Der Unterschied zwischen Innovation und Kreativität

Donnerstag, 24. September 2009

2009 ist das EU Jahr der Kreativität und Innovation. Falls Sie das nun zum ersten mal hören, geht es Ihnen wie den meisten Menschen.

Interessant am EU Jahr der Kreativität und Innovation finde ich die gemeinsame Verwendung der Begriffe Kreativität und Innovation. Hätte nicht das EU Jahr der Kreativität gereicht, oder das EU Jahr der Innovation? Sind die Begriffe womöglich sowieso Synonyme.
Oft werden Kreativität und Innovation als Synonyme gebraucht und oft lassen sich die beiden wirklich schwer trennen. Es gibt dennoch Kriterien, die eine Unterscheidung erleichtern und auch die Einordnung andere Begriffe ermöglichen, wie z.B. radikale Innovation, kontinuierliche Verbesserung (KVP)

Balance zwischen Originalität und Effektivität
Runco (2007) beschreibt ein Kontinuum zwischen Originalität auf der einen Seite und Effektivität, verstanden als Wirksamkeit (engl. effectiveness), auf der anderen Seite. Unter Originalität wird dabei verstanden, wie neu, einzigartig und ungewöhnlich etwas ist.
Mit Hilfe dieses Kontinuums lassen sich Unterschiede zwischen den Begrifflichkeiten erklären und veranschaulichen.
Am linken äußeren Rand (extreme Originalität) verankert Runco psychotisches Verhalten also einen Verlust des Realitätssinns. Auf dem rechten Rand (starke Effektivität) verankert Runco routinemäßiges Problemlösen. Dabei handelt es sich um Fragestellungen, bei welchen eine Lösungsroutine bereits definiert ist.



In der Mitte dieses Kontinuums sind nun die Begriffe Kreativität und Innovation platziert.
Kreativität befindet sich dabei links von Innovation. D.h. nach Runco ist der Anteil und die Bedeutung der Originalität bei der Kreativität größer als bei der Innovation.
Bei der Innovation spielt immer auch der Aspekt der Vermarktung oder Einführung eines konkreten „Produktes“ eine Rolle. Der Nutzenaspekt hat damit eine stärkere Bedeutung. Bei der Innovation ist die Originalität zwar wichtig, man möchte sich vom Mitbewerber abheben und etwas Neues schaffen, gleichzeitig muss das Produkt aber auch Nutzenkriterien gerecht werden.

Creative Problem Solving als besonders hilfreich für Innovation?
Leser dieses Blogs wissen, dass ich mich in meinen Innovationsworkshops und Kreativtrainings mit dem Creative Problem Solving Prozess arbeite. Der Name spielt bereits darauf an, dass Creative Problem Solving die Aspekte der Kreativität und des Problemlösens vereint. Betrachtet man sich Bild 1 dann schlägt Creative Problem Solving die Brücke zwischen Kreativität und routinemäßigem Problemlösen. Wir landen also in der Mitte zwischen diesen beiden Punkte auf dem Kontinuum: der Innovation.
Ist Creative Problem Solving also besonders geeignet zur Bearbeitung von Innovationsfragen? Ich glaube schon, da es immer eine Balance ermöglicht zwischen freiem, unterbewertetem kreativem Denken und den konkreten Nutzenkriterien, die individuell definiert werden können. Beim Creative Problem Solving geht es also nicht um das kreativ sein, um der Originalität willen, sondern es geht darum originelle Lösungen zu entwickeln, die einen konkreten Nutzen erfüllen.

Eine Matrix der Kreativität und Innovation
Runco spricht auch über die Möglichkeit, mit zwei getrennten Skalen zu arbeiten, die der Originalität und die der Effektivität. Diesen Vorschlag habe ich im folgenden einmal versucht zu visualisieren. Herausgekommen ist eine 9 Felder Matrix auf der ich einige Begriffe aus meiner Sicht einmal abgetragen habe. Diese Matrix ist ein erster Wurf, ich freue mich also über Rückmeldung, besonders, wenn Sie die Begriffe an anderen Stellen platzieren würden.

