Gewohnheiten kreativer Menschen: Ein Notizbuch für alle Ideen und Gedanken

Der amerikanische Autor Stephen Covey ist in den 90ern Jahren mit seinem Buch "7 habits of highly successful people" bekannt geworden in dem er sieben Gewohnheiten von vorstellt, die "erfolgreiche" Menschen besonders oft haben.

Ich möchte mich in einer Artikelserie mit den Gewohnheiten kreativer Menschen beschäftigen. Wer das Buch von Stephen Covey gelesen hat, wird merken, dass es Überschneidungen zwischen den Gewohnheiten gibt, einfach deshalb weil Kreativität ein Faktor für Erfolg ist, wie auch immer jeder einzelne seinen persönlichen Erfolg definiert.
In dieser Serie stelle ich eine Liste von Gewohnheiten vor, die kreative Menschen besonders auszeichnet.

Die erste Gewohnheit kreativer Menschen ist es, immer und wirklich immer ein Notizbuch dabei zu haben, in welches jederzeit Ideen und Gedanken geschrieben werde können.
Die hat drei Gründe:

  • Ideen werden dadurch nicht vergessen.
    Oft ist eine Idee genau so schnell wieder aus dem Kopf, wie sie gekommen ist.

  • Ideen können so weiter entwickelt werden und reifen.
    Das menschliche Gehirn ist nicht gut darin mit zu vielen Informationen gleichzeitig zu jonglieren und die Aufmerksamkeit darauf zu richten. Ideen aufzuschreiben ermöglicht es, immer wieder draufzuschauen und diese schrittweise zu überarbeiten und zu verbessern.

  • Der Kopf wird frei.
    Das ist das bekannte Prinzip aus David Allens Getting Things Done. Wir schreiben Dinge auf, um den Kopf frei zu bekommen und nicht ständig daran denken zu müssen, dass da doch noch etwas war. Ein freier Kopf wiederum bietet Raum für Kreativität.




Grundsätzlich ist es egal welches Notizbuch Sie nutzen, ich empfehle ein hochwertiges Notizbuch, bei dem Sie Lust verspüren, es zu nutzen. Ich persönlich nutze gerne das X17 System.
Dieses modulare Notizbuch hat folgende Vorteile:

  • Man kann mehrere Notizbücher in einem haben.
    Ich nutze ein "Buch" für meine Todos und spontane Ideen und ein weitere Buch in dem ich spezifische Ideen ausdetailliere und weiterentwickle.

  • Man tauscht nur die Einlegeblätter aus, nicht das ganze Buch
    Unterschiedliche Notizbücher können zu unterschiedlichen ausgetauscht.

  • Ein vollgeschriebene Seite kann durch eine Perforation sehr einfach herausgetrennt werden, so dass nur noch die Info im Buch steht, die ich auch wirklich noch benutzen möchte.

  • Im Gegensatz zu den Moleskine Büchern ist X17 wirklich langlebig und stabil

Ich empfehle ein Notizbuch das so groß ist, dass Sie es wirklich immer dabei haben können. Ich benutze ein DIN A5 Buch, das für die meisten wohl zu groß ist, allerdings kann ich in dieses Buch auch Notizen in Mind-Mapping-Form anlegen.

Trackbacks

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Kommentare

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  1. Stefan schreibt:

    Hallo Florian,

    auch ich nutze schon seit einiger Zeit ein Notizbuch in dem ich die wichtigsten Gedanken, Aussagen, Entscheidungen oder Berechnungen zu allen Projekten festhalte. Da es ein Ringbuch ist, kann ich ebenso wie bei X-17 einzelne Seite austauschen oder ergänzen.

    Im Grunde genommen habe ich das Zettelkastenprinzip nach Niklas Luhmann übernommen und "verlinke", wie im Internet, die einzelnen Seiten untereinander.

    Es gibt eine globale todo-Liste, einen Kalender, einige Vorlagen für Besprechungsprotokolle und andere Notizen und zuletzt die Projektseiten.

    Die einzelnen Seiten samt dem Kalender habe ich selbst kreiert und dabei viel Wert auf individuelles Design gelegt. Mit Hilfe von Symbolen und mentalen Hyperlinks habe ich die einzelnen Notizen nochmals vernetzt. Es gibt also neben oder über dem Zettelkasten Netz noch ein weiteres für die mnemonischen Bedürfnisse.

