Mind Mapping Toolbox

Donnerstag, 29. November 2007

Heute morgen erreichte mich eine Nachricht von Amy S. Quinn, die mich auf einen heute veröffentlichten Artikel "The Mindmapping Toolbox: 100+ Tools, Resources, and Tutorials" hingewiesen hat. Hier finden sich 100 meist englischsprachige Links zu Mind Mapping Quellen, kategorisiert nach


  • kostenloser Software
  • kostenpflichtiger Software
  • Onlinelehrgängen
  • Artikeln
  • Videos
  • Blogs
  • und Büchern


Auf einiger der genannten Quellen habe ich in früheren Posts hingewiesen, vieles ist auch für mich neu. Jetzt muss ich nur noch dafür sorgen, dass das creaffective Blog auch auf der Liste der Blogs auftaucht :-)

Brainstorming: Worauf man achten sollte!

Mittwoch, 28. November 2007

Anfang des Jahres habe ich einen einführenden Post zu Brainstorming geschrieben, in dem ich die Technik allgemein vorstelle. Auch da hat der eine oder andere sicherlich gedacht: Warum macht er das? Brainstorming können wir doch sowieso alle. In der Tat werden in jedem Unternehmen jeden Tag viele "Brainstormings" gemacht, allerdings so, dass diese der Intention der Methode nicht gerecht werden.
Wie es funktioniert und welche Fehler man vermeiden sollte, dazu haben sich zwei Experten zu Kreativprozessen Gedanken gemacht: David Jeggle von Ideentower nennt die drei wichtigsten Gründe, warum Brainstormings scheitern und was man dagegen tun kann. Mario Pricken nennt 11 Gründe, warum Brainstorming lieber lassen sollte... und stattdessen ein Seminar bei ihm besuchen sollte :-)

Schnelllesen, Visual Reading und Power Reading sind "ziemlich dämlich"!

Samstag, 24. November 2007

So wird zumindest Ernst Pöppel, Neurowissenschaftler am Institut für Psychologie an der Ludwigs-Maximilians-Universität München in dem Artikel "Eine Dreiviertelstunde für Harry" in der Zeit von dieser Woche zitiert. Der Autor Tonio Postel testet darin verschiedene Schnelllesekurse in Form von DVDs oder Büchern und ist mit den Ergebnissen nicht sonderlich zufrieden.
Vor kurzem habe ich eine dreiteilige (Teil 1, Teil 2, Teil 3) Serie über das Schnelllesen gepostet, in der ich von den Vorzügen der Methoden berichte. Ist das also alles Quatsch? Muss man wenn man etwas "wirklich verstehen" möchte, langsam lesen?

Ein wichtiger Aspekt, um diese Frage zu beantworten fehlt im Artikel der Zeit: Das Vorwissen. Ob ich etwas verstehe, egal wie schnelle ich es lese, hängt auch vom Vorwissen ab. Ob ich etwas wirklich verstehe, werde ich wahrscheinlich nur im Gespräch mit dem Autor herausbekommen, denn alles was ich lese, stößt auf bereits vorhandene Muster in meinem Kopf, die mich das Gelesene interpretieren lassen.
Wie im Artikel meiner Meinung nach richtig angemerkt wird, muss man manche Texte langsam lesen (hierauf bin ich in Teil 1 meiner Schnelllesen-Serie eingegangen). Besonders dann, wenn die Informationsdichte sehr hoch ist und auch dann, wenn das Vorwissen gering ist. Dann benötigt das Gehirn einfach Zeit, um das Gelesene zu verarbeiten.
Allerdings, wenn das Vorwissen hoch ist oder der Text sehr einfach ist, dann kann man durchaus schneller lesen und trotzdem viel verstehen - und hier helfen die Techniken. Im Artikel klingt es ein wenig so, als würde man an jeden Text nach exakt dem gleichen Schema herangehen. Dass das nicht so ist, habe ich in meinen Post dargelegt. Wo ich dem Autor völlig recht geben muss: Der Lesegenuss beim Lesen eines Romans leidet beim Schnelllesen! Deshalb habe in Teil 3 meiner Serie explizit darauf hingewiesen, dass es sich vor allem um eine ökonomische Herangehensweise an Sachtexte handelt und hier widerspricht nicht einmal mehr Ernst Pöppel, sondern weist explizit darauf hin.

