Bewertung von Kreativität

Mittwoch, 28. März 2007

Gestern hat mich eine Frage erreicht, die ich nun anonym vorstellen möchte:

"Ich mache mir zur Zeit Gedanken über die Bewertbarkeit von Kreativität und dachte mir, dass Sie vielleicht einige Ideen haben oder Literatur dazu empfehlen können.
Die Definitionen zielen meist auf den Aspekt -Neu- ab. Aber für einen Bewertungsbogen kann das doch nicht ausreichen, um eine Idee bzw. die Lösung eines Problems als kreativ einzustufen.
Genauer gesagt möchte ich eine Gruppe von Leuten befragen, wie oder ob sie ein Design-Produkt als kreativ bewertet.
Vielleicht haben Sie einen Vorschlag nach welchen Kriterien und Fragen man eine Bewertung durchführen könnte.
Ich bin mir zudem nicht ganz sicher, ob man z.B. auch eine Trennung zwischen Idee und Umsetzung vornehmen kann bei der Bewertung. Wenn diese Trennung möglich ist - ist dann die Person die beides (Idee und Umsetzung) gemacht hat nur kreativ, wenn beides als kreativ bewertet werden kann, oder auch schon wenn nur ein Aspekt als kreativ gilt?"


Das ist eine sehr spannende Frage, über dich bis jetzt noch wenig wissenschaftlich recherchiert habe.

Wenn Sie Kreativität im Rahmen eines wissenschaftlichen Vorgehens bewerten wollen sehe ich zwei Schritte: Zuerst muss der Begriff Kreativität konzeptionalisiert werden, d.h. Sie benötigen eine für Ihre Arbeit gültige Definition von Kreativität.
In einem zweiten Schritt müsste das Konzept der Kreativität operationalisiert werden, d.h. Sie müssen Messkriterien festlegen, anhand derer Sie entscheiden, ob etwas als kreativ einzustufen ist, oder nicht.

Definition von Kreativität.

In meinen Posts vom 25.12.06 und 01.01.07 habe ich mich mit dem Kreativitäts-Konzept von Prof. Holm-Hadulla beschäftigt, der sich mit den Bestandteilen und Voraussetzungen von Kreativität befasst, nicht aber mit deren Messung und Bewertung. Am Anfang von Teil 1 dieses Posts habe ich eine Definition von Kreativität gebracht:

Kreativität bezeichnet die Fähigkeit intelligenter Lebewesen, neue und ungewöhnliche Lösungen für Problemstellungen zu finden. Voraussetzung für Kreativität ist die Fähigkeit, Dinge und Vorgehensweisen frei und neu kombinieren und entwickeln zu können. Ein wesentlicher Bestandteil ist oft die Fähigkeit, produktiv gegen Regeln zu denken und zu handeln (also: nicht nur zu kombinieren) und damit auch neue Regeln aufzustellen.

Auch in dieser Definition schwingt wieder das Neu-sein mit, aber ich denke nur weil etwas neu oder anders ist, ist es noch nicht als kreativ zu bezeichnen, aber das ist Definitionssache. für viele Menschen ist dieses Kriterien neu und anders bereits ausreichend, um etwas als kreativ einzustufen. Wenn ich mich nun entschließe, das rote Licht der Ampel durch ein blaues Licht zu ersetzen, dann ist das zwar neu und ungewöhnlich, nicht aber kreativ.
Was in der obigen Definition auch anklingt, – und das ist meines Erachtens besonders wichtig – das, was die kreative Handlung hervorbringt, muss nicht nur neu oder ungewöhnlich sein, es vor allem einen Mehrwert gegenüber Bestehendem bieten.
Hierzu könnten Bücher von Edward deBono (z.B. lateral thinking) sehr hilfreich sein, der dazu sehr viel geschrieben hat. Sie auch hier meinen Post vom 14.02.07.