Getting Things Done Seminar am 1. und 2. Oktober

Freitag, 18. September 2009

Getting Things Done ist eine von David Allen entwickelte Selbstmanagement Methode. David Allen spricht von einer "personal workflow management" Methode. Ziel von Getting Things Done ist es, alle "Dinge" (Aufgaben, Termine, eingehende Informationen) in einem zuverlässigen System so zu organisieren, dass man einerseits den Kopf frei hat und konzentriert arbeiten kann und andererseits nichts vergisst und alle Dinge zu richtigen Zeit erledigt.

Getting Things Done (so auch der Name des Buches) erfährt seit einigen Jahren auch in Deutschland einen Boom. Im Internet finden sich tausende von Websites und kleinen Softwareapplikationen, die die Methode umsetzen.
Wirklich funktionieren kann das System allerdings nur, wenn man die Schritte der Methode diszipliniert durchführt, egal ob per Software oder einem auf Papier basierendem System.

Der lizenzierte deutsche Partner von David Allen, die exhact GmbH, bietet am 1. und 2. Oktober in Baden-Baden ein zweitägiges Seminar zum erlernen von Getting Things Done an. Für alle die nach einer effektiven Vorgehensweise für das persönliche Selbstmanagement suchen, ist dieses Seminar sicherlich interessant. Den Flyer zum Getting Things Done Seminar gibt es hier zum Download.

Kreativität – spontan oder absichtlich?

Dienstag, 15. September 2009

Ist Kreativität etwas, das ausschließlich spontan passiert oder kann man diese absichtlich steuern?
Je nachdem mit wem man sich unterhält, wird man hier unterschiedliche Auffassungen hören. Auch Bücher zum groben Thema der Kreativität oszillieren zwischen diesen beiden unterschiedlichen Auffassungen.
Runco (2007) hat in seinem wissenschaftlichen Buch Creativity. Theories and Themes: Research, Development, and Practice, diese beiden Ansichten als die entgegengesetzten Richtungen eines Kontinuums beschrieben.



Kreativität als spontaner Ausdruck des Selbst
Auf der der linken Seite des Kontinuums befindet sich Kreativität als ein spontaner so gut wie nicht bewusst beeinflussbarer Ausdruck eines Menschen. Der Geistesblitz ereilt einen durch Zufall und unbeabsichtigt und man kann wenig dafür oder dagegen tun. Einige wichtige Entdeckungen und Erfindungen sind Ergebnis solcher Zufälle.

Kreativität als der bewusste Einsatz von Taktiken und Techniken
Auf der anderen Seite des Kontinuums befindet sich Kreativität als Ergebnis einer bewussten Steuerung und Lenkung des Denkens durch Techniken (Denkwerkzeuge) und Prozesse. Runco spricht hier von "es möglich machen" (make it happen). Am äußersten Rand des Kontinuums, wenn diese Sicht also zu weit getrieben wird, wird Kreativität zu etwas, das man durch den Einsatz von Techniken erzwingen kann. Kreativität wird dann zu einem mechanischen Prozess.

Es geschehen lassen – die Hürden der Kreativität vermindern
In der Mitte dieses Kontinuums befindet sich die Sichtweise, dass man Kreativität stimulieren und fördern kann, indem man Hürden der Kreativität gezielt abbaut. Runco spricht hier vom let it happen-Ansatz. Tony Proctor beschreibt in seinem Buch Creative Problem Solving for Managers, verschiedene Blockaden, die Kreativität negativ beeinträchtigen: Wahrnehmungshürden, strategischen Hürden, Informationshürden, sowie kulturellen und emotionalen Hürden. Eine emotionale Hürde könnte z.B. die Angst einer Person sein, ihr Selbstbild zu ändern, was dazu führt, dass sich dieser Mensch kreatives Denken nicht erlaubt, da es an seinem Selbstbild rütteln könnte. Eine kulturelle Hürde, die ich bei meinen Innovationsworkshops in China beobachte und adressieren muss, ist die Tatsache, dass in einer konfuzianisch geprägten Kultur das unzensierte Äußern von Ideen und Möglichkeiten nicht wert geschätzt wird.
Bei diesem Ansatz wird somit versucht, das spontane Entstehen von Kreativität zu gezielt und bewusst zu unterstützen, indem man Hürden der Kreativität erst einmal bewusst macht und dann versucht, diese zu minimieren.
Für einige der Hürden, z.B. bei den Wahrnehmungshürden, helfen wiederum die vorhin erwähnten Denkwerkzeuge. Edward de Bono mit seinen Techniken des lateralen Denkens hat dazu eine Vielzahl an Vorgehensweisen entwickelt, um Wahrnehmungshürden zu überkommen.

