Mind Mapping Online Videokurs kurz vor dem Start

Sonntag, 25. April 2010

Letzte Woche war es etwas ruhiger hier auf dem Blog. Dies liegt daran, dass ich in den letzten Vorbereitungen für den Start des creaffective Mind Mapping Online Seminars bin, das ich im Laufe dieser Woche veröffentlichen werde.

Was nützt der Mind Mapping Online Videokurs?


Der Mind Mapping Online Videokurs ermöglicht es jedem die Technik des Mind Mapping und seine Einsatzgebiete zu erlernen. Nach dem Kurs ist der Teilnehmer in der Lage Mind Maps richtig zu erstellen und diese in relevanten Einsatzgebieten einzusetzen.

Die wichtigsten Daten im Überblick:
  • In 12 Kapiteln wird Mind Mapping in unterschiedlichen Einsatzgebieten vorgestellt und geübt.
  • Jedes Kapitel enthält praktische Übungen im Rahmen derer gemappt wird.
  • Alle Übungen ergeben ca. 8 Stunden Kursdauer, das entspricht meinem Mind Mapping Tagestraining.
  • Sowohl Mind Mapping mit Papier und Stift als auch per Software wird behandelt.
  • Der Kurs kann unabhängig von Zeit und Ort absolviert werden.
  • Für den Kurs habe ich zwei Stunden Videomaterial erstellt, mit einen Drehtag im Studio und vielen Stunden zu Hause.
Die Einführungskampagne zum Kurs beginnt Ende der kommenden Woche. Unten stehend schon einmal das Eröffnungsvideo des Kurses.

Wie der Flugverkehr trotz Aschewolke sichergestellt werden kann

Samstag, 17. April 2010

Gestern gegen 17 Uhr bin ich mit einer der letzten Maschinen aus New York in München gelandet. Kurz danach wurde auch der Flughafen München wegen der Aschewolke dicht gemacht.
Heute morgen im Radio wurde berichtet, dass der Eyjafjalla Vulkan in Island während seiner letzten Aktivität zwei Jahre lang aktiv war. Das war noch bevor es den modernen Flugverkehr gab. Stellen wir uns vor, der Vulkan entschließt sich, wieder für zwei Jahre aktiv zu werden:
Nach eine paar Monaten könnten Lufthansa, Air Berlin und Co wahrscheinlich zu machen und auch um die Europäischen Flughäfen sehe es schlecht aus.

Ich denke, wenn absehbar ist, dass das der Vulkan auch nur einige Wochen aktiv bleiben wird, würden sich die Fluglinien, die Flughäfen und die Flugsicherheitsbehörden intensiv Gedanken machen, wie sie den Flugverkehr doch wiederherstellen können.
Ich glaube, dass ihnen das auch gelingen würde. Im Moment gibt es keine bekannte Lösung für das Problem. Es wäre als eine Menge Kreativität gefragt, um das Problem zu lösen.

Kreativworkshop / Innovationsworkshop mit Experten gegen die Aschewolke


Um auf dieses komplexe Problem neue und funktionierende Lösungen zu finden, ist ein Innovationsworkshop mit Experten aller beteiligten ein gutes Mittel. Ich bewerbe mich hiermit darum, diesen moderieren zu dürfen! :-)

Den Flugverkehr wiederherstellen – wo ist das Problem?


Herauszubekommen, an welchem Hebel man ansetzen sollte, um das Problem zu lösen, würde eine zentrale Rolle spielen. Bevor eine Gruppe Energie darauf verwendet nach Lösungen zu suchen, wäre es bei solch einem Thema elementar wichtig, dass die Gruppe sich im Klaren, worauf eine Lösung gefunden werden soll, das heißt mit welchen Fokus die Suchrichtung der Problemlösung definiert wird. In meinem von mir moderierten Problemlöseworkshop würde ich eine Expertengruppe aus Vertretern von Fluglinien, Flughäfen, Flugsicherung und Wissenschaftlern wohl erst einmal mindestens einen Tag damit verbringen lassen mit Hilfe von Kreativität heraus zu finden, was genau das Problem ist, das gelöst werden muss.
Dazu würde ich mit dem Challenge Map Verfahren arbeiten einer Kreativitätstechnik, um Herausforderungen zu formulieren und das Kernproblem / die Kernprobleme zu finden. Es hilft außerdem dabei festzustellen, wie die unterschiedlichen Problemaspekte zusammen hängen und an welche Stelle die größte Wahrscheinlichkeit besteht, das Problem zu lösen.
Durch den Einsatz von Kreativität werden dabei verschiedene Problemperspektiven und damit oft Lösungsrichtungen aufgezeigt, die vorher undenkbar waren.

