Das Fahrrad der Zukunft – mit der richtigen Frage zu Innovation

Donnerstag, 29. Juli 2010

Zwei Beispiele aus den letzten zwei Wochen haben wieder einmal gezeigt, dass Innovation mit der richtigen Fragestellung anfängt.

Bosch und Klappfahrräder


Letzte Woche war ich eine Woche in Shanghai um für meinen Kunden Bosch in einem Multiplikatorentraining eine Gruppe von Moderatoren für Innovationsworkshops auszubilden.
Dabei arbeiten wir mit realen Fragestellungen der Teilnehmer, um einen einen Innovationsprozess zu üben. Bosch stellt zwar keine Fahrräder her, aber einer der Teilnehmer hat sich entschieden, an einem Konzept für portable Fahrräder zu arbeiten. Ziel war es ein Fahrradkonzepte zu entwickeln, die es Stadtmenschen in Asien ermöglichen, ihr Rad immer bei sich zu haben.
Das war das Ziel, aber nicht die Frage auf die wir Ideen entwickelt haben. Die Frage haben wir langsam mit Hilfe von Kreativitätstechniken herausgearbeitet. Dazu haben wir ein Netz der Abstraktion erstellt, um neue Frageperspektiven zu gewinnen.
Die Frage auf die wir dann Ideen generiert haben lautete: „Wie könnte ich eine komfortable
Art finden, das Fahrrad zu tragen?“ Nach Wahrnehmung der Gruppe sind auch die kleinen und leichten Klappräder unpraktisch zu transportieren. Daher war der Haupthebel zu überlegen, wie man ein solches Rad möglichst komfortabel transportieren konnte.
Die darauf entwickelten Ideen waren beeindruckend!



Eine Web 2.0 Strategie für das Personalmarketing der Allianz


Die letzten beiden Tage habe ich einen Innovationsworkshop für das Personalmarketing der Allianz moderiert, in dem sich eine Gruppe von Unternehmensvertretern und Stipendiaten von e-fellows.net Gedanken über eine zur Allianz passende Social Media Strategie machten. Auch hier hat sich gezeigt, dass eine kreative Formulierung der Fragestellung innovative Lösungen ermöglicht.
Zu diesem Workshop werde ich in den nächsten Tagen mehr veröffentlichen.

Einsatzbeispiel gesucht Mind Mapping und Wissensmanagement

Freitag, 23. Juli 2010

Im letzten Artikel habe ich auf die anstehende Veröffentlichung meines Buches "Mind Mapping für Dummies" hingewiesen. Darin wird auch ein Kapitel über Wissensmanagement mit Mind Mapping enthalten, in dem ich erkläre, wie Mind Maps für das persönliche und betriebliche Wissensmanagement eingesetzt werden können.
Ein Beispiel ist auch das Forschungsinformationssystem FIS, über das ich bereits hier berichtet habe.
Ich würde gerne noch weitere Fallbeispiele schildern und einige Mind Maps zeigen. Deswegen starte ich hier nun diesen Aufruf. Falls Sie persönlich oder Ihr Unternehmen Mind Mapping für das Wissensmanagement einsetzen und Interesse haben, als Fallbeispiel in meinem Buch zu erscheinen, melden Sie sich bitte bei mir: rustler(at)creaffective(dot).de
Vielen Dank!

Mind Mapping für Dummies

Sonntag, 18. Juli 2010

Der Schwerpunkt meiner Arbeit ist der Fokus auf Kreativität und Innovation für die Geschäftswelt. Mit Innovationsworkshops und Kreativitätstrainings unterstütze ich Firmen, Ihre Innovationskraft zu stärken. Leser des creaffective Blogs und Besucher der creaffective Website werden aber auch schnell merken, dass sich dort viele Inhalte zu Mind Mapping finden.
Dies liegt in der creaffective Historie begründet. Ich arbeite seit vielen Jahren mit Mind Mapping, bin zertifizierter Mind Mapping Trainer und habe früher einmal mit Mind Mapping Trainings begonnen. Kürzlich habe ich einen Mind Mapping Onlinekurs veröffentlicht, um Mind Mapping möglichst vielen Menschen auf einfache Weise zugänglich zu machen. Nun hat Anfang dieses Jahres der Wiley-Verlag angefragt, ob ich nicht bereit wäre, einen Band über Mind Mapping für die bekannte "für dummies"-Reihe beizusteuern. Ja, bin ich.
Die Inhalte sind zum Großteil bereits erstellt, auch ein Cover gibt es schon. Das Buch wird Anfang 2011 erscheinen.



