Modelle der kreativen Problemlösung – Teil 2: Design Thinking

Dienstag, 31. August 2010

Das Prozessmodell des Design Thinking wurde geprägt durch die bekannte US-Firma IDEO. Seine Ursprünge hat Design Thinking also in der Denk- und Vorgehensweise von Designern, die ein Produkt oder Service entwickeln möchten, mit dem ein Problem des zukünftigen Nutzers gelöst wird.
Abbildung 1 zeigt die Schritte des Design Thinking Modells.




Wie bei anderen Modellen auch, müssen die Schritte nicht stur in dieser Reihenfolge durchgegangen werden, sondern können und müssen bei Bedarf wiederholt werden, wie in der Abbildung deutlich wird.
Was Design Thinking von anderen Modellen unterscheidet ist:

  • der Fokus auf einen Nutzer und der Problemlösung aus Sicht des Nutzers. Design Thinking kommt somit nicht zum Einsatz, wenn es um ein rein technisches Problem geht.
  • das sehr frühe Entwickeln von Prototypen.
    Ein Prototyp kann hierbei eine ganz simple haptische Konstruktion oder ein Rollenspiel sein, das eine Idee greifbarer werden lässt.
  • der Betonung, Ideen möglichst visuell auszudrücken mit Skizzen und einfachen Zeichnungen.

Die Schritte von Design Thinking


Die einzelnen Schritte von Design Thinking bedeuten dabei folgendes.
  1. Understand: Hier wird versucht, die Situation des Nutzers erst einmal zu verstehen, zum Beispiel auch mit Hilfe von Experteninterviews oder Aktivitätsanalysen. Die IDEO Method-Cards liefern dazu eine ganze Reihe an Möglichkeiten
  2. Observe: Nun wird der Nutzer möglichst unauffällig beobachtet und alle Erkenntnisse festgehalten.
  3. Point of View: Aus all den bisher gesammelten Info- und Beobachtungsschnipseln wird nun das wahrgenommene Hauptproblem des Nutzers definiert, auf das im nächsten Schritt Lösungen entwickelt werden. Ich schreibe bewusst wahrgenommenes Problem, weil es hier keine objektive Methode gibt, um dieses zu definieren.
  4. Ideate: Es werden Ideen entwickelt, die das Nutzerproblem lösen könnten. Je mehr desto besser. Auffällig für mich war dabei, dass Design Thinking sich außerdem dem bekannten Brainstorming keiner weiteren Kreativitätstechniken bedient.
  5. Prototype: Von den ausgewählten Top-Ideen sollen nun möglichst schnell Prototypen entwickelt werden. Dies können work-alikes und look-alikes sein, das heißt Prototypen, die das Aussehen zeigen und Prototypen, die das Funktionsprinzip verdeutlichen.
  6. Test: Die entwickelten Lösungen werden an der Zielgruppe getestet. Je nach Rückmeldung werden die Lösungen nun verändert.

In den letzten Monaten beobachte ich einen ziemlichen Medienhype zu Design Thinking. Von Design Thinking als revolutionärer Methode wird da geschrieben. Wie alle Prozesse der kreativen Problemlösung, kann das Vorgehen an sich keine Wunder vollbringen, jedoch durch seine Struktur die Wahrscheinlichkeit auf neue und nützliche Lösungen deutlich erhöhen.

Trendforum 2010 in der BMW World in München

Donnerstag, 26. August 2010

Am 23. und 24. November findet das trendforum 2010, ein Business-Symposium für Trendforschung, Innovationsmanagement & Trendmarketing, in der BMW Welt München statt.
Auf dem trendforum 2010 können Sie Zukunftsforscher, Trendexperten und Innovatoren treffen und sich mit Ihnen austauschen. Auch creaffective ist mit im Programm!
Tag 1 beschäftigt schwerpunktmäßg mit neuen Trends und Zukunftsforschung. Am zweiten Tag dreht sich alles um Innovation und Möglichkeiten, die Innovationskraft von Unternehmen zu stärken.

