Heute letzter Tag: MindManager Lite gratis

Montag, 31. März 2008

Heute ist die letzte Gelegenheit, die Mapping-Software MindManager Lite im Wert von 94 Euro gratis über mich zu beziehen. Über 100 Blogleser haben bereits eine Gratisversion erhalten. Wenn Sie noch dabei sein möchten, schicken Sie mir heute noch eine Nachricht an rustler(at)creaffective(dot)de

2 Tage Mind Mapping Intensivtraining für wissenschaftliche Mitarbeiter in München

Samstag, 29. März 2008

Nächste Woche Freitag und Samstag, den 4. und 5. April findet ein zweitägiges Seminar Mind Mapping für Lehre und Forschung an der Universität München statt.
Die Inhalte werde ich speziell auf die Bedürfnisse von wissenschaftlichen Mitarbeitern und Forschern zuschneiden. Hier geht es zur Ausschreibung.
Das Seminar wird vom Freistaat Bayern finanziell gefördert, um es für die Zielgruppe erschwinglich zu machen.
Die Veranstalter haben mir mitgeteilt, dass noch drei Plätze zu vergeben sind. Ich möchte es hier bekannt geben, da es eines der wenigen offenen Seminare ist, die ich gebe.
Teilnehmer müssen von einer bayerischen Universität kommen, dass heißt als
wissenschaftliche Mitarbeiter oder Doktoranden angestellt sein.

Den Schalter im Kopf umlegen

Freitag, 28. März 2008

Analogien sind ein schönes Mittel, um Dinge leichter und verständlicher zu verdeutlichen.
Michael Hewitt-Gleeson, der Gründer der School of Thinking, benutzt in einem Seminar-Mitschnitt die Analogie des Schalters im Kopf. Diesen Schalter können wir bewusst umlegen, um z.B. eine bessere Betrachtungsweise einer Situation zu erreichen, um dann in einem zweiten Schritt unsere Handlungen danach auszurichten. Hewitt-Gleeson hat hierfür das Akronym CVSTOBVS erdacht. Es steht für Current View of the Situation to Better View of the Situation. Mit diesem Denkwerkzeug (Hewitt-Gleeson spricht auch von einer Software für das Gehirn) kann es uns gelingen, immer weiter nach besseren Alternativen und Möglichkeiten zu suchen. CVSTOBVS kann als eine Erweiterung von Edward de Bonos APC (Alternatives – Possiblities – Choices) gesehen werden. Bei APC geht es darum, generell weitere Alternativen zu suchen, bevor wir eine Entscheidung treffen. Bei CVSTOBVS geht es um positivere, bessere, ja 10 Mal bessere Alternativen.




Jack Welch wird in Software for the Brain mit folgenden Worten zitiert:
I would love to have a management team that really understood the CVSTOBVS equation -- it's the 'value-added' role in the management process.


Meist ist das Problem, das wir den Schalter nicht umlegen, weil es anstrengend oder belastend ist oder weil wir glauben, dass es sowieso keine Alternative gibt. Diesen Spruch hört man sehr oft von unseren Politikern. Sie sind, wie Hewitt-Gleeson es ausdrücken würde, mit dem PTV infiziert. PTV ist der Plato Truth Virus, die verbreitete Herangehensweise nach der es entweder richtig oder falsch, wahr oder unwahr, gut oder böse gibt. Nur: Die Realität funktioniert nicht in diesen Kategorien und es gibt immer(!) Alternativen. CVSTOBVS ist eine mentale Erinnerung, bewusst nach einer besseren Alternative zu suchen.

Kann man sich auch zu Tode suchen und dadurch handlungsunfähig werden? Theoretisch ja. Deshalb spricht de Bono davon, nach einer gewissen Zeit die Suche abzubrechen, denn es gibt immer noch bessere Möglichkeiten, so könnte die Suche endlos werden. Meist ist es allerdings so, dass wir nicht zu viel, sondern zu wenig suchen.

Werden Sie noch unterbrochen oder arbeiten Sie schon?

Samstag, 22. März 2008

Seit einigen Wochen stand auf meiner Themenliste für das Blog das Thema Unterbrechungen und ich hatte mir vorgenommen, heute darüber einen Post zu schreiben. Dann kam am Donnerstag die Wirtschaftswoche ins Haus geflattert: Rettung vor dem Info-Stress. Genau mein Thema.
Jeder Wissens- und Büroarbeiter erlebt es täglich: Wir werden ständig unterbrochen, durch Mails (im schlimmsten Fall angekündigt durch ein nerviges Dingdong und ein Symbol unteren Bildschirmrand, das signalisiert lies mich endlich), Telefone und sonstige Ablenkungen. Das ist irgendwie nicht gut für uns, ganz im Gegenteil! Einige interessante Zahlen zum Kommunikationsverhalten und Unterbrechungsleiden liefert Jochen Mai auf seinem Karriere-Bibel Blog.
Jonathan Spira, der Autor einer bekannten Studie zu Unterbrechungen, gibt in einem Artikel zu bedenken, dass wir nicht nur ständig unterbrochen werden, sondern selbst durch unsere Kommunikationsverhalten andere unterbrechen.