Abbildung 1 (zum vergrößern klicken) zeigt ein von mir erstelltes Beispiel mit möglichen Problemformulierungen, die mir als absolutem Laien eingefallen sind.
In einem Innovationsworkshop müssten die Experten dieses Map erstellen, dabei würden wahrscheinlich völlig andere Fragestellungen zu Tage treten.

Bei den Flugzeugen oder der Asche ansetzen?


Die Abbildung zeigt, dass es möglicherweise völlig verschiedene Hebel geben könnte, wie man dem Oberziel "Wie könnten wir den Flugverkehr wieder aufnehmen?" näher kommen könnte.



Mögliche Frage könnten zum Beispiel lauten:
  • Wie könnten wir (WKW) die Flugzeuge gegen die Asche unempfindlich machen?
  • WKW andere Flugzeugtypen einsetzen?

Sollte sich die Gruppe dazu entschließen an den Flugzeugen anzusetzen, weil es als wenig erfolgsversprechend betrachtet wird, die Asche zu neutralisieren, dann würden sich wieder eine Reihe unterschiedlicher Perspektiven ergeben, zum Beispiel:
  • WKW sicherstellen, dass die Flugzeuge sicher navigieren können?
  • WKW sicherstellen, dass die Turbinen einwandfrei funktionieren?

Aus Sicht von anderen Stakeholdern, wie könnte das Problem ein noch abstrakteres sein. Mögliche Fragen, die sich zum Beispiel die Regierung stellen könnte lauten:
  • WKW den Personentransport gewährleisten?
  • WKW den Güterverkehr gewährleisten?

Die Abbildung zeigt, dass die Fragen vom Abstraktionslevel her über der Frage des Flugverkehrs stehen, da es neben dem Flugverkehr ja auch andere Mittel gibt Personen und Güterverkehr zu ermöglichen.

Neue Arbeitszeit-, Auszeit- und Ruhestandsmodelle

Mittwoch, 14. April 2010

Morgens um 9 einstempeln abends um 17 Uhr ausstempeln, mittags 45 Minuten Pause und das jeden Tag. Private Mails dürfen Sie nicht checken, auf die Toilette gehen dürfen Sie dafür ohne zu fragen. Im Jahr gibt es 30 Tage Urlaub und mit spätestens 65 müssen Sie Rente.
Die aktuelle Ausgabe der Brand 1 bringt einige Beispiele von Menschen, die sich diese Art des Lebensstil-Designs (Tim Ferriss) nicht vorstellen können. Gut, das Beispiel war gerade etwas überspitzt. In vielen Unternehmen ist das viel lockerer, da dürfen Sie 60 Minuten Mittagspause machen, müssen weder ein- noch ausstempeln und dürfen / müssen dafür abends unbegrenzt länger bleiben. Auch nicht wesentlich attraktiver?

Einige Tendenzen deuten darauf hin, dass Unternehmen sich hier in der Zukunft umstellen müssen.

Mehr Flexibilität während der Arbeitsphase


Für viele jüngere Mitarbeiter ist dieses Korsett immer weniger attraktiv. Statt dessen wünschen Sie sich mehr Flexibilität und Freiheit. Viele möchten die so oft zitierte Weltreise nicht erst dann machen, wenn sie auf die 70 zugehen und womöglich körperlich nicht mehr in der Lage dazu sind, sondern mit Anfang 30. Hätten sie ja auch vorher machen können! Da war nur leider das Geld nicht da. Das Geld dafür haben sie jetzt, da sie gut verdienen.