Parallel Forum: Das Mindset von Innovatoren


Ich werde am zweiten Tag mit ein Parallel Forum "Das Mindset von Innovatoren" gestalten. Auf diesem Blog betone ich immer wieder, das systematische Prozesse der Kreativität und des Innovationsmanagements wichtig sind, um zu mehr Innovation zu gelangen. Diese werden allerdings erst richtig wirksam, wenn Menschen die Grundlagen des systematischen kreativen Denkens in Ihr Denken und Handeln übernommen haben und damit ein Mindset von Innovatoren entwickelt haben.
In meinem 45 minütigen interaktiven Forum werde ich zeigen, welche Denk- und Verhaltensweisen innovativer Denker auszeichnen und wie Sie diese trainieren und gezielt verbessern können.

Vergünstigter Eintritt für creaffective Teilnehmer


Ich freue mich Sie auf dem Trendforum wieder zu sehen oder kennen zu lernen. Als Partner des Trendforums kann ich Teilnehmern, die über creaffective kommen eine Vergünstigung des Teilnahmebeitrags anbieten. Melden Sie sich bei mir!

Modelle der kreativen Problemlösung – Teil 1

Montag, 23. August 2010

Design Thinking, TRIZ, Creative Problem Solving, das Aachener W-Modell der technischen Produktentwicklung, das Münchner V-Modell der technischen Produktentwicklung und so weiter. All diese Namen sind Bezeichnungen für Prozessmodelle der systematischen kreativen Problemlösung. Von machen haben Sie vielleicht schön gehört. Besonders Design Thinking erfährt ja im Moment einen kleinen Medien-Hype als revolutionäre Methode. "Alle Modelle sind falsch, manche sind allerdings hilfreich".

In dieser Serie möchte ich zeigen, dass

  • die Modelle trotz unterschiedlicher Bezeichnungen und unterschiedlicher Sprache in ihren Grundzügen sehr ähnlich und kombinierbar sind.
  • es vor allem wichtig ist, überhaupt mit einem Modell zu arbeiten und dass der Einsatz eines Modelles die Chance erhöht zu Innovation zu gelangen! (Falls Sie sich bisher gefragt haben, warum Sie sich mit solchen Modellen beschäftigen sollten.)

Einsatz bei Problemen, die neue Ideen und Lösungen erfordern


In Erstgesprächen von creaffective mit Kunden aus der Industrie geht das Gespräch früher oder später auch auf die Themen Six Sigma oder Kepner-Tregoe. Auch hierbei handelt es sich um Vorgehensmodelle, die allerdings eher aus dem Qualitätsmanagement kommen. Die im ersten Abschnitt genannten Modelle der kreativen Problemlösung haben gemeinsam, dass sie bei sogenannten offenen Problemen zum Einsatz kommen (siehe Abbildung 1, obere Zeile). Das bedeutet, dass die Lösung zu einem Problem noch nicht bekannt ist und dass neue Lösungen gesucht werden.


Abbildung 1: Eine Typologisierung von Problemarten

Modelle wie Six Sigma und Kepner-Tregoe beschäftigen sich mit der unten Zeile von Abbildung 1 mit geschlossenen Problemen. Wenn erst einmal herausgefunden wurde, was eigentlich genau das Problem ist, dann ist die Lösung relativ offensichtlich, wie bei einem Reparatur oder Wartungsprozess. Bei offenen Problemen jedoch, ist die Problemdefinition lediglich der erste Aspekt.
Wenn in der Produktion das Band still steht, weil eine Maschine ausgefallen ist, dann geht es darum das Problem und den Grund für das Problem zu finden, sobald sie es haben, ist relativ klar, was zu tun ist.
Wenn Sie eine neue Generation Ihres Produktes für eine neue Zielgruppe entwickeln möchten, dann ist weder klar, was genau das Problem ist, noch wie Lösungen dafür aussehen.

