Die Landkarte der Karriere - Personalmarketing mit MindManager

Donnerstag, 28. August 2008

Als potenzieller Bewerber, der sich vor einer Bewerbung über ein Unternehmen informieren möchte, ist man mit einer Vielzahl von Karrierewebsites von Unternehmen konfrontiert. Diese sind mehr oder weniger gut strukturiert und optisch anspruchsvoll, auf jeden Fall gibt es für den Neuling auf einer solchen Karrierewebsite eine Vielzahl an Informationen und Texten, durch die er sich navigieren muss.

Mind Maps helfen, sich in komplexen Informationsstrukturen leichter zurecht zu finden. Besonders wirkungsvoll sind Mind Maps, wenn man diese selbst erstellt, um sich z.B. Exzerpte aus Büchern zu machen oder selbst Information aufzubereiten. Wenn man diese selbst erstellt, kann man diese so individuell wie möglich gestalten und so den Wiedererkennungswert erhöhen und den Zugang zum in den Mind Maps gespeicherten Wissen erleichtern.

Visuelles Karrierecenter
Es gibt allerdings auch Möglichkeiten, die visuelle Struktur von Mind Maps zu verwenden, um selbsterklärende Visualisierungen zu erstellen, um anderen Personen den Einstieg in ein Thema zu erleichtern.
Mit Mindjet MindManager habe ich einmal exemplarisch die (Karriere-)Websites von zwei Banken – der Deutschen Bank und der DekaBank – auf diese Weise visualisiert. Ich habe mich dabei ausschließlich der auf den Websites vorhandenen Information und Bildern bedient.
Ziel dieser visuellen Karrierecenter ist es, einen besseren Überblick zu ermöglichen, die Navigation zu erleichtern und die Geschwindigkeit, mit der Informationen gefunden werden können, zu erhöhen.

Eingesetzt werden könnten diese Karrierecenter als Mittel des Personalmarketings, um potenziellen Bewerbern eine leicht verständliche Visualisierung der Karrieremöglichkeiten in einem Unternehmen zu bieten, eine Art Landkarte, von der auch der Bewerber mit einem Klick alle weiteren Informationen erhält.

Flexible Ansichten mit Hyperlinks
Bild 1 und 2 zeigen jeweils die Grundansicht der von mir erstellten Karrierecenter für die Deutsche Bank und die DekaBank. Die erstellten Maps sind nicht komplett sichtbar sondern "eingeklappt", so dass nur die wichtigsten – für den Einstieg relevanten – Information dargestellt werden. Die "+" Symbole hinter den Zweigen zeigen an, dass sich dahinter weitere Details verbergen, die per Klick aufgeklappt werden können.












Die Funktionalitäten
Die hier dargestellten Visualisierungen sind so ausgestattet, dass von vielen Zweigen des Maps direkt auf die Website verlinkt wird, um weitere Informationen anzuzeigen. Bild 3 zeigt einen Zweig (gefiltert) mit den entsprechenden Hyperlink-Symbol. Ein Klick darauf befördert den Nutzer direkt auf die entsprechende Seite der Deutsche Bank Homepage.





Die Navigation – viele Möglichkeiten
Die bisher dargestellten Maps sind alle nicht vollständig ausgeklappt, um die Navigation zu erleichtern. Vorausgesetzt, die Nutzer nutzen MindManager oder den kostenlosen MindManager Viewer, um sich die Datei anzusehen, dann gibt es nun mehrere Möglichkeiten zu navigieren:


  • der Nutzer nutzt die Plus- und Minus-Symbole, um das Map an den interessanten Themen aufzuklappen.
  • Mind Manager 7 bietet die Möglichkeit von gespeicherten Mapansichten. Hier bietet es sich an, je nach Zielgruppe eine Ansicht zu speichern, also z.B. vier Ansichten für die jeweiligen Zielgruppen (Siehe Bild 4).




  • Ein Klick auf die jeweilige Ansicht würde das Map personalisiert für die Zielgruppe mit den relevanten Zweigen darstellen.
  • Über die Funktion Aufgabeninfo von MindManager lassen sich Zweige beschriften und dann danach filtern.