Was ein Mehrwert ist, ist höchst subjektiv und wird sich nur selten mit objektiven Kriterien feststellen lassen. Wenn ich Ihre Frage richtig verstehe, geht es ja auch darum einen vergleichbaren Fragekatalog zu entwickeln, mit dessen Hilfe die subjektive Einschätzung zur Kreativität eines Produktes erfasst werden kann.
Anhand dieser Kriterien (neu/ungewöhnlich und Mehrwert schaffend) würde ich Kreativität konzeptionalisieren. Ich bin mir selbst noch nicht ganz sicher, wie trennscharf neu und ungewöhnlich sind und ob man diese Kriterien trennen müsste. Wenn etwas neu ist, dann wird es wohl auch als ungewöhnlich bezeichnet werden. Wenn etwas ungewöhnlich ist, muss es nicht unbedingt neu sein, aber vielleicht in einem bestimmten Kontext schon.
Anhand dieser Kriterien könnte man das mittels eines Fragebogens (jetzt einmal aus der Hüfte geschossen) auch abfragen, indem man Menschen bittet das Designprodukt anhand der Kriterien neu/ungewöhnlich und Mehrwert schaffend zu bewerten. Interessant wäre es dann auch noch zu erfahren, warum etwas als ungewöhnlich eingestuft wird und wo die Befragten die Mehrwert des Produkts sehen.

Vielleicht haben ja andere Leser noch Meinungen, Wissen und Literaturempfehlungen.

Trennung von Idee und Umsetzung

Bei der Trennung von Idee und Umsetzung kommen wir noch einmal in ganz andere Gewässer. Grundsätzlich glaube ich, dass Ideen nicht danach bewertet werden, ob diese kreativ sind, sondern, ob diese einen Mehrwert bieten und ob diese umsetzbar sind. Wie gesagt, ich glaube, Kreativität ist kein Selbstzweck, niemand wird sagen, ich möchte eine kreative Lösung. Es geht vielmehr darum, dass die Lösung einen Gewinn im Vergleich zu anderen darstellt und das lässt sich eben oft durch eine kreative Lösung erreichen. Einige Ansätze zur Ideenbewertung habe ich in meinem Post vom 07. 01.07 über Brainstorming beschrieben.
Ideen sind zwar immer nett, nützen aber wenig, wenn sie nicht umgesetzt werden. Besonders die Umsetzung ist dabei das Schwierige. Möglicherweise stellt sich bei der Umsetzung heraus, dass das alles gar nicht so funktioniert, wie in der Idee angedacht und heraus kommt etwas völlig anderes. Deswegen glaube ich, dass das Endprodukt, also die Umsetzung danach bewertet werden sollte, ob es kreativ ist oder nicht.

Bücher-Mappen

Samstag, 24. März 2007

Ein Punkt, der die Teilnehmer im Seminar immer wieder erstaunt und fasziniert sind Mind Maps, die den Inhalt eines ganzen Buches (vor allem Sachbücher) abbilden. Bild 1 und Bild 2 zeigen zwei Beispiele von Büchern von jeweils über 200 Seiten. Es handelt sich dabei nicht lediglich um einen Überblick oder eine kurze Zusammenfassung, sondern wirklich um alle für den Ersteller des Mind Maps relevanten Inhalte und Details eines Buches.





Um ein solches Buch-Map zu erstellen muss man ungefähr mit zwei bis drei Stunden zusätzlicher Zeit rechnen. Einmal erstellt, hat man dann in Sekundenschnelle wieder Zugriff auf den Inhalt eines Buches, auch nach langer Zeit noch. Der Inhalt bleibt außerdem viel stärker im Gedächtnis haften, als wenn man das Buch lediglich lesen würde. Wenn man also mit dem Inhalt eines Buches wirklich arbeiten muss, sind diese zwei Stunden eine lohnende Investition, die sich vielfach wieder auszahlt und sehr viel Zeit spart. Wie oft kommt es vor, dass man ein interessantes Buch liest, es wieder in den Schrank stellt und dann den Inhalt so gut wie wieder vergessen hat? Aus meiner Erfahrung sehr oft, wenn man sich keine Notizen macht.