Ich mit dem Ansatz meiner Kreativtrainings und Innovationsworkshops befinde mich auf diesem Kontinuum sicherlich zwischen dem "let it happen" und "make it happen" Ansatz. Trotz dem Einsatz von Prozessmodellen der kreativen Problemlösung und Denktechniken versuche ich ein mechanisches Bild der bewussten angewandten Kreativität zu vermeiden. Für einen Workshop, in welchem innerhalb einer fest gelegten Zeit ein Ergebnis produziert werden soll, ist das Hoffen auf spontane Geistesblitze allerdings nicht ausreichend. Man sollte jedoch versuchen, diese zu fördern.

Runco beschreibt die Vereinbarkeit der Ansätze folgendermaßen:

"It suggests how creativity can be a result of both tactical creativity and serendipitous, accidental, and chance encounters. Deliberate creativity does not preclude serendipity, nor do the various serendipitous discoveries in history (e.g., the Post-It note) mean that creative work cannot be intentional or tactical." S. 373

Fallbeispiel: Breaking the Ice – das richtige Problem lösen und Innovation ermöglichen

Donnerstag, 10. September 2009

Ich wiederhole es auf diesem Blog immer wieder: Um die Chance auf Innovation zu erhöhen, ist es nicht nur wichtig, dass neue und umsetzbare Lösungen generiert werden. Es ist von zentraler Bedeutung, dass Lösungen auf das richtig definierte Problem erarbeitet werden. Bisher konnte ich keine konkreten Beispiele von Kunden zeigen, da ich bei allen Kunden der Geheimhaltungspflicht unterliege.
Nun habe ich einen Coaching-Kunden, dessen Fall ich zeigen kann.

Breaking the Ice – gewaltfreie Konflikttransformation
Vergangene Woche war ich zwei Tage als Trainer und Coach auf der ersten internationalen Sommerakademie für Visionautik in Berlin. Neben einem kurzen Training in Kreativitätstechniken, stand ich den Visionären als Coach zur Verfügung. Ich hatte das Vergnügen Torsten Sewing zu unterstützen, der bei der Nichtregierungsorganisation (NRO) Breaking the Ice mitarbeitet. Die NRO will zeigen, dass von gewaltätigen Konflikten traumatisierte Menschen in der Begegnung mit vermeintlichen "Feinden" Respekt und Verständnis voreinander entwickeln können. Dazu hat Breaking the Ice eine Reihe von Aktionen mit Konfliktparteien durchgeführt, die auch filmisch festgehalten wurden.

In der Akademie für Visionautik ging es Torsten Sewing darum, zu überlegen, wie Investoren und Unternehmen gewonnen werden können, um das Bestehen von Breaking the Ice nachhaltig zu sichern. Das allgemeine Problem war es also, einen Businessplan zu schreiben.

Zu den Kernproblemen vordringen – Challenge Mapping
Ausgehend von der Frage "Wie könnte ich einen Businessplan für eine NGO entwickeln?" habe ich Herrn Sewing mit Hilfe der Technik Challenge Mapping oder Netz der Abstraktion dabei unterstützt, die Ausgangsfrage und damit zusammenhängende Probleme zu analysieren. Beim Challenge Mapping geht es darum, das Problem sowohl abstrakter als auch handlungsorientierter zu formulieren und durch gezielte Fragen andere Sichtweisen und Definitionsmöglichkeiten auf das Problem zu bekommen.

Nach einer guten Stunde haben wir ein Netz der Abstraktion erarbeitet (siehe Bild 1), das den Problemrahmen aufzeigt (dieses Bild ist nicht vergrößerbar).