Folgende Inhalte sind unter anderem geplant

  • Informationen visualisieren, wie und warum
  • Mind Maps richtig erstellen
  • Mind Mapping zum Organisieren und Strukturieren
  • Textarbeit mit Mind Mapping
  • Mitschriften bei Reden, Vorträgen und Besprechungen
  • Überblick über Mind Mapping Software und Vergleich existierender Mind Mapping Programme
  • Einführung in die Software MindManager und iMindMap

Im Abschnitt fortgeschrittene Strategien für Mind Mapping wird es gehen um
  • Mind Mapping Lesetechniken
  • Lernen und Prüfungsvorbereitung mit Mind Mapping
  • Projektmanagement mit Mind Mapping
  • Wissensmanagement mit Mind Mapping
  • Mind Mapping im Kreativprozess (hier ist die größte Verbindung zu meinem jetzigen Schwerpunkt Kreativität und Innovation).

Für die fortgeschrittenen Strategien werde ich in den nächsten Tagen auch noch einmal nach Beispielen von anderen Anwendern suchen, die neben meinen eigenen Anwendungen möglicherweise im Buch vorgestellt werden.

Kunst und Innovation

Montag, 12. Juli 2010

Ende April einen Tag bevor der europäische Luftraum wegen der Aschewolke gesperrt wurde war ich am New Yorker Flughafen, um einen Flieger nach Frankfurt zu erwischen. Wegen der Aschewolke würde der Flug mit sechs Stunden Verspätung abheben. Hinter mir in der Reihe stand ein – wie ich kurz danach herausfinden sollte – Professor der Frankfurter Kunstakademie, der die Hälfte des Jahre in New York und die andere Hälfte in Frankfurt lebte. Kurz darauf gingen wir zum Abendessen am Flughafen und ich fragte den Experten nach einer Definition von Kunst.
Zu meinem Erstaunen hatte er keine für mich, Kunst ließe sich nicht so einfach definieren genauso wie es sich nicht so einfach bewerten ließe.
Obwohl ich es bis heute nicht genau weiß, was Kunst eigentlich ist, bin ich mir ziemlich sicher, dass Kunst im Zusammenhang mit Kreativität steht.

Kreativität definiere ich als etwas "Neues, das Nutzen bringt". Für wen und für wie viele Menschen dieses Neue nützlich sein muss, darüber debattieren die Kreativitätsforscher seit langem.

Auch Innovation steht in Zusammenhang mit Kreativität. Innovation definiere ich als "die Einführung eines kreativen Ergebnisses in einen Markt".
Gibt es eine Gemeinsamkeit zwischen Kunst und Innovation?

Originalität als gemeinsamer Bestandteil von Kunst und Innovation


Weiter geholfen hat mir hier Richard Sennett mit seinem Buch "The Craftsman". Er beschäftigte sich mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden von Handwerk und Kunst. Ein Unterschied zwischen den beiden ist bei oft gleicher Tätigkeit die Betonung der Originalität und der Fokus auf die Künstlerperson in der Kunst im Gegensatz zum Handwerk. Sennett definiert Originalität als "ein etwas wo zuvor nichts war."

Ist das Kunst oder kann das weg? – Unterschiedliche Bewertungskriterien


Die Originalität spielt auch in der Innovation eine große Rolle. Im Gegensatz zur Kunst ist Innovation heute fast nur in einem Team zu schaffen. Neben der Originalität muss jedoch auch das Kriterium der Effektivität erfüllt sein. Hierzu habe ich mir in einem Artikel zum Unterschied zwischen Kreativität und Innovation bereits Gedanken gemacht und dazu auch eine Matrix entworfen, die bei der Unterscheidung hilfreich sein kann.