Der Prozess
Die hier gezeigten Beispielmaps sind das Endergebnis eines Erstellungsprozesses, den ich nun vorstellen möchte:


  1. Während des Lesens wird von jedem Kapitel parallel zum Lesen ein Mind Map (auf DIN A4 oder DIN A3 Papier) erstellt. Immer wenn ich einen relevanten Inhalt lese, kann ich mein Mind Map erweitern. So habe ich am Ende eines Kapitels eine Mind Map Mitschrift.
    So verfahre ich mit jedem Kapitel, so dass ich am Ende zu jedem Kapitel ein Map habe (siehe Bild 3).
  2. Am Ende nehme ich mir alle meine Kapitel-Maps und vereinige diese zu einem großen Buch-Map (auf DIN A3 oder DIN A2). Dieser Teil ist noch einmal mit etwas Arbeit verbunden, da ich mir eine Struktur für dieses große Map überlegen muss und entscheiden muss, welche Zweige aus den Kapitel-Maps in das finale Map übernommen werden. Einige Inhalte aus den Kapitel-Maps werden sich überschneiden, so dass ich hier kürzen und aussortieren kann.
    Das Bild zeigt, wie sich das endgültige Map aus den verschiedenen Elementen der Kapitel-Maps zusammen setzt.



Was gibt es zu beachten?
Ich beobachte, dass viele Leute die Angewohnheit haben, einen Text erst einmal zu lesen und sich dann wichtige Punkte anzustreichen, um dann am Ende möglicherweise eine Mitschrift zu erstellen. Dieses Vorgehen ist bei einem einseitigen Text möglich, allerdings nicht bei einem Buch, das würde viel zu lange dauern. Beim oben beschriebenen Prozess wird das Map wirklich während des Lesens erstellt und ggf. später überarbeitet und verändert. Es muss nicht beim ersten Mal eine fehlerfreie Map herauskommen, im Gegenteil, der Prozess ist darauf angelegt, dass das Map später noch einmal überarbeitet werden kann.

Mind Mapping oder Business Mapping?
Muss man die Maps wirklich von Hand erstellen und dann wieder überarbeiten, oder kann man diese nicht gleich per Software mitmappen, z.B. mit MindManager?
Kann man schon, dadurch würde man sich auf alle Fälle Zeit sparen. Außerdem kann man das Map viel einfacher nachbearbeiten, weiterversenden etc., das spricht alles für den Computer.

Für das Erstellen eines traditionellen Mind Maps per Hand spricht, dass der Inhalt des Buches meist besser verarbeitet und vor allem besser gemerkt wird, wenn ein Map per Hand erstellt wird. Das selber Schreiben und Zeichnen eines Mind Maps anstelle des Tippens, ist für das Gehirn eine wichtiger Informationskanal, der beim Abspeichern von Informationen unterstützt. Außerdem ist ein handgezeichnetes Mind Map viel individueller und flexibler (Zeichnungen, Symbole etc.) als ein computergeneriertes Map und bleibt dadurch wesentlich besser im Gedächtnis. Deshalb erstelle ich meist ein Mind Maps, dass ich dann am Ende vorne in das Buch legen kann.

Ich empfehle hier, die beiden Herangehensweisen einfach einmal auszuprobieren. Es ist auch möglich, während des Lesens ein Mind Map zu erstellen und am Ende das finale Map am Computer zu erstellen.

Planung mit Mindjet MindManager - Teil 2

Mittwoch, 21. März 2007

In meinem Post vom 10.03.07 habe ich mir über Planung mit MindManager Gedanken gemacht.
Die Frage war, ob es sich lohnt ein zeitlich strukturiertes Map (in Form der Wochentage) zugunsten einer anderen Struktur (in meinem Fall nach Kunden) aufzugeben.
Ich habe nun fast zwei Wochen damit herumexperimentiert und die Antwort lautet ja, es lohnt sich, man muss dann allerdings sehr diszipliniert mit Zeitmarkierungen umgehen und viel mit der Filterfunktion arbeiten.

Die neue Struktur sieht nun wie folgt aus: In meinem Fall bekommt jeder Kunde einen Hauptzweig und außerdem gibt es feste Kategorien in die ich manche todos einsortieren kann. (Bild 1) Die Kategorien sind deshalb farblich hervorgehoben, damit ich diese leichter erkenne und ggf. danach filtern kann.

Hinter die Kategorien kommen nun verschiedene Projekte und verschiedene Aufgaben, die mit diesen Projekten verbunden sind (siehe Bild 2).