Aus diesen unterschiedlich abstrakten Problemfragen hat Herr Sewing dann drei wichtige Fragen auf unterschiedlichem Abstraktionsniveau identifiziert. Aus diesen drei Fragen wurde dann die zentrale Frage mit der größten Hebelwirkung herausgearbeitet, deren Lösung das ganze Projekt einen großen Schritt voranbringen kann.

Dieses lautet: "Wie könnte BTI ein Vertrauen bei Unternehmen herstellen, das für ein Engagement im Bereich Konfliktttransformation erforderlich ist?"

Bild 2 (zum Vergrößern klicken) zeigt, wie diese sehr spezielle Frage mit dem übergeordneten Ziel die Organisation wirtschaftlich nachhaltig zum Laufen zu bringen zusammen hängt.

Oft ist es jedoch nicht sinnvoll, an der abstraktesten Formulierung eines Problems zu arbeiten, z.B. Wie können wir unsere Produktivität steigern? oder Wie können wir mehr Kunden gewinnen?, sondern an wichtigen Teilproblemen anzusetzen. Es ist wesentlich einfacher auf diese spezifisch formulierten Fragen passende Lösungen zu entwickeln.

Ich freue mich Breaking the Ice auch im weiteren Prozess als Innovationscoach zu begleiten.

Um auch eine andere Sichtweise als nur die meine zu haben, habe ich Herrn Sewing um eine kurze Beschreibung unseres Vorgehens gebeten:

Für mich ist es immer wichtig, den Blick von außen zu bekommen. Das "challenge mapping" stellt dabei eine Herausforderung im doppelten Sinne dar: zum Einen muss man die "Fragen hinter den Fragen" denken; zum Anderen können diese wiederum die Formulierung der Ausgangsfragen in Frage stellen. Beides klingt einfacher, als es ist.
Die Kommunikation mit Unternehmen zu einem komplexen und für Unternehmen in der Regel unbekannten Thema erfordert es, sich dezidiert auf mögliche Fragestellungen vorzubereiten und im Idealfall Antworten vorab bereit zu halten. Die im Kreativitätstraining mit Herrn Rustler formulierten Lösungsansätze weisen den Weg dorthin. Wir freuen uns, dass Herr Rustler uns auch weiterhin mit seiner Arbeit unterstützt.


Kostenloses Beratungsgespräch für Münchner Unternehmen
Im September biete ich Münchner Unternehmen an, ein solches Vorgehen zur Definition von wichtigen Strategie- und Innovationsfragen in kostenlos in Anspruch zu nehmen. Den entsprechen Blogartikel finden Sie hier.

Verbesserungen bei der Deutschen Bahn: Bahn comfort Plätze

Freitag, 4. September 2009

Die Fakten: Es gibt in jedem ICE einen speziellen Bereich mit bahn comfort Plätzen. Diese sind nach den Werbebroschüren der Deutschen Bahn für Kunden mit bahn comfort Status gedacht, wenn diese nach einem Sitzplatz im ICE suchen.
Die letzten Monate Bahnfahrt haben mir gezeigt, dass diese bahn comfort Plätze von den Fahrgästen als "nicht besetzt" interpretiert werden und sofort besetzt werden, auch wenn es z.B. in einem Wagon noch wirklich nicht reservierte Sitzplätze gibt. Dies führt dann dazu, dass diese speziellen Plätze für bahn comfort Kunden wertlos werden, weil der spezielle Status der Sitze von allen ignoriert wird. Das es sich bei den meisten Personen, die diese Plätze belegen nicht um bahn comfort Kunden handelt, sieht man bei der Fahrkartenkontrolle.

Theoretisch (für mich wirklich nur theoretisch) könnte man zwar mit seiner bahn comfort Bahncard wedeln und die Leute zum Verlassen des Sitzplatzes auffordern. Ich muss gestehen, mir fehlt dazu die Chuzpe, weil ich keine Lust habe, mit anderen über mein "Recht" zu diskutieren / zu streiten und viele böse Blicke zu ernten.
Pech gehabt könnte man sagen. Such dir halt einen anderen Platz!
Ich glaube, dass die Deutsche Bahn ihren bahn comfort Kunden einen großen Gefallen täte und für höhere Kundenzufriedenheit bei diesen Kunden sorgen würde, wenn hier eine andere Lösung geschaffen würde.