Gemeinsamkeiten von Modellen der kreativen Problemlösung


Bei meinem Besuch im Danish Design Center in Kopenhagen vor Kurzem beschäftigte sich ein Teil der Ausstellung mit dem Designprozess.

Dieser wird nach den Machern der Ausstellung in drei große Blöcke eingeteilt:
  1. Untersuchung / Forschung (Research)
  2. Konzeptentwicklung (Concept Development)
  3. Umsetzung (Implementation)

Mit jedem Block wird die Vorgehensweise dabei geradliniger und fokussierter, wie Abbildungen 2 – 4 verdeutlichen. Am Anfang ist noch alles unklar und es werden alle Infoschnipsel zusammengetragen, um die Herausforderung dann einzugrenzen (Abbildung 2). Dann werden Lösungen entwickelt, diesmal allerdings schon auf zuvor eingegrenzte und definierte Fragen (Abbildung 3). Schließlich werden die zu Lösungen / Konzepten verdichteten und bewerteten Ideen zur Umsetzung getrieben (Abbildung 4).
Diese grundlegende Unterteilung in drei Blöcke findet sich (oder lässt sich finden) bei allem der genannten Prozessmodellen der kreativen Problemlösung wieder.


Abbildung 2: Untersuchung


Abbildung 3: Konzeptentwicklung


Abbildung 4: Umsetzung

In den kommenden Beiträgen dieser Serie schaue ich mir jeweils kurz (versprochen :-)) folgende drei Modelle an: Design Thinking, Creative Problem Solving, TRIZ.

Die Zukunft der Designer

Montag, 16. August 2010

Letzte Woche hatte ich die Chance das Dänische Design Center in Kopenhagen und die Ausstellung Design Forecast zu besuchen, die sich mit der zukünftigen Rolle von Designern und natürlich Design in den nächsten 10 Jahren beschäftigt.

Nach den für die Ausstellung befragten Designern und Wissenschaftlern vollzieht sich seit den letzten Jahren ein Wandel in der Arbeit von Designern und in den Erwartungen an Designer: Statt nur schön anzusehende Produkte zu entwerfen werden Designer in Zukunft immer mehr daran gemessen werden, ob ihre "Produkte" auch nützlich sind.



Eine Reihe weiterer Trends sind nach der Ausstellung sichtbar:

  • Nutzer als Designer
    Bereits erkennbar als „mass customization“ wird der Nutzer in Zukunft immer größeren Einfluss auf den Entstehungsprozess des von ihm gekauften Produktes haben, moderne Technik macht es möglich. So können Nutzer bereits heute Ihre Schuhe und Autos sehr individuell konfigurieren.

  • Erhöhter Einsatz von Technologie
    Durch Computersimulationen oder rapid prototyping kann die Zeit bei der Entwicklung von Produkten gespart werden, da Prototypen noch schneller sichtbar werden. Damit kann die Technik auch helfen, Risiken zu minimieren, da man viele Probleme bereits in der Simulation sehen kann.

  • Einsatz neuer Materialien
    von Produktdesignern wird immer mehr gefordert, auch den Prozess der Produktherstellung und des Produktrecyclings in den Fokus Ihrer Arbeit zu nehmen. Ziel sollte sein, ein Produkt so zu gestalten, dass nur wenige umweltschädliche Materialien zum Einsatz kommen und das Produkt so gestaltet ist, dass eine einfache Zerlegung und Wiederverwertung des Materialien möglich wird. Diese Möglichkeiten müssen im Produktdesign bereits bedacht werden. Cradle-to-Cradle heißt das gleichnamige Buch und das Prinzip das dahinter steht.