Die Aufgabenmarkierungen werden nun besonders wichtig: Jede dieser Aufgaben bekommt eine Deadline zugewiesen, bis wann diese erledigt werden muss. Außerdem zweckentfremde ich die Ressourcenkategorie im MindManager-Filter, um für bestimmte Aufgabentypen Tags zu vergeben.

Mit der Power-Filterfunktion im MindManager kann ich nun nach bestimmten Tags filtern (siehe Bild 3), um mir beispielsweise alle Mailings anzeigen zu lassen.

Oder ich kann nach einem Zeitraum filtern (siehe Bild 4), um mir alle Aufgaben anzeigen zu lassen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums erledigt werden müssen. Ist eine Aufgabe erledigt, kann ich diese entweder löschen, oder mit einem Häkchen versehen, um diese als erledigt zu kennzeichnen. (Dann lassen sich wiederum alle Aufgaben mit Häkchen ausblenden, um nicht gestört zu werden, aber ein Archiv zu haben).


Der Power-Filter bekommt bei dieser Art der Planung eine ganz wichtige Bedeutung, da man andernfalls von der Masse an Zweigen erschlagen werden würde. Mit der Filterfunktion kann man das Map allerdings nach beliebigen Kriterien filtern und trotzdem immer das große Ganze im Bild behalten.

Das ganze ließe sich natürlich auch mit einer Excel Todo-Liste mit Filterfunktion darstellen (siehe Bild 5). Auch hier lassen sich, mit der entsprechenden Anzahl an Sortierkriterien viele Filterfunktionen ausführen.

Ich habe nun eine Zeit überlegt, ob diese Art der Planung mit MindManager sinnvoller ist, oder nicht doch mittels einer Excel Liste.
Für den MindManager spricht meiner Meinung nach die Möglichkeit, dass ich Themen visualisieren kann und dadurch ein Darstellungsform habe, in der ich eine Vielzahl von zusammenhängen sehen kann. Außerdem bietet mir das Map die Möglichkeit mit Textnotizen, Hyperlinks und E-Mailsimport sämtliche benötigten Informationen in einer Map zu vereinen. Ich muss mich praktisch nicht mehr aus dem Map herausbewegen, sondern kann alles von dort aus starten und bedienen. Und das spart sehr viel Zeit und sorgt zumindest für mich für einen Produktivitätsgewinn.

Der Nachteil an dieser Form ist, dass man sehr diszipliniert mit den Aufgaben- und Zeitmarkierungen von MindManager arbeiten muss, damit der Zweig danach auch filterbar ist und mit der entsprechenden Filterabfrage dann auch gefunden wird. Nervig in der jetzigen MindManager Version ist, dass man Filterabfragen nicht speichern kann, sondern diese immer wieder von vorne starten muss. Hier hoffe ich auf eine Verbesserung in der Version 7.

Mit diesem System habe ich nun ein zeitunabhängiges Planungs-Map in dem ich alle meine Aufgaben sammeln kann und diese mittels Zweigerinnerungen sogar im MS Outlook anzeigen lassen kann, also keine doppelte Arbeit und keine zwei Kalender, sondern nur ein Map.

Denken und Intelligenz

Sonntag, 18. März 2007

Jemand, der über ein hohes Maß an Intelligenz verfügt, ist sicher auch ein guter Denker, oder? Oft setzen wir diese beiden Dinge ja auch gleich.
Edward deBono hat hier eine – wie ich finde – sehr interessante These aufgestellt:
Intelligenz und Denken sind zwei verschiedene Dinge, die zwar miteinander zu tun haben, aber nicht gleichzusetzen sind. Und: wer intelligent ist, muss noch lange kein guter Denker sein. Im Gegenteil, viele intelligente Menschen sind sehr schlechte Denker. Die passiert oft gerade weil sie intelligent sind und deshalb schnell in die Intelligenzfalle geraten. Die Intelligenzfalle ist jenes überhebliche Gehabe von zugegeben schlauen Menschen, die glauben, dass sie sowieso alles besser wissen. Diese Überheblichkeit führt allerdings schnell dazu, dass man sich vieler Alternativen und Möglichkeiten verschließt, weil man es ja sowieso nicht nötig hat, darüber nachzudenken.