Nichts gegen Bücher, DVDs und andere Selbstlernmaterialien. Diese sind wundere Mittel, um Informationen und Inhalte zu übermitteln. Deshalb blogge ich ja auch! Was ich immer wieder betone (und wohl auch noch weiter betonen muss), Methoden und Techniken lassen sich nur begrenzt über nicht-interaktive Formate vermitteln. Das schreibe ich nicht, weil ich als Trainer Seminare verkaufen möchte. Methoden erlernt man durch das tun! Dabei macht (und muss und wird) man Fehler machen. Auf diese Fehler kann einen der Trainer hinweisen und den Lernenden schnell in die richtige Richtung lenken. Solange bis er es kann. Und das kann er im Seminar nach wesentlich kürzer Zeit als nach dem Lesen eines Buches! Es ist ganz normal, dass ich Autofahren nicht in einem DVD-Kurs erlerne, dazu muss ich zum Glück einen Fahrerlehrer zu Rate ziehen. Bei Denk- und Arbeitstechniken wird man wiederum zum Glück nicht dazu gezwungen, sich einen Lehrer zu suchen. Besser lernen und bessere Ergebnisse erzielen wird man mit einem Lehrer allerdings schon.

Mind Map-Mitschriften bei Vorträgen und Besprechungen

Sonntag, 18. November 2007

Von ehemaligen Seminarteilnehmern erhalte ich immer wieder die Rückmeldung, dass sie besonders die Möglichkeit schätzen, Mitschriften von Vorträgen und vor allem Besprechungen oder Telefonaten mit Hilfe von Mind Mapping zu erstellen.
Der große Vorteil einer Mind Map-Mitschrift ist, dass ich am Ende eine gut strukturierte Mitschrift eines Themas habe, wohingegen ich mit normalen linearen (d.h. alles wird nach einander untereinander hingeschrieben) Mitschriften oft ein ziemliches Durcheinander habe.

Wie kommt das?
Es hilft, sich zuerst einmal die unterschiedlichen Strukturen von linearen und nicht-linearen Mitschriften (hier am Beispiel eines Mind Maps) deutlich zu machen. Bei linearen Mitschriften schreibe ich die Information meist so wie sie bei mir ankommt nacheinander auf das Blatt, oder tippe Sie in den PC (Bild 1)

Bild1: Eine lineare Mitschrift im Vergleich zu einer nicht-linearen Mitschrift (hier am Beispiel eines Mind Maps)


Das heißt, ich bilde den zeitlichen Verlauf des Vortrags / der Besprechung ab (Bild 2 und 3).


Besonders Gespräche und Besprechungen folgen meist jedoch nicht einer stringenten inhaltlichen Abfolge (wie in Bild 2), sondern springen mehr oder weniger wild von einem Thema zum anderen und dies meist auch wenn Besprechungen inhaltlich vorbereitet werden. Dies liegt wiederum an der natürlichen Funktionsweise unseres Denkens: Dieses ist assoziationsgetrieben, man spricht auch von Punkt-zu-Punkt-Denken. Jemand sagt ein bestimmtes Stichwort und dieses löst eine bestimmte Assoziation aus und darauf hin wird das Gespräch in eine anderen Richtung gelenkt. Unterbinden kann man das durch einen disziplinierten Moderator, was jedoch in den seltensten Fällen passiert. Idealtypisch werden die beiden Mitschriften mit Bild 3 veranschaulicht.

Bild 3: Die Anordnung der linearen Mitschrift folgt dem zeitlichen Ablauf.


Wenn ich nun lineare Mitschriften mache, dann bilde ich diese sprunghafte Denken ab, d.h. in vielen Fällen, sieht die Mitschrift genau so chaotisch aus, wie das Gespräch (Bild 4). Das bedeutet z.B. bei einem Vortrag, dass man der Strukturiertheit oder Unstrukturiertheit des Vortragenden meist völlig ausgeliefert ist. In der Universität kann man das manchmal beobachten. Da werden seitenlange Mitschriften angefertigt, die aufgrund des inhaltlichen Durcheinanders danach wertlos sind.

Bild 4: Der unstrukturierte Verlauf einer Besprechung spiegelt sich meist in der linearen Mitschrift wieder.


