Tony Buzan über die Zukunft des Mind Mapping

Freitag, 5. Januar 2007

Auf innovationtools.com ist ein Interview von Chuck Frey mit Tony Buzan, dem Erfinder des Mind Mapping über die Zukunft der Technik und neue Trends erschienen.
Als die zukünftigen Hotspots des Mind Mapping sieht er vor allem asiatische Länder, wie Singapur, Malaysia und China die im Rahmen von Bildungsoffensiven verstärkt auf Mind Mapping setzen und dies als festen Bestandteil der Schulbildung sehen. Aber auch in Europa sieht er erfreuliche Trends, besonders was die Ausbildung von Lehrern angeht, die Mind Mapping frühzeitig an ihre Schüler weitergeben.

Beides kann ich aus meinen eigenen Seminaren besätitgen:
In 2006 habe ich einige Lehrerseminare in und um München gegeben, mit äußerst engagierten Pädagogen, die nicht nur ihren freien Samstag dafür geopfert haben, sondern die Seminare meist auch aus eigener Tasche bezahlt haben, da es an staatlichen Schulen so gut wie kein Weiterbildungsbudget gibt.
In Taiwan sind meine Seminare von den Firmen mit großem Interesse aufgenommen worden, besonders auch von europäischen Unternehmen vor Ort, für die der Seminarmarkt noch sehr dünn aussieht.

Eine Stelle möchte ich zitieren, die mir besonders am Herzen liegt:
"Frey: What do you wish people understood about Mind Maps?

[Buzan:]
That Mind Maps use the entire range of cortical skills, and are therefore much more effective as well as much more satisfying than 19th Century linear methodologies.
[...]
That the one-word-per-line guide-line, rather than being a restriction, actually gives your mind more freedom. Each word has its own supernova of radiating possibilities. The more you put these supernovaes in phrases and sentences, the more they are trapped. The more you free them, by giving each its appropriate line, the more the multiple universes of your mind can integrate with each other."

Auf die Einwortregel werde ich in einem späteren Post über Mind Mapping noch eingehen, aber die Tatsache, dass Buzan diese erwähnt, zeigt, dass er diese für sehr wichtig erachtet. Diese bereitet vielen Menschen – zumindest solchen, die noch kein Mind Mapping Seminar besucht haben – einige Schwierigkeiten und wird am Anfang, wenn man es nicht geübt hat, wie Buzan sagt, eher als Belastung empfunden. Bei vielen angeblichen Mind Maps im Netz oder sonst wo, fällt auf, dass diese Richtlinie bei der Erstellung keine Rolle gespielt hat oder wahrscheinlich einfach nicht bekannt ist.

Buzan nahm außerdem zu seiner neuen iMindMap Software (lesen Sie hierzu meinen Softwaretest vom 16.12.06) Stellung. Wenig bescheiden vergleicht er deren Bedeutung mit der Erfindung des Buchdurcks:
"iMindMap is the first software in history to accomplish this goal. I believe that the team who accomplished this will go down in history alongside Gutenberg, and the inventors of the radio, television, the telephone and the computer itself."
Ich bin da etwas anderer Meinung, glaube allerdings, dass die Software nach einer Zeit der Verbesserung auf einem Tablet-PC verwendet, einiges an Potenzial hat. Da werden sich auch die Tablet-Hersteller freuen, falls iMindMap sich denn durchsetzt.

creaffective Blog jetzt bei trainerlink

Mittwoch, 3. Januar 2007

"trainerlink ist eine auf Erwachsenenbildung spezialisierte Suchmaschine von Profis für Profis, die von der managerSeminare Verlags GmbH ins Leben gerufen worden ist."



Wenn man heute über eine Suchmaschine Antworten zu Denk- und Arbeitstechniken sucht, wird man von Treffern geradezu erschlagen und es ist sehr schwer, den Überblick zu behalten und die Qualtiät der Seiten zu beurteilen. Mit aus diesem Grund habe ich das creaffective Blog ins Leben gerufen, um qualitativ hochwertige Informationen zu Denk-/Lern- und Arbeitstechniken zu bieten. Ein ähnliches Ziel verfolgt trainerlink. Die Website möchte Qualität auf dem Weiterbildungsmarkt erkennbar machen, daher werden alle dort aufgenommen Seiten von der Redaktion vorher geprüft und bewertet.

Nach der Aufnahme in die Linkliste können die Links von den Nutzern der Seite weiter bewertet werden.

Wenn Ihnen meine Posts gefallen und Ihnen weiterhelfen, dann bewerten Sie das creaffective Blog bitte bei trainerlink. Vielleicht kann ich dann bald weitere Leser begrüßen. Den Link zur Bewertung gibt es hier>>

Kreativität - Teil 2: Prozess und Erlernbarkeit

Montag, 1. Januar 2007

Im ersten Teil dieses Posts bin ich der Frage nachgegangen, was Kreativität überhaupt ist und durch welche Faktoren Kreativität beeinflusst wird.
In diesem Teil werde ich den Prozess der Kreativität genauer betrachten und erläutern, wie man Kreativität bewusst verbessern kann.

Prozess in fünf Phasen

Eine in der Wissenschaft verbreitete Sichtweise ist die Unterteilung des Kreativitätsprozesses in die fünf Phasen (1) Vorbereitung, (2) Inkubation, (3) Illumination, (4) Realisierung und (5) Verifikation.