Was ist Intelligenz?
In der Psychologie ist Intelligenz ein Konstrukt, das die geistigen Fähigkeiten beschreibt, die das Niveau und die Qualität eines Denkprozesses bestimmt. Intelligenz ermöglicht es einem Menschen, handlungsrelevante Eigenschaften zu erkennen und diese zu verändern.
Eine andere Definition, die oft scherzhaft angeführt wird, lautet: Intelligenz ist das, was der Intelligenztest misst.
Auch in der Psychologie sieht man einen Zusammenhang zwischen Denken und Intelligenz, aber es wird nicht gleichgesetzt.
Die Intelligenz wird zu einem Großteil von unseren Genen bestimmt und lässt sich kaum verändern oder trainieren.

Was ist Denken?
Denken hingegen ist ein Prozess der viel mit Interpretation und vor allem mit Wahrnehmung zu tun hat. Und hier ist der Knackpunkt: Wahrnehmung ist ein Prozess, der mit im Kopf vorherrschenden Mustern und bestehenden Emotionen zusammenhängt (die Psychologie spricht bei der Wahrnehmung von einer Mischung als top-down und bottom-up Prozess). Wird die Wahrnehmung nicht bewusst gesteuert (und das wird sich natürlicherweise nicht), dann haftet unsere Wahrnehmung immer an den Dingen, die gerade Aufmerksamkeit erregen, oder mit bestimmten Emotionen behaftet sind.
Ein Eifersüchtiger wird alle Dinge durch die Brille seiner Eifersucht sehen und interpretieren (top-down), auch wenn das was er sieht (bottom-up) vielleicht gar nichts damit zu tun hat.

Ein Mitarbeiter, der überzeugt ist (top-down), dass etwas nicht funktionieren kann, wird alles was er sieht (bottom-up), durch diese Brille beobachten. Auf diese Weise wird er sich möglicherweise vielen Handlungsalternativen verschließen und ein Problem nicht oder nur schlecht lösen.
Obwohl er intelligent ist, kann er ein schlechter Denker sein.

Denken ist eine Fähigkeit, die verbessert und trainiert werden kann!
DeBono vergleicht Intelligenz mit der PS-Zahl eines Autos. Je höher die PS-Zahl, desto größer das Potenzial des Fahrzeugs. Zum Gefährt gehört allerdings auch immer jemand, der dieses steuert. Wie gut der Fahrer ein Fahrzeug steuert, hängt von dessen Fahrkünsten ab. Die Fahrkünsten vergleicht deBono mit dem Denken. Diese Fahrkünste können erlernt und durch Training verbessert werden. So kann ein Fahrer, der gut fahren kann, aus einem alten Wagen (~ weniger Intelligenz) mehr herausholen als ein schlechter Fahrer (~ schlechter Denker) in einem Ferrari. Ideal ist es, wenn Michael Schuhmacher auf einen Ferrari trifft, aber ein Michael Schuhmacher kann auch mit einem Polo wahrscheinlich schneller ans Ziel kommen als ein ungeübter Fahrer im Formel 1 Fahrzeug: "... we really do need to stop considering thinking as simply 'intelligence in action'."

Attention-Directing-Tools
Verbessert werden kann das Denken mithilfe einer Reihe von Denkwerkzeugen (siehe auch mein Post vom 14.02.07) , die bewusst(!) eingesetzt werden und unser Denken zu einer bestimmten Zeit in eine gewisse Richtung lenken. Einige solcher Tools möchte ich in weiteren Posts vorstellen.
Es ist wirklich erstaunlich, was der Einsatz solcher Denkwerkzeuge bewirken kann, wenn diese z.B. in einer dieser endlosen Diskussionen oder Besprechungen eingesetzt werden. Solche Besprechungen haben wir sicher alle schon erlebt, wenn die Argumente zum dritten Mal wiederholt werden und man immer noch keinen Schritt weiter gekommen ist.

