Die Mind Mapping Regeln – Teil 2
In Teil 1 bin ich auf die grundlegende Anordnung der Äste und Zweige eingegangen, in diesem Teil werde ich mir die Ein-Wort-Regel, oder Schlüsselwort-Regel vornehmen.
Die Erfahrung aus den Seminaren zeigt, dass diese Regel am Anfang die meisten Schwierigkeiten bereitet und dass auch diejenigen Teilnehmer, die bereits vor dem Seminar schon mit Mind Mapping in Berührung gekommen sind, von der Schlüsselwort-Regel oft noch nichts gehört haben.
Mind Mapping arbeitet mit Schlüsselwörtern, d.h. auf jeden Zweig wird lediglich ein Wort geschrieben. Wenn ich z.B. einen Text zum Thema Zeitmanagement lese (Bild 1), der mir von verschiedenen Ressourcen erzählt, die ich beachten muss, dann schreibe ich einen Zweig, auf dem das Wort Ressourcen steht. Nur ein Wort! Dahinter setze ich ein Symbol, ein Ausrufezeichen, schließlich sind die Ressourcen wichtig und ich muss diese beachten. Um welche Arten von Ressourcen es geht, das spezifiziere ich nun mit den Unterzweigen. Für das Zeitmanagement spielen somit zeitliche, finanzielle und körperliche Ressourcen eine Rolle. Nun könnte ich hinter diese Unterzweige weitere Zweige setzen, die weitere Details erläutern.

Hier sieht man bereits das große Potenzial, der Ein-Wort-Regel. Jedes Schlüsselwort ist wieder Ausgangspunkt für weitere Zusammenhänge und Assoziationen. Dadurch, dass ich lediglich ein Wort schreibe, können sich Assoziationen in alle Richtungen entwickeln. Je mehr Wörter auf einen Zweig kommen, desto enger ist der Korridor, in dem sich meine Gedanken entwickeln können. Wenn ich zum Beispiel die beiden Wörter finanzielle Ressourcen auf einen Zweig schreibe, ist es schwer von dort auf zeitliche und körperliche Ressourcen zu kommen.
Tony Buzan hat dies in einem kürzlich erschienen Interview noch einmal betont.
Der zweite Vorteil ist, dass durch die Einwortregel das Mind Map seine Schlankheit und Eleganz erhält. Durch die Kombination von Schlüsselwörtern, Symbolen, Bildern und Farben kann Wissen hoch verdichtet abgespeichert werden (ich schreibe lediglich ein Wort) und trotzdem wird es nicht vergessen. Auch nach langer Zeit, kann man die Schlüsselwörter wieder ansehen und die damit verknüpften Assoziationen werden erneut ausgelöst.
Außerdem hat sich gezeigt, dass das Gehirn Wissen vor allem durch das Speichern bestimmter Schlüsselbegriffe oder Schlüsselbilder abspeichert, die wiederum mit anderen Informationen verknüpft werden.
Zu dieser Regel gibt es zwei Ausnahmen:
- Eigennamen können auf einen Zweig geschrieben werden.
Wenn ich mir wie auf Bild 2 Gedanken über Innovation mache und mithilfe des blauen Astes Tools verschiedene Denktechniken festhalten möchte, dann kann ich den Namen des Erfinders der jeweiligen Denktechnik natürlich auf einen Ast schreiben. - Zitate und feststehende Begriffe
Auch diese kann ich auf einen Zweig schreiben. "Laterals Denken" als fester Begriff oder "sein oder nicht sein" als Zitat. Bei längeren Zitaten empfiehlt es sich jedoch das Schlüsselwort mit einem Sternchen und einer Nummer zu versehen und das Zitat auf ein Extra Blatt zu schreiben.

Wie ist das beim Business Mapping? Ist die Einwort-Regel hier auch wichtig?
Man sieht in den letzten Jahren immer mehr computergenerierte Maps, auch Business Maps genannt, die mehr als ein Wort auf den Zweigen stehen haben.
Dies hat folgenden Grund: Business Maps sollen oft selbsterklärend geschrieben werden, d.h. man schreibt mehrere Worte auf einen Zweig, damit man das Map ohne dieses zu erklären an andere weiterreichen kann. (Zum Vergleich: Ein Mind Map ist zuerst einmal ein Abbild der eigenen Gedanken und nicht unbedingt selbsterklärend) Dadruch, dass ich mehrere Worte auf einen Zweig schreibe, gehen natürlich die Vorteile der Einwortregel verloren. Eine elegante Lösung ist es, auch bei der Software nur ein Wort pro Zweig zu verwenden und die Zusatzinformationen in den Textnotizen zu verstecken. So erhalte ich mir die Übersichtlichkeit des ursprünglichen Mind Mapping und kann trotzdem Erklärungen in den Zweig packen.
Die Ein-Wort-Regel ist übrigens nicht der einzige Unterschied zwischen Mind Maps und Business Maps: Mehr dazu in diesem Post.
Weitere Informationen


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