Wenn es nicht eine längere Auszeit ist, dann wünschen sich viele ein flexibleres Arbeiten mit mehr Freiheit in Hinblick auf Arbeitszeit und Ort arbeiten. Das ist für Unternehmen natürlich schwierig umzusetzen, da Arbeits- beziehungsweise Anwensenheitszeit immer noch die einfachste Methode ist, Arbeit zu messen, auch wenn das bei vielen Tätigkeiten nicht sinnvoll ist.

Arbeiten bis in hohe Alter?


Menschen die eine Tätigkeit ausüben, die ihnen keine Freude bereitet, sehen sich den Ruhestand beim Eintritt in das Berufsleben herbei. Wie schrieb Reinhard Sprenger so schön: "Viele sind mit 18 gestorben und werden erst mit 80 beerdigt." Das ist meiner Meinung nach das eigentlich Schlimme: Nicht das lange Arbeiten, sondern eine Tätigkeit, die keine Freude macht.
Für andere, die Spaß an dem haben, was sie tun und es vor allem aus intrinsischer Motivation tun ist der Ruhestand der größte anzunehmende Unfall, bei dem einem quasi verboten wird, weiter etwas zu tun, das einem Spaß macht. Der Sohn von Richart von Weizsäcker beschrieb seinen Vater in einer Dokumentation auf Arte letzte Woche so: "Er ist wie ein Fahrrad, wenn es stehen bleibt, fällt es um."

Wenn man den Berichten zum Thema glauben darf, werden wir in Deutschland länger arbeiten müssen, einmal deshalb weil wir immer älter werden und sich das Sozialsystem nicht mehr trägt, zum anderen weil es nicht genügend Junge gibt, die die Alten ersetzen können.

Neue Auszeit- und Ruhestandsmodelle in Unternehmen notwendig?


Im März hatte ich Gelegenheit bei einem Kunden einen Innovationsworkshop genau zu diesem Thema moderieren zu dürfen. Aufgrund der Geheimhaltungsverpflichtung darf ich keine spezifischen Details preisgeben. Für mich war es sehr spannend diesen Workshop zu moderieren, weil ich dieses Thema auch persönlich sehr interessant finde.

Organisationen haben es hier sicherlich nicht leicht: Hinsichtlich der Austrittsmodelle, gibt der Gesetzgeber ein relativ starres Regelwerk vor. Zusätzlich – und das ist gravierender – besteht in vielen Unternehmen eine Kultur, die neue Modelle nicht gerade erleichtern. Besonders bei Führungskräften gibt es oft Rollenvorstellungen, die es nicht gerade einfach machen, neue Modelle einzuführen. Zum Beispiel deshalb, weil es nicht dem Klischee des Leistungsträgers oder der Leistungsträgerin entspricht, wenn dieser plötzlich 6 Monate weg möchte oder weniger arbeiten möchte.

Trotz dieser Umstände bin ich begeistert, wie es der Gruppe gelungen ist, viele Möglichkeiten zu entwickeln, die sich auch umsetzen lassen.
Zwei Modelle, die nicht aus dem Innovationsworkshop stammen, möchte ich erwähnen.

Beispiel Arbeitszeitmodell: ROWE – Results Only Work Environment


In den USA wurde das Results Only Work Environment entwickelt, ein Arbeitszeitmodell bei dem es überhaupt keine festen Zeiten mehr gibt, weder hinsichtlich der Arbeitsdauer noch hinsichtlich der Anwesenheit. Zuerst eingeführt wurde es von Best Buy, um den hohen Fluktuationsraten der Mitarbeiter entgegen zu treten. Nun wurde dieses Modell auch in einer öffentlichen Verwaltung in den USA eingeführt.

Beispiel Lebensstil-Design: Stefan Sagemeister


Über das persönliche Modell des Designers Stefan Sagemeister habe ich schon einmal ausführlich berichtet (Artikel: Elementare Umformungen, den Lebensstil gestalten). Er hebt kurz gesagt die Dreiteilung des Lebens in die Phasen Ausbildung, Arbeit und Ruhestand auf, in dem er ähnlich wie Tim Ferris in seinem Buch 4 hour workweek die Ruhestandszeit in kleine Häppchen von einem Jahr zerlegt und diese über die Arbeitszeit verteilt. Sagemeister spricht von einjährigen Sabbaticals, Ferris von mehrmonatigen Mini-Ruheständen.