Ganz anders hingegen bei einer Mind Map-Mitschrift!
Diese funktioniert nach dem gleichen Prinzip, wie eine Mitschrift aus Büchern. Hier kann ich auf Grund der nicht-linearen Struktur eines Mind Maps das Gesagte immer an den Zweig anhängen, wo es inhaltlich hingehört, egal wann im zeitlichen Verlauf es gesagt wird. D.h., egal wie sprunghaft ein Gespräch / ein Vortrag ist, ich kann das für meine Mitschrift immer wieder einfangen und das Map an der richtigen Stelle erweitern (die Mitschrift sieht dann aus wie in Bild 3)

Mind Mapping zwingt zur Konzentration
Ein weiterer Vorteil einer Mind Map-Mitschrift ist, dass der Mapper sich ganz automatisch konzentrieren muss. Andernfalls wüsste er nicht, wo er welchen Zweig hinschreiben muss. Beim Erstellen eines Mind Maps bin ich mir immer im Klaren darüber, warum ein Zweig dort hinkommt, wo ich ihn hinmache, warum er also inhaltlich dort verortet wird. Ganz anders bei der linearen Mitschrift. Hier kann (ich unterstelle nicht, dass es bei jedem so abläuft) man das Gesagte zum einen Ohr rein, über die Hand aufs Papier leiten und es zum anderen Ohr wieder hinaus schicken, ohne etwas davon geistig wirklich aufgenommen zu haben.

Warum es so schwer ist, neue Ideen und Alternativen zu finden

Sonntag, 11. November 2007

Wahrscheinlich hat es jeder schon einmal erlebt. Man ist auf der Suche nach einer neuen Idee oder einer Alternative zu einem bestehenden Vorgehen, aber irgendwie wollen die Ideen und Alternativen nicht so recht kommen.

Woran liegt das?
In vielen Unternehmen ganz klar am Stress und dem hohen Arbeitspensum. Wer am Ende des Tages froh ist, in seinem großen Aufgabenberg, die wichtigsten Dinge so einigermaßen abgearbeitet zu haben, der hat einfach gar keine Zeit, sich in Ruhe Neues zu überlegen oder auf innovative Gedanken zu kommen. Denn, das wussten schon die Philospohen der Antike: Man braucht Muße! Das ist keine Ausrede der hedonistischen Philosophie, sondern neurowissenschaftliche Tatsache!
Stress führt zu einem erhöhten Anstieg von Adrenalin in unserem Gehirn. In diesem Zustand sind wir in der Lage, effizient routiniert eingeübte Aufgaben zu erledigen. Dies sieht man immer wieder in Krankenhäusern oder auch bei der Feuerwehr. Das ist sehr wichtig, aber die Betonung liegt hier auf routiniert, man könnte auch von eingefahrenen Bahnen sprechen. Neue Lösungen (neue Denkbahnen) und Ideen sind in diesem Moment nicht gefragt und geistig auch nur schwer möglich.
Neue und ungewöhnliche Gedanken kommen den meisten Menschen, wenn im Gehirn die Neurotransmitter Dopamin und Serotonin ausgeschüttet werden, die entstehen meist in einem Zustand von Entspannung und Freude. Auch das kennen viele Leute: Die besten Ideen kommen meistens nicht am Schreibtisch, sondern abends auf dem Sofa, beim Sport oder kurz vor dem Einschlafen.
Ein Ansatzpunkt, um Neues zu entwickeln ist daher ganz einfach Zeit, Entspannung und eine andere Umgebung mit anderen Eindrücken. Hierzu empfehle ich einen Artikel, der kürzlich in der ZEIT erschienen ist.

Zum anderen liegt es an einer weiteren Funktionsweise unseres Gehirns: Es werden vor allem die Neuronen verstärkt, die bereits besonders stark ausgeprägt sind. Prof. Manfred Spitzer benutzte in einem Vortrag einmal das Bild von einem Trampelpfad in einem schneebedeckten Park zwischen der Glühweinbude und der Toilette. Es gibt einen Pfad und alle Leute nutzen diesen, je mehr ihn nutzen, desto fester und größer wird er. Etwas ähnliches findet in unserem Gehirn statt. Das Denken bahnt sich gerne den Weg durch bereits bestehende Pfade.
Edward deBono spricht vom Gehirn als ein sich selbst organisierendes und selbst verstärkendes Mustersystem. Er benutzt das Bild von einer Schüssel gefüllt mit Gelatine. Wenn man in diese Schüssel aus einer gewissen Höhe eine Metallkugel hineinfallen lässt, dann wird diese etwas in die Gelatine einsinken. Wenn ich nun aus der gleichen Position erneut eine Metallkugel fallen lasse, dann wird diese dem vorgegebenen Pfad der ersten Metallkugel folgen und diese noch tiefer in die Gelatine drücken und damit den Pfad vertiefen und verstärken.
Und genau das passiert beim Denken. Unser Denken ist von Wahrnehmung bestimmt und folgt fast ganz automatisch vorgegebenen Mustern und verstärkt diese dadurch. Um nun bewusst, diesen Prozess zu durchbrechen, hat deBono eine Reihe von Denkwerkzeugen entwickelt, mit denen man ganz gezielt durch das Verändern der Wahrnehmung bestehende Bahnen verlässt und somit eher auf neue Ideen oder zu alternativen Ansätze kommt oder auch einfach ein Problem wirklich ganzheitlich betrachtet.
Am Beispiel der Ideenfindung kann das ganz simpel mit Hilfe eines Zufallswortes passieren. Man versucht dabei zwischen dem Zufallswort und dem Thema eine Verbindung herzustellen und so über einen anderen Weg zur Lösung zu kommen.
Oft genial einfach, aber einfach genial!

