Ideapaint – alles wird zum Whiteboard

Montag, 30. Januar 2012

Kreativität kann auch durch die richtige Arbeitsumgebung stimuliert und unterstützt werden. Eine Umgebung, die es zulässt, alleine und in Gruppen Dinge aufzuschreiben und zu visualisieren ist hier sicherlich hilfreich.

In vielen Büros und in Besprechungssituationen gibt es dazu die bekannten Möglichkeiten des Flipcharts und von abwischbaren Whiteboards. Eine weitere noch großflächigere papierbasierte Möglichkeit sind Stellwände mit Packpapier etc. In unseren Innovationsworkshops und Trainings verwenden wir eine Kombination aus diesen Methoden, ergänzt durch Post-it Haftklebezettel, da diese es ermöglichen, dass mehrere Leute gleichzeitig schreiben können und Inhalte sehr einfach umsortiert werden können. Im Design Thinking Vorgehen wird gerne auf die sogenannten Kappa-Boards zurück gegriffen, leichte flexible Wände auf die Post-its oder Flipchartpapier geklebt werden.

In einem Mind Mapping Seminar letzte Woche bin ich von einem Kunden auf eine weitere interessante Möglichkeit aufmerksam gemacht worden: Ideapaint.

Ideapaint ist eine aus den USA kommende Wandfarbe mit der jede Fläche zu einem Whiteboard wird, d.h. man kann mit Whiteboardmarkern darauf schreiben und die Fläche trocken abwischen. Dabei ist es egal, ob es sich um Wände, Tische oder andere Flächen handelt. Alles was notwendig ist, ist eine spezielle Grundierung und die Ideapaint Farbe.
Mein Mind Mapping Kunde zum Beispiel hat vor, eine große Wandfläche für eine Aktions-Mind-Map zu nutzen, an der sich viele Mitarbeiter beteiligen können und die über die gesamte Wandfläche entwickelt werden kann.

Quelle: www.Ideapaint.com


Es ist eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten denkbar, wie auch die Ideapaint Flickr-Galerie schön zeigt. Zum Beispiel Visualisierungs-und Notizmöglichkeiten für Einzelne oder für Besprechungs- und Seminarräume. Interessant finde ich es auch Tische (zum Beispiel in Schulen) mit Ideapaint zu bestreichen, so dass der Tisch zur Schreibfläche wird.

Ich hätte große Lust ein Seminar in einem Seminarhotel zu geben, wo ich die gesamte Wandfläche im Raum beschreiben und bezeichnen darf!

Canvanizer – Virtuelle Post-its mit System

Dienstag, 24. Januar 2012

In unseren Kreativtrainings und Innovationsworkshops arbeiten wir meistens mit Post-it Haftklebezetteln, um Ideen festzuhalten und flexibel sortieren zu können. Ein weiterer Aspekt in systematischen Prozessen des kreativen Denkens wie Creative Problem Solving und Design Thinking ist der Einsatz von Kreativitätstechniken und anderer Techniken, die das Denken einer Gruppe organisieren und strukturieren.
Für spezielle Anwendungen, wie zum Beispiel zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle gibt es sehr hilfreiche Vorlagen wie den Business Model Canvas oder den Customer Journey Canvas. Auch hier können die praktischen Haftklebezettel zum Einsatz kommen, um verschiedene Alternativen auf einem Canvas zu generieren.

Es gibt viele Gründe, auch heute im Zeithalter von Smartphones und Computern ab und zu analog zu arbeiten und Papier und Stift zu nutzen. Dennoch machen auch digitale Lösungen Sinn und bieten manchmal große Vorteile, zum Beispiel, wenn die Mitglieder einer Gruppe sich an unterschiedlichen Orten befinden und nur virtuell arbeiten können. Da wäre es praktisch virtuelle Post-its zu haben. Manche unserer Kunden haben sich selbst virtuelle Whiteboards gestrickt, um die Arbeitsweise eines Kreativworkshops ungefähr abbilden zu können.

Kürzlich habe ich eine interessante Lösung entdeckt, die die oben erwähnten Vorlagen von Techniken mit virtuellen Post-its kombiniert: Den Canvanizer. Dort ist es möglich virtuelle Klebezettel mit zum Beispiel dem Business Model Canvas oder dem Service Design Canvas oder auch anderen Denkwerkzeugen, wie der SWOT-Analyse zu verbinden.
Noch befindet sich der Canvanizer, entwickelt von einer Gruppe aus Nürnberg in den Anfangsstadium mit nur rudimentären Funktionen. Ich finde die Benutzung bereits in diesem Stadium sehr einfach und intuitiv und kann mir viele Einsatzmöglichkeiten vorstellen.


Funktioniert Brainstorming?