  • Natur als Inspirationsquelle
    Unter dem Begriff Bionik oder Biomimikry wird das Imitieren der Natur bezeichnet bei der Lösung von technischen Problemen. Was bisher vor allem oberflächlich am Äußeren von Pflanzen und Tieren orientiert war wird durch den Einsatz von moderner Technik immer tiefgehender werden. So ist es möglich, sich die Funktionsweise von Pflanzen und Tieren im Detail anzusehen und davon Lösungen für die Produktentwicklung und das Produktdesign abzuleiten.

  • Fokus auf social und care
    Auch diese Trends sind in den letzten Jahren zu beobachten. In den entwickelten Industrieländern wird der Anteil der älteren Menschen in der Gesellschaft immer stärker zunehmen. Dies muss sich auch im Produktdesign stärker widerspiegeln. Stichwort "care".
    In der dritten Welt sind immer noch viele existenzielle Lebensgrundlagen, wie sauberes Wasser nicht geschaffen. Designer versuchen hier günstige Möglichkeiten zu schaffen, die diese Probleme adressieren und für die Menschen dort erschwinglich sind. Stichwort "social".

Die zweite große Veränderung ist das Aktivitätsgebiet von Designern. Statt lediglich Produkte zu entwerfen werden Designer auch immer mehr andere Dinge entwickeln, wie zum Beispiel Dienstleistungen und Konzepte.
Dies hängt nach den interviewten Personen auch mit der Vorgehensweise von Designern zusammen. Diese zeichne sich vor allem dadurch aus, zuerst einmal das richtige Problem aus Sicht des Nutzers zu identifizieren, bevor es darum gehe Lösungen zu entwickeln. Dieses Vorgehen ist ein Grundcharakteristikum von systematischen Prozessen der kreativen Problemlösung, wie ich es hier auf dem Blog bereits vorgestellt habe. Das Besondere bei den Designern, ist dass immer versucht wird, das richtige Problem aus der Perspektive des Nutzers zu definieren.

Die Frage, die sich mir stellt, ist ob wirklich die jetzigen Designer in immer mehr Gebieten tätig werden, oder ob einfach mehr Menschen zu Designern werden.
Definiert man Designer durch ihre Vorgehensweise, dann lassen sich Menschen, die diese Denkweise anwenden als Designer bezeichnen. Dadurch lässt sich auch das Einsatzgebiet von Designern erweitern bzw. viele Menschen werden nach dieser neuen Definition zu Designern. Jeder Mensch, der auf Probleme / Fragestellungen, die neue Lösungen erfordern mit der Vorgehensweise von Designern herangeht kann als Designer bezeichnet werden.
Auch das als "revolutionäre Vorgehensweise" bezeichnete Design Thinking ist dabei nichts Neues, sondern eine generische systematische Vorgehensweise Probleme zu lösen, wie sie auch in den creaffective Innovationsworkshops zum Einsatz kommt. Mit Design Thinking und anderen Prozessmodellen der systematischen kreativen Problemlösung werde ich mich im nächsten Artikel beschäftigen.

Potenziale versus Probleme und die Folgen für Innovation

Mittwoch, 11. August 2010

Eine wichtige Verhaltensweise von innovativen Menschen ist die Art und Weise, wie sie an neue Ideen und Vorschläge herangehen.
Viele Menschen begegnen neuen und ungewöhnlichen Ideen erst einmal mit einer gewissen Skepsis. Dies ist durchaus normal wie ich in meinem Artikel "Das Gehirn versucht Innovation zu vermeiden" beschrieben habe.
Diese Skepsis äußert sich meistens so, dass wir suchen, wo das Problem ist mit der neue Idee, warum es nicht klappen könnte. Wir fahren unsere feinen Riecher aus, warum es Mist sein könnte. Meine amerikanischen Partner von New & Improved bezeichnen dies auch als den "Crap Detector" (Bild 1).


