Mind Map Wortanalyse

Sonntag, 29. November 2009

Anfang des Jahres sind Stefan Scheurer vom Wissens- und Datenmanagement Blog und ich in einen Artikel-Dialog getreten, wie man Mind Maps mit weiteren Informationsdimensionen anreichern könnte.
Im meinem Artikel Mind Mapping Software mit Tagcloud-Funktion habe ich mir Gedanken gemacht, wie von digitalen Mind Maps sogenannten quantitative Wortwolken erstellt werden könnten. Wortwolken sind bekannt als Tag-Clouds, z.B. bei Bookmarking-Diensten.

Damals habe ich einige Vorteile darin gesehen, wenn Mind Mapping Software wie z.B. Mindjet MindManager in der Lage wäre, solche Wortwolken zu erstellen:

"Diese parallele, aber visuell anders strukturierte, Darstellung eines Mind Maps Inhaltes bietet folgende Mehrwerte:

  • es wäre eine andere Sicht auf die Inhalte eines Mind Maps möglich.
  • Inhalte werden neben der hierarchisch strukturierten Darstellung des Mind Maps unabhängig von ihrer Verortung innerhalb des Maps quantitativ dargestellt.
  • auf diese Weise kann ein Informationsgewinn entstehen, da noch eine weitere „Dimension“ zum Inhalt des Mind Maps hinzukommt."

Nun habe ich eine Möglichkeit gefunden, wie man diese Wortwolken zumindest halb-automatisch erstellen kann.
Die Website Wordle.net bietet die Möglichkeit von beliebigen Texte oder Blogartikel quantitative Wortwolken zu erstellen. Quantitativ heißt, dass einfach die Häufigkeit der Worte abgebildet wird, ganz wie bei den Tagclouds.
In Wordle kann man nun Mind Mapping Inhalte einspeisen und sich eine Wortwolke erstellen lassen.

Bild 1 zeigt ein Mind Map zu einem wissenschaftlichen Text, den ich gelesen habe.
(1 - Brunet, A. P. and New, S. (2003) 'Kaizen in Japan: an empirical study', International Journal of Operations & Production Management, Vol. 23, no. 12, pp. 1426-1446.)



Bild 2 zeigt das Original Mind Map dazu



Über die Wortwolke ist nun eine zusätzliche Sicht auf das Mind Map möglich. Die Zusatzfunktionen, die ich mir in meinem Artikel vom Januar gewünscht habe, sind so natürlich nicht möglich.

Interessant wird es nun, wenn ich den Originaltext, der mir als PDF-Datei vorliegt durch Wordle jage.
Das Ergebnis zeigt Bild 3.



Damit sind nun Vergleiche möglich, z.B. ob der Leser eines Textes und Autor eines Mind Maps ähnliche inhaltliche Schwerpunkte gesetzt hat, wie der Autor des Textes, oder ob der Leser nur bestimmte Elemente als wichtig erachtet hat etc. Dies könnte sowohl für den Leser als auch für den Autor von Texten interessant sein.

Was nun über die Wortwolke nicht deutlich wird ist die Tatsache, dass ich den 21 seitigen Originaltext auf ein Mind Map komprimiert habe und die Anzahl der Wörter als auch die Komplexität des Texte wesentlich reduziert habe.

Palomar 5 Summit

Freitag, 27. November 2009

Am Montag fand der Palomar 5 Summit in Berlin statt, das offizielle Ende des sechswöchigen Innovationscamps.

Wie in meinem Artikel Online Diskussionen visualisieren angekündigt, möchte ich einmal experimentieren, ob ich einen Artikelfließtext nicht auch als verständliche Map darstellen könnte. Zum Summit habe ich dazu ein Map mit Debategraph erstellt. Hierzu freue ich mich über Rückmeldung. Ich habe dazu auch eine Umfrage gestartet, diese findet ihr in der rechten Seitenleiste des Blogs.



Eine Farblegende zur Debategraph-Map


Anbei noch ein paar Fotoeindrücke vom Summit.

The Egg


Show me love


Das Ideenkreuz


Eine witzige Idee für Ideenworkshops: Ideen, die nicht weiter verfolgt werden, werden mit dem Ideenkreuz beerdigt.

Wie Firmen im 21. Jahrhundert Menschen motivieren müssen

Mittwoch, 18. November 2009

Nach Dan Pink, dem ehemaligen Redenschreiber von Al Gore versuchen die meisten Unternehmen nach wie vor mit den Methoden von Zuckerbrot und Peitsche ihre Mitarbeiter zu motivieren. D.h. entweder in Form von Belohnungen (meist Geld) oder Bestrafung.

Das funktioniert nach Pink für Aufgaben, die sich vor allem aus Routinen bestehen oder mit Standardvorgehen zu lösen sind ganz gut. Viele Aufgaben heutiger Unternehmen sind allerdings keine Routineaufgaben, sondern Aufgaben, die neue Lösungen erfordern, also offene Probleme.