Bild 5 zeigt die personalisierte Ansicht für die Zielgruppe der Berufserfahrenen bei der DekaBank (zum Vergrößern klicken)




Die Kommunikation an die Zielgruppe – viele Formate möglich
Kann man erwarten, dass alle Bewerber MindManager haben, oder Lust haben sich den Viewer herunter zu laden. Vermutlich nicht! An vielen Universitäten gibt es MindManager für die Studenten gratis, da die Unis Teil des Mindjet Partnerprogramms sind.
Abgesehen von MindManager Format (.mmap) lässt sich das Map auch als anklickbares Bild ins Internet stellen, mit funktionierenden Hyperlinks etc.
Mit noch weniger Funktionen aber möglicherweise immer noch interessant ist ein Export in das PDF Format. Hier wäre das Map dann allerdings auf die reine Visualisierung beschränkt. Der aus meiner Sicht große Mehrwert Verlinkungen und Anhänge bereit zu stellen, sowie weitere Information in Form von Textnotizen bereit zu stellen, ließe sich damit nicht realisieren.

Mehrwert für die Zielgruppe
Die hier dargestellten Maps sind von mir in überschaubarem Zeitaufwand zusammen gestellt worden. Als Informationsquelle dienten mir die bestehenden Website der beiden Banken. Ich glaube, richtig interessant wird es, so ein Map zusammen mit Vertretern der Banken zu erstellen, da hier noch wesentlich mehr nützliche Infos eingebaut werden könnten. Ich denke da z.B. an die Möglichkeit Info-PDFs als Anhänge in das Map einzufügen, so dass potenzielle Bewerber mit dem Map über ein digitales Informationszentrum verfügen, welches Sie offline nutzen können und das alle wichtigen Informationen auf einer "Seite" enthält bzw. zugänglich macht.

Für alle die, die jetzt "ja, aber..." sagen, habe ich im erweiterten Teil des Post eine PPCO-Bewertung des Konzepts vorgenommen.


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Die Stärken stärken!

Dienstag, 26. August 2008

Denken Sie an ihr letztes Jobinterview oder den letzten Artikel in einer beliebigen Karierrezeitschrift. Was sind Ihre Stärken? Was sind Ihre Schwächen? Darauf sollten Sie immer eine Antwort haben, heißt es da.
Und: Was tun Sie, um sich in Ihren Schwächen zu verbessern?

Muss ich meine Schwächen überhaupt verbessern, oder sollte ich das tun? Macht es Sinn, hier Zeit zu investieren?
Wenn Sie immer fast immer zu spät kommen, dann könnte es sich sicherlich lohnen, daran zu arbeiten. Wenn Sie relativ schlecht im Rechnen sind, aber sehr gut im Schreiben von Texten, wie viel Energie sollten Sie darauf verwenden, Ihre Rechenfähigkeiten zu verbessern?

In der Forschung zur kreativen Person hat sich die Auffassung durchgesetzt, dass man vor allem seine Stärken stärken und auf diese setzen sollte und sich für seine Schwächen Hilfe holen sollte. Man hat sich sozusagen von der Eier legenden Wollmilchsau verabschiedet. Diejenigen, die konstant auf Ihre Stärken setzen, sind meist auch erfolgreicher und zufriedener als diejenigen, die versuchen, überall gut zu sein und ein wohl gerundetes Kompetenzprofil zu haben.
Man hat auch herausgefunden, dass "zu viel" Zeit in einer Tätigkeit, die nicht den eigenen Stärken entspricht, sondern die Schwächen fordert, zu Stress und seinen Folge- und Begleiterscheinungen führt.

Sehr schön deutlich wird das, wie ich finde, in folgender Fabel von George Reavis:

Once upon a time the animals decided they must do something heroic to meet the problems of a "new world" so they organized a school. They had adopted an activity curriculum consisting of running, climbing, swimming and flying. To make it easier to administer the curriculum, all the animals took all the subjects.

The duck was excellent in swimming. In fact, better than his instructor. But he made only passing grades in flying and was very poor in running. Since he was slow in running, he had to stay after school and also drop swimming in order to practice running. This was kept up until his webbed feet were badly worn and he was only average in swimming. But average was acceptable in school so nobody worried about that, except the duck.

The rabbit started at the top of the class in running but had a nervous breakdown because of so much makeup work in swimming.

The squirrel was excellent in climbing until he developed frustration in the flying class where his teacher made him start from the ground up instead of the treetop down. He also developed a "charlie horse" from overexertion and then got a C in climbing and D in running.

The eagle was a problem child and was disciplined severely. In the climbing class, he beat all the others to the top of the tree but insisted on using his own way to get there.

At the end of the year, an abnormal eel that could swim exceeding well and also run, climb and fly a little had the highest average and was valedictorian.

