Anwenderporträt: Helga Fuß

Mittwoch, 31. Januar 2007

Frau Fuß, stellen Sie sich bitte kurz vor und sagen Sie ein paar Sätze, was Sie beruflich machen (Aufgaben).
Ich arbeite derzeit in der Immobilienbranche und bin dort in der Abteilung Mietenberechnung tätig.

Wie sind Sie mit Mind Mapping in Berührung gekommen und wie haben Sie es gelernt?
Zum Mind Mapping bin ich durch das Kursangebot der IHK Akademie gekommen und zwar über meinen Arbeitgeber.
Gelernt habe ich es dann bei einem Seminar - geleitet von Herrn Rustler.

Wie erstellen Sie Mind Maps? Als traditionelle Mind Maps mit Papier und Stift und/oder als Business Maps mittels einer Visualisierungs-Software?
Ich erstelle meine Maps ganz "altmodisch" mit Papier und Farbstiften!

Für welche Einsatzgebiete verwenden Sie Mind Mapping? Geben Sie bitte einige Beispiele.
In erster Linie wende ich die Maps bei meiner beruflichen Weiterbildung an, um den immensen Lernstoff "handlich" zu gestalten!
Aber auch privat nutze ich die Map z.B. beim Lesen sehr umfangreicher Bücher, um die Person, welche darin vorkommen nicht zu vergessen und die Beziehungen der Personen untereinander nicht aus den Augen zu verlieren.

Wo sehen Sie die Vorteile beim Einsatz der Mind Mapping Methode?
Ich sehe die Vorteile darin, daß ich den Lernstoff nochmals durchgehe und mir eine anschauliche Zusammenfassung des Gelernten erstelle.

Wo haben Sie Schwierigkeiten beim Mind Mapping?
Ich habe das Gefühl zu wenig in die Map (siehe Bild 1) )eingefügt zu haben und daher beschleicht mich dann die "Angst" wieder etwas zu vergessen. Andererseits möchte ich die Map aber auch nicht zu voll gestalten! Habe dann
die Bedenken, daß die Sache zu unübersichtlich wird - wiederum mit dem Effekt, daran zu zweifeln, ob ich mir das alles "abrufen" kann.



Erstellen Sie Mind Maps nur für sich, oder teilen Sie diese auch mit Ihren Freunden/Kollegen? Wie reagieren diese darauf?

Derzeit nehme ich die Mind Maps nur für meine eigenen Zwecke her.


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Die Mind Mapping Regeln – Teil 2

Samstag, 27. Januar 2007

In Teil 1 bin ich auf die grundlegende Anordnung der Äste und Zweige eingegangen, in diesem Teil werde ich mir die Ein-Wort-Regel, oder Schlüsselwort-Regel vornehmen.

Die Erfahrung aus den Seminaren zeigt, dass diese Regel am Anfang die meisten Schwierigkeiten bereitet und dass auch diejenigen Teilnehmer, die bereits vor dem Seminar schon mit Mind Mapping in Berührung gekommen sind, von der Schlüsselwort-Regel oft noch nichts gehört haben.

Mind Mapping arbeitet mit Schlüsselwörtern, d.h. auf jeden Zweig wird lediglich ein Wort geschrieben. Wenn ich z.B. einen Text zum Thema Zeitmanagement lese (Bild 1), der mir von verschiedenen Ressourcen erzählt, die ich beachten muss, dann schreibe ich einen Zweig, auf dem das Wort Ressourcen steht. Nur ein Wort! Dahinter setze ich ein Symbol, ein Ausrufezeichen, schließlich sind die Ressourcen wichtig und ich muss diese beachten. Um welche Arten von Ressourcen es geht, das spezifiziere ich nun mit den Unterzweigen. Für das Zeitmanagement spielen somit zeitliche, finanzielle und körperliche Ressourcen eine Rolle. Nun könnte ich hinter diese Unterzweige weitere Zweige setzen, die weitere Details erläutern.