Soviel zu den Fakten aus meiner Sicht.

Es handelt sich hierbei um ein typisches Beispiel für ein offenes Problem: Das grobe Ziel ist bekannt (bahn comfort Kunden sollen diese Plätze wirklich nutzen können), aber der Weg zu diesem Ziel ist nicht eindeutig vorgegeben.

Was ist das Problem?
Für Probleme mit offenem Ende lässt sich, wie Leser dieses Blogs wissen, ein Prozess der kreativen Problemlösung anwenden (siehe Bild).



Der Schritt der nun relevant ist, heißt Herausforderungen formulieren. Dieser Schritt ist dazu da, erst einmal das richtige Problem zu definieren. Dieser Schritt muss vom Eigentümer des Problems (also der Deutschen Bahn) mit ausgeführt werden. Die folgenden Ausführungen beziehen sich daher nur auf meine beschränkte Sicht. Die Deutsche Bahn sollte diesen unbedingt wiederholen.
Für die Moderation eines entsprechenden Workshops, in dem wir das Problem definieren und lösen, stehe ich natürlich gerne zur Verfügung :-)

Eine Methode, die uns hilft, Problemfragen zu generieren ist Fragenstarter.

Anbei mögliche Problemfragen, die sich aufgrund der obigen Fakten stellen lassen:

  1. Wie könnten wir die bahn comfort Sitze so gestalten, dass Leute mit bahn comfort Status diese nutzen können?
  2. Wie könnten die bahn comfort Sitze so reserviert sein, dass diese nicht von Kunden ohne bahn comfort Status besetzt werden?
  3. Wie könnten wir die Reservierung der bahn comfort Plätze so gestalten, dass bahn comfort Kunden einen Nutzungsanspruch geltend machen können?
  4. Wie könnten wir die bahn comfort Plätze so gestalten, dass diese nicht von Kunden ohne bahn comfort Status besetzt werden?
  5. Wie könnten wir die bahn comfort Plätze so gestalten, dass Kunden mit bahn comfort Status ihren Anspruch darauf leichter geltend machen können?
Aus diesen Möglichkeiten wähle ich die letztere:
Wie könnten wir die bahn comfort Plätze so gestalten, dass Kunden mit bahn comfort Status ihren Anspruch darauf leichter geltend machen können?

Frage klar? - Ideen entwickeln
Wenn die Frage einmal richtig definiert ist, ist der nächste Schritt in einem kreativen Problemlöseprozess, Ideen zur Lösung zu entwickeln. Ein paar Ideen möchte ich sammeln, vielleicht ist ja etwas für die Deutsche Bahn dabei. Die Auswahl und Bewertung, sowie die Weiterentwicklung hinzu umsetzbaren Lösungen muss unbedingt von der Deutschen Bahn erfolgen, dazu fehlt mir das Hintergrundwissen.

Nun geht es also los, ich nehme mir 20 Minuten und entwickle mit dem Einsatz verschiedener Kreativitätstechniken und unter Beachtung der Grundregeln der Ideenfindung ein paar Ideen zur Lösung:

Wie könnten wir die bahn comfort Plätze so gestalten, dass Kunden mit bahn comfort Status ihren Anspruch darauf leichter geltend machen können?
  1. groß nur für Kunden mit bahn comfort Karte auf die Sitze schreiben
  2. die Plätze grundsätzlich als reserviert markieren und bahn comfort Kunden die Möglichkeit geben irgendwo im Zug eine Reservierungsnummer auszulösen
  3. den Kunden am Bahnhof die Möglichkeit geben mit Ihrer Bahncard am Automaten eine Sitzplatzreservierung in der bahn comfort Zone auszulösen
  4. bahn comfort Kunden erhalten vom Zugpersonal einen Platz zugewiesen
  5. die Sitze als reserviert markieren und einen Kartenslot einbauen, wodurch die Reservierung frei gegeben werden kann
  6. die bahn comfort Sitze mit Barcodescannern ausstatten, die über die Bahncard zu einer Sitzplatzreservierung führen
  7. die Sitze als reserviert markieren, die Reservierung bei jedem Zughalt Aktualisieren vom aktuellen Bahnhof zum Endbahnhof. Gleichzeitig steht eine Person des Zugpersonals beim Zughalt in der bahn comfort Zone und weist bahn comfort Kunden auf Wunsch einen Sitzplatz zu
  8. den ganzen bahn comfort Wagon ganz ans Ende des Zuges setzen und den Zutritt nur durch Vorzeigen einer entsprechenden Karte erlauben
  9. die bahn comfort Sitze anders einfärben
  10. größere Schilder anbringen, dass es sich um bahn comfort Sitze handelt
  11. Einen Türsteher einführen für den bahn comfort Bereich
  12. die Schaffner beim Kontrollieren der Fahrkarten anweisen zu prüfen, ob es sich um bahn comfort Kunden handelt
  13. am Eingang des bahn comfort Wagons einen Automaten aufstellen, an dem diese Kunden eine Reservierung auslösen können
  14. ein System entwerfen, dass bahn comfort Kunden irgendwo im Zug einen Sitzplatz zuweist
  15. in der Nähe des bahn comfort Sitzes eine Halterung für die Bahncard anbringen, in welche die Bahncard eingesteckt wird, so dass gleich sichtbar ist, wer bahn comfort Status hat und wer nicht. Dadurch fällt es leichter einen Platz zu reklamieren.
  16. Sitzplätze werden blockiert, bis diese über eine bahn comfort nummer ausgelöst werden
  17. bahn comfort Kunden können bei Betreten des Zuges eine SMS schicken mit der ICE Nummer und der Wagennummer. Darauf hin wird eine Reservierung ausgelöst und an den Kunden zurück geschickt.
  18. Bahncards und Sitze mit RFID-Chips ausstatten, um eine Reservierung im bahn comfort Bereich anzuzeigen
  19. Sitze, die nicht von bahn comfort Kunden besetzt sind, sondern von Kunden ohne bahn comfort Status oben in der Reservierungsanzeige farblich kennzeichnen
  20. Bei jedem Zughalt eine Durchsage im bahn comfort Wagen machen, dass die Sitze für bahn comfort Kunden reserviert sind
  21. Schaffner werden angewiesen für bahn comfort Kunden einen Platz zu suchen
  22. die Anzahl der bahn comfort Plätze erhöhen
  23. den bahn comfort Wagen ähnlich wie die DB Lounge zugangsbeschränkt machen
  24. an die bahn comfort Sitze irgend einen Gegenstand mit Schloss anbringen, der nur von bahn comfort Kunden entfernt werden kann
  25. ähnlich wie im Flugzeug kurze Durchsagen bringen, die auf bahn comfort Sitze hinweisen
  26. auf die Sitze ganz groß eine bahn comfort Gravur anbringen
  27. ggf. freimachen auf die Sitze schreiben und dem bahn comfort Kunden beim besteigen des Wagens einen Platz zuweisen
  28. Ein bahn comfort Hütchen auf die Sitze legen
  29. die Sitzfläche ungemütlich machen, so dass die Sitze unattraktiv werden und bahn comfort Kunden mit einem Sitzkissen ausstatten
  30. die Sitze mit Drucksensoren ausstatten und den Sitz anfangen lassen zu piepsen, wenn keine bahn comfort Karte eingeschoben wird
  31. die Sitze mit schwachen Stromschlägen versetzen, die erst beim Einführen einer bahn comfort Karte unterbrochen werden
  32. bahn comfort Kunden mit einem Schlüssel ausstatten, der den Zugang zu den Sitzen ermöglicht
Jetzt war ich alleine. Mit einer Gruppe von 6 – 7 Leute bestehend aus Bahn-Vertretern und Kunden könnte man in 20 Minuten locker 150 Ideen entwickeln, wie das Problem wohl gelöst werden könnten.