(Abbildung mit Genehmigung von New & Improved)

Um Innovation zu ermöglichen muss jeder Einzelne die Fertigkeit und die Einstellung entwickeln, das Potenzial in neuen Ideen zu suchen (Bild 2). Jede Idee und besonders neue Ideen sind noch nicht perfekt. Jede Idee wird "Probleme" haben. Diese können und müssen in weiteren Schritten adressiert werden. Wichtig für Innovation ist, unsere Wahrnehmung nicht auf die Probleme zu verengen, dadurch lässt sich jede Idee madig reden und das zarte Pflänzchen zerstören, bevor es eine Chance hatte sich zu entfalten.



Theresa Amabile hat in Ihren empirischen Studien sogar heraus arbeiten können, dass die Unternehmen die als Potenzialsucher agieren kontinuierlich höhere Gewinne einfahren als die Problemsucher. Es lohnt sich!

Eine Web 2.0-Strategie für das Personalmarketing der Allianz entwickeln

Freitag, 6. August 2010

So oft kommt es leider nicht vor, dass ich mehr über die Inhalte eines creaffective Innovationsworkshop berichten darf. Umso mehr freut es mich, dass ich nun Einblicke in einen zweitägigen Innovationsworkshop geben kann, den ich letzte Woche moderiert habe.
Web 2.0 und Social Media sind zwei Schlagwörter, die seit einiger Zeit in zahlreichen Artikeln und Veröffentlichungen aufgegriffen werden und auch bei traditionellen Unternehmen eine immer größere Rolle spielen. Zwei Kernelemente von Social Media und Web 2.0 sind:

  • Kommunikation im Internet geschieht wechselseitig (der Leser kann mit dem Autor in Kontakt treten und ist nicht nur passiver Rezipient)
  • Inhalte werden durch Benutzer einer Seite miterstellt
  • Diverse Möglichkeiten existieren, zueinander in Beziehung zu treten, z.B. über soziale Netzwerke wie Facebook und Xing
Fakt ist, dass Social Media besonders für die Generation der unter 30-Jährigen ein fester Bestandteil des Alltags sowie des Kommunikations- und Informationsverhaltens geworden ist und künftig weiter an Bedeutung gewinnen wird.
Diese Tatsache stellt Unternehmen und besonders Großunternehmen aus traditionellen Branchen vor die herausfordernde Frage, wie sie vor allem mit den jüngeren Zielgruppen kommunizieren wollen. In unserem Fallbeispiel sucht das Personalmarketing der Allianz Antworten auf diese Frage, Aufgabe des Personalmarketings ist, den Arbeitgeber Allianz bei der Zielgruppe der Studierenden und Hochschulabsolventen bekannt zu machen und in einem weiteren Schritt Menschen als Mitarbeiter für die Allianz zu gewinnen.
Auch wenn viele dies bei einem Versicherungsunternehmen vielleicht nicht vermuten: Das Personalmarketing der Allianz ist bereits sehr aktiv im Social Web und bündelt seine Aktivitäten unter anderem auf einer gut besuchten Allianz Facebook Seite.

Auf dem Weg zu einer Web 2.0-Strategie


Die meisten Unternehmen haben noch keine oder wenig Erfahrungen mit Web 2.0 und dessen Nutzung für die Kundenkommunikation, daher sind die ersten Bemühungen häufig relativ hemdsärmelig: Erst einmal machen und dann sehen, was passiert.
Ziel des Innovationsworkshops letzte Woche mit der Allianz war es, die bisherigen und künftigen Aktivitäten in einer durchdachten Web 2.0-Strategie zu verankern. Dabei gibt es kein Patentrezept oder allgemeingültiges Vorgehen. Das war unter anderem auch Auslöser für diesen Innovationsworkshop: Vor dem Hintergrund der individuellen Gegebenheiten bei der Allianz mussten aufeinander abgestimmte, zur Allianz passende Lösungen entwickelt werden.