Sonntag, 15. Januar 2012

Immer wieder lese ich Artikel in (Fach-)Zeitschriften die behaupten, dass Brainstorming nicht funktioniere. Dabei werden immer wieder wissenschaftliche Studien zitiert, die angeblich zeigen, dass Brainstorming nicht funktioniere und dass die Anzahl der Ideen einer Gruppe höher sei, wenn die Leute einzeln arbeiteten und man dann die Einzelergebnisse zusammenzähle oder sogar, dass eine Person alleine mehr Ideen generieren könne als eine Gruppe von Leuten. Nun ist kürzlich wieder eine solche Studie erschienen (Collaborative Fixation: Effects of Others’ Ideas on Brainstorming, NICHOLAS W. KOHN and STEVEN M. SMITH, Applied Cognitive Psychology, 25: 359–371 (2011)) und wieder einige Artikel erschienen, die wiederholen, dass Brainstorming nicht funktioniere. Wir alle haben es schließlich schon einmal erlebt: Wir saßen in einem "Brainstorming" und es ist so gut wie nichts dabei herum gekommen. Auch viele Teilnehmer in einem unserer Kreativitätstrainings berichten am Anfang des Trainings, dass es ihnen bereits schon so ergangen ist.

Brainstorming funktioniert – wenn man es richtig gestaltet


Am Ende des Trainings bestätigen dann alle Teilnehmer, was Profis im Feld der Ideenentwicklung schon lange sagen: Brainstorming funktioniert sehr wohl, man muss es allerdings richtig durchführen.
Was ist eigentlich Brainstorming? Brainstorming ist eine von Alex Osborn entwickelte Gruppentechnik bei der auf unstrukturierte Weise Ideen zu einer vorher definierten Frage angehäuft werden und die gewissen Regeln folgt. In der von Osborn definierten Technik wird die Gruppe außerdem von einem Facilitator / Prozessmoderator geleitet.
In obigen Satz zeigt sich zusammenfasst, das ganze Dilemma, warum sogenannte Brainstormings oft nicht funktionieren und warum auch die Ergebnisse der Brainstormings in der oben zitierten Studie zustande gekommen sind.

Wie sind die Wissenschaftler vorgegangen?
Für die Studie wurden Erstsemestler eines Psychologiekurses genommen, die um den Kurs bestehen zu können, an einer solchen Studie teilnehmen müssen. Vier Studenten bilden eine Gruppe, wobei jeder für sich vor einem Computer sitzt und seine Ideen schweigend in einen Instant Messanger eintippt. Die Studenten wurden explizit darin gehindert sich gegenseitig zu sehen. Immerhin gab es eine kurze Erklärung der Brainstorming regeln. Dann wurde die Frage "Wie könnten wir unsere Universität verbessern?" vorgegeben.

Weiter unten werde ich diese Ausgangssituation diskutieren.

Ergebnis des Experiments: Die Teilnehmer in der Gruppe erlebten ein "Produktivitätsdefizit" gegenüber der Nominalgruppe und erlitten eine kognitive Fixierung, d.h. die Ideen anderer Teilnehmer der Gruppe führten dazu, dass sich die Teilnehmer auf diese Ideen fokussierten und weniger neue und andere Ideen generierten, sondern Ideen, die den bisherigen sehr ähnlich waren.

Wie ein Brainstorming richtig durchgeführt wird und zu Ergebnissen führt


Die Beobachtung der kognitiven Fixierung ist sehr ernst zu nehmen, denn diese kann tatsächlich auftreten, auch wenn das Brainstorming ansonsten gut vorbereitet ist. Das Produktionsdefizit im obigen Experiment verwundert mich überhaupt nicht:

Die Gruppe war untrainiert und höchst wahrscheinlich begrenzt motiviert (Studenten, die verpflichtend an einer Studie teilnehmen müssen), die Teilnehmer saßen alleine vor dem Computer und es gab keinen Facilitator. Die Frage war sehr abstrakt formuliert und es gab keinerlei weitere Hintergrundinfos dazu.

Wie man Brainstormings erfolgreich gestaltet:
  • Die Ideale Gruppengröße sind 5 – 8 Personen.
  • Die Teilnehmer kommen von unterschiedlichen Hintergründen.
  • Die Teilnehmer haben Interesse am Thema und sind motiviert am Brainstorming teilzunehmen.
  • Es gibt einen professionellen Facilitator, der die Gruppe durch den Prozess führt.
  • Die Regeln des divergierenden Denkens werden vorher kurz trainiert und vom Facilitator immer wieder überwacht und wiederholt.
  • Alle Teilnehmer haben die Möglichkeit gleichzeitig zu schreiben und zu sprechen.
  • Die Brainstormingfrage wird vorgestellt und es gibt Kontextinformationen.
  • Teilnehmer haben die Möglichkeit, vor dem Brainstorming Fragen zu gestellten Aufgabe zu stellen.
  • Es finden eine Aufwärmübung statt, um die Teilnehmer in einen Brainstorming-Modus zu bringen.
  • Das Brainstorming findet in einem stimulierenden Umfeld statt.

Brainstorming ist so eingesetzt eine gute Methode, um Ideen aus einer Gruppe herauszubekommen. In unserem Kreativworkshop ist Brainstorming allerdings nur eine von mehreren Techniken, um Ideen zu entwickeln. Mit anderen Techniken und vor allem mit Hilfe des Facilitators lässt sich dann auch die oben angesprochene kognitive Fixierung verhindern.