Das Problem mit den Denkwerkzeugen in der Gruppe ist, dass man es auf nicht aufdringliche Weise schaffen muss, diese auch einzusetzen. (Siehe hierzu mein Post vom 20.02.07)

Neue Business Blogs vorgestellt

Samstag, 17. März 2007

Burkhard Schneider vom best-practice-business Blog wird in den nächsten Wochen neue junge Business Blogs in seiner Serie Newcomer Business Blog vorstellen. Eine tolle Aktion, in der noch junge Blogs, wie z.B. dieses hier, sich einem breiteren Leserkreis präsentieren können. Das creaffective Blog wird am Mittwoch, den 04.04.07 vorgestellt werden. Ich bin schon sehr gespannt auf diese Serie, allein die Liste der anstehenden Kandidaten ist schon eine Bereicherung, habe ich doch wieder eine Reiher neuer Blogs entdeckt.

Neue Rubrik: Fragen&Antworten eröffnet

Donnerstag, 15. März 2007

Ich möchte eine Idee, die mir neulich im Gespräch mit einem Seminarteilnehmer gekommen ist, nun umsetzen: Oft gibt es Fragen zu Denk- und Arbeitstechniken und natürlich speziell zu Mind Mapping und Business Mapping, die aufkommen, die aber zu keinem der bestehenden Blogeinträge in Form eines Kommentars dazu passen. Trotzdem sind diese Fragen für viele Nutzer relevant und interessant.
Daher möchte ich nun mit dieser Rubrik den Grundstein legen: Wenn es von Ihnen irgendwelche Fragen zu den hier behandelten Themen gibt, die ich hoffentlich beantworten kann, dann schicken Sie mir ein Mail. Ich werde dann versuchen, über das Blog weiter zu helfen.
Einfach ein Mail an rustler(at)creaffective(dot)de

Ich freue mich auf Zusendungen und hoffe, weiterhelfen zu können.

Ergebnisse der Mind Mapping Software Umfrage von Chuck Frey

Dienstag, 13. März 2007

Die Ergebnisse der zweiten Mind Mapping Software Umfrage von Chuck Frey sind veröffentlicht. Der detaillierte Ergebnisbericht kann hier angefordert werden. In seinem Blog hat er bereits einige wichtige Ergebnisse genannt. Auch ich möchte ein paar Punkte herausgreifen:


  • Der Preis der Software ist – zumindest in den USA – kein entscheidendes Kriterium
  • Der Nutzen der Software liegt für den Großteil der Befragten in klarerem Denken, das man mit Hilfe der Software erreichen kann.
  • Lediglich 14% sagen, dass die Software keinerlei Zeitersparnis bringt, die restlichen 86% sehen die Ersparnis im Spektrum von 1 – über 7 Stunden pro Woche.
  • 62% der Softwarenutzer erstellen auch handschriftliche Mind Maps, wobei darunter nicht unbedingt Mind Maps nach den Regeln (siehe hierzu meine Posts 1, 2, 3) von Tony Buzan verstanden werden müssen. Für viele ist es besonders in Besprechungen einfach praktischer mit Papier und Stift zu arbeiten. Dazu passt, dass Software (Business) Mapping und Mind Mapping nicht als entweder - oder zu sehen sind, sondern sich in den Einsatzgebieten unterscheiden und ergänzen.
  • Viele Nutzer lernen zuerst das traditionelle Mind Mapping von Hand und erweitern ihre Anwendungen dann auf dem PC. Ein Vorgehen, dass meiner Meinung nach sehr viel Sinn macht, denn mit dem Wissen um Mind Mapping nach Buzan lässt sich die Software wesentlich effektiver nutzen.
  • Die meisten Nutzer exportieren ihre Maps nach dem erstellen in ein anderes Format und die Map oder den Inhalt mit Kollegen zu teilen, viele sind aber nach wie vor unzufrieden mit den Exportfunktionen der Programme.


Die Ergebnisse der Umfragen zeigen auch, dass es für den Großteil der Businessnutzer keine Rolle spielt, ob die Software sich an die Mind Mapping Regeln nach Tony Buzan hält, ja sogar das viele Nutzer davon überhaupt keine Ahnung haben. Das wird es für Buzan und seine iMindMap Software schwierig machen, im geschäftlichen Umfeld Fuß zu fassen, besonders, wenn der Sinn und Nutzen des richtigen Mind Mapping nicht bekannt ist. Außerdem fehlen iMindMap noch eine Menge Funktionen, die einen Umstieg attraktiv machen.