Von Pink herangezogene Experimente zeigen, dass die Qualität der Problemlösungen sinkt, wenn Menschen vor allem extrinsisch motiviert werden, d.h. nur über Geld oder Sanktionen.
Das Gegenteil tritt ein, wenn Menschen sich mit Freiheit einem Thema widmen können, das sie intrinsisch motiviert.
Pink spricht hier von Autonomie. Diese Freiheiten zahlen sich für die Firmen auch finanziell aus, da so immer wieder neue Produkte oder neue Lösungen entstehen.

Ich darf dies gerade am eigenen Leib erleben: Ich moderiere gerade einen fünftägigen Innovationsworkshop zur technischen Produktentwicklung. Den dritten Tag in Folge arbeiten wir von früh morgens bis spät in die Nacht und brechen nur ab, weil wir Moderatoren schlapp machen (um 23 Uhr). Die Ingenieure sind in ihrem Basteldrang kaum zu bremsen :-)



Erstellt mit http://www.wordle.net/.

Wege zu höherer persönlicher Arbeitsproduktivität – 10 Tipps für effizienteres Arbeiten

Dienstag, 10. November 2009

In meinem ersten Artikel zum produktiveren Arbeiten habe ich mich entschlossen, die Frage nach der höheren Arbeitsproduktivität in zwei Unterfragen zu aufzusplitten, die ich getrennt bearbeiten möchte.

Für beide Fragen habe ich unter brainr Online-Brainstormings gestartet.

Wie könnte ich effizienter arbeiten?
Wie könnte ich effektiver arbeiten?

Die komplette Liste aller Ideen ist unter den jeweiligen Links einsehbar.

In diesem Artikel möchte ich meine persönliche Top 10 zum effizienteren Arbeiten vorstellen. Die Reihenfolge innerhalb der Top 10 spielt keine Rolle.


  1. Telefon und E-mail-Benachrichtigungen ausschalten für fest definierte Zeiten
    Mit diesem Vorgehen arbeite ich bereits und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Auch während der Zeit, als ich noch angestellter war. Meist gibt es nichts, was so dringend ist, dass es nicht auch in paar Stunden warten kann. Zumindest gilt das für viele Jobs.
    Ich bin dazu übergegangen mein Telefon oft einen ganzen Vormittag ganz auszuschalten und Kunden dann am Nachmittag in einem Zeitraum für Telefonate zurück zurufen.
    Die größte Befreiung war es, die Benachrichtigungen für neu eingegangene Mails abzuschalten. Meine E-Mails prüfe ich nun ca. 2 – 3 Mal pro Tag.

  2. Großen Bildschirm zulegen, um mehrere Dokumente auf einmal zu sehen
    Auch dieses Vorgehen finde ich sehr hilfreich. Ich arbeite mit zwei Bildschirmen wodurch das lästige Hin- und Herschalten entfällt.

  3. Aufgaben stapeln und dann in einem Rutsch abarbeiten
    Dieses Vorgehen wird auch im Rahmen der Getting Things Done Methode empfohlen. Oft gibt es kleine Aufgaben, wie z.B. E-Mails beantworten oder Rechnungen abheften, für die es sich lohnt mehrere auflaufen zu lassen und dann diese in einem Rutsch zu bearbeiten.

  4. Vor allem nach den eigenen Stärken arbeiten
    Diesen Hinweis finde ich sehr hilfreich! Das was einem liegt, geht einem meist besser von der Hand und wahrscheinlich auch effizienter. Oft gibt es mehr Möglichkeiten als man denkt, „unliebsame“ Aufgaben auszulagern und sei es an einen Persönlichen Virtuellen Assistenten.

  5. Singletasking
    Dieses Wort habe ich zum ersten Mal im e-book „zen to done“ von Leo Babauta gelesen. Er modifiziert darin die GTD Methode von David Allen. Unterbrechungen sind einer der Produktivitätskiller schlecht hin, deshalb auch Punkt 1. Wer sich konzentriert einer Sache und nur einer Sache widmen kann bekommt mehr gebacken als wenn man ständig herausgerissen wird.

  6. Feste Zeitintervalle definieren, um konzentriert an einer Sache arbeiten zu können
    Dieser Punkt geht Hand in Hand mit Punkt 5. Möglicherweise geht es nicht immer, nicht unterbrochen zu werden. Dann sollte man sich feste Zeiten definieren, in denen man nicht gestört werden will. Aus meiner Sicht ist dieser Punkt besonders im Büro mit den Kollegen wichtig.

  7. Nach jedem Arbeitstag Rückschau halten, wo heute Verbesserungspotenzial vorhanden war
    „Feedback is the breakfast of champions“. Auch wenn man es sich selbst gibt. Diesen Punkt, mir selbst Feedback zu geben beherzige ich leider viel zu wenig. Ich denke aber, dass die kurze aber systematische Rückschau mir helfen würde.

  8. Herausfinden/wissen, welche Zeiten die persönlichen Turbozeiten sind, Störungen während dieser Zeit "abschalten" und durcharbeiten
    Auch dieser Punkt hat mir gut gefallen. Aufgaben, die hohe Konzentration oder Kreativität erfordern in die persönlichen Bestzeiten legen und dann Singeltasking betreiben. Während der persönlich unproduktiven Zeit eher Dinge tun, die weniger Konzentration erfordern, wie E-Mails oder Telefonate.

  9. Datenbank mit Textbausteinen für E-Mails und andere Texte
    Damit habe ich kürzlich angefangen. Besonders zur Vorbereitung von Trainings und für Akquisemails kommen bei mir immer wieder die gleichen Themen vor. Warum also nicht eine Datenbank mit Textbausteinen anlegen, die man nur noch abändern braucht.

  10. Andere Fragen, wie es geht
    Man muss das Rad nicht immer neu erfinden! Gestern per Mail reingekommen: Burkhard Heidenberger vom Zeitblueten Blog bietet seine komplette E-Book-Sammlung kostenlos zum Download an.
    Auch da sind sicherlich viele nützliche Tipps dabei.


Im nächsten Artikel wird es um die Top Liste für effektiveres Arbeiten gehen.

Online Diskussionen visualisieren

Donnerstag, 5. November 2009

Viele Blogleser sind auch Mitglied in sozialen Netzwerken wie z.B. xing. Dort gibt es eine Vielzahl an thematischen Gruppen, in denen man sich zu wirklich jedem erdenklichen Thema austauschen kann. Diese Gruppen bieten die Möglichkeit neue Leute kennen zu lernen und von anderen zu lernen. Mich persönlich überfordern diese jedoch immer mehr, da es mir einfach zu anstrengend ist, mich durch all die Post zu lesen und zu versuchen, der Diskussion zu folgen.
Das Problem bei "traditionellen" Online-Diskussionsforen: Die Inhalte sind zeitlich geordnet und nicht thematisch (zumindest innerhalb einer Diskussion nicht mehr).

Das bringt eine Reihe von Problemen und Qualitätsmängeln mit sich. Schön erklärt ist dies in einem visuell begrenzt ansprechenden Video des Massachusetts Institute of Technology.



Die Argumente kartographieren
In der aktuellen Brand eins ist ein sehr interessanter Artikel“Wie wär's mit Argumenten?“ von Ralf Grötker erschienen, der Software Projekte vorstellt, die versuchen die ungeordneten Argumente im Internet zu visualisieren und damit das erkennen und stiften von Sinn zu ermöglichen. Die passende Initiative dazu hat dann auch den schönen Namen Global Sensemaking.

Viele der dort vorgestellten Online-Tools sollen es ermöglichen, die Inhalte zu visualisieren und damit das Verständnis zu erhöhen, Komplexität besser darzustellen und vor allem die Geschwindigkeit mit der der Einzelne Sinn erkennen kann zu erhöhen. Viele der Programm bedienen sich dabei Map-artigen Visualisierungen, ähnlich wie beim Mind Mapping, das jedoch vor allem ein Tool zur individuellen Visualisierung ist, werden Informationen in abgegrenzten Einheiten durch Verbindungen dieser Einheiten in Sinnzusammenhang gebracht.

Besonders interessant fand ich die folgenden Projekte aus der Gesamtliste.

Deliberatorium
The Deliberatorium is an implemented, evolving, web-based system developed to help large distributed groups efficiently arrive at well-founded conclusions concerning responses to complex challenges like climate change.

Siehe dazu auch das obige Video.

Cohere
Cohere is an idea management tool for you to weave meaningful connections between ideas, for personal, team or social use.



Compendium
Compendium is a hypermedia software tool, providing a visual interface for mapping the connections between people, ideas, multimedia documents and websites, to supoprt the analysis of socio/technical problems.
Auch diese Software gibt es kostenlos zum download

Debategraph
Debategraph is an Anglo-Australia, creative commons, social venture that combines web-based, argument visualization with collaborative wiki editing to make the best arguments on all sides of complex public debates freely available to all, and continuously open to challenge and improvement by all.



Google Wave
Eine interessantes Zwischending finde ich in diesem Zusammenhang Google Wave, dass einerseits zwar die Argumentationen immer noch zeitlich darstellt, es aber auch ermöglicht, die Abfolge von Argumenten in Ihrer Entwicklung nachzuvollziehen.

Ein visuelles Blog?
Beim Durchsehen dieser Tools habe ich mir die Frage gestellt, ob es nicht auch möglich wäre ein Weblog visuell darzustellen und meine Inhalte in Form von allgemein verständlichen Wissenskarten darzustellen.

Weiß jemand, ob es dazu bereits Lösungen gibt?
Ich werde auf jeden Fall weiter recherchieren.