The prairie dogs stayed out of school and fought the tax levy because the administration would not add digging and burrowing to the curriculum. They apprenticed their children to a badger and later joined the groundhogs and gophers to start a successful private school.

Does this fable have a moral?


Mit welchen Kategorien von Stärken und Schwächen gearbeitet wird, werde ich in nächster Zeit hier auf diesem Blog vorstellen.

Kreativität in und Kreativitätstechniken aus Asien

Donnerstag, 21. August 2008

Als Sinologen und Japan-Fan interessiert mich besonders, welche Schätze sich in Punkto Kreativitätstechniken aus asiatischen Schriften heben lassen bzw. was die Kollegen aus China, Taiwan und Japan veröffentlichen, das wir hier im Westen wiederum nutzen könnten. Besonders aus der daoistischen Philosophie müssten sich spannende Ansätze ableiten lassen.
Leider waren meine Recherchen bisher nicht besonders fruchtbar.
Ein befreundeter japanischer Facilitator meinte kürzlich im Gespräch, dass die Japaner im Moment vor allem damit beschäftigt sind, die in den USA entwickelten Techniken und Publikationen dem japanischen Markt zugänglich zu machen. Auch die Forschungen in Taiwan und China orientieren sich sehr stark an amerikanischen Veröffentlichungen.

Unterschiede zwischen dem Westen und Asien
Es gibt Unterschiede, dazu gibt es auch Publikationen, die ich in den nächsten Wochen ansprechen möchte. Kann man dennoch so allgemein kategorisieren? Grundsätzlich nicht, alle Länder in Asien haben eine eigene Kulturgeschichte mit unterschiedlicher Entwicklung, sowie auch im Westen. Allerdings gibt es kulturraumübergreifende Gemeinsamkeiten. Gemeinsam ist zumindest den Chinesen, Taiwanesen und Japanern (ich glaube auch den Koreanern), dass sie sehr gruppenorientiert sind, dass Hierarchien eine sehr wichtige Rolle spielen und dass die Menschen allgemeiner wesentlich zurückhaltender mit Äußerungen sind.

Schriftlicher und langsamer
Sowohl für die Moderation von Kreativworkshops wie ich sie in Asien durchführe als auch für aus Asien stammende Techniken hat dies ein paar Konsequenzen:

Die Anwendung von Techniken wie z.B. Brainstorming mit Post its geht dort meist langsamer, die Wortmeldungen sind geringer, die Menschen überlegen länger. Oft ziehen es die Leute noch stärker vor als hier, etwas anonymer zu sein und Ihre Ideen z.B. in Form von Brainwriting auszudrücken.
Außerdem muss noch mehr Zeit in die Schaffung eines kreativen Klimas investiert werden. Es dauert länger, bis das Vertrauen aufgebaut ist, sich wirklich frei äußern zu dürfen und bis die Teilnehmer warm geworden sind, auch abwegigere Dinge zu äußern.

Betonung der Intuition
In einem Buchbeitrag aus den frühen 1990ern betonen Torrance, Goff und Okabayashi, dass zumindest die Japaner wesentlich stärker mit bildhaften und intuitiven Elemente arbeiten und auch in der technischen Branche analytische Denkprozesse einen wesentlich geringeren Stellenwert bei der Entwicklung neuer Lösungen haben, als im Westen. Exemplarisch dafür nennen Sie die KJ-Methode nach Jiro Kawakita und die NM-Methode nach Masakazu Nakayama, die am ehesten der auch im Westen bekannten Synectics Methode ähneln. Leider muss ich gestehen, dass mir die schriftliche Beschreibung der Methoden nicht weiter hilft, aber ich hoffe, dass sie mir bei meinem nächsten Japanbesuch jemand erklären und zeigen kann.
Ein weiterer Unterschied, der sich auch aus der Gruppenorientierung erklären lässt, ist der, dass in Asien der adaptive Stil der Kreativität noch stärker ausgeprägt ist, der eher kleine Veränderungen innerhalb eines bestehenden Paradigmas hervorbringt.