Unterbrechungen sind teuer

Und das in mehrfacher Hinsicht:

  • Es kostet Zeit nach einer Unterbrechung die vorherigen Gedanken wieder aufzunehmen.
  • Häufige Unterbrechungen beeinträchtigen das Konzentrationsvermögen.
  • Unterbrechungen führen zu Stress und oberflächlicher Arbeitsweise, da es uns einfach nicht möglich ist, längere Zeit konzentriert eine Sache zu folgen. Provokativ ausgedrückt: Ständige Unterbrechungen verblöden.
  • Unterbrechungen sind ein Produktivitäts- und Kreativitätskiller (siehe hierzu auch das Post über Kreativität in Unternehmen)
Der Artikel der Wirtschaftswoche geht besonders auf Unterbrechungen ein, die durch moderne Kommunikation wie E-Mail, SMS und Telefon verursacht werden.
Dabei ist die Technik an sich nicht schuld, sondern unser Umgang damit.
Die Technik kann sogar helfen, Unterbrechungen zu reduzieren. Jonathan Spira verweist im oben genannten Artikel darauf, das sich Kollegen über Messaging-Systeme einen Status anzeigen können. Wer gerade nicht gestört werden möchte, kann dies kundtun.

Ich persönlich habe seit zwei Monaten meinen Informations- und Kommunikationsverhalten umgestellt. Inspiriert dazu hat mich das Buch 4-hour-workweek.
Der Autor Tim Ferriss hat sein persönliches Vorgehen in einem Beitrag für das Lifehacker Blog beschrieben.

Was habe ich geändert:
  • Ich prüfe meine E-Mails nur noch zweimal pro Tag, einmal mittags und einmal abends, auf gar keinen Fall gleich morgens. Dafür versuche ich morgens die für den Tag anstehende große Aufgabe zu erledigen.
  • Thunderbird (mein E-Mailprogramm) läuft nun standardmäßig im offline-Modus. Das bedeutet, ich kann bestehende E-Mails lesen und darauf antworten, es werden aber nicht automatisch immer neue nachgeladen.
  • Bestimmte Aufgaben staple ich, um diese dann auf einen Schwung abzuarbeiten.
  • Google-Reader, mit dem ich für mich interessante Blogs beobachte, prüfe ich nur noch einmal pro Woche.
Mein Fazit: Es lebt und arbeitet sich angenehmer, konzentrierter und: Es gibt so gut wie keine Situation, in der ich zu langsam reagiert habe, etwas zu spät erfahren habe oder der Kunde zu lange warten musste. Genau mit diesem Argument begründen ja viele, warum Sie 30 – 40 Mal pro Stunde (Quelle: Brand eins) ihre Mails prüfen.

Unübersichtliche Mind Maps

Freitag, 14. März 2008

In den letzten zwei Wochen hatte ich Gelegenheit, einige interessante Vorträge über Japan und japanische Geschichte zu besuchen.
Wie immer habe ich Mind Map-Mitschriften (siehe Bilder 1 und 2) angefertigt und wie immer während des Vortrags von meinen unmittelbaren Nachbarn interessierte, verwunderte und undefinierbare Blicke zugeworfen bekommen. Nach den Vorträgen entwickelten sich – auch wie fast immer – Gespräche, in denen ich erklären durfte, was Mind Maps sind und wie und wozu man diese einsetzen kann.

Einer meiner Gesprächspartner merkte an, dass ihm Mind Maps immer so unübersichtlich vorkommen und ihn das deshalb davon abgehalten hat, sich näher damit zu beschäftigen.
Für die meisten Außenstehenden, die ein fremdes Mind Map betrachten, kann dieses unübersichtlich wirken. Das ist völlig normal und mit ein Grund, warum Mind Maps so gut funktionieren!







Beide Mind Maps wurden auf DIN A4 Papier und einem Satz Stabilos live während der anderthalbstündigen Vorträge erstellt und danach nicht überarbeitet. Zum Vergrößern auf die Bilder klicken!