Hier sieht man bereits das große Potenzial, der Ein-Wort-Regel. Jedes Schlüsselwort ist wieder Ausgangspunkt für weitere Zusammenhänge und Assoziationen. Dadurch, dass ich lediglich ein Wort schreibe, können sich Assoziationen in alle Richtungen entwickeln. Je mehr Wörter auf einen Zweig kommen, desto enger ist der Korridor, in dem sich meine Gedanken entwickeln können. Wenn ich zum Beispiel die beiden Wörter finanzielle Ressourcen auf einen Zweig schreibe, ist es schwer von dort auf zeitliche und körperliche Ressourcen zu kommen.
Tony Buzan hat dies in einem kürzlich erschienen Interview noch einmal betont.

Der zweite Vorteil ist, dass durch die Einwortregel das Mind Map seine Schlankheit und Eleganz erhält. Durch die Kombination von Schlüsselwörtern, Symbolen, Bildern und Farben kann Wissen hoch verdichtet abgespeichert werden (ich schreibe lediglich ein Wort) und trotzdem wird es nicht vergessen. Auch nach langer Zeit, kann man die Schlüsselwörter wieder ansehen und die damit verknüpften Assoziationen werden erneut ausgelöst.

Außerdem hat sich gezeigt, dass das Gehirn Wissen vor allem durch das Speichern bestimmter Schlüsselbegriffe oder Schlüsselbilder abspeichert, die wiederum mit anderen Informationen verknüpft werden.

Zu dieser Regel gibt es zwei Ausnahmen:


  • Eigennamen können auf einen Zweig geschrieben werden.
    Wenn ich mir wie auf Bild 2 Gedanken über Innovation mache und mithilfe des blauen Astes Tools verschiedene Denktechniken festhalten möchte, dann kann ich den Namen des Erfinders der jeweiligen Denktechnik natürlich auf einen Ast schreiben.

  • Zitate und feststehende Begriffe
    Auch diese kann ich auf einen Zweig schreiben. "Laterals Denken" als fester Begriff oder "sein oder nicht sein" als Zitat. Bei längeren Zitaten empfiehlt es sich jedoch das Schlüsselwort mit einem Sternchen und einer Nummer zu versehen und das Zitat auf ein Extra Blatt zu schreiben.




Wie ist das beim Business Mapping? Ist die Einwort-Regel hier auch wichtig?

Man sieht in den letzten Jahren immer mehr computergenerierte Maps, auch Business Maps genannt, die mehr als ein Wort auf den Zweigen stehen haben.
Dies hat folgenden Grund: Business Maps sollen oft selbsterklärend geschrieben werden, d.h. man schreibt mehrere Worte auf einen Zweig, damit man das Map ohne dieses zu erklären an andere weiterreichen kann. (Zum Vergleich: Ein Mind Map ist zuerst einmal ein Abbild der eigenen Gedanken und nicht unbedingt selbsterklärend) Dadruch, dass ich mehrere Worte auf einen Zweig schreibe, gehen natürlich die Vorteile der Einwortregel verloren. Eine elegante Lösung ist es, auch bei der Software nur ein Wort pro Zweig zu verwenden und die Zusatzinformationen in den Textnotizen zu verstecken. So erhalte ich mir die Übersichtlichkeit des ursprünglichen Mind Mapping und kann trotzdem Erklärungen in den Zweig packen.
Die Ein-Wort-Regel ist übrigens nicht der einzige Unterschied zwischen Mind Maps und Business Maps: Mehr dazu in diesem Post.


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Anwenderporträt: Mira Korensky

Dienstag, 23. Januar 2007

Frau Korensky, stellen Sie sich bitte kurz vor und sagen Sie ein paar Sätze, was Sie beruflich machen (Aufgaben).
Ich bin Psychologin und arbeite selbständig als Psychotherapeutin und Coach. Mein Schwerpunktthema ist Lebens- und Arbeitswandel in Zeiten der Globalisierung. Dazu gehört z.B. die steigende Arbeitslosigkeit, wie auch die wachsende Arbeitsbelastung auf der anderen Seite mit den Themen Stress, Mobbing, Unsicherheit, Angst, Depression u.v.m. In verschiedenen Workshops und Seminaren erarbeite ich mit den Teilnehmern je nach Thema optimale Bewältigungsstrategien, persönliche, konkrete Zielentwicklungs- und Zielverfolgungsmöglichkeiten.