Noch gar nicht angesprochen wurde der im Moment sehr in Bewegung geratene Markt der Online Mind Mapping Tools. Hier gab es in den letzten Monaten einige spannende und vielversprechende Lösungen (z.b. Mindmeister, Mindomo), die sicher noch viel Potenzial für die Zukunft haben.

Innovation Bloggers Virtual Forum

Montag, 12. März 2007

Habe ich heute entdeckt: Innovation Bloggers Virtual Forum. Einige der Forumsteilnehmer sind mir von ihren Blogs bekannt, das könnten interessante Foren werden. Die ersten 20 Kommentatoren sind auf alle Fälle dabei, also noch rasch anmelden.

Planung mit Mindjet MindManager

Samstag, 10. März 2007

Als großer Mind Mapping und Business Mapping Fan setze ich MindManager auch zur Zeitplanung ein. Das Programm ersetzt mir zwar keinen Kalender, allerdings gestalte ich meine Wochenplanung mit MindManager. Dabei kommt es mir weniger auf die chronologische Reihenfolge der Dinge an, mein Map ist mehr als eine Todo-Liste zu verstehen.

Ich nutze bis jetzt eine Wochenmap (Bild 1). Hier erhält jeder Wochentag einen Hauptzweig und alle Todos, die für die Woche anstehen, oder die hinzukommen trage ich hinter den entsprechenden Wochentag. Dazu vergebe ich Icons für bestimmte wiederkehrende Aktivitäten wie z.B. Telefonate, E-Mails etc. Der Vorteil bei der Verwendung von Icons ist, dass diese gleich ins Auge stechen und noch wichtiger, dass ich danach filtern kann.
So ist es mit dem Power-Filter von MindManager möglich, mir alle Telefonate einer Woche anzeigen zu lassen und alle anderen Todos auszublenden. Die Icons erfüllen dabei eine ähnliche Funktion wie Tags, nur leider nicht so vielseitig einsetzbar und vor allem nicht umgruppierbar (dazu später).


Diese Art der Wochenplanung ist mir inzwischen sehr ans Herz gewachsen, da sie für meine Arbeitsweise große Produktivitätsvorteile bringt. Wann immer ich eine Aufgabe erledigt habe, bekommt diese Aufgabe einen Haken. Alle Aufgaben, die ich bereits erledigt habe, kann ich dann wiederum mit dem Powerfilter ausblenden lassen, um wirklich nur noch die Dinge im Blick zu haben, die noch zu tun sind. Alternativ, kann ich den Zweig auch einfach löschen. Allerdings ist es manchmal ganz schön zu sehen, was man schon alles erledigt hat.

Beruflich als Key-Account-Manager bei e-fellows.net habe ich verschiedene Großkunden zu betreuen (Siehe Bild 2). Die Infos finden sich alle auf der Firmenwebsite, ich plaudere hier also keine Geheimnisse aus! Nun habe ich mir auch hier eine Wochenmap angelegt und zusätzlich dazu hinter jeden Wochentag das Logo meiner Großkunden gelegt. Nun kann ich zu jedem Wochentag alle Todos hinter den entsprechenden Kunden schreiben. Jeder Kunde hat außerdem ein Icon erhalten, so dass ich wieder mittels Powerfilter nach einzelnen Kunden filtern kann. So könnte ich mir z.B. alle Telefonate anzeigen lassen, die ich diese Woche mit Kunde XY führen möchte. Alle anderen zweige werden dann ausgeblendet. Soweit so gut.

Die Wochenansicht lässt mich allerdings nur immer eine Woche lang planen. Dinge, die ich in der darauffolgenden Woche erledigen muss, müssen in eine weitere Wochenmap geschoben werden. Die Details zu einzelnen Projekten, finden sich dann in den einzelnen Projektmaps, auf die ich von meiner Wochenmap verlinken kann.


Nun überlege ich, ob es nicht Möglichkeiten gibt, das ganze noch effektiver zu gestalten?
Eine neue Version könnte folgendermaßen aussehen (Siehe Bild 3).