Wenn Brainstorming so eingesetzt wird, dann führt es auch zu Ergebnissen und zwar zu Ergebnissen, die ein Einzelner alleine oder die Summe von Einzelnen nur schwer erreichen können. Dies lässt sich auch in Studien nachweisen. Eine solche erschien bereits im Jahr 2005 (A Reexamination of Brainstorming Research: Implications for Research and Practice, Scott G. Isaksen and John P. Gaulin, Gifted Child Quarterly 2005 49: 315):

Unmoderierte Gruppen erreichten in einem Brainstrorming nach Abzug der redundanten Ideen, 23 Ideen und damit weniger als die Nominalgruppe. Gruppen mit Facilitator erreichten 143. Und dies lediglich beim Einsatz einer Technik: "However, no individual generating ideas alone outperformed the real interacting group. Further, the two real brainstorming groups using facilitators generated an average of 126.5 nonredundant ideas per group compared to 58 for the nominal group. The two real brainstorming groups using Brainwriting produced an average of 208 nonredundant ideas per group. This represents a 400–600% improvement on fluency, clearly illustrating the impact of having a trained facilitator." (S.9)

Fazit: Brainstorming funktioniert. Damit es funktioniert muss es allerdings richtig durchgeführt werden. Dies ist in den meisten Laborstudien nicht der Fall. Zugegeben, ist dies auch in sehr vielen Gruppensituationen in Unternehmen nicht der Fall. Daher lässt sich nachvollziehen, wie Menschen zur Auffassung kommen, dass Brainstorming nicht funktioniert.

Offenes Kreativitätstraining am 14. und 15. Mai 2012 in München

Dienstag, 10. Januar 2012

Immer wieder erreichen uns Anfragen zu offenen Trainings wie ein Kreativitätstraining oder ein Mind Mapping Training. Unsere Kreativitätstrainings sind fast ausschließlich firmenintern.

Dafür gibt es mehrere Gründe: Da wir in unseren Kreativitätstrainings Kreativitätstechniken und einen Prozess des kreativen Denkens an realen Fragestellungen üben, möchten viele Firmen mit diesen Fragen unter sich sein und buchen daher interne Kreativitätstrainings. Ein anderer Grund ist, dass es als freier Anbieter eine Herausforderung darstellt, interessierte Menschen zur rechten Zeit zu erreichen.
Dieses Blog hilft uns dabei sehr. Seit kurzem sind wir Partner von Semigator, Deutschlands größtem Seminarportal und nun sehen wir gute Chancen, mit Hilfe von Semigator noch mehr Interessierte an einem Kreativitätstraining zu erreichen.

Kreativitätstraining mit Zertifikat der Universität New York


Am 14. und 15. Mai 2012 bieten wir in München ein zweitätiges Kreativitätstraining an. Die Ausschreibung dazu finden Sie bei Semigator. Als einziges Unternehmen weltweit vergibt creaffective mit Abschluss des zweitätigen Kreativitätstrainings ein Zertifikat des renommierten International Center for Studies in Creativity der Universtität New York, wo alle creaffective Trainer einen Master in creativity studies gemacht haben.

Bis März gibt es einen vergünstigten Frühbucherrabatt. Falls Sie Interesse an unserem Kreativitätstraining haben, nutzen Sie diese Vergünstigung.

Persönliche Jahresplanung statt guter Vorsätze

Mittwoch, 4. Januar 2012

Jetzt in der ersten Januarwoche ist noch die Zeit, in der sich viele Menschen Gedanken über das neue Jahr machen und überlegen, was sie im kommenden Jahr im Leben verändern möchten und welche Ziele neu hinzukommen.

Artikel die erklären, warum gute Vorsätze, wie man diese bei einem Glas Sekt zum Feuerwerk vor sich hinspricht nicht funktionieren, gibt es viele und ich möchte nicht näher darauf eingehen. Womit ich seit Jahren sehr gute Erfahrungen mache, ist es eine konkrete Jahresplanung zu erstellen, mit den wichtigsten Zielen für das kommende Jahr. Meist kommt es nie genauso wie geplant und sollte vielleicht auch nicht genauso kommen, dennoch kann ein systematischeres Nachdenken über die Ziele für das kommende Jahr ein hilfreicher Anker für die Prioritäten sein.

Ich möchte ein Vorgehen vorstellen, das sich dafür gut eignet und das Elemente aus den creaffective Kreativworkshops und Kreativitätstrainings aufgreift. Dieses Vorgehen haben wir auch im Rahmen von Strategieworkshops bei Kunden bereits erfolgreich eingesetzt.
Für die persönliche Planung hat das Vorgehen folgende Schritte:

  • Schritt 1: Wunschdenken
  • Schritt 2: Auswahl der zentralen Wünsche
  • Schritt 3: Anordnen und Clustern der Wünsche
  • Schritt 4: Beziehungen zwischen den Clustern einzeichnen
  • Schritt 5: Festlegen, um welche Art von Herausforderung es sich handelt
  • Schritt 6: Nächste Schritte planen

Schritt 1: Wunschdenken


Für den ersten Schritt nutze ich die Kreativitätstechnik des Wunschdenkens. Bei dieser Technik kommt das divergierende Denken zum Einsatz, d.h. es geht darum, erst einmal unzensiert alle möglichen Wünschen / Ziele / Herausforderungen, die einem einfallen, aufzuschreiben.