Der neue Münchner Denkclub: ab dem 4. September 2008

Montag, 18. August 2008

Im April 2007 habe ich den Denkclub München gegründet und hier auf dem Blog darüber berichtet. Was als Experiment begann hat sich im letzten Jahr schön entwickelt. Nach kurzer Zeit ist der Club auf fünf Mitglieder gewachsen und besteht seit einem Jahr in dieser Konstellation. Bisher haben wir uns immer im privaten Rahmen getroffen.
Nun haben wir in den letzten Monaten die Erweiterung des Clubs vorbereitet. Ab dem 4. September 2008 haben wir einen Raum in München (U-Bahn-Station Heimeranplatz) gemietet und werden uns alle zwei Wochen donnerstags für ca. 1,5 bis 2 Stunden treffen, um gemeinsam in einem geschützten Rahmen Denkwerkzeuge einzusetzen.

Unser Ziel ist es, mit ca. 10 Personen einen feste Gruppe zu schaffen, die für ein halbes Jahr regelmäßig zusammen denkt.

Warum ein Denkclub?

Erdacht wurde das Konzept von Edward de Bono. Ziel des Denkclubs ist es, gemeinsam in einer angenehmen und geschützten Atmosphäre Denktechniken auszuprobieren, zu üben, diese auf verschiedene Themen anzuwenden und sich mit anderen Interessierten auszutauschen.
Hintergrund des Clubs ist die Tatsache – und auch hier hat Edward de Bono viel Vorarbeit geleistet –, dass Denken eine Fähigkeit ist, die trainiert und verbessert werden kann. Dazu gibt es eine Vielzahl an Werkzeugen, die es dem Anwender ermöglicht, sein Denken in bestimmten Situationen gezielt und strukturiert zu steuern und damit "besser" zu denken und zu handeln.

Kick off am 4. September
Am Donnerstag den 4. September findet ein Kick off statt. Hierzu möchten wir Interessierte einladen, sich mit dem Thema Denkclub vertraut zu machen. Auf dem Kick off stellen wir das Konzept vor, geben einen Hintergrund zu Denken und Denktechniken und machen ein erstes Übungsbeispiel.
Das Kick off ist völlig unverbindlich. Nach dem Kick off können die Teilnehmer entscheiden, ob Sie Lust haben, dabei zu bleiben und mit uns gemeinsam das erste Halbjahr zu denken. Für die 10 Denktermine werden dann beim zweiten Treffen ein Halbjahresbeitrag von 50 Euro pro Teilnehmer fällig, damit finanzieren wir die Raummiete. Es sei den, wir finden einen Sponsor :-)

Die Termine
Der Denkclub wird seine Themenschwerpunkte im Halbjahresrhythmus verändern. Hier die Termine für das erste Halbjahr: 04.09.2008, 18.09.2008, 02.10.2008, 16.10.2008, 30.10.2008, 13.11.2008, 27.11.2008, 11.12.2008, 15.01.2009, 29.01.2009.

Anmeldung
Damit wir planen können, bitte ich Interessenten, sich per Mail rustler(at)creaffective(dot)de bei mir zu melden. Ich werde dann einige Tage vor dem Kick off letzte Details vermailen.

Also bis bald und willkommen im Club!

Die Frucht wächst am Rande des Baumes - Teil 3

Dienstag, 12. August 2008

ein Gastbeitrag von Bauingenieur Stefan Scheurer-Schäfle.
Die bisherigen Beiträge: Teil1 und Teil 2. Stefan hat sich inzwischen aufgrund der Artikelserie ein eigenes Blog ins Leben gerufen. Dort findet sich auch bereits Teil 4 der Serie.



Lampenfieber bei Fliegen

Es liegt nahe, bei der Problemlösung zunächst nach einem geeigneten Instrumentarium, also einem bestimmten Lösungsalgorithmus, einer Methode Ausschau zu halten. Müssen jedoch bei der Lösungsfindung grundsätzlich neue Wege begangen werden, ist dies wie in den vorausgegangenen Kapiteln angedeutet nur möglich, in dem das Problem auf verschiedenste Art und Weise repräsentiert wird.

Eine Mindmap könnte ein solches Repräsentationsinstrument sein. Muss aber nicht! Konzeptmaps, Wortwolken, Netzdiagramme, Rich-pictures, 2d- oder 3d-Zeichnungen, mathematische Formeln oder ganz einfache Aufsätze wie dieser hier erweitern die Bandbreite der Möglichkeiten. Und dererlei Möglichkeiten gibt es viele, wie man etwa unter unter dieser Homepage sehen kann.

Im Großen und Ganzen wird also versucht, mit den Mitteln der Anschauung einen Perspektivenwechsel im Denken zu vollziehen mit dem Ziel, das Problem einzukreisen oder zu modellieren. Die Psychologie würde darunter die Aufhebung einer funktionalen oder überhaupt einer Fixierung verstehen.