Die Tatsache, dass man von einem Prozess spricht, läuft der weit verbreiteten Ansicht zuwider, dass Kreativität eine Art Heureka-Erlebnis ist, dass sich nur spontan und unkontrollierbar äußert. Dies ist nur in wenigen und seltenen Fällen so.

Vorbereitung

In dieser Phase geht es darum, eine Fragestellung oder ein Problem erst einmal zu sichten und zu verstehen. Basis dafür ist eine fundierte Ausbildung und Wissensgrundlage. Auch das assoziiert man nicht unbedingt mit Kreativität. In der Empirie zeigt sich allerdings, dass kreative Menschen über ein sehr breites Wissen (mehr zu Rolle von Vorkenntnissen gibt es in meinem Post vom 09.12.06) und viel Erfahrung auf dem Gebiet verfügen, in dem sie kreativ sind. Eigentlich klingt es logisch, dass man neue und innovative Konzepte erst dann entwickeln kann, wenn man die bestehenden verstanden hat.

Inkubation

Dieses Phase ist eine Art Brüten; neues Wissen wird oft unbewusst über einen längeren Zeitraum verarbeitet und mit bestehenden Assoziationen verknüpft. Das Endprodukt ist nicht vorhersehbar, sondern ist Ergebnis der individuellen bereits bestehenden Assoziationen eines Menschen und den neu hinzu gekommenen.

Illumination

Illumination und Inkubation lassen sich in der Praxis sicherlich nur schwer voneinander abgrenzen. Um den Prozess der Kreativität besser beschreiben und verstehen zu können, wurde hier eine weitere Phase eingeführt. Illumination ist das schrittweise Heranreifen einer kreativen Denkweise. Die Entwicklung findet nicht plötzlich statt, man hat also nicht von einer Sekunde auf die andere eine kreative Idee. Vielmehr finden im Geiste mehrere Zwischenschritte statt, es wird einiges ausprobiert und verworfen und nähert sich so schrittweise dem endgültigen Ergebnis.

Realisierung

Thomas Edison der Erfinder der Glühbirne sagte einmal: "Genius is 1% inspiration, and 99% perspiration." Er spielt damit auf die wohl härteste und entscheidende Phase der Kreativität an. Eine kreative Idee ist schön und gut, nutzt aber nichts, wenn sie nicht umgesetzt wird, sondern nur eine Idee bleibt. 99% (um beim Zitat zu bleiben) sind harte Arbeit, die vor allem von Beharrlichkeit und Disziplin abhängen, zwei Tugenden, die viele nicht unbedingt mit Kreativität verbinden. Besonders finde ich an dieser Definition von Kreativität, dass es nicht lediglich um Ideen geht, sondern, dass man von Kreativität erst dann spricht, wenn diese Ideen auch konkret umgesetzt werden.
Nach Holm-Hadulla ist das größte Problem in modernen Organisationen, die kreative Idee eines Einzelnen in die gemeinsame Handlung einer Gruppe zu überführen. Oft ist es schon schwer genug für den Einzelnen, seine Idee in die Praxis umzusetzen, ganz zu schweigen von einer Gruppe, in der jeder von der Idee überzeugt werden und zum Handeln bewegt werden muss. Deshalb bleiben auch viele gute Ideen lediglich Ideen und kommen erst gar nicht in die Phase der Umsetzung, weil es nicht gelingt, eine Gruppenhandlung auszulösen.

Verifikation

Ob die umgesetzte Idee wirklich kreativ war entscheidet sich am Ende in der Phase der Beurteilung, durch sich selbst und andere. Oft werden neue innovativen Denkweisen von anderen nicht oder erst nach langer Zeit als solche gesehen und anerkennt.

Ist Kreativität erlernbar?

Das ist die gute Nachricht: zu einem gewissen Teil schon! Die Antwort "Ich bin halt einfach nicht kreativ" zählt also nicht. Jeder kann durch gezielte Maßnahmen seine kreativen Möglichkeiten erweitern. Der eine mehr, der andere weniger, aber zentral ist, dass es geht. Nach Holm-Hadulla kann gezieltes Coaching jedem Menschen helfen, vorhandene Ressourcen zu aktivieren und damit mehr Kreativität zu ermöglichen. Neben der Klärung von zentralen Lebensthemen und der persönlichen Unterstützung kann ein Coach dabei helfen, die Sozialkompetenz und die Arbeitsorganisation des Coachees zu verbessern.

Zum Gebiet der Arbeitsorganisation gehört das Erlernen von Arbeitstechniken, wozu Holm-Hadulla auch die Fähigkeit sich zu entspannen zählt (hierzu werde ich hoffentlich bald einen eigenen Post veröffentlichen). Explizit und ausführlich geht er auch auf Techniken wie Brainstorming, Mind Mapping und deBonos paralleles Denken ein.
Ich selbst mache in meinen Seminaren immer wieder die Beobachtung und erhalte das auch als Rückmeldung von den Teilnehmern, dass man durch den gezielten Einsatz von Denktechniken sein kreatives Potenzial steigern kann. Die Methoden bieten eine Vorgehensweise, die Aufmerksamkeit bewusst auf bestimmte Denkmöglichkeiten (z.B. Provokationen) zu lenken, die man ohne diese Techniken nur selten berücksichtigen würde.

Allen die mehr wissen möchten, empfehle ich die entsprechenden Artikel auf der creaffective Website (benutzen Sie dazu die Links).