Zum Beispiel:
  • "Ich wünschte, ich könnte mich regelmäßigem Sport gesund halten."
  • "Ich wünschte, wir könnten im kommenden Jahr 2 Monate in einem anderen Land leben."

Bild 1 zeigt eine solche Liste (nicht lesbar). Ich habe mir dazu ca. 25 Minuten Zeit genommen und 40 Wünsche gesammelt.

Bild 1: Wunschdenken

Schritt 2: Auswahl der zentralen Wünsche


Im nächsten Schritt geht es darum, aus dieser breiten Liste, die lohnenswertesten Ziele und Wünsche auszuwählen. Nicht alle sind gleich relevant und nicht alle können angegangen werden.
Dazu gehen Sie Ihre Liste anhand von 4 Kriterien nacheinander pro Kriterium durch und markieren jede Aussage auf Ihrer Liste, die dem Kriterium entspricht. Sie gehen als erst die gesamte Liste einmal für das erste Kriterium durch und dann erst beschäftigen Sie sich mit dem nächsten Kriterium. Dieses Vorgehen wiederholen Sie für jedes Kriterium.
Die Kriterien lauten:
  • Entscheidungsbefugnis
  • Motivation
  • Dringlichkeit
  • Wichtigkeit
Im Detail:
  • Entscheidungsbefugnis
    Haben Sie (zumindest teilweise) die Befugnis über Handeln und Nicht-Handeln zu entscheiden? Können Sie bestimmen, ob Sie den Wunsch angehen oder nicht.

    Um bei den obigen Beispielen zu bleiben:
    Vermutlich haben die meisten Menschen beim Thema "regelmäßig Sport machen" Entscheidungsbefugnis. Daher schreiben Sie ein E für Entscheidungsbefugnis neben die Aussage.
    Beim Thema "zwei Monate in einem anderen Land leben" ist dies von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Als Unternehmer und Freiberufler habe ich diese Entscheidungsbefugnis. Als Angestellter müsste ich meinen Arbeitgeber mit ins Boot holen. Es gäbe aber zumindest teilweise Entscheidungsbefugnis und daher könnte ich auch hier ein E neben die Aussage schreiben.

  • Motivation:
    Hier geht es rein nach dem Gefühl. Haben Sie Lust, dieses Thema anzugehen, dieses Ziel zu verfolgen? Wenn ja, können Sie ein M für Motivation neben den entsprechenden Wunsch auf der Liste schreiben, erst einmal unabhängig davon, wo bereits ein E steht.

  • Dringlichkeit:
    Hiermit ist gemeint, dass innerhalb des nächsten Jahres eine Handlung erfolgen sollte, d.h. Sie sollten innerhalb des nächsten Jahres zumindest zu handeln beginnen.

  • Wichtigkeit:
    Für die persönliche Handlungsplanung ist dies das subjektive Gefühl der Wichtigkeit. Ist Ihnen das Thema wirklich wichtig? So wichtig, dass Sie es als eines von wenigen Themen auf Ihre Liste der zu erledigenden Handlungen setzen würden? Wenn ja, dann können Sie ein W für Wichtigkeit neben die Aussage schreiben.
    Die Aussagen, die alle vier Kriterien erfüllen, sind diejenigen die nun in die nächste Runde kommen. In meiner persönlichen Jahresplanung waren dies immerhin noch knapp 40%. Diese sind orange markiert.

Schritt 3: Anordnen und Clustern der Wünsche


In diesem Schritt habe ich jeden der orange markierten Wünsche (erfüllt alle vier Kriterien) auf ein kleines Post-it geschrieben und diese nun nach Gemeinsamkeiten kategorisiert und diese auf einem A3-Blatt angeordnet. Dabei haben sich fünf Cluster mit mehr zwei oder mehr Wünschen pro Cluster ergeben. Drei Wünsche sind einzeln stehen geblieben, da diese zu keinem der Cluster passen.
Die Cluster habe ich dann mit einer Überschrift versehen, die den Inhalt des Clusters ausdrückt. Wenn Sie mehrere Wünsche zum Thema Weiterbildung ausgewählt haben, könnte dieser Cluster also die Überschrift "Weiterbildung" erhalten.

