeln für das divergierende Denken möchte ich in diesem Artikel vorstellen:

  • Beurteilung zurück stellen
    Jede Form der Beurteilung (positiv "tolle Idee" und negativ "ja,aber geht nicht"), sowohl ausgesprochene als auch die im Kopf statt findende wird zurück gestellt.
    Die Beurteilung meldet sich im Kopf und in Gruppen in Form der (un)ausgesprochenen „ja, aber“-Stimme, die sofort weiß, warum etwas nicht angemessen, nicht richtig oder sonst irgendwie unpassend ist. Je stärker jemand in einem Thema involviert ist, desto häufiger besteht die Gefahr, dass sich diese Stimme zu Wort meldet. Beim Beurteilung zurück stellen, geht es darum, diese bewertende Stimme für den Moment zurück zu stellen und den Gedanken zu Ende zu führen oder fest zu halten.
    Wichtig ist, dass Beurteilung zurück stellen nicht heißt, dass wir niemals bewerten. Zurückstellen heißt lediglich, dass wir im Moment nicht bewerten.
    Dies bezieht einerseits darauf, Alternativen nicht zu schnell auszuschließen und (!) darauf sich nicht zu schnell in eine Alternative zu verlieben und alle anderen auszublenden.

  • Quantität vor Qualität
    Diese Regel klingt für viele erst einmal sehr kontra-intuitiv:
    Um gute Optionen zu erreichen müssen vor allem viele Optionen entwickelt werden.
    Beim kreativen Denken geht es darum, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, die guten Optionen zu finden. Dies geschieht durch die Entwicklung von vielen Optionen. Ob es eine Option gut ist, ist Bewertungssache, diese ist nicht Teil des divergierenden Denkens.

    Wenn wir eine gute Idee gefunden haben, dann ist diese im Nachhinein meist immer logisch und offensichtlich. Im Vorhinein kommt man allerdings allein durch logisches Denken nicht zum Ziel. Daher gehen wir in dieser Phase auf viele Ideen.

  • Wilde Ideen suchen
    Es ist relativ einfach, aus einer „verrückten“ Idee schrittweise eine umsetzbare Lösung zu entwickeln. Oft haben die auf den ersten Blick „verrückten“ Ideen großes Potenzial, das in den nächsten Schritten genutzt werden kann.
    Ein wirklich neuer Gesichtspunkt, der mit unseren bisherigen Erfahrungen nicht zusammen passt, wird von den meisten Menschen immer als wild betrachtet werden. Oft sind es diese Alternativen, die ein Ausbrechen aus bestehenden Denkmustern ermöglichen oder zumindest ein Sprungbrett für Ideen darstellen, an die man bisher nicht gedacht hat.

  • Auf Bestehendem aufbauen / Verbindungen herstellen
    Interessante Lösungen entstehen oft durch das Weiterentwickeln und Kombinieren von bestehenden Elementen. Im kreativen Denken sollte jeder Gedanke als Ausgangspunkt genommen werden, der mit anderen Elementen kombiniert und weiterentwickelt werden kann. Dadurch entstehen noch mehr Alternativen. Es ist dabei unwichtig, von wem eine Idee kommt. Mit dieser Regel nimmt man jede Idee auf, ohne diese zu bewerten und überlegt, was man aus dieser Idee noch machen könnte.


Diese Regeln sind alle intellektuell einfach zu verstehen. Trotzdem handelt es sich um eine lebenslange Übung, diese wirklich anzuwenden.
Divergierendes Denken ist nicht gleichzusetzen mit Kreativität, es handelt sich jedoch um einen wichtigen Bestandteil des kreativen Denkens, der Erwachsenen meist wesentlich schwerer fällt als Kindern.

Deutschland und China im Innovationswettstreit - Vortrag am 5. Dezember 2011 in Nürnberg

Sonntag, 13. November 2011

Am 30. Mai 2011 habe ich unter dem Titel "Immer eine Nasenlänge voraus – Deutschland und China im Innovationswettstreit" einen Vortrag während des Breakfast Club des Chinaforum Bayern in München gehalten. Da er sehr gut aufgenommen wurde, werde ich einen erweiterten Vortrag nun auch am 5. Dezember in Nürnberg halten.

Weitere Informationen gibt es auf der Website des Chinaforums Bayern

Beim kommenden Vortrag werde ich auch darauf eingehen, warum China in der Vergangenheit weltweiter Innovationführer war und dann zurück fiel.

Mind Mapping für Dummies auf Holländisch

Freitag, 4. November 2011

Bald ist es soweit, die holländische Version meines Buches Mind Mapping für Dummies erscheint. Nach Angaben des Verlages kommt es nicht oft vor, dass eine für den deutschen Markt geschriebene Ausgabe in zwei andere Sprachen übersetzt wird. Neben Holländisch steht auch bald die englische Version an.
Für alle Mind Mapping interessierten bietet creaffective neben firmeninternen Mind Mapping Trainings noch zwei weitere Optionen an. Das hier beschriebene Buch Mind Mapping für Dummies. Für Interessierte gibt es hier das Inhaltsverzeichnis und das erste Kapitel.
Für alle, die kein Seminar besuchen können gibt es als Alternative den Mind Mapping Onlinekurs.