Das TED-Video, in dem Sagemeister sein Modell vorstellt, füge ich noch einmal ein.



Ich kann mir vorstellen, dass bei vielen Leser beim durchlesen dieses Artikels, eine innere Stimme oft "ja, aber..." gesagt hat. Einfach ist es sicher nicht, solche Modelle firmenweit oder persönlich umzusetzen, aber (!) es ist alles andere als unmöglich oder illusorisch.

Wie kindliches Denken zu mehr Innovation verhilft

Samstag, 3. April 2010

Seit kurzem gibt es auf der TED-Website eine Rede der 12 (zwölf!) jährigen Adora Svitak, einer Bloggerin und Autorin, über die Besonderheit des kindlichen Denkens. Kaum zu glauben, dass Adora erst 12 Jahre alt ist.



In ihrer Rede beschreibt sie einige Unterschiede zwischen dem kindlichen und dem erwachsenen Denken.

Kinder: Offen und ohne Begrenzungen


Das kindliche Denken zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es nur wenige Beschränkungen und Begrenzungen gibt und es offen in alle Richtungen ist. Nichts scheint erst einmal unmöglich, nur selten hört man von Kindern den Satz, „das geht nicht, weil...“.Gerade dieses Fehlen von Begrenzungen lässt das Denken von Kindern für uns Erwachsene so erfrischend erscheinen, negativ ausgedrückt naiv und realistisch.

Erwachsene: Bewertend und kritisch


Die Denkweise von Erwachsenen dagegen ist ganz anders. Erwachsene denken kritisch und "realistisch" und wissen was möglich ist und was nicht. Das heißt, im Gegensatz zu Kindern, haben Erwachsene viele Begrenzungen in den Köpfen, die das Gedachte sofort bewerten und beurteilen können. Je mehr Erfahrung ein Mensch hat, desto mehr geistige Skripten bilden sich in einem Gehirn und desto schwerer fällt es uns, uns von diesen vorhandenen Mustern zu lösen.

Innovation benötigt beides, das kindliche und das erwachsene Denken


In meinen Kreativitätstrainings und Innovationsworkshops führe ich die Teilnehmer am Anfang immer in das wichtigste Prinzip der erfolgreichen kreativen Problemlösung ein. Die Trennung von divergierendem und konvergierenden Denken.

Wie die Namen bereits verraten, handelt es sich beim divergierenden Denken um, eine breite Suche nach vielen unterschiedlichen und neuen Alternativen.

Beim konvergierenden Denken geht es um eine fokussierte positive/ bejahende Evaluation der Alternativen.

Diese beiden Arten entsprechen grob dem kindlichen Denken und dem erwachsenen Denken, mit dem Zusatz, dass das konvergierende Denken nach bestimmten Regeln erfolgt und auch Schwachpunkte und Bedenken auf konstruktive Weise formuliert und behandelt werden.

Zentral für das Entwickeln neuer Lösungen, die funktionieren ist dabei, dass diese beiden Arten des Denkens von einander getrennt werden und nacheinander erfolgen. Genau das bleibt in vielen Köpfen von Erwachsenen und in 99% aller Gruppenbesprechungen mit Erwachsenen aus. Die beiden Arten werden vermischt, was dazu führt, dass kindlichen Denken ohne Begrenzungen sofort wieder vom kritischen Denken eingefangen wird und wir uns immer im Bereich dessen bewegen, was wir schon immer gedacht haben. Wir Erwachsenen können uns nur schwer aus unserem "erwachsenen" Denken lösen und betrachten das divergierende Denken oft als unangebracht und kindisch.
Für Innovation ist daher eine Balance zwischen dem kindlichen (nicht kindischen!) und verspielten Denken (divergierend) und dem kritischen Denken (konvergierend) und eine strikte Trennung dieser beiden Denkarten zentral.



In einer schon etwas älteren, aber genialen TED-Rede zeigt Ken Robinson, wie vor allem die Schule aus Kindern, die ihre Kreativität auf ganz natürliche Weise ausdrücken schrittweise "Erwachsene" macht, die vor allem kritisch denken und immer wissen, warum etwas nicht gehen kann und wo das Problem liegt.