Schritt 4: Beziehungen zwischen den Clustern einzeichnen


In diesen Schritt habe ich geprüft, ob es Beziehungen zwischen den Clustern / Wünschen gibt, ob also das Erreichen eines Ziels ein anderes unterstützt. Diese Beziehungen habe ich dann in Form von Pfeilen eingezeichnet.
Wenn Sie einen Cluster haben, der lautet: "Mehr Zeit mit meinen Kindern verbringen" und einen Cluster "Eigene Bedürfnisse besser vertreten" dann könnte der Cluster "Eigene Bedürfnisse besser vertreten" Sie dabei unterstützten mehr Zeit mit Ihren Kindern zu verbringen, weil Sie zum Beispiel konsequenter Nein sagen, wenn Sie wieder einmal um einen Gefallen gebeten werden, auf den Sie eigentlich keine Lust haben.

Schritt 5: Festlegen, um welche Art von Herausforderung es sich handelt


Dieser Schritt ist ganz zentral für die Umsetzung. Nicht alle Herausforderungen sind gleich. Es wird auf Ihrer Liste Wünsche geben, die Sie einfach nur tun müssen bzw. planen müssen. Wie sie es tun müssen ist jedoch klar. Es geht nur darum, dass Sie es tun. Man spricht hier von Tun/Planungszielen. "Jede Woche mindestens zwei Stunden Sport machen" ist ein Beispiel hierfür. Hier kann es ausreichen, sich zwei Tage pro Woche zu definieren, an denen Sie jeweils eine Stunde joggen gehen.

Bei anderen Themen wiederum ist nicht klar, was Sie tun müssen oder wie Sie vorgehen. Diese Themen bedürfen des weiteren Nachdenkens und kreativer neuer Ideen. Es handelt sich um Themen, die Kreativität zu weiteren Lösung benötigen. "Ich wünschte, ich könnte mir eine passive Einkommensquelle aufbauen, die ohne mein aktives Zutun monatlich ein paar hundert Euro einspielt". Dies ist ein Wunsch den viele haben, bei dem jedoch für die meisten nicht klar ist, wie dieser umzusetzen ist. Eine von vielen Möglichkeiten könnte sein, ein Buch zu schreiben. Wenn Sie das wissen, dann ist vielleicht immer noch nicht klar, welches Buch und wie Sie das Buch schreiben sollten...

Diese beiden Arten von Herausforderungen habe ich nun farblich auf meinem A3 Blatt eingetragen. Die rot markierten Themen stellen die Tun-Probleme dar, die blau markierten die Kreativ-Probleme.

Bild 2: Cluster mit Beziehungen der Wünsche.

Schritt 6: Nächste Schritte planen


Nun geht es darum konkrete nächste Schritte festzulegen, was Sie nun tun werden, um auf die Erreichung der Ziele hinzuarbeiten. Bei den Tun-Zielen ist das relativ leicht. Bei den Kreativ-Zielen könnte ein erste Schritt lauten: "Mich zwei Stunden hinsetzen und Ideen entwickeln, wie ich das Ziel erreichen könnte."
Wie man nun hier vorgeht, wie man denkt, welche Techniken man sich zu Hilfe nehmen könnte, ist unter anderem Inhalt der creaffective Kreativitätstrainings.

Das Bild (Bild 2) mit meinen Wünschen hängt nun gut sichtbar über meinem Schreibtisch, so dass ich jeden Tag daran erinnert werde.


Das vorgestellte Vorgehen macht definitiv mehr Arbeit als die Vorsätze beim Glas Sekt. Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert ist allerdings deutlich höher! Wenn es einmal nicht klappt ist sicherlich folgendes Motto hilfreich, das ich kürzlich in einem Buch über Zielfindung gelesen habe: "Ich lebe flexibel, konsequent und engagiert im Sinne meiner Ziele und ich bin zufrieden, ob ich meine Ziele erreiche oder nicht."

Viel Erfolg in 2012.

Innovation als Selbstzweck? - Vom Schaden der Innovation

Dienstag, 27. Dezember 2011

Wir von creaffective definieren Innovation als die "Einführung von etwas Neuen das Nutzen bringt in einen Markt oder eine Gesellschaft". Dabei haben auch wir zugegebenermaßen die Annahme, dass Innovation per se etwas Positives ist und wünschenswert ist.

Aus wirtschaftlicher Sicht kann man sagen, dass Innovation deshalb gut ist, weil es Fortschritt und Wirtschaftswachstum bringt. Und Fortschritt und Wirtschaftswachstum wollen wir ja schließlich alle. Wir wollen es zwar alle, ob es jedoch in seiner jetzigen Form allerdings wünschenswert ist, bezweifelt Tim Jackson Autor des Buches Wohlstand ohne Wachstum auf English prosperity without growth. In diesem hoch spannenden, aufrüttelnden und streckenweise möglicherweise für die persönlichen Glaubenssätze sehr unangenehmen Buch erklärt Jackson, warum Wirtschaftswachstum und das Mantra der Innovation – wenn wir es so weiter treiben wie bisher - uns in Zukunft in existenzielle Schwierigkeiten bringen werden.

Wachstum um jeden Preis – mit Innovation als Triebfeder


Ausgangssituation des Buches – und in dieser Form nicht neu – ist die Feststellung, dass wir auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen leben bzw. die nachwachsenden Ressourcen eine gewisse Zeit benötigen um sich nachhaltig regenerieren zu können. Außerdem durchläuft unser Planet im Moment Veränderungen des Klimas mit weitreichenden Auswirkungen auf Ökosysteme und alle auf dem Planeten lebenden Lebewesen, die zum Großteil von uns Menschen und unserem Ausstoß von Treibhausgasen verursacht werden.