Mind Maps als visuelles Abbild der individuellen Assoziationen und Gedanken

Ein Mind Map ist eine externe Repräsentation, die die Assoziationen des Verfassers darstellt. Dadurch, dass Mind Maps nicht mit ausformulierten Sätzen arbeiten, ist es klar, dass ein Außenstehender diese nicht einfach wie einen Text lesen kann.
Um ein Mind Map anderen zugänglich zu machen, muss dieses erklärt und erläutert werden. Anders stellt es sich natürlich da, wenn mehrere Leute gemeinsam ein Mind Map erstellt haben.

Für den Verfasser eines Mind Maps ist diese Aufzeichnung dafür umso einprägsamer, unverwechselbarer als andere Formen der Mitschrift. Dadurch, dass verschiedene Sinneskanäle angesprochen werden (Schlüsselworte, Bilder, Farben, räumliche Verortung der Informationen), bieten sich dem Gehirn weitaus mehr Möglichkeiten, Informationen zu kodieren und abzuspeichern.
Wie Mind Maps richtig erstellt werden, habe ich vor einiger Zeit in einer dreiteiligen Serie erklärt (Teil 1, Teil 2, Teil 3). Wenn das Mind Map nach den Mind Mapping Regeln (nach Tony Buzan) erstellt wurde, ist die Grundstruktur und die Verortung der Informationen immer gleich und schnell, einfach und verständlich nachvollziehbar. Bild 3 zeigt die Tiefe der Zweigebenen meiner Mitschrift. Bei jedem Zweig ist erkennbar, auf welche (inhaltlichen) Ebene sich dieser befindet und wo die Information im Gesamtzusammenhang zu verorten ist.


Gorillasituationen im Denken

Freitag, 7. März 2008

Im Fokus Nr. 9 vom 25. Februar gab es eine schöne Titelgeschichte zur Illusionsforschung. Anhand optischer Illusionen wurde gezeigt, wie selektiv Wahrnehmung ist und wie einfach wir Dinge anders, verzerrt oder gar nicht wahrnehmen.
Eines der bekanntesten Beispiele in diesem Zusammenhang sind die Gorillaaufnahmen (siehe Bild) von Daniel Simons, die ich auch sehr gerne in meinen Kreativworkshops verwende, um den Wahrnehmungsprozess zu verdeutlichen.




Die Zuschauer werden gebeten, die Ballkontakte der weißen Basketballspieler zu zählen, d.h. ihre Aufmerksamkeit auf diese zu lenken. Während des kurzen Films läuft ein Gorilla durch das Bild. Die meisten der Zuschauer, die wirklich damit beschäftigt sind, die Ballkontakte zu zählen, bemerken den Gorilla nicht und sind beim zweiten Ansehen völlig erstaunt, dass ihnen dieses auffällige Detail entgehen konnte. Gesehen haben sie den Gorilla sicherlich, d.h. er ist in Form optischer Reize zum Sehnerv vorgedrungen. Das Gehirn hat ihn allerdings nicht gesehen, denn im Zuge der Reizfilterung wurde dieses - für die Anzahl der Ballkontakte - unwichtige Detail weggefiltert.

Diese selektive Wahrnehmung läuft jedoch nicht nur bei optischen Eindrücken auf diese Weise ab, sondern auch in unserem Denken! Um einen Aspekt zu bedenken, müssen wir zuerst unsere Aufmerksamkeit auf diese lenken. Ob dies geschieht, hängt wiederum von unserem Interesse, unseren Emotionen und bereits im Gehirn angelegten Denkmustern ab. Diese vorhandenen Denkmuster bezeichnet der im Artikel zitierte Psychologe Kopp-Wichmann als mentale Autopiloten, die sozusagen ohne bewusst zu denken ein Schema abspielen. Diese können dazu führen, dass es auch im Denken häufig zu Gorillasituationen kommt. Wenn wir darauf hingewiesen werden sind wir dann erstaunt, dass uns dieses oder jenes Detail entgangen ist. Es könnte z.B. sein, dass ich mir einen neues Sofa kaufen möchte und das Wohnzimmer genau ausgemessen habe. Bei der Lieferung stelle ich dann entsetzt fest, dass das schöne Teil nicht durch den Flur passt.

Auf Basis des Wissens um Gorillasituationen im Denken haben Menschen wie Edward de Bono und Michael Hewitt-Gleeson kleine Denkhelferlein – Denkwerkzeuge - entwickelt, die einem in bestimmten Situationen helfen können, indem sie die Wahrnehmung bewusst steuern. Je nach Situation (Entscheidungsfindung, Alternativensuche, eine Besprechung) kann der Denker in den Werkzeugkoffer greifen und ein für diese Situation passendes Werkzeug anwenden und so die eine oder andere Gorillasituation vermeiden.

Einige Denkwerkzeuge habe ich auf diesem Blog schon vorgestellt, z.B. TO-LO-PO-SO-GO, Techniken des lateralen Denkens, Sechs Hüte und PMI.