Tun wir einen Moment lang mal so, als wären wir eine gemeine Stubenfliege. Über die Lösung für das neue Problem wissen wir wenig bis gar nichts. Es herrscht also geistige Dämmerung. Das "einzige", was wir wissen, sind unsere bisherigen Lebenserfahrungen und Denkmuster -im übertragenen Sinne eine Glühbirne. Wir werden also immer wieder hinfliegen, uns die Nase verbrennen, bzw. das Problem nicht lösen. Unser Denken geht also immer in Richtung Glühbirne, solange nichts anderes passiert.

Ich bin mir sicher, dass die Fliege so oft gegen die heiße Glühbirne stößt, bis die Sensorik leidet und das Bewusstsein einschränkt oder eine Panikreaktion auftritt.
Bei Panik wird allerdings die Handlung nicht mehr durch das ursprüngliche Problem der Nahrungssuche bestimmt, sondern durch das Problem der drohenden Konsequenzen, eben Tod, ersetzt.
Und damit hat Panik Auswirkungen auf die Lösung: Die Fixierung zum Licht wird aufgehoben und die Fliege entkommt aufgrund anderer (panischer) Bewegungsmuster aus dem offenen Fenster.

Verursacht die heiße Glühbirne ein Verlust des Augenlichtes, leidet also die Sensorik, wird die Fixierung ebenfalls aufgehoben und die Fliege verschwindet ebenfalls aus dem offenen Fenster. Wenn auch mit wenig Hoffnung auf ein dauerhaftes Überleben.

Panik und Sensorik!
Was wir zur konstruktiven Vorgehensweise bei der Lösung von Problemen auf keinen Fall gebrauchen können ist, in eine nötigende Zwangslage zu kommen. Es darf keine Panikreaktion aufkommen, noch sollte die nötige Sensorik (Sensibilität) leiden. Beides hat aber im Fall der Fliege "geholfen", weil durch die Problemersetzung eine andere Vorgehensweise gewählt wurde oder durch die Einschränkung der Sensorik (Sinne) eine gänzlich andere Vorgehensweise gewählt werden musste. Also sollte die Problemersetzung oder die Einschränkung der Sensorik durch die Vorgehensweise bzw. das Verfahren übernommen werden.

Mit der Entscheidung für eine Mindmap oder irgend ein anderes Verfahren sind immer Einschränkungen verbunden, die Auswirkungen auf den Grad der Annäherung an die reale Problematik haben. Die Wahl des Verfahrens täuscht somit den Verlust an Sensorik bzw. Sensibilität vor und hilft uns dabei gewohnte Pfade und Denkmuster zu verlassen.
Das eigentliche Problem wurde durch die Anwendung eines bestimmten Verfahrens in anderer Form repräsentiert.

Thesen 01: die Problemersetzung

  • Der Verlust der Sensorik ist verbunden mit der Wahl des Lösungsverfahrens bzw. einer Mind Map. Sie verändert die Sensibilisierung und damit die Sichtweise für ein Problem.
  • Die Panikreaktion aufgrund drohender Konsequenzen ist durch verstärkte Erläuterung der Äste bzw. durch weitere Ideen neutralisiert werden.
Ihr müsst Chaos in euch haben, um einen tanzenden Stern zu gebären (Nietzsche)
Was meint ihr: wie viel Verständnis, wie viel Voraussetzungen bei einer Mind-Map in den Ästen, -also nur in den gezeichneten Linien versteckt sind? Ich behaupte, dass die Linien eigentlich verdichteter Text sind! Z. B. zerlegen wir ein Objekt in seine Eigenschaften und zeichnen im Nachhinein Linien. Vielleicht etwas grob formuliert, aber wir schreiben zwei Substantive auf und "verschleiern" die Verben, die vermutete (richtige oder falsche) Erklärung zur Beziehung durch einen Zweig oder Ast.
Liegt in den Ästen nicht das kreative Potential, die "dunkle Materie" einer Mind-Map? Eine Aufgabenstellung, dargestellt durch 2 Überschriften und einen gezeichneten Ast, -gewissermaßen als Platzhalter für die Erläuterungen zur Beziehung. Dieser Vorgang erinnert mich an einen Artikel im creaffective-Blog über laterales Denken. Laterales Denken kommt hier zum tragen, da du deine vermutete Beziehung irgendwann und irgendwie durch Querdenken erklären musst.