Gleichzeitig nehmen die Anzahl der auf diesem Planeten lebenden Menschen, der Ausstoß von Treibhausgasen und der Abbau von Ressourcen in hoher Geschwindigkeit zu. Wenn wir als Menschheit es nicht schaffen, den Ressourcenabbau und die Emissionen von Treibhausgasen radikal zu verringern wird dies nach Meinung von Jackson und einem Großteil aller Forscher zu schwerwiegenden negativen Konsequenzen führen.

Ein großes Problem dabei ist, dass weltweit fast alle Wirtschaftssysteme so (von Menschen!) konzipiert sind, dass diese kontinuierliches Wachstum benötigen, um überleben zu können. Um das Zusammenbrechen unserer Wirtschaft zu verhindern und negative Konsequenzen wie weitreichende Arbeitslosigkeit zu verhindern muss die Wirtschaft wachsen. Wirtschaftswachstum wird daher auch von allen als positiv, ja geradezu überlebensnotwendig angesehen, und "um jedem Preis" gefördert, wie wir aktuell beobachten können.

Diese Wachstumsspirale wird dabei nach Jackson von einer sich positiv verstärkenden Feedbackschleife angetrieben: Dem Innovationsdrang von Unternehmen, die sich durch Innovationen Wettbewerbsvorteile und damit Profite erwarten und einer sozialen Logik, die Neues als Kommunikationsmittel betrachtet, um sich Status und Wohlstand anzuzeigen und daher unablässig nach Neuem verlangt. In einem solchen Wirtschaftssystem ist es mit den Worten des Wirtschaftsethikers Karl Hohmann "fast ein Verbrechen nicht zu konsumieren."

Neben dem sozial konditionierten Wunsch ständig Neues besitzen zu wollen, ist das Überleben unserer Wirtschaft auf dieses Verhalten angewiesen: "The throw-away society is not so much a function of consumer greed as a structural prerequisite for survival [...] But neither can we see novelty as entirely neutral in the structural dynamic played out through capitalism" S. 97

Wachstum wohin? Innovation wofür?


Vor diesem Hintergrund kommt es der Häresie gleich dieses System in Frage zu stellen. Wenn der sich selbst verstärkende Kreislauf aus Nachfrage nach Neuem und Innovationen ausbleibt, bricht das System zusammen.
Vor dem Hintergrund eines begrenzten Planeten, drängen sich nach Jackson allerdings viele Fragen auf, die ja auch seit den 1970ern immer wieder gestellt werden: Gibt es eine Grenze des Wachstums? Wohin wollen wir wachsen? Ist dieses Wachstum für den menschlichen Wohlstand überhaupt notwendig? Gibt es Wirtschaftssysteme, die Wohlstand (im Sinne eines guten Lebens) ermöglichen, ohne unseren Planeten zu zerstören? Klar ist, dass das jetzige System trotzt ständiger technologischer Verbesserungen und höherer Ressourceneffizienz nicht in der Lage sein wird, eine Reduktion an Treibhausgasen und Ressourcennutzung herbeizuführen, die notwendig wäre, um unseren Planeten nachhaltig zu bewirtschaften. Vor allem auch deshalb, weil wir in absoluten Zahlen weiter wachsen, auch wenn wir relativ gesehen die Umwelt weniger stark belasten. Um mit den Worten der Autoren von Cradle to Cradle (auf deutsch) Michael Braungart und William McDonough zu sprechen, bemühen sich Unternehmen zwar öko-effizienter zu werden, aber nicht öko-effektiv. Damit sind sie zwar etwas weniger schlecht als vorher (sie zerstören unseren Planeten etwas langsamer), aber noch lange nicht gut (öko-effektiv).

Die Antworten auf diese Fragen legt Tim Jackson in seinem Buch auf sehr interessante Weise dar.
Vorweg genommen, gibt es denkbare Alternativen, die den Menschen die notwendige materielle Grundlage schaffen und auch zukünftigen Generationen ein Leben auf diesem Planeten ermöglichen. Diese sind allerdings aus dem jetzigen Dogma des fortlaufenden Wirtschaftswachstums nur schwer vorstellbar und durchsetzbar. Kreativität und Innovation würden auch in diesen alternativen Systemen eine wichtige Rolle spielen, weil öko-effektive Technologien und die konkrete Ausgestaltung des Wirtschaftssystems ständiger Innovation bedürfen. Das Kriterium der Profitabilität wird auch bei zukünftigen Innovationen eine Rolle spielen, jedoch wird es nicht das zentrale Kriterium sein.

Für einen kurzen Einstieg in das Thema Wohlstand ohne Wachstum empfehle ich den TED-Vortrag von Tim Jackson, in dem er einige seiner Argumente zusammengefasst hat.