Das Kriterium der Effektivität und damit der Frage, wie viel Nutzen ein originelles Produkt für einen Markt stiftet ist das Hauptbewertungskriterium für Innovation.
Eine Aussage a la "du verstehst mich halt nicht", wie sie laut Sennett von vielen Künstlern geäußert wird, hat bei der Bewertung von Innovation keinerlei Gültigkeit.
Die Herangehensweise und die Einstellung von Künstlern und zum Beispiel Ingenieuren, die an einem neuen technischen Produkt arbeiten, können durchaus ähnlich sein, in der Hinsicht, dass beide einen kreativen Prozess einsetzen. "Die Grenzen zwischen Kunst und dem Ingenieurwesen existieren nur in unserem Kopf", wie dieses Video schön zeigt.

Innovation als ein kreativer Prozess mit Beschränkungen


Der Forscher Dean Simonton beschäftigte sich lange mit wissenschaftlicher Kreativität und verglich diese mit künstlerischer Kreativität. Die künstlerische Kreativität nutzt möglicherweise einen ähnlichen Prozess der Erschaffung und Auswahl von Ideen, wie die wissenschaftliche Kreativität. Die wissenschaftliche Kreativität ist jedoch vielen Beschränkungen (zum Beispiel Naturgesetze) unterworfen wie die künstlerische Kreativität. Diese Beschränkungen müssen berücksichtigt werden, um zu einem Ergebnis zu kommen, dass neu und nützlich ist.

Die Einstellung von Innovatoren

Dienstag, 6. Juli 2010

Am 30 Juni gab es im Handelsblatt einen ökonomischen Gastkommentar von Sebastian Turner mit Titel "einen Vorsprung erzielt nur, wer sich infrage stellt“. Darin argumentiert Turner, dass "Erfolg
und Misserfolg [von Innovation] nicht am Geld [hängen], sondern am Geist: an der Fähigkeit und Bereitschaft, Innovation zu erkennen, wertzuschätzen und erfolgreich zu verwirklichen."
Innovation wird neben seiner inflationären Verwendung vor allem mit großen Summen in Forschungs- und Entwicklungsprojekte assoziiert. Diese Aspekte spielen sicherlich auch eine Rolle. Turner weist in seinem Artikel darauf hin, dass Innovation zunächst auf einem viel grundlegenderen Level beginnt: Mit der Geisteshaltung oder Einstellung von jedem Einzelnem. Kern dieser Geisteshaltung ist nach Sebastian Turner vor allem das ständige Hinterfragen des Hier und Jetzt. "Das ist nicht nur leicht gesagt, es ist auch erstaunlich leicht getan. Ein jeder kann es an seinem Platz. Es geht nicht um die Neuerfindung der Menschen oder der Organisationen, sondern allein darum, stets und immer darauf zu achten, dass Überholtes infrage gestellt und neue Lösungen gesucht und erprobt werden."

Leichter gesagt als getan


Ich stimme mit Turner darin überein, dass kleine Veränderungen auf der Ebene der Einstellung bereits sehr viel bewirken. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter zu sagen, dass ohne diese Veränderung der Einstellung andere Einflussfaktoren, um zu mehr Innovation zu gelangen wenig Effekt haben werden. Andere Einflussfaktoren können Kreativitätstechniken und ein systematischer Kreativprozess, aber auch zeitliche und finanzielle Ressourcen sein.

Ich glaube jedoch auch, dass es nicht ganz so einfach ist, diese Einstellung zu verändern und zu leben. Um Denkgewohnheiten, die sich tief in unser Gehirn eingegraben haben zu verändern, braucht es erst einmal ein Bewusstsein dafür, dass diese überhaupt existieren und oft automatisch ablaufen. Außerdem braucht es die Erfahrung, wie es anders gehen könnte und dass diese andere Einstellung und die daraus folgenden Verhaltensweisen einen positiven Effekt haben.
Diese Arbeit an der eigenen Einstellung ist ein zentraler Bestandteil der creaffective Kreativitätstrainings, bevor wir uns Kreativitätstechniken, Kreativprozessen und anderen Einflussfaktoren beschäftigen.

Zwei wichtige Geisteshaltungen fehlen neben der Neugier und dem Hinterfragen noch, um vom Hinterfragen zu einem konkreten Ergebnis und damit irgendwann auch zu einer Innovation zu gelangen.