Zergliederungsmethoden der 1. Ordnung: Atomisieren
Gibt es aber noch weitere Möglichkeiten wie die zuvor beschriebene Vorgehensweise für das Zergliedern von Themen (in Mind Maps)? Einfache Vorgehensweisen zur Zergliederung von Themen habe ich nachfolgend zusammengefasst und als "Zegliederungsmethoden der 1. Ordnung" bezeichnet.

Hierunter fallen die:
  • Vorgehensweisen zur Zergliederung von Themen in Unterthemen, welche vor einem gesicherten Wissenshintergrund durchgeführt werden. Die Beziehung, also der Ast oder Zweig zwischen zwei Knotenpunkten ist eine allgemein anerkannte sowie wissentlich richtige Beziehung und kann später sprachlich, bildlich oder textlich ohne großen Aufwand erläutert werden.
  • Vorgehensweise zur Erstellung von Mindmaps durch Zergliederung von Themen in Unterthemen vor einem ungesicherten Wissenshintergrund bzw. aufgrund von Vermutungen. Diese Beziehungen können sich später als richtig oder falsch erweisen und werden durch Quer- oder Rückwärtsdenken im Nachhinein bestätigt (...oder nicht).
  • Vorgehensweisen zur Erstellung von Mindmaps, durch instinktive, gefühlsbetonte "Zergliederung" des Themas im Sinne eines Clusterings. Sehr schnell notierte Stichpunkte oder Assoziationen, um dem "Gravitationsfeld" ausgetretener Denkpfade zu "entkommen".


All diesen Methoden ist gemein, dass Themen ohne weitere Einschränkungen zergliedert werden. Gibt es aber darüber hinaus höherwertigere Zergliederungsmethoden? Zergliederungsmethoden, die noch mehr Gesetzmäßigkeiten aufweisen als ein bloßes "Atomisieren"! Solche eine Methode habe ich versucht zu entwickeln und möchte sie im folgenden vorstellen.


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Zeitmanagement für Kreative

Freitag, 8. August 2008

Bereits vor einigen Monaten herunter geladen, bin ich jetzt endlich dazu gekommen es zu lesen: Time Management for Creative People, eine kostenloses e-book von Mark McGuinness, Autor des wishful thinking Blogs, Poet und Business Coach.
Wie McGuinness selbst schreibt, hat er das Rad nicht neu erfunden, sondern eine Reihe kompatibler Ansätze des Selbst- und Zeitmanagements kombiniert und speziell auf die Bedürfnisse der kreativen Klasse (mehr zum Begriff gibt es hier) zugeschnitten. Ich persönlich finde es immer motivierend, in regelmäßigen Abständen eine etwas andere Perspektive auf Methoden zu bekommen, mit welchen ich bereits arbeite. McGuinness Schreibe macht das 32 seitige Buch außerdem besonders kurzweilig.

Was das Zeitmanagement der Kreativen besonders macht

Warum benötigen Kreative ein besonderes Zeitmanagement? Kreative Arbeiter beschäftigen sich mit größeren Projekten oder Werken, die über längere Zeiträume absolute Konzentration erfordern. Längere Zeiträume kann heißen, zwei oder drei Stunden Zeit zu haben, während dessen man von nichts und niemandem unterbrochen wird und sich auf seine Arbeit konzentrieren kann. Die Kreativitätsforschung hat diese Zeit des Eintauchens in ein Thema und der intensiven Beschäftigung mit einem Thema als zentral für das Entstehen kreativer Ergebnisse identifiziert. Folgerichtig setzt das Buch an dieser Grundannahme an.

McGuinness sieht hierbei zwei Hürden: Man muss (1) die Möglichkeit haben, sich überhaupt soviel Zeit freizuschaufeln und (2) es schaffen, während dieser Zeit Unterbrechungen auszuschalten.

Steine in den Weg gelegt werden einem dabei durch die unablässigen Informationsströme. Wenn man diese nicht kontrolliert bzw. steuert, führt das dazu, dass man sich in einem permanenten Reaktionsmodus befindet, in dem man versucht, die unablässig eintröpfelnden Mails und Telefonate abzuarbeiten. Wenn man also den Tag mit dem öffnen des E-Mailpostfaches oder dem Lesen von Blog-Einträgen beginnt, ist es plötzlich Mittag, und man hat noch absolut gar nichts für seine eigenen kreativen Projekte, die Zeit fordern, getan. Hat man sich dann einmal Zeit für die eigene kreative Arbeit reserviert, besteht die Gefahr, dass man ständig unterbrochen wird, sei es durch Telefonate oder Kollegen, die etwas möchten.
Es geht im Kern also darum, eine Balance zu finden, zwischen der unterbrechungsfreien Zeit für die eigene kreative Arbeit und Zeiten, in denen man für andere ansprechbar ist und auf Anfragen reagieren kann.