Erweiterung des creaffective Angebots – Design Thinking

Mittwoch, 14. Dezember 2011

creaffective unterstützt Organisationen weltweit ihre Innovationskraft zu stärken. Dabei treten wir im Rahmen von Produktentwicklungsprozessen als Experte für systematisches kreatives Denken auf und ermöglichen es Wissensträgern unserer Kunden im Rahmen von moderierten Innovationsworkshops selbstständig neue Lösungen auf wichtige Fragen zu entwickeln.

In Kooperation mit der Innovationsschmiede Dark Horse aus Berlin erweitern wir nun unser Angebot. Statt "nur" als Prozessexperte durch Kreativprozesse zu führen, beteiligen wir uns inhaltlich bei Prozessen der nutzerzentrierten Produkt- und Dienstleistungsentwicklung. Mit geballter Kraft und mit Hilfe des Design Thinking Vorgehens helfen wir Ihnen zentrale Nutzerbedürfnisse zu identifizieren und Lösungen zu entwickeln, die Antworten auf diese Bedürfnisse liefern. Dadurch erhöhen wir die Wahrscheinlichkeit ein Produkt oder eine Dienstleistung zu schaffen, die wirklich gebraucht wird.

Eine ausführliche Beschreibung der Kooperation zwischen creaffective und Dark Horse können Sie sich als PDF herunterladen.

Der Design-Thinking Prozess
Der Design-Thinking Prozess



Innovationswettbewerb des NoAE – Bewerbung noch bis zum 31.12.11

Dienstag, 13. Dezember 2011

Bereits zum 5. Mal organisiert das Network of Automotive Excellence (NoAE) einen branchen- und länderübergreifenden Innovations-Wettbewerb.
Gesucht werden Innovationen, die für unterschiedliche Mobilitätsbranchen relevant sein könnten, d.h. für die Branchen Luftfahrt, Automobil, Schienen-Transport und Personenbeförderung.
Seit diesem Jahr wurde der Wettbewerb von der Automobilbranche auch auf andere Mobilitätsbranchen ausgeweitet, um sich stärker die Potenziale von industrieübergreifenden Lösungen zu Nutze zu machen. Obwohl es sich um unterschiedliche Branchen handelt stehen diese vor analogen Problemstellungen.

Aufgerufen zur Teilnahme sind Aufgerufen sind Erfinder, Forscher, Selbständige, Unternehmen und Forschungseinrichtungen.

Innovationen in 4 Themenclustern


Der Wettbewerb unterteilt sich in vier Themenfelder, in welchen Wettbewerbsbeiträge eingereicht den können:
  • Powertrain & Electrification
    Gesucht werden hier Ideen zur Leistungssteigerung der klassischen Antriebskonzepte sowie alternative Antriebskonzepte.

  • Communication & Mobility
    Hier werden Ideen zur Vernetzung der verschiedenen Verkehrsmittel sowie Ideen zum lückenlosen Einsatz von Technologien wie Smart-Phones, Tablet-PCs etc gesucht.

  • Materials & Manufacturing
    Gefragt sind hier neue Materialien und insbesondere recyclebare oder nachwachsende Materialien.
    Ein weiterer Aspekt sind Vorschläge für Prozesse, Technologien, Methoden, Werkzeuge oder Strategien die einen Beitrag dazu leisten, dass die Produktion schlanker, effizienter, aber auch flexibler wird.

  • Design & Interior
    In diesem Themenschwerpunkt dreht sich alles um Ideen für neue Funktionalitäten im Innenraum, Konzepte der Individualisierung oder der einfachen Handhabung.

Zu jedem der vier Themencluster sowie zu den Teilnahmemodalitäten finden Sie auf der Website des Veranstalters ausführlichere Beschreibungen.

Die Grundprinzipien des kreativen Denkens: Konvergierendes Denken

Samstag, 10. Dezember 2011



Im letzten Teil der Serie über die Grundprinzipien des kreativen Denkens möchte ich die Grundregeln für das konvergierende Denken näher beschreiben.

Zur Wiederholung: Systematische kreatives Denken arbeitet mit dem Grundprinzip die Entwicklung von Optionen (divergierendes Denken) von der Bewertung von Optionen (konvergierendes Denken) zu trennen.

Divergierendes Denken beschreibt eine breite Suche nach vielen unterschiedlichen und neuen Alternativen.

Konvergierendes Denken beschreibt eine fokussierte positive/ bejahende Evaluation der Alternativen.

Ohne diese Grundprinzipien funktionieren weder Kreativprozesse (wie Creative Problem Solving oder Design Thinking) noch Kreativitätstechniken. Das ist der Grund, warum es zwar in vielen Organisationen auf Papier solche Prozesse gibt, diese aber in der Praxis nicht gelebt werden.
Die Krux mit diesen Grundprinzipien ist, dass diese intellektuell einfach zu verstehen sind, ja geradezu banal klingen, dass diese aber eine Veränderungen unserer Denk- und Verhaltensmuster bedeuteten, was meist alles andere als einfach umzusetzen ist.