Wie sind Sie mit Mind Mapping in Berührung gekommen und wie haben Sie es gelernt?
Mind Mapping habe ich in einem Seminar bei Florian Rustler gelernt.

Wie erstellen Sie Mind Maps? Als traditionelle Mind Maps mit Papier und Stift und/oder als Business Maps mittels einer Visualisierungs-Software?
Mit meinen Klienten arbeite ich mit Papier und Stift, ich selbst benutze meistens die Mindjet Manager Basic 6 Version.

Für welche Einsatzgebiete verwenden Sie Mind Mapping? Geben Sie bitte einige Beispiele.
Mit meinen Klienten benutze ich Mind Mapping vor allem als sehr probates Mittel für Brainstorming für verschiedene meistens unklare emotionale Situationen und auch als Entscheidungshilfe. Ich benutze Mind Mapping als Vorbereitung für meine Vorträge und Artikel oder als Konzeptentwicklungs-Arbeitsmittel.

Wo sehen Sie die Vorteile beim Einsatz der Mind Mapping Methode?
Viele "frei flottierende" Gedanken (egal zu welchem Thema oder Projekt) werden dadurch besser festgehalten und gehen nicht verloren. Sie können auch nachträglich eingebunden werden. Einen weiteren Vorteil sehe ich in der Unterstützung des Gedächtnisses, als "Wortgeber" bei Vorträgen o.ä., als „Klärungshelfer“ bei unklaren Emotionen oder Gedanken.

Wo haben Sie Schwierigkeiten beim Mind Mapping?
Es fällt mir spontan nichts ein.

Erstellen Sie Mind Maps nur für sich, oder teilen Sie diese auch mit Ihren Freunden/Kollegen? Wie reagieren diese darauf?
Ich erstelle bis jetzt Mind Maps nur für mich oder mit meinen Klienten für deren Gebrauch und für mich als Klärungshilfe bei den Problemen der Klienten.

Die Mind Mapping Regeln – Teil 1

Freitag, 19. Januar 2007

Immer mehr Menschen im deutschen Sprachraum kennen den Begriff Mind Mapping, immer mehr können damit auch konkret etwas verbinden. Im englischen Sprachraum hat er sogar schon die Aufnahme ins Wörterbuch erfahren.
In den letzen Jahren tummelt sich leider viel unter dem Begriff Mind Mapping, das nichts oder wenig mit dem von Tony Buzan entwickelten Mind Mapping zu tun hat. Mind Mapping ist eine Technik, eine Methode, die erst einmal nichts mit einer bestimmten Software zu tun hat, sondern ganz traditionell mit Papier uns Stift funktioniert. (Mehr dazu in meinem Post vom 12.12.06) Auch die meisten der sogenannten "Mind Mapping“"Software produziert keine Mind Maps. Die Firma Mindjet, Anbieter der MindManager Software bezeichnet ihre Software deshalb auch als Business Mapping oder einfach nur Mapping Software.

Tony Buzan selbst bringt gerade seine iMindMap Software auf den Markt. Die damit erstellbaren Maps kommen von allen Programmen am nächsten an Mind Maps heran, alles andere würde ja auch verwundern. Trotzdem ist die Verwirrung nach wie vor groß und von vielen angeblicher Mind Mapping Trainer natürlich auch gewollt...

Ausgebildete und zertifizierte Mind Mapping Trainer (von Buzan selbst, oder im deutschsprachigen Raum von Maria Beyer) versuchen zwar Aufklärungsarbeit zu leisten, aber es ist nicht immer einfach.