Vier Autoren – ein Vorgehen
McGuinness arbeitet in seinem Buch mit einer Kombination der Ansätze von vier bekannten Autoren zu den Themen Produktivität und Selbstmanagement:

  • David Allen: Getting Things Done (eine Einführung in die Methode gibt es hier, die Umsetzung mit MindManager findet sich hier und zur Website von David Allen geht es hier)
    Allen geht ebenfalls von der Prämisse aus, dass nur ein konzentrierter und ruhiger Geist wirklich in der Lage ist, hoch produktiv und kreativ zu arbeiten. Die von ihm entwickelte Methode Getting Things Done ermöglicht es, einen Zustand und eine Arbeitsweise der stressfreien Produktivität zu erreichen

  • Tim Ferriss: 4-Hour Workweek
    Den radikalsten Ansatz verfolgt Tim Ferriss, der alle nicht zentralen Aufgaben von anderen erledigen lässt und seine E-Mails nur noch einmal pro Woche prüft und trotzdem mehrere Unternehmen am köcheln hat.

  • Stephen Covey: 7 habits of highly effective people
    von Covey übernimmt McGuinness die Fokussierung auf Aufgaben die wichtig, aber nicht dringend sind, um so schrittweise von einer Arbeitsweise der permanenten Feuerwehreinsätze wegzukommen, bei der man immer dort ansetzt, wo es gerade am meisten brennt.

  • Mark Forster: Do it tomorrow
    Dieses Buch war mir bisher nicht bekannt. Ich bin aber gespannt sein Vorgehen alles auf morgen zu verschieben einmal auszuprobieren. Ich habe bereits damit begonnen.


Für all diejenigen die Kreativen, die das Gefühl haben, zu selten in den Flow-Zustand zu kommen und all diejenigen, die immer an Methoden interessiert sind, noch produktiver zu werden, kann ich die Lektüre von Time Management for Creative People wärmstens empfehlen.

Brainstorming: online und offline

Samstag, 2. August 2008

Durch einen Kommentar auf diesem Blog, bin ich dazu angeregt worden, etwas über die verschiedenen technischen Möglichkeiten zu schreiben, ein Brainstorming durchzuführen.

Brainstorming nach Alex Osborn
Alex Osborn, der den Begriff des Brainstorming geprägt hat, definierte Brainstorming als "den Versuch einer Gruppe, durch das Anhäufen von Ideen Lösungen für eine konkrete Fragestellung zu finden". Als Osoborn damals in den 1950er die Technik entwickelte gab es als Mittel der Umsetzung nur Papier und Stift. Die Ideen wurden also einfach untereinander auf ein Flipchart oder ähnliches geschrieben.

Vier Arten der Umsetzung
Ich möchte für diesen Post insgesamt vier Arten der Umsetzung von Brainstorming unterscheiden.




  • Traditionell
  • Digital und offline
  • Digital und online bei gleichzeitiger Aktion aller Teilnehmer
  • Digital und online bei zeitunabhängiger Aktion der Teilnehmer


Traditionell: Stick' em up
Die damals von Osborn verwendete Variante, alle Ideen untereinander auf Papier zu schreiben, ist heute sehr selten geworden. Heute findet Brainstorming, zumindest in Moderationen, meist mittels Karten statt, die an Stellwände gepinnt werden, oder mit Hilfe selbstklebender Post-It Zettel, die einfach auf Flipchart-Papier geklebt werden. Bei dieser Art schreiben die Teilnehmer eines Brainstormings Ihre Ideen selbst auf die Zettel. Ich persönlich verwende das letzt genannte Vorgehen, da das Umsortieren und Gruppieren der Ideen so am schnellsten geht. Das Vorgehen mit den Post-its wird in der Kreativitäts-Literatur auch Stick'em up Brainstorming genannt.