Vielleicht sind ja unter den bestehenden schon Ansätze dabei, liebe Deutsche Bahn? Diese sollten nun systematisch bewertet und verbessert werden, damit wir am Ende zu einem Portfolio von ein paar wenigen umsetzbaren Lösungen kommen. Einige Denkwerkzeuge, die hierbei zum Einsatz kommen könnten, habe ich auf diesem Blog bereits vorgestellt.

Aktion im September 2009: Kostenloses Beratungsgespräch für Unternehmen in München

Dienstag, 1. September 2009

Ich biete im September für Unternehmen in München ein kostenloses Beratungsgespräch zur Definition und Eingrenzung von Problemen, auf welche neue Lösungen entwickelt werden müssen

Das Wichtigste in Kürze:
Was: Beratungsgespräch zur Klärung und Eingrenzung eines noch unklaren Problems für welches neue Lösungen entwickelt werden müssen.

Wie: Durch den Einsatz von Techniken zur systematischen Problemanalyse und Definition wird es dem Kunden erleichtert, ein Problem und relevante Unterprobleme zu sehen und Schlüsselfragen zur Lösung des Problems zu finden.

Warum: Dadurch wird es möglich, seine Energien auf die Lösung des richtigen Problems zu konzentrieren. Oft scheitern Initiativen daran, dass Lösungen auf ein nicht genau definiertes Problem oder das "falsche" Problem entwickelt werden.

Wer: 1 – 2 Personen von interessierten Unternehmen und Florian Rustler als Prozessgestalter.

Wann: ca. 2 – 3 Stunden, nur im September 2009

Wo: Ausschließlich für Unternehmen in München

In moderierten Strategieworkshops und Innovationsworkshops helfe ich weltweit Unternehmen in kurzer Zeit neue Lösungen auf Herausforderungen zu entwickeln, bei denen entweder die Lösung für ein Problem nicht klar ist, oder der Weg zu einer angestrebten Lösung noch unbekannt ist. Für beide Arten von Problemen gibt es kein Standardvorgehen zur Problemlösung, sondern es müssen erst neue Lösungen entwickelt werden.



Fragestellungen können z.B. sein:

  • Wie könnten wir neue Vertriebs- und Marketingstrategien entwickeln?.
  • Wie könnten wir neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln?
  • Wie könnten wir Organisationsentwicklungs- und Veränderungsprozesse gestalten?
  • Wie könnten wir die Produktivität weiter steigern?
  • Wie könnten wir weitere Kosten einsparen?
Um einen solchen Workshop vorzubereiten und sicherzustellen, dass das richtige Problem bearbeitet wird, gibt es vorab ein Beratungsgespräch, in welchem der Klient das Problem eingrenzt und strategisch wichtige Fragestellungen definiert. Unabhängig davon, ob ein Problemlöseworkshop dann statt findet, ist alleine diese Problemklärung für den Kunden sehr hilfreich, da nun eine anfangs unklare Situation in konkrete, genau definierte und vor allem relevante Fragestellungen umgewandelt wurde. Auf diese strategisch wichtigen Fragen können nun in einem Workshop oder auch in anderer Form, Lösungen erarbeitet werden.

Aktion im September: Kostenloses Beratungsgespräch für Unternehmen in München
Für Unternehmen in München (die noch nicht Kunden von creaffective sind) die an einer Fragestellung arbeiten, für welche die genaue Lösung unklar ist, oder neue Wege zur Lösung eines Problems gefunden werden müssen, biete ich im September 2009 die Möglichkeit eines kostenloses Beratungsgesprächs zur Definition des Problems.

Bedingungen
Um dieses kostenlose Angebot in Anspruch nehmen zu können, sollten folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
  • Es handelt sich um ein wichtiges Problems Ihres Unternehmens
  • Sie sind in der Position, Handlungen zur Lösung des Problems zu tätigen, d.h. Sie sind (Mit-)Eigentümer des Problems.
  • Es besteht Handlungsbedarf das Problem anzugehen
  • Es besteht Motivation und Wille das Problem wirklich zu lösen


Haben Sie Interesse oder kennen jemand der Interesse hat?
Ich freue mich über eine Nachricht an rustler(at)creaffective(dot)de
Dieses Angebot gibt es auch als PDF zum Download zum weiter verschicken.