Ich möchte in diesem Post auf das Erstellen von Mind Maps, nicht von computergenerierten Business Maps eingehen.
Mind Mapping, wie es von Tony Buzan entwickelt wurde, basiert auf eine Reihe weniger, aber wichtiger Regeln. Diese Regeln lassen sich aus der Lern- und Hirnforschung begründen. Um mit Mind Mapping effektiv arbeiten zu können – und Mind Mapping ist hoch effektiv, wenn man weiß, wie es gemacht wird – sollte man diese Regeln kennen.

Ich werde diese in drei Teilen (also drei Posts) erklären.
Im ersten Teil gehe ich auf die grundlegende Anordnung der Zweige ein.
Im zweiten Teil betrachte ich die Schlüsselwortregel und im dritten Teil gehe ich auf grafische Elemente ein.

Zentralbild
Im Gegensatz zur "normalen" Art Aufzeichnungen zu machen, beginnt ein Mind Map immer in der Mitte des Blattes. Am besten nimmt mein unliniertes DIN A3 oder A4 Blatt.
In die Mitte des Blattes kommt das Thema, oder das Zentralbild.


Man kann das Thema entweder einfach in die Mitte schreiben (Bild 1), oder versuchen, es wirklich als Bild zu zeichnen (Bild 2). Sie werden feststellen, dass man wesentlich mehr überlegen muss, wenn man ein Bild zeichnet, als wenn man das Thema einfach in die Mitte schreibt.


Hauptäste
Die Hauptäste schließen direkt an das Zentralbild an (Bild 3). Die darauf geschriebenen Worte werden ebenfalls nah an das Zentralbild geschrieben, um die Nähe deutlich zu machen. Wo genau man mit den Hauptästen beginnt ist nicht festgelegt, es bietet sich jedoch an, von rechts oben zu beginnen und im Uhrzeigersinn um das Zentralbild herum zu schreiben. Auch für die Anzahl der Hauptäste gibt es keine Vorgaben, das hängt völlig vom Thema und den ausgelösten Assoziationen ab.


Zweige
Die Zweige schließen an den Hauptästen an und können mehrere Ebenen in die Tiefe gehen, d.h. Zweige können wieder Unterzweige nach sich ziehen und so weiter. Wichtig beim Zeichnen der Zweige und Unterzweige ist, dass diese am hinteren Ende der Zweige oder an der Unterseite beginnen (Bild 4). Außerdem sind die Zweige immer miteinander verbunden! Es gibt keine Zwischenräume oder "frei schwebende" Äste. Man kann vom Zentralbild die Zweige wie einen Weg bis in die unterste Verzweigung nachvollziehen, dabei ist die Hierarchie (Zentralbild, Hauptzweige, Unterzweige ...) immer ganz klar erkennbar. Trotz der auf den ersten Blick wirren Darstellung mancher Mind Maps, sind diese, wenn sich nach den Regeln erstellt wurden, von der Anordnung der Informationen sehr klar.


Zweige werden niemals vor einem Schlüsselwort oder über dem Schlüsselwort angefügt. Dadurch würde die Klarheit der Informationshierarchie und die Verbundenheit der Zweige zerstört werden.

Zweige sollten sich immer von innen nach außen entwicklen, d.h. vom Zentralbild immer weiter an den Blattrand. Die Zweige sollten dabei nicht wieder zum Zentralbild zurückgeschwungen werden. Dadurch nimmt man sich die Möglichkeit, später weitere Zweige hinzuzufügen.