    Mit Hilfe eines Scanner-Kopieres erstelle ich jeweils am Ende eines Jahres von allen Seiten eine pdf-Datei zur Sicherung und Archivierung.

    Für mich gehört dieses Projekt-, Notiz oder Logbuch mittlerweile zum wichtigsten Hilfsmittel im Arbeitsalltag. Ganz ohne EDV kann ich nun neben denen von dir gelisteten Vorzügen zu jedem Zeitpunkt, ganz stromlos planen, skizzieren, terminieren, berechnen und vieles, vieles mehr und fühle mich wirklich entlastet.

    Gruß Stefan

  2. Florian Rustler schreibt:

    Hi Stefan,

    das hört sich interessant und ausgefeilt an.
    Hast du Fotos oder Scanns, die du zeigen kannst, wie deine Verlinkung und deine Symbole funktionieren.
    Darüber werde ich gerne mehr erfahren.
    Vielleicht veröffentlichst du ja auch einen Artikel darüber oder hast es sogar schon?

    Viele Grüße

    Florian

  3. Stefan schreibt:

    Hallo Florian,

    das Veröffentlichen habe ich seit einiger Zeit gesteckt, da die Resonanz (du bist da die Ausnahme) zum Thema zu gering war.

    Dennoch will ich versuchen die Verlinkung genauer zu beschreiben:

    Link-Typ 1:
    Für jedes Projekt existiert in unserem Unternehmen eine Projektnummer, die ich auf jeder Projektseite oben rechts mit der jeweils zugehörigen Seitenzahl eintrage. Jeder Zettel oder Plan kann eine Projektseite werden; einfach den Link drauf schreiben und einordnen. Mit Hilfe dieser Nummerierung kann ich bei Bedarf innerhalb meiner Notizen auf die jeweiligen Seiten verweisen.

    Link-Typ 2:
    Die Notizen innerhalb der Projektseite oder der Projektfolgeseite erstelle ich logbuchartig, zumeist untereinander. Die Notizen erhalten aber einen mentalen Hyperlink nach der Syntax [Unterobjekt.Objekt@Identität.Ident]. Hört sich vielleicht umständlich oder kompliziert an, ist es aber nicht.
    Mit Unterobjekt und/oder Objekt ist das Ding gemeint, um das es hierbei geht. Mit Identität wird die Erscheinung oder der Kontext bei dem das Objekt behandelt wurde charakterisiert.

    Ein kleines konstruiertes Beispiel: [Wehrhöhe.Notüberlauf@3-erTreff.20112007]
    Hier geht es um die Wehrhöhe eines Notüberlaufes, besprochen am 20.11.2007 im Rahmen des 3-erTreffs. Wobei das Stichwort 3-erTreff mein persönlicher mentaler Link ist, bei dem der Groschen fällt. Daher sollte dieser charakteristisch bis karikierend sein. Bei der Durchsicht meiner Notizen, weis ich dann meistens sofort (bildlich) um was es hierbei ging.

    Für mein Projektbuch gibt es verschiedene Regeln von denen ich 2 hervorhebe:
    - Schreibe so klein wie möglich (minimiere Seitenzahl)
    - Schreibe nur die wichtigsten Infos auf (Übersicht, Vogelperspektive)
    Eine Einschätzung vorzunehmen, was wichtige Infos sind oder mal sein könnten ist reine Erfahrungssache und gelingt am Anfang weniger gut.

    Grüße Stefan

  4. Florian Rustler schreibt:

    Hi Stefan,

    schade, dass du das bloggen wieder eingestellt hast!

    Danke für die Erklärung deiner Papier-Verlinkungen. Sehr interessant, sieht aus wie eine Programmiersprache auf Papier.
    Ich werde mal sehen, ob ich so ein System für meine Notizbuch anpassen kann, bisher schreibe ich alle Notizen untereinander und übertrage diese in regelmäßigen Abständen in www.rememberthemilk.com bzw. mein persönliches Wiki.

    Gruß

    Florian

  5. Lukas schreibt:

    Hallo,

    der wertvolle Vorteil eines solchen Notizbuches liegt nicht nur in der gigantischen *Datenbank kreativer Ideen*, sondern besonders auch in der Möglichkeit, eine mentale Inkubationszeit auszunutzen. Diese braucht das Gehirn nachweislich zur *Problemlösung*, und Kreativität ist oft dann gefordert, wenn es ein bestimmtes Ziel (respektive Problem) gibt.

    Mein Projektbuch sieht ein bisschen anders aus: Zum einen schreibe ich die wichtigsten Ideen, an denen ich arbeite an die Fenster meiner Wohnung. Warum? Ich bin Verfechter des Mind Mapping und möchte viele dieser Dinge verlinken. Ein freier Geist braucht auch einen freien Blick.
    Aber die meisten Projekte, an denen ich intensiv arbeite werden in Mind Maps organisiert (vor allem direkt auf dem Mac, so dass ich sie per Suche durchsuchen kann).

    Viel wichtiger ist aber die Frage, *wie man überhaupt Gewohnheiten in seinem Leben implementieren kann*. Dazu werde ich kommenden Donnerstag einen Artikel auf WaterClearMind veröffentlichen.

  6. Florian Rustler schreibt:

    Hi Lukas,

    ich stimme dir zu, die Inkubationszeit ist wichtig und da hilft das Buch, immer wieder auf die Ideen zurück zu kommen und diese zu nutzen.

    Ich bin interessiert mehr über deine Verwendung von Mind Maps zur Projekt- und Ideenorganisation zu erfahren.
    Gibst du mir Bescheid, wenn dein Artikel online ist, ich werde drauf verlinken.

    Beste Grüße

    Florian

  7. Stefan Scheurer schreibt:

    Hallo Florian und Lukas,

    es sieht zwar so aus, aber eine Programmiersprache ist es nicht, -oder vielleicht doch. Wie auch immer, wichtig ist mir mit dieser methodischen Form einer Überschrift eine Verbindung zwischen Thema und Kontext (Objekt und Identität) herzustellen. Lukas beschreibt in seinem Kommentar wie er seine wichtigsten Ideen ans Fenster schreibt. Bei mir ist der mentale Hyperlink (Schlüsselwort) mein Fenster durch das ich bevorzugt in eines meiner Gedächtniszimmer (Thema) einblick erhalte. Also eine Art der Visualisierung des Kontextes, ein "mnemonischer Geschmacksverstärker" damit ich mich besser an die "Speise" (Thema) erinnern kann und immer wieder "Appetit" (Erinnern) bekomme. Vielleicht ist die Analogie gar nicht mal so schlecht: Speise/Thema, Geschmack/Erinnerung, Verdauung/Methode(auch Mindmap) ... uswusf. bis zum Ende der Nahrungskette. Da will ich jetzt aber doch nicht hin konjugieren;-)

    Gruß Stefan

  8. Kirsten schreibt:

    An der Analogie ist wirklich was dran! Von der Sache ansich, über die methodische Herangehensweise hin zum Ergebnis. Ich habe mir schon vor vielen Jahren ein Notizbuch zugelegt, in welchem ich, als Personalverantwortliche, meist per Mindmap die Eignung von Bewerber auf den Punkt zu bringen versuche. Hier fließen alle relevanten Punkte mit ein wie natürlich der Werdegang, die Qualifikation, mein persönlicher Eindruck von dem Bewerber und dessen Kompatibilität mit dem bestehenden Team. Das Mindmap verdeutlicht recht schnell in welche Richtung die Sache geht. Und durch das Notizbüch, beziehungsweise mittlerweile die Bücher, habe ich einen sehr hilfreichen Fundus zusammengestellt, der immer wieder zum Nachdenken anregt.

    Viele Grüße
    Kirsten

  9. Stefan Scheurer schreibt:

    Hallo Kirsten,

    vielleicht hilft dir ja die Analogie oder der Gedanke vom "mentalen Hyperlink" dein bisheriges Konzept weiter auszubauen?! Gerade deine Verwendung kognitiver Techniken zur Klärung der "Kompatibilität" interessiert mich. Stellst du lediglich die Schlüsselqualifikationen auf der Bedarfsseite (Team) der Habenseite (Bewerber) gegenüber, oder gibt es noch andere Aspekte?

    Gruß Stefan

  10. Monika schreibt:

    Sicher eine gute Lösung für die produktive Arbeit. Leider habe ich mit solchen unterstützenden Hilfen eher schlecht Erfahrungen gemacht, sprich es wurde mehr verprochen als letztendlich gehalten.

  11. Hubert schreibt:

    Auch ich nutze inzwischen ein Notizbuch bzw. ein mini Aufnahme gerät. Die Idee an sich kann ich nur weiterempfehlen.


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