Bücher-Mappen

Ein Punkt, der die Teilnehmer im Seminar immer wieder erstaunt und fasziniert sind Mind Maps, die den Inhalt eines ganzen Buches (vor allem Sachbücher) abbilden. Bild 1 und Bild 2 zeigen zwei Beispiele von Büchern von jeweils über 200 Seiten. Es handelt sich dabei nicht lediglich um einen Überblick oder eine kurze Zusammenfassung, sondern wirklich um alle für den Ersteller des Mind Maps relevanten Inhalte und Details eines Buches.





Um ein solches Buch-Map zu erstellen muss man ungefähr mit zwei bis drei Stunden zusätzlicher Zeit rechnen. Einmal erstellt, hat man dann in Sekundenschnelle wieder Zugriff auf den Inhalt eines Buches, auch nach langer Zeit noch. Der Inhalt bleibt außerdem viel stärker im Gedächtnis haften, als wenn man das Buch lediglich lesen würde. Wenn man also mit dem Inhalt eines Buches wirklich arbeiten muss, sind diese zwei Stunden eine lohnende Investition, die sich vielfach wieder auszahlt und sehr viel Zeit spart. Wie oft kommt es vor, dass man ein interessantes Buch liest, es wieder in den Schrank stellt und dann den Inhalt so gut wie wieder vergessen hat? Aus meiner Erfahrung sehr oft, wenn man sich keine Notizen macht.

Der Prozess
Die hier gezeigten Beispielmaps sind das Endergebnis eines Erstellungsprozesses, den ich nun vorstellen möchte:


  1. Während des Lesens wird von jedem Kapitel parallel zum Lesen ein Mind Map (auf DIN A4 oder DIN A3 Papier) erstellt. Immer wenn ich einen relevanten Inhalt lese, kann ich mein Mind Map erweitern. So habe ich am Ende eines Kapitels eine Mind Map Mitschrift.
    So verfahre ich mit jedem Kapitel, so dass ich am Ende zu jedem Kapitel ein Map habe (siehe Bild 3).
  2. Am Ende nehme ich mir alle meine Kapitel-Maps und vereinige diese zu einem großen Buch-Map (auf DIN A3 oder DIN A2). Dieser Teil ist noch einmal mit etwas Arbeit verbunden, da ich mir eine Struktur für dieses große Map überlegen muss und entscheiden muss, welche Zweige aus den Kapitel-Maps in das finale Map übernommen werden. Einige Inhalte aus den Kapitel-Maps werden sich überschneiden, so dass ich hier kürzen und aussortieren kann.
    Das Bild zeigt, wie sich das endgültige Map aus den verschiedenen Elementen der Kapitel-Maps zusammen setzt.



Was gibt es zu beachten?
Ich beobachte, dass viele Leute die Angewohnheit haben, einen Text erst einmal zu lesen und sich dann wichtige Punkte anzustreichen, um dann am Ende möglicherweise eine Mitschrift zu erstellen. Dieses Vorgehen ist bei einem einseitigen Text möglich, allerdings nicht bei einem Buch, das würde viel zu lange dauern. Beim oben beschriebenen Prozess wird das Map wirklich während des Lesens erstellt und ggf. später überarbeitet und verändert. Es muss nicht beim ersten Mal eine fehlerfreie Map herauskommen, im Gegenteil, der Prozess ist darauf angelegt, dass das Map später noch einmal überarbeitet werden kann.

Mind Mapping oder Business Mapping?
Muss man die Maps wirklich von Hand erstellen und dann wieder überarbeiten, oder kann man diese nicht gleich per Software mitmappen, z.B. mit MindManager?
Kann man schon, dadurch würde man sich auf alle Fälle Zeit sparen. Außerdem kann man das Map viel einfacher nachbearbeiten, weiterversenden etc., das spricht alles für den Computer.

Für das Erstellen eines traditionellen Mind Maps per Hand spricht, dass der Inhalt des Buches meist besser verarbeitet und vor allem besser gemerkt wird, wenn ein Map per Hand erstellt wird. Das selber Schreiben und Zeichnen eines Mind Maps anstelle des Tippens, ist für das Gehirn eine wichtiger Informationskanal, der beim Abspeichern von Informationen unterstützt. Außerdem ist ein handgezeichnetes Mind Map viel individueller und flexibler (Zeichnungen, Symbole etc.) als ein computergeneriertes Map und bleibt dadurch wesentlich besser im Gedächtnis. Deshalb erstelle ich meist ein Mind Maps, dass ich dann am Ende vorne in das Buch legen kann.

Ich empfehle hier, die beiden Herangehensweisen einfach einmal auszuprobieren. Es ist auch möglich, während des Lesens ein Mind Map zu erstellen und am Ende das finale Map am Computer zu erstellen.

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Kommentare

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  1. Andreas Weinberger schreibt:

    Das Verdichtungseffekt dieser Methode ist teilweise erstaunlich und manchmal geradezu erschreckend. Durch die Map erkennt man nämlich den Anteil der Information der tatsächlich nützlich ist und befreit sich vom restlichen "Sprach-Ballast".

    Je nach Aufbau der entsprechenden Bücher erkennt man dann plötzlich, dass eigentlich die Hälfte der Seiten auch gereicht hätte:-)

  2. Florian Rustler schreibt:

    ja, das geht mir sehr oft so. Für das erstmalige Verstehen braucht es natürlich ausführliche Sätze etc. Bei manchen Büchern allerdings erweitere ich meine Mitschrift streckenweise gar nicht, weil nichts Neues geschrieben wird.

    Eine aus dem Schnelllesen empfohlene Methode, die ich ebenfalls sehr hilfreich finde, ist es, zuerst Einleitung und Zusammenfassung eines Kapitels zu lesen (sofern vorhanden) und dann in die "Tiefe" zu gehen. Auch da merke ich dann oft, dass 80% der Inhalte bereits in Einleitung und Schluss besprochen wurden.

  3. Ingo Straub schreibt:

    Hallo Herr Rustler,
    ich habe in die neue Version von InfoRapid KnowledgeMap eine Funktion zum Texte/Bücher Mappen eingebaut. Dazu wird links im Bild der Text (Buchausschnitt) und rechts die MindMap angezeigt. Sobald Sie mit der Maus im Text (Buch) einen Textausschnitt markieren, wird dieser sofort als neuer Stichpunkt in die MindMap übernommen. Parallel dazu wird der Textausschnitt im gesamten Dokument farbig markiert. Eine ausführliche Anleitung finden Sie unter http://blog.knowledgemaps.info/.
    Viele Grüße
    Ingo Straub

  4. Florian Rustler schreibt:

    Hallo Herr Straub,

    Danke für den Hinweis. Eine sehr interessante Funktion, die ich bisher noch bei keiner anderen Software gesehen habe.

  5. Lisa schreibt:

    Schöne Anleitung, danke. :-)


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