Posts auch auf Englisch?

Samstag, 3. November 2007

Durch das Interview mit Tony Buzan habe ich in letzter Zeit einige Nachrichten von Englisch sprechenden Lesern erhalten, die nach mehr englischen Inhalten gefragt haben. Bis jetzt schreibe ich ja fast ausschließlich auf Deutsch, ich muss gestehen, ich habe auch schon überlegt, ob ich mehr auf Englisch schreiben sollte, um mit noch mehr Leuten in Kontakt zu kommen.

Hier mein PMI (weitere Infos zu PMI gibt es hier und hier) zum Thema?

Positiv


  • Breiterer Leserkreis aus der ganzen Welt, da sehr viele Englisch sprechen
  • Dadurch neue interessante Sichtweisen, die möglicherweise jetzt durch die Sprachbarriere ausbleiben
  • Ich könnte den Kontakt zu meinen Kunden in Asien ausbauen, auch sie könnten Englisch lesen
  • Mein Englisch wird besser, da ich viele Übungsgelegenheiten hätte
  • Eine neue Herausforderung
  • Bessere Vernetzung der Interessierten untereinander


Minus


  • Für mich aufwändiger
  • Gefahr, bestehende Leser zu vergraulen
  • Gefahr, das Besondere des Blogs im deutschsprachigen Raum zu verlieren
  • Einer vielen Blogs zu diesem Thema in der englischsprachigen Welt
  • Mischung aus Deutsch und Englisch schreckt viele ab bzw. verwirrt viele


Interesting

  • Es wäre interessant zu sehen, ob dadurch wirklich ein größerer Austausch statt findet
  • Es wäre interessant zu sehen, wie lange es dauert, bis eine größere Zahl englischsprachiger Leser den Weg zu meinem Blog gefunden hätten
  • Interessant, ob ich wirklich viele Artikel auf Englisch schreiben könnte
  • Es wäre interessant, ob ich dann Lust bekäme ab und zu etwas auf Chinesisch zu schreiben


Mich interessiert eure Meinung. Ich bitte um Rückmeldung!
Alle, die mit PMI vertraut sind bzw. sich gerade eingelesen haben, können gerne in PMI-Form weiter machen.

Kann man beim Mind Mapping Zweige zusammenführen?

Donnerstag, 1. November 2007

Hallo Florian,

wir hatten vor einiger Zeit mal korrespondiert und nun ist mir bei der Anfrage eines Kollegen spontan Dein Name in den Sinn gekommen. Und zwar handelt es sich um eine Frage bzgl. der MindManager-Features.

Anbei ein Bild mit einer Mindmap, bei der sich zwei Unteräste wieder zu einem gemeinsamen Pfad vereinen. Dies ist hier durch übereinanderschieben von zwei Unterästen realisiert. Frage: Bietet MM die Vereinigung von Unterästen auch als "echte" Funktion an oder geht das nur durch unschönes "Schummeln"?

Wäre Dir dankbar für eine kurze Experteneinschätzung.

Grüße aus Berlin,
Thomas




Hallo Thomas,

Danke für deine Nachricht! Die Frage bekomme ich in meinen auch öfters gestellt.
Nein, es gibt keine Möglichkeit, um Unterzweige wieder zusammenzuführen, das wäre gegen das Prinzip von Mind Mapping, wo ja jeder Zweig wieder Ausgang für viele neue Zweige sein soll. Würde man diese wieder vereinen können, dann wären die Denkmöglichkeiten für diesen Richtung abgeschnitten. Um Zusammenhänge und Verbindungen klarzumachen, gibt es bei Mind Mapping und auch im MindManager die Möglichkeit, Verbindungspfeile einzufügen. Der Ersteller des Maps müsste sich allerdings entscheiden, an welchem der beiden Unterzweige, die durch den Pfeil verbunden werden, die Detailinfo dranhängt. In den neunen MindManager Versionen ist so ein Zusammenschieben von Ästen gar nicht mehr möglich.

Viele Grüße

Florian