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Neue Rubrik: Anwenderporträts

Mittwoch, 17. Januar 2007

Bis jetzt gibt es vier Kategorien auf diesem Blog. Nun habe ich ein, wie ich hoffe, neues interessantes Thema, dem ich eine neue Rubrik widmen werde. Ab nächster Woche möchte ich Anwenderporträts auf diesem Blog veröffentlichen. Ich werde Menschen vorstellen, die Denkwerkzeuge einsetzen.
Sinn und Zweck dieser Porträts ist es, den Lesern neue Anregungen zu geben, wie andere damit arbeiten, wofür sie Denkwerkzeuge einsetzen und auch wo es noch Schwierigkeiten und Probleme gibt. Denn auch davon kann man viel lernen. Oft ist man sich der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten gar nicht bewusst oder benötigt einige Beispiele, um neue Motivation für den Einsatz zu bekommen. Das erlebe ich immer wieder in meinen Mind Mapping Seminaren nach der "Mind Map Gallerie" , wenn den Teilnehmern plötzlich eine Vielzahl möglicher Anwendungsgebiete aufgezeigt werden. Es ist immer wieder schön für mich zu sehen, wie viele Ideen dann bei den Teilnehmern für die eigene Anwendung entstehen.
Besonders auch bei den Fragen und Schwierigkeiten hoffe ich, einige hilfreiche Anregungen geben zu können.

Ich werde dazu in den nächsten Tagen einige meiner ehemaligen Seminarteilnehmer anschreiben, und hoffe, den einen oder andren für ein Porträt zu gewinnen. Dafür habe ich ein paar Leitfragen vorbereitet, die die Porträtierten beantworten sollen.

Ich freue mich natürlich auch immer, wenn sich jemand bei mir meldet und sich vorstellen möchte.

Softwaretest: Inforapid KnowledgeMap 2007 – Teil 1

Sonntag, 14. Januar 2007

Vor kurzem bin ich auf Inforapid KnowledgeMap 2007 aufmerksam geworden. Ich wollte ursprünglich mal schnell (2-3 Stunden) das Programm testen und einen kurzen Testbericht schreiben, sowie ich das bei Buzan iMindMap gemacht habe.

Jetzt muss ich feststellen, dass es so schnell nicht gehen wird, dafür ist das Programm zu mächtig und zu komplex. Ich werde daher zuerst einen ersten Teil einstellen, der sich auf das Visualisierungsprogramm bezieht. Der Post wird auch Herrn Straub, dem Programmierer der Software geschickt, der ja vielleicht einen Kommentar dazu verfassen wird, um einige der Fragen zu klären, die ich hier aufwerfe.
Wie im ausführlichen Handbuch des Programms nachzulesen, besteht das Programm aus zwei Komponenten:


  • einem Grafikprogramm, mit dem man schicke Visualisierungen machen kann und
  • dem KnowledgeMap-Server, eine Art Content-Management-System mit dem man Wissensnetze generieren kann.

In diesem Post möchte ich mich erst einmal nur dem Grafikprogramm widmen. Ich werde mich dabei auch wieder an den Inhaltspunkten orientieren, die ich bei Buzans iMindMap verwendet habe.

Die Bedienung
Gleich beim ersten Start des Programm fällt die große Vielfalt an Möglichkeiten auf. Das Programm bietet sehr viele Möglichkeiten der Visualisierung von Wissenslandkarten, Organigrammen, Entscheidungsbäumen, Projektstrukturplänen und Mind Maps. Das ist sehr positiv, denn man ist nicht auf nur eine Form der Visualisierung beschränkt, das bringt allerdings auch Komplexität mit, die ich, nach vier Stunden Test noch nicht richtig durchdrungen habe.
Die Software lässt sich relativ einfach bedienen, meiner Meinung ist sie jedoch nicht so intuitiv, dass man zum Spielen erst einmal ohne Handbuch auskommt, wie das z.B. bei Buzans iMindMap der Fall war. Hier würden mir einige Einführungs-Flash-Filme gut gefallen, die die grundlegende Bedienung des Programms erläutern und das Blättern des Handbuchs verringern. Allerdings ist es bei einem so funktionsreichen Programm auch nicht zu erwarten, dass das ganze völlig selbsterklärend statt findet. Nicht umsonst gebe ich Business Mapping Seminare um den Teilnehmern die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und Funktionen des Mindjet MindManagers zu erklären.

Die Features
An Features habe ich vermutlich nur einen Bruchteil dessen ausprobiert, was das Programