Denkwerkzeug-Vorlage als Business Map zum Download

Donnerstag, 21. Juni 2007

In meinem Artikel über das erste Treffen des Thinking Club habe ich das Denkwerkzeug PMI vorgestellt. Viele dieser Denkwerkzeuge lassen sich sehr gut mit Mind Mapping oder Business Mapping visualisieren und umsetzen.
Ich habe nun ein selbsterklärende MindManager-Datei erstellt, die in PMI und die Anwendung einführen soll. Dieses gibt es hier zum herunterladen. Die Erklärungen finden sich in der Anmerkung "So funktioniert es".


Ich freue mich über Rückmeldungen, Anmerkungen und Kritik.

Dazu gibt es außerdem ein Beispiel-Anwendung als Flash-Film, der den Einsatz des PMI-Maps verdeutlichen soll. Den Film gibt es hier (es öffnet sich ein neues Browerfenster). Das Tutorial zeigt einen drei minütige Live-Anwendung von PMI und MindManager. Meine Eingaben im Film wirken etwas ruckelig, da der Film mit einem Frame pro Sekunde erstellt wurde.

Wissensmangament mit MindManager

Donnerstag, 7. Juni 2007

In der Vorbereitung für ein Business Mapping Seminar ist mir wieder einmal deutlich geworden, dass viele Nutzer Mind Manager lediglich dazu nutzen, Mind Maps in digitaler Form zu erstellen. Dies hat sich auch in einer Onlineumfrage mit über 1400 MindManager Nutzern herausgestellt, die ich für e-fellows.net durchgeführt habe.
Mind Maps (darunter verstehe ich die mit Papier und Stift erstellten Visualisierungen nach Tony Buzan) sind ein sehr mächtiges Werkzeug zur Visualisierung von Gedanken und Informationen. Mit Papier und Stift erstellt haben diese einige natürliche Beschränkungen (aber auch Vorteile): So kann man diese nicht manipulieren (z.B. bestimmte Zweige ein- oder ausblenden), filtern oder mit anderen Informationsquellen verknüpfen. Genau darin besteht jedoch der größte Unterschied und auch das wirklich über Papier und Stift Hinausgehende! Daher der Name Business Mapping.
Dadurch, dass man von jedem Zweig einer Map Links und Verknüpfungen zu anderen Informationsquellen setzen kann, kann ein Business Map (z.B. mit MindManager erstellt, aber auch mit anderen Programmen erstellt) eine Art Schaltzentrale für das Wissensmanagement werden. Ausgehend von einem Map, kann man Links zu weiteren Maps setzen und von diesen wiederum zu anderen Informationsquellen verlinken; und dies theoretisch über beliebig viele Ebenen (siehe Bild). Dieses Prinzip machen sich all map-basierten Portale zunutze (ein Beispiel ist das Forschungsinformationssystem, über das ich bereits berichtet habe).



Die Möglichkeit mit Maps als Informationsportalen zu arbeiten, verändert die Art und Weise auf digitale Informationen zugreifen grundlegend. Man muss sich nicht mehr durch Startmenüs oder Ordner und Dateistrukturen hangeln, sondern kann alle relevanten Informationen in einem Map sammeln und von dort aus starten.
Den Anfang macht mein so genanntes Startcenter. Dies ist ein Map, von dem aus jedes Arbeiten am Computer beginnt. Von hier aus kann ich alle wichtigen Programme starten, sowie auf weitere wichtige Maps und Websites zugreifen.

Mein Startcenter symbolisiert die erste Ebene der Pyramide. Von dort aus kann ich weitere thematisch geordnete Startcenter öffnen. Z.B. meine GTD-Map und meine beruflichen Maps für creaffective und e-fellows.net. So kann ich fast alles was ich benötige aus den Maps heraus ansteuern und alle wichtige Informationen (z.b. zu einer Tätigkeit oder einem Kunden) in einem entsprechendem Map konzentrieren.

Thinking Club – Zweites Treffen

Sonntag, 3. Juni 2007

Am vergangenen Donnerstag ist der Thinking Club mit nun schon vier Leuten zum zweiten Mal (siehe Post zum ersten Treffen) zusammen gekommen. Thema der zweiten Sitzung war: APC. Die Abkürzung steht für Alternatives, Possiblities and Choices, was im Endeffekt aber immer auf das Gleiche hinaus läuft: nämlich die Suche nach Alternativen.
Wie auch bei PMI (Thema des ersten Treffens) signalisiert APC, dass nun ganz bewusst für einen begrenzten Zeitraum ein Werkzeug eingesetzt wird, das nach bestimmten Regeln funktioniert. Der normale (d.h. freie, assoziative und diskussionsartige) Denkmodus wird für die Zeit des APC verlassen. In dieser Zeit wird nur nach Alternativen gesucht, erst einmal unabhängig, ob diese gut oder schlecht, wahrscheinlich oder unwahrscheinlich etc. sind.
Grundsätzlich lassen sich zwei Arten von Alternativensuchen unterscheiden. Alternativen zu einer Lösung/ Erklärung innerhalb einer Herangehensweise (linkes Bild) und Alternativen, die einem völlig neuen Ansatz folgen (rechtes Bild).


Alternativensuche: nicht unendlich
Man könnte auf diese Weise stets immer weiter nach Alternativen suchen und niemals zufrieden sein bzw. niemals zum Ende kommen. Damit würde man sich selbst lähmen und die Alternativensuche wäre so nicht nur nicht zielführend sondern kontraproduktiv. Deshalb muss es man hier einen sinnvollen Schnitt definieren, an dem man mit der Alternativensuche (und damit Verbesserungssuche) aufhört und die gefundene Lösung annimmt. Auch hier gilt wieder die Parato-Regel: in 20% der Zeit lassen sich 80% der sinnvollen Alternativen finden, der Großteil der Zeit geht dann für die Suche nach wenigen und geringfügig besseren Lösungen drauf (siehe Bild 2). Daher sollte man die Suche nach einer gewissen Zeit abbrechen. Meist ist aber das Problem nicht, dass zu viele Alternativen und zu viel Verbesserungsschritte gesucht werden, sondern, dass gar nicht nach Alternativen gesucht wird, aus welchem Grund auch immer.



Die Agenda:


  • Einführung Thinking Tool: APC: Alternatives, Possibilities and Choices

  • Übung 1: (6 Minuten)
    Einzelarbeit APC (2 Minuten): Eines Morgens sieht man eine Frau, die drei rote Socken im Garten vergräbt, jeden in einem anderen Loch. Wie lauten alternative Erklärungen.
    Feedback in der Gruppe (4 Minuten)

  • Übung 2: (7 Minuten)
    Zweiergruppen (3 Minuten): Finden Sie verschiedene Wege um die Menge an Flüssigkeit zu messen, die ein Mensch innerhalb von 24 Stunden zu sich nimmt.
    Feedback in der Gruppe (4 Minuten)

  • Übung 3 (max. 8 Minuten): Es werden nacheinander Alternativen generiert, jeder ist abwechselnd an der Reihe. Wer nicht weiter weiß kann passen.
    Finde alternative Möglichkeiten Energie zu sparen, im Haus und im Allgemeinen.

  • Übung 4: (7 Minuten)
    Zweiergruppen (3 Minuten): Ein Vater findet heraus, dass sein 18 jährige Sohn das Familienauto verkauft hat, um Schulden zu bezahlen. Der Sohn erzählt nun, wer das Auto gekauft hat. Welche Handlungsmöglichkeiten bleiben dem Vater?
    Gruppenfeedback (4 Minunten)

  • Diskussion (10 Minuten)

    • Wann suchen wir nach Alternativen und wann nicht?
    • Was sind die Gefahren, wenn man immer nach Alternativen sucht?
    • Warum ist es oft schwierig, Alternativen zu finden?
    • Sollten wirklich alle Alternativen aufgezählt werden, auch die unwahrscheinlichen?
    • Was sind Schwierigkeiten beim Anwenden von APC in Gruppen?


  • Übung 5: (6 Minuten)
    Am Anfang 2 Minuten Denkzeit für jeden.
    Alternativen, die die gleichen Funktionen erfüllen, wie: eine Leiter, eine Tasse, eine Uhr, ein Schlüssel, Geld.

  • Übung 6 (7 Minunten)
    Finde alternative Erklärungen (Nicht Lösungsmöglichkeiten) für das folgende Problem: Ein Gefühl immer größerer Unsicherheit trotz immer besser werdender Sicherheitstechnik.
  • Ausblick weitere Sessions: Methoden des lateralen Denkens


Fazit der Diskussion:

  • Wir suchen nicht Alternativen, wenn wir keine Notwendigkeit sehen, unsicher sind (und uns deshalb nicht weiter verunsichern möchten), überfordert sind, glauben keine Zeit zu haben, wenn die Suche unwirtschaftlich ist oder weil wir schlicht darauf konditioniert sind, nicht weiter zu suchen.

  • Wir begeben uns auf die Suche nach Alternativen, aus Perfektionismus (hier ist ein Schnitt besonders wichtig), aus Unzufriedenheit, aus dem Wunsch nach Verbesserung und aus Langeweile. Ganz oft ist eine Krise der Auslöser, die ein grundlegendes Umdenken und die Suche nach Alternativen fordert.

  • Warum ist es oft so schwierig Alternativen zu finden? Ein wichtiger Grund könnten geistige Pfadabhängigkeiten sein. Je öfter wir gewisse Denkweisen anwenden, desto gefestigter werden diese und desto schwieriger wird es, diese wieder zu verlassen (so funktioniert unser Gehirn). Politischer oder religiöser Idealismus könnte ein weiterer Grund sein, es ist uns aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Partei oder Religion einfach nicht möglich (erlaubt) in einer andere Richtung zu denken. Oft ist es schlicht und einfach unangenehm nach einer noch besseren Lösung zu suchen, das könnte uns dazu zwingen, über uns nachzudenken und ggf. unsere Meinung zu revidieren.

  • Auch in dieser Runde haben wir wieder festgestellt, dass Humor ein wichtiger Katalysator bei der Suche nach alternativen und neuen Ideen ist. Bei Humor passiert genau das, was man mit vielen Kreativitätstechniken erreichen möchte: Zwei Dinge, die man zuerst nicht in Zusammenhang bringt, werden miteinander verknüpft.

  • Allerdings gibt es auch Gefahren, die die Suche nach Alternativen mit sich bringt: Manchmal entsteht Verunsicherung, je länger man sucht, desto unsicherer wird man. Der Aufwand und die Komplexität eine Entscheidung zu finden steigen, deshalb ist der Schnitt so wichtig. Zu viele Alternativen führen möglicherweise zu einer Polarisation der Teilnehmer und es kommt zu unangenehmen Diskussionen.




Fazit

Auch dieses Mal haben wir wieder sehr von unseren völlig unterschiedlichen Berufen, Hintergründen und Herangehensweisen profitiert, da wir uns so immer wieder gegenseitig zu neuen Sichtweisen angeregt haben. Erst waren wir uns nicht sicher, wie viel ein so „banales“ Werkzeug, wie APC wirklich hergeben wird und wann immer wieder überrascht, was für Alternativen wir gefunden haben (das nächste Mal freuen wir uns einfach, wenn unser Auto weg ist, dann können wir wenigstens ein neues kaufen :-)). Wichtig für die Anwendung und den Erfolg der Tools ist es, sich an die auf den ersten Blick sehr strengen Regeln und Vorgaben zu halten, sonst wird es schnell beliebig und ineffektiv.

Kreative Adressen im Web

Samstag, 2. Juni 2007

Obwohl ich immer fleißig nach interessanten Websiten zum Thema Denkwerkzeuge und Kreativität Ausschau halte, entdecke ich manche Dinge erst sehr spät.

heureka! Blog
Durch einen Kommentar auf diesem Blog bin ich auf das heureka! Blog aufmerksam geworden. Ruth Pink und Jürgen Stock schreiben hier rund um die Themen Kreativität und Innovation. Frau Pink und ich sind schon der Frage nachgegangen, warum es zwei Politologen zu Kreativitätstechniken treibt.
Jürgen Stock betreibt in Würzburg einen Denkclub nach dem Vorbild von Edward deBono, so wie ich es seit kurzem hier in München mache. Ich hoffe München und Würzburg sind nicht die einzigen Denkclubs, all die anderen habe ich hoffentlich nur noch nicht entdeckt.

brainR
Dieses fantastische Online-Brainstorming Tool kenne und nutze ich zwar schon länger, allerdings habe ich bis jetzt noch nicht darüber geschrieben (Andreas Weinberger hat erst kürzlich einen Artikel über die neuen Funktionen veröffentlicht). Seit Kurzem präsentiert sich brainR in neuem Gewand und mit erweiterten Funktionen. Jeder kann hier Brainstormings eröffnen und seine Ideen in anderen Brainstormings einbringen. Ich glaube ja immer noch, dass es ein Online-Tool geben müsste, dass die Schritte nach dem Brainstorming begleitet (siehe hierzu meine Idee von der creativity-factory) bin aber im Gespräch mit Programmierern und Entwicklern schon darauf hingewiesen worden, dass die Programmierung eines solchen Tools eine absolute Mamutaufgabe wäre. Mir schwebt ein Ideenentwicklungsprozess vor, wie ihn Edward deBono mit seinen PISCO-Framework beschreibt (dazu in einem anderen Post einmal mehr)

Dialogus Blog
Hier bin ich über das best-practice-blog draufgestoßen. Auch hier dreht sich alles um Kreativität, Ideenfindung und (das finde ich besonders spannend) Spielkultur. Joachim Zischke der Autor des Blogs entwickelt eigene Werkzeuge zur Begleitung des Ideenfindungsprozesses. Hut ab!