Von der richtigen Frage zu neuen Lösungen


Im Firmenhistorischen Archiv der Allianz in München trafen sich neben Ralf Hilscher und Dominik Hahn des Allianz Personalmarketings zehn Studierende unterschiedlicher Studienrichtungen und unterschiedlichen Studienfortschritts. Alle waren Stipendiaten des Karrierenetzwerks (e-fellows.net) und damit Teil der Allianz Zielgruppe. Die meisten hatten bereits Vorerfahrungen mit Web 2.0-Projekten.
Fünf Wochen vor dem Workshop fand ein ausführliches Vorgespräch zwischen den beiden Auftraggebern und mir statt, um die Herausforderungen vorab einzugrenzen und abzuleiten, was die Allianz bis zum Workshop noch vorbereiten musste. Basierend auf diesem Vorgespräch konnte ich den Workshop entwickeln und vorbereiten.
In dem Workshop selbst hat die Gruppe nach der Fakten- und Hintergrunddatensammlung einige Zeit darauf verwendet, zunächst die genaue Fragestellung zu formulieren. Mithilfe von Kreativitätstechniken wird hierbei herausgearbeitet, wie die vielen möglichen Herausforderungen bei einer Web 2.0-Strategie zusammenhängen, welche weiteren Perspektiven denkbar sind und welche Fragen in welcher Reihenfolge bearbeitet werden müssen. Auch hier war für mich wieder sehr interessant zu sehen, wie am Ende eine zentrale Fragestellung herausgearbeitet wurde, die vorher in dieser Form noch bei keinem der Workshopteilnehmer auf dem Radar war. Diese stellte sich aber nun als besonders wichtig für die Allianz heraus. Am Ende dieses Abschnitts waren drei weitere spezifische Fragen formuliert worden, die nacheinander im Workshop bearbeitet wurden (siehe Bild 2).
Der nächste Schritt war, was die meisten Menschen wohl mit einem Innovationsworkshop assoziieren: Ideen zur Beantwortung der Fragen mussten entwickelt werden. Die Energie und der Ideenreichtum der Gruppe war klasse: In nur 30 Minuten entwickelten die 12 Teilnehmer über 200 Ideen allein auf eine Frage. Nach einer ersten Bewertung blieben davon noch knapp 40 übrig (siehe Bild 1). Zwei Ideen, die aus Sicht der Auftraggeber noch mehr Hirnschmalz vertragen konnten, haben die Teilnehmer dann in Kleingruppen vertieft und detailliert.
Am Ende erstellten die Mitarbeiter des Personalmarketings der Allianz einen genauen Handlungsplan, in dem die weiteren Schritte der Umsetzung festgehalten wurden.



Das Ergebnis: Eine konkrete Richtung und noch mehr Arbeit


Ergebnis des Workshops für die Allianz war eine Liste von möglichen Kriterien, anhand derer der Erfolg der Web 2.0-Aktivitäten gemessen werden kann, sowie eine Liste von Maßnahmen für einen zentralen Strategiebaustein. Für die Allianz geht es damit erst richtig los, die Ergebnisse müssen nun priorisiert und umgesetzt werden.
Eins war der Allianz vor dem Workshop bereits klar, wurde jedoch während des Workshops noch einmal deutlich: Eine erfolgreiche Web 2.0-Strategie ist mehr, als ab und zu eine Mitteilung auf einer Facebook-Seite zu schreiben!

Erfolgsfaktoren eines Innovationsworkshops


Was mich als Moderator dieses Innovationsworkshops beeindruckt hat, war das Engagement und die Energie aller Teilnehmer. Ich musste nur wenig Zeit darauf verwenden, eine kreative Atmosphäre herzustellen, diese entstand fast von alleine.
Neben der Kreativität war aus meiner Sicht vor allem wichtig, dass die beiden Allianzer offen und ehrlich sämtliche Fakten auf den Tisch zu brachten. Denn nur so kommen die relevanten Punkte zutage und können Fragestellungen entwickelt werden, die zu innovativen Lösungen führen.

Veränderungen bei creaffective

Mittwoch, 4. August 2010

creaffective hilft Unternehmen innovative Lösungen zu entwickeln und ihre Innovationskraft zu stärken. Das bedeutet meist immer auch Neuerungen und Veränderungen. Nun trifft es auch creaffective.
Bisher war creaffective eine Ein-Mann-Show mit Unterstützung von diversen virtuellen Assistenten für organisatorische Arbeiten. Die Qualität der Kreativitätstrainings und Innovationsworkshops hat sich zum Glück herumgesprochen, so dass mehr Anfragen und Aufträge kommen als eine Person alleine schaffen kann.
In Asien habe ich mit der Kombination aus fließenden Mandarin Kenntnissen und der Tätigkeit als Innovationscoach ein gutes Differenzierungsmerkmal.

Nun wird Dao-Wen Chang das creaffective Team verstärken beziehungsweise, es zu einem Team machen. Dao-Wen hat ebenfalls ein Master Studium sowie eine Ausbildung als Facilitator am International Center for Studies in Creativity in den USA abgeschlossen und bereits bei ihrem früheren Arbeitgeber Chunghwa Telekom in Taiwan moderiert und trainiert. Dao-Wen wird in Zukunft creaffective noch stärker bei lokalen Firmen im chinesischen Sprachraum bekannt machen. Dadurch das wir nun zu zweit sind können wir natürlich besonders in Asien mit größere Projekte stemmen.

Blog nun zweisprachig


Auch für das Weblog wird es Veränderungen geben. Ab nächster Woche wird Dao-Wen regelmäßig Beiträge in Mandarin Chinesisch beisteuern.
Um die deutschen und chinesischen Leser nicht jeweils mit einer nicht verständlichen Sprache zu nerven, wird es nun zwei Kategorien geben: Chinese und Deutsch

Alle Leser mit RSS-Readern, die chinesische Artikel ausblenden möchten, können ab jetzt diesen Pfad zum Abonnement verwenden: http://www.creaffective.de/blog/feeds/categories/8-Deutsch.rss

Alle Leser die direkt über die Blogoberfläche lesen, können die entsprechende Kategorie am rechten Seitenrand einstellen.

Das Fahrrad der Zukunft – mit der richtigen Frage zu Innovation

Donnerstag, 29. Juli 2010

Zwei Beispiele aus den letzten zwei Wochen haben wieder einmal gezeigt, dass Innovation mit der richtigen Fragestellung anfängt.

Bosch und Klappfahrräder


Letzte Woche war ich eine Woche in Shanghai um für meinen Kunden Bosch in einem Multiplikatorentraining eine Gruppe von Moderatoren für Innovationsworkshops auszubilden.
Dabei arbeiten wir mit realen Fragestellungen der Teilnehmer, um einen einen Innovationsprozess zu üben. Bosch stellt zwar keine Fahrräder her, aber einer der Teilnehmer hat sich entschieden, an einem Konzept für portable Fahrräder zu arbeiten. Ziel war es ein Fahrradkonzepte zu entwickeln, die es Stadtmenschen in Asien ermöglichen, ihr Rad immer bei sich zu haben.
Das war das Ziel, aber nicht die Frage auf die wir Ideen entwickelt haben. Die Frage haben wir langsam mit Hilfe von Kreativitätstechniken herausgearbeitet. Dazu haben wir ein Netz der Abstraktion erstellt, um neue Frageperspektiven zu gewinnen.
Die Frage auf die wir dann Ideen generiert haben lautete: „Wie könnte ich eine komfortable
Art finden, das Fahrrad zu tragen?“ Nach Wahrnehmung der Gruppe sind auch die kleinen und leichten Klappräder unpraktisch zu transportieren. Daher war der Haupthebel zu überlegen, wie man ein solches Rad möglichst komfortabel transportieren konnte.
Die darauf entwickelten Ideen waren beeindruckend!