Wie für das divergierende Denken, gibt es auch für das konvergierende Denken einige Grundregeln, die ich im Folgenden vorstellen möchte:

  • Positive Beurteilung anwenden: Nach Potenzialen suchen anstatt nach Fehlern
    Bei der Bewertung von Optionen wird darauf zuerst darauf fokussiert, was positiv an einer Idee ist und wo Potentiale liegen anstatt wo das Problem liegt. Dies erzeugt eine ganzheitlichere Einstellung gegenüber Optionen. Ideen sind niemals perfekt und es wird immer „Probleme“ geben. Teilnehmer der creaffective Kreativitätstrainings erinnern sich hier an das Flugzeug-Design-Bild, dass wir zeigen, um dies zu verdeutlichen.
    Ein weiterer Aspekt ist, dass Menschen dazu neigen, Ihre Aufmerksamkeit auf die Schwachstellen von etwas zu legen. Dies wird meist automatisch ausgelöst, wenn das Gehirn etwas erkennt, was nicht mit den bestehenden Erfahrungen übereinstimmt. Für Interessierte empfehle ich hier den Artikel "Innovation und Erfahrung"

  • Bewusst und überlegt handeln
    Die Zeit und Sorgfalt die bei der Entwicklung von Optionen zum Einsatz kam, sollte auch bei der Bewertung angewendet werden. Jede entwickelte Option wird betrachtet und möglicherweise anhand einiger Kriterien überprüft.
    In Innovationsworkshops und Kreativitätstrainings beobachte ich immer wieder, dass Menschen zu schnell aus den Optionen auswählen und schreite bremsend ein. Diese impulsive Art des schnellen Auswählens reduziert zwar Komplexität, ist aber nicht unbedingt hilfreich beim Finden der besten Alternativen.

  • Das Ziel im Blick haben
    Optionen werden auf ein bestimmtes Ziel, auf eine bestimmte Frage hin entwickelt. In der divergierenden Phase kann es vorkommen, dass Optionen entwickelt werden, die nicht mehr die eigentliche Frage beantworten. Bei der Bewertung der einzelnen Ideen ist es daher wichtig, sich immer wieder klar zu machen, was das Ziel ist und zu überlegen, ob eine Ideen dabei helfen kann, das Ziel zu erreichen.



  • Neuigkeitswert bedenken
    Das divergierende Denken findet statt, um neue Ideen zu entwickeln, auch deshalb, weil die bereits überlegten Lösungsmöglichkeiten, nicht zufriedenstellend sind. Bei der Auswahl der Ideen ist es nun wichtig, die neuen und unkonventionellen Ideen sehr vorsichtig zu behandeln und diese nicht vorschnell auszusortieren.




  • Ideen verbessern wollen
    Eine Idee meist noch keine fertige Lösung, sondern eher wie ein Samenkorn, das Zeit und Pflege benötigt, um zur Reife zu kommen. Bei der Bewertung von Ideen sollte immer bewusst sein, dass eine Idee nicht unbedingt eine fertige und sofort umsetzbare Lösung darstellt, sondern möglicherweise noch dahin entwickelt werden muss.
    Auch hier hat die Forschung Interessantes zu Tage gefördert: Menschen neigen bei der Auswahl von Ideen dazu, diejenigen Ideen auszuwählen, deren Umsetzung man sich bereits vor dem geistigen Auge vorstellen kann. Das sind die Ideen die näher an dem sind, was wir bereits wissen und sich daher mit überschaubarem Aufwand realisieren lassen.
    Dieses Vorgehen kann oft völlig legitim sein. Bei Themen, wo radikal Neues gefragt ist, ist diese Strategie allerdings nicht ausreichend, im Gegenteil, diese führt dazu, dass wir die Alternativen, die wirklich Originelles beinhalten zu schnell aussortieren, auch deshalb, weil die Umsetzung im ersten Moment als zu schwer erscheint. Das Bewusstsein, dass man an Idee schrittweise arbeiten kann, hilft, dieser Tendenz entgegen zu wirken.

creaffective Training Video

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Besonders in China stehen wir vor der Herausforderung, dass chinesische Ansprechpartner keine Erfahrung mit westlichen Trainings haben, nicht wissen was ein Workshop ist und sich nach einer rein verbalen Erklärung nach wie vor nicht vorstellen können, wie ein Kreativtraining abläuft und wie es sich anfühlt.

Aufgrund dieser Schwierigkeit unser Angebot in einer fremden Kultur erfahrbar zu machen, bevor Menschen ein Training tatsächlich erlebt haben, haben wir uns entschlossen, ein Kurzvideo zu erstellen, das einen Eindruck eines Trainings vermittelt.

Das Video ist entstanden während eines fünftägigen Innovationsmoderatoren-Trainings und enthält Elemente des ersten Trainingstages. Es zeigt meine Kollegin Dao-Wen Chang und mich während eines englischsprachigen Trainings in Shanghai.

Nun müssen wir es neben youtube nur noch auf anderen Plattformen zur Verfügung stellen, die in China nicht blockiert sind.