Den Wert von neuen Ideen suchen


Wenn neue Ideen und Vorschläge kommen, sind diese oft ungewohnt, teilweise unvorstellbar, vielleicht haben wir sogar Angst davor. Jede dieser drei Reaktionen führt dazu, dass wir der Idee eher ablehnend gegenüber stehen (an anderer Stelle habe ich argumentiert, dass unser Gehirn standardmäßig diese Verhaltensweise fördert). Das Dumme ist, dies passiert meist bei neuen Ideen, eben weil sie neu sind. Um Innovation zu ermöglichen ist daher eine zentrale Einstellung nach dem Wert in neuen Vorschlägen zu suchen und nicht nur und vor allem nicht im ersten Schritt sich darauf zu konzentrieren, wo das Problem liegt. Aus meinen Trainings weiß ich, dass dies sehr leicht gesagt und schwer umgesetzt ist.

Verantwortung für die eigene Kreativität übernehmen


Einen zweiten Punkt spricht Turner in seinem Artikel implizit mit an. Es muss nicht immer die große Generalreform sein. Oft fehlt dem Einzelnen dazu die Entscheidungsbefugnis. Dann denkt man sich schnell: Ich würde ja gerne, aber die (wer auch immer) lassen mich einfach nicht. Auch das ist sicherlich richtig, wir alle sind Rahmenbedingungen unterworfen, die uns Grenzen setzen. Dennoch ist jeder selbst verantwortlich etwas zu tun und wenn es nur kleine Veränderungen sind und wenn es der hartnäckige Versuch ist andere von eine Idee, für die man brennt zu begeistern. Die anderen lassen mich nicht heißt jede Verantwortung und auch jede Gestaltungsmöglichkeit aus der Hand zu geben.

creaffective Newsletter gestartet

Freitag, 2. Juli 2010

Ich kenne es von meinem eigenen Internet-Leseverhalten. Es gibt viele interessante Blogs und Websites, die ich gerne beobachten würde. Mit sogenannten Feed-Readern zum abonnieren von Blogs ist das schon sehr bequem. Noch bequemer und einfacher zu verwalten sind Informationen, die ich über regelmäßige Newsletter bekomme. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mir diese Infos ansehe erhöht sich, da der aktive Schritt, regelmäßig auf die Website zu schauen entfällt.

Diesen Service möchte ich nun auch für Interessierte an den creaffective Themen bieten.
Über die rechte Seitenleiste dieses Blogs oder über die creaffective Startseite können Sie sich für den monatlichen creaffective Newsletter anmelden, den ich Ende Juli zum ersten Mal verschicken werde.

Neben Hinweisen auf Artikel aus diesem Blog wird es exklusive Inhalte wie zum Beispiel die Kreativitätstechnik des Monats geben, die ich nur Abonnenten des Newsletters zur Verfügung stellen werde.

Mit Ideentreffs zu mehr Innovation bei der R+V BKK

Donnerstag, 1. Juli 2010

Als freiwillig Versicherter der R+V BKK bekomme ich regelmäßig die Mitgliederzeitschrift der Krankenkasse. Die letzte Ausgabe berichtete über einen dreistündigen Ideentreff moderiert von Gaby Behrens, u.a. für das Innovationsmanagement in der BKK verantwortlich. Bei diesem Ideentreff nutzte die R+V BKK das Engagement und die Ideen von 12 Versicherten, um zu überlegen, wie die R+V BKK in Zukunft noch besser werden kann.

Als Moderator von Innovationsworkshops hat mich das natürlich neugierig gemacht. Meine Fragen habe ich Frau Behrens in einem Interview gestellt.

Florian Rustler: Frau Behrens, auf Ihrer Internet-Seite gibt es einen Bericht über den R+V BKK Ideentreff mit einem Zitat in dem der Ideentreff als "ungewöhnlich mutige und offene" Aktion gelobt wird. Warum ist es für eine Krankenkasse mutig, solch einen Ideentreff zu organisieren?

Gaby Behrens: Diese Aussage kam von einem Teilnehmer in der Feedbackrunde am Ende der Veranstaltung. Da wir die Veranstaltung selbst durchgeführt haben und nicht durch einen externen Moderator, haben wir uns natürlich auch der Kritik der Teilnehmer direkt gestellt. Das fand der Teilnehmer mutig.

FR: Der Ideentreff dauerte drei Stunden. Wie lief dieser ab? Gab es einen speziellen Prozess, mit dem das Denken der Gruppe organisiert wurde, haben Sie mit (Kreativitäts)-Techniken gearbeitet?