Digital und offline
Hier wird zum Festhalten der Ideen ein Computer verwendet, in den alle Ideen eingegeben werden. Der Computer dient einfach als Eingabemittel, der es danach erleichtert, die Inhalte umzusortieren und diese leichter weiter zu bearbeiten. Bei diesem Vorgehen ist es oft so, dass es einen Protokollanten (der meist nicht gleichzeitig Moderator ist) gibt, der alle Äußerungen einer Gruppe mitschreibt. Software die man dafür nutzen kann, gibt es viele. Die simpelste und für die meisten Menschen einfachste Variante ist ein Textverarbeitungsprogramm zu verwenden. Ich arbeite gerne mit MindManager, hier habe ich mir spezielle Moderationsvorlagen (Siehe meine Posts zu TO-LO-PO-SO-GO und CPS) erstellt, die ich dafür verwende.
Ein anderes schönes Programm, dass sogar die Klebenotizen grafisch darstellt, ist VUE ein Freewareprogramm entwickelt von der Tufts University, das im Moment speziell für kreative Problemlöseprozesse weiter entwickelt wird. Daneben gibt es auch noch eine Reihe speziell für Moderationen entwickelte Programme.

Digital und online
Bei dieser Variante findet das Brainstorming mittels einer Internetverbindung statt.
Hier möchte ich noch einmal zwei Gruppen unterscheiden.

Online-Brainstorming mit gleichzeitiger Aktion aller Teilnehmer
Bei dieser Art können alle Teilnehmer gleichzeitig über Ihren Computer Eingaben selbst verfassen. Diese tauchen dann gleich im entsprechenden, gemeinsam genutzten Dokument auf. Die Teilnehmer können theoretisch alle im gleichen Raum sitzen und über Rechner Input eingeben. In der Praxis wird es häufiger so sein, dass die Teilnehmer an unterschiedlichen Orten sitzen und gleichzeitig an einem Online-Brainstorming teilnehmen. Um ein solches Brainstorming durchzuführen, kann man speziell dafür erstellte Software nutzen (z.B. hat sich IBM hierfür intern eine eigene Lösung geschrieben), die dann teilweise auch eine Moderatorfunktion vorsieht oder sich selbst eine Lösung basteln. Hier wäre z.B. eine Lösung mit Google-Docs und einer Konferenzsoftware wie z.B. pcvisit denkbar. Seit kurzem ist auch möglich, ein Online-Brainstroming mit mehreren Teilnehmern mit Hilfe von Mindjet MindManager und der neuen Connect-Lösung von Mindjet zu erstellen. Diese sieht auch Tonübertragung vor, so dass das Eingreifen eines Moderators denkbar wäre.
Besonders faszinierend fand ich ein kürzlich statt gefundenes Brainstorming in Second Life bei dem ein Google Dokument in den virtuellen Brainstorming in Second Life projiziert wurde.

Zeitungebundes Online-Brainstorming
Bei dieser Variante können die Teilnehmer Ihre Ideen fast völlig zeitunabhängig in ein dafür vorgesehenes Online-Forum eingeben. Meist wird für eine Ideensession ein gewisser Zeitraum ausgeschrieben, z.B. zwei Wochen. Während dieser Zeit können die Teilnehmer nach Lust und Laune Ihre Ideen eingeben.
Dies kann in der Form geschehen, dass alle Teilnehmer die bereits geschriebenen Ideen sehen können, wie dies bei brainr ermöglicht wird. Anderseits kann es auch geschlossen ablaufen, so dass nur der Auftraggeber die Ideen sieht, die Inputgeber selbst allerdings Ihre Inhalte in eine Art Black Box schieben, wie dies bei brainfloor der Fall ist. Es gibt außerdem eine dritte Variante, bei der man sich mit einer Gruppe von Teilnehmern in ein geschlossenes Forum einmieten kann, wo dann allerdings alle zugelassenen Teilnehmer alles sehen.

Meist noch traditionell
In den meisten Unternehmen finden definitiv noch die traditionellen Brainstormings statt. Dies hat meines Erachtens mehrere Gründe:

  • die Leute sind diese Art einfach gewohnt
  • es ist am einfachsten durchzuführen
  • Gruppendynamiken können sich in solchen persönlichen Sessions am einfachsten entfalten
  • meist fehlt es an den technischen Voraussetzungen für andere Lösungen
  • oft sind die Computerfähigkeiten der Teilnehmern nicht ausreichend genug
    um an einem Online-Brainstorming teilzunehmen.


Unten stehend habe ich eine Evaluationsmatrix erstellt, in der ich die unterschiedlichen Arten aus meiner Sicht nach einigen Kriterien evaluiert habe.