Eine Web 2.0 Strategie für das Personalmarketing der Allianz


Die letzten beiden Tage habe ich einen Innovationsworkshop für das Personalmarketing der Allianz moderiert, in dem sich eine Gruppe von Unternehmensvertretern und Stipendiaten von e-fellows.net Gedanken über eine zur Allianz passende Social Media Strategie machten. Auch hier hat sich gezeigt, dass eine kreative Formulierung der Fragestellung innovative Lösungen ermöglicht.
Zu diesem Workshop werde ich in den nächsten Tagen mehr veröffentlichen.

Einsatzbeispiel gesucht Mind Mapping und Wissensmanagement

Freitag, 23. Juli 2010

Im letzten Artikel habe ich auf die anstehende Veröffentlichung meines Buches "Mind Mapping für Dummies" hingewiesen. Darin wird auch ein Kapitel über Wissensmanagement mit Mind Mapping enthalten, in dem ich erkläre, wie Mind Maps für das persönliche und betriebliche Wissensmanagement eingesetzt werden können.
Ein Beispiel ist auch das Forschungsinformationssystem FIS, über das ich bereits hier berichtet habe.
Ich würde gerne noch weitere Fallbeispiele schildern und einige Mind Maps zeigen. Deswegen starte ich hier nun diesen Aufruf. Falls Sie persönlich oder Ihr Unternehmen Mind Mapping für das Wissensmanagement einsetzen und Interesse haben, als Fallbeispiel in meinem Buch zu erscheinen, melden Sie sich bitte bei mir: rustler(at)creaffective(dot).de
Vielen Dank!

Mind Mapping für Dummies

Sonntag, 18. Juli 2010

Der Schwerpunkt meiner Arbeit ist der Fokus auf Kreativität und Innovation für die Geschäftswelt. Mit Innovationsworkshops und Kreativitätstrainings unterstütze ich Firmen, Ihre Innovationskraft zu stärken. Leser des creaffective Blogs und Besucher der creaffective Website werden aber auch schnell merken, dass sich dort viele Inhalte zu Mind Mapping finden.
Dies liegt in der creaffective Historie begründet. Ich arbeite seit vielen Jahren mit Mind Mapping, bin zertifizierter Mind Mapping Trainer und habe früher einmal mit Mind Mapping Trainings begonnen. Kürzlich habe ich einen Mind Mapping Onlinekurs veröffentlicht, um Mind Mapping möglichst vielen Menschen auf einfache Weise zugänglich zu machen. Nun hat Anfang dieses Jahres der Wiley-Verlag angefragt, ob ich nicht bereit wäre, einen Band über Mind Mapping für die bekannte "für dummies"-Reihe beizusteuern. Ja, bin ich.
Die Inhalte sind zum Großteil bereits erstellt, auch ein Cover gibt es schon. Das Buch wird Anfang 2011 erscheinen.



Folgende Inhalte sind unter anderem geplant

  • Informationen visualisieren, wie und warum
  • Mind Maps richtig erstellen
  • Mind Mapping zum Organisieren und Strukturieren
  • Textarbeit mit Mind Mapping
  • Mitschriften bei Reden, Vorträgen und Besprechungen
  • Überblick über Mind Mapping Software und Vergleich existierender Mind Mapping Programme
  • Einführung in die Software MindManager und iMindMap

Im Abschnitt fortgeschrittene Strategien für Mind Mapping wird es gehen um
  • Mind Mapping Lesetechniken
  • Lernen und Prüfungsvorbereitung mit Mind Mapping
  • Projektmanagement mit Mind Mapping
  • Wissensmanagement mit Mind Mapping
  • Mind Mapping im Kreativprozess (hier ist die größte Verbindung zu meinem jetzigen Schwerpunkt Kreativität und Innovation).

Für die fortgeschrittenen Strategien werde ich in den nächsten Tagen auch noch einmal nach Beispielen von anderen Anwendern suchen, die neben meinen eigenen Anwendungen möglicherweise im Buch vorgestellt werden.