Nun erhält jeder Kunde einen Hauptzweig, ich verlasse also die zeitliche Ansicht. Sämtliche Todos werden nun Projekten zugeordnet und hinter ein Projekt geschrieben. Projekte werden mit einer speziellen Farbe gekennzeichnet, damit diese besser ins Auge stoßen und zusätzlich mit einer Ressource versehen (hier schreibe ich nochmal den Projektnamen) hinein, um danach dann besser filtern zu können (siehe Bild 4).

Alle todos, die in den nächsten Tagen und Wochen zu tun sind, könnten nun hinter den Projektzweig geschrieben werden und mit einem Enddatum versehen werden. So kann ich auch zeitlich filtern.
Und hier kommt das Problem mit dem Powerfilter (zumindest bekomme ich es nicht gebacken). Ich kann mir nun alle Todos ansehen, die z.B. bis Ende nächster Woche erledigt werden müssen (unabhängig von Projekten), kein Problem! Ich kann mir auch alle Todos eines bestimmten Icontyps, die eine Projektressource tragen ansehen (siehe Bild 5) kein Problem.


Ich kann mir nun aber nicht alle Todos eines bestimmten Typs, die zu einem Projekt gehören UND die bis zu einem bestimmten Zeitraum erledigt werden müssen, ansehen. Denn hier passiert Folgendes: Mind Manger blendet nun auch alle die anderen Tasks ein, die innerhalb dieses definierten Zeitraums erledigt werden müssen, obwohl diese die anderen Eigenschaften nicht aufweisen, nach denen ich gefiltert habe. (siehe Bild 6)

Das ist schade, es findet hier lediglich eine OR-Verknüpfung und keine UND-Verknüpfung statt.
Das wäre aus meiner Sicht eine interessante Verbesserung, die zu noch mehr Produktivität führen würde. Außerdem würde ich mir eine Tagging-Funktion wünschen, mit der ich jeden Zweig mit beliebigen Tags versehen kann und nach diesen filtern kann.

Ich weiß, für Leute, die nicht mit MindManager arbeiten ist der letze Abschnitt wahrscheinlich völlig unverständlich, aber ich weiß, dass der eine oder andere Leser extrem fit ist und vielleicht sogar eine Lösung für mich hat?!

Der Mythos der beiden Gehirnhälften

Dienstag, 6. März 2007

Vor mehr als 30 Jahren wurde der amerikanische Mediziner Roger Sperry weltweit mit seiner "Split-Brain"-Forschung bekannt. Grundlage bildete seine Forschung an Epilepsiepatienten, denen die Verbindung zwischen den beiden Hirnhemisphären corpus callosum durchtrennt wurde.
Dadurch konnte herausgefunden werden, dass die Gehirnareale für unterschiedliche geistige Fähigkeiten an verschiedenen Orten der Hemisphären angeordnet sind.
Die Schlussfolgerung, dass der Mensch deshalb mal die eine oder die andere Hemisphäre benutzt bzw. die eine andere oder andere Hemisphäre vernachlässigt, konnte nicht nur nicht bewiesen werden, sondern ist bereits seit mehreren Jahren widerlegt. Der Mythos der Gehirnhälften suggeriert seit Jahren, dass es in unserem Gehirn bei bestimmten geistigen Tätigkeiten, z.B. Sprechen oder Rechnen in der einen Hälfte ganz kräftig knistert, während die andere untätig in unserem Kopf liegt.
Auch die Behauptung das bestimmte Übungen deshalb besonders die eine oder andere Gehirnhälfte stärken oder stimulieren gehört in die Märchenkiste.

Durch moderne Technik kann man unserem Gehirn heute sehr schön beim Denken zusehen. Je länger man das Gehirn beobachtet und je mehr man davon versteht, desto deutlicher wird, dass bei den allermeisten Denkoperation die unterschiedlichsten Bereiche des Gehirns gleichzeitig aktiv sind (vgl. z.B. Spitzer: Lernen, 2003).
Um effektiv zu lernen und zu arbeiten ist es trotzdem äußerst hilfreich, wenn man weiß, wie unser Gehirn lernt und wie das bei verschiedenen Menschen unterschiedlich abläuft. Etwas mehr dazu in meine Post vom Methodenkongress: Teil1, Teil2, Teil 3