GB: Wir haben zum Warmwerden ein klassisches Brainstorming durchgeführt und dann an vier Pinnwänden mit der 6-3-5 Methode Ideen gesammelt. Da wir das erste Mal einen Kundenworkshop dieser Art durchgeführt haben und es an Erfahrung fehlt, waren wir bei der Kreativtechnik und der Fragestellung eher konservativ.

FR: Für meine Verhältnisse sind drei Stunden für einen Workshop sehr kurz. Was haben Sie vor dem Workshop vorbereitet, um in diesen drei Stunden produktiv arbeiten zu können. Was passiert nun nach dem Workshop?

GB: Sie haben Recht, drei Stunden sind nicht lang. Wir wollten aber die Zeit der Teilnehmer nicht über Gebühr beanspruchen, denn wir können kein Honorar zahlen, auch nicht die Fahrtkosten erstatten und haben den Workshop an einem Samstag durchgeführt. Die Teilnehmer fanden diesen Zeitrahmen auch genau richtig. Allerdings kann in so kurzer Zeit natürlich nur eine einfache Ideensammlung stattfinden. Die Ideen dienen uns als Grundlage, um Maßnahmen zu konzipiert und nun umsetzen.

FR: Was sind aus Ihrer Sicht Erfolgsfaktoren für die Organisation und Durchführung eines Ideentreffs?

GB: Der wichtigste Erfolgsfaktor ist aus meiner Sicht Erfahrung mit der Durchführung und den verschiedenen Techniken. Nur wenn man so etwas häufiger gemacht hat, weiß man, wo Schwierigkeiten auftreten können, was geht und was nicht geht. Völlig unterschätzt wird z.B. die richtige Fragestellung für das Thema. Wir haben vorab eine Generalprobe mit den Mitarbeitern der Marketing-Abteilung gemacht und danach unsere Fragen komplett überarbeitet. Nach den Erfahrungen, die wir dann im Workshop gemacht haben, hätte ich einige der Fragen sogar nochmals geändert.

FR: Öffentliche Krankenkassen stecken ja in einem engen Gesetzes- und Regelkorsett des Staates. Wo ist hier Gestaltungsspielraum für Innovation?

GB: Der Gestaltungsspielraum ist tatsächlich sehr gering. Leistungen werden vom Gesetzgeber vorgegeben, sodass das Thema "neue Produkt" wenig bietet. Aber in Punkto Service kann einiges getan werden. Zu diesem Thema kamen denn auch etliche Anregungen, die uns zeigen, in welche Richtung wir gehen sollten.

FR: Sofern Sie das verraten dürfen: Welche Ideen wird die R+V BKK nun nach diesem Workshop weiter entwickeln?

GB: Zusammengefasst wünscht sich der Kunde noch mehr persönliche Ansprache und hohes Know how in den Fachgebieten. Die zum Teil sehr interessanten Ideen für den Kundenkontakt möchte ich aber nicht verraten. Nur so viel: Sie sind einfach umzusetzen, haben aber eine große Wirkung.

FR: Sie möchten noch weitere derartige Workshops veranstalten. Zurück blickend auf den vergangenen Workshop: Was haben Sie bei der Durchführung dieses ersten Ideentreffs gelernt? Was möchten Sie beim nächsten Workshop anders machen?

GB: Das Generieren der Teilnehmer ist schwieriger als erwartet. Wir müssen ca. die dreifache Menge an Kunden anschreiben, um auf unsere gewünschte Teilnehmerzahl zu kommen. Ich möchte auch gerne Kreativitäts-Techniken ausprobieren, die einen ganz anderen Blickwinkel bei der Ideensammlung ermöglichen.

FR: Sie selbst haben eine einwöchige Innovationsausbildung absolviert. Was hat sich dadurch für Sie, Ihre Arbeit und die R+V BKK verändert?

GB: Ich habe dadurch erst einmal Grundkenntnisse zu diesem Thema bekommen und gesehen, was alles machbar ist. Die praktische Umsetzung des Gelernten ist dann allerdings eine ganz andere Geschichte. Die Ausbildung hat aber immerhin ermöglicht, dass wir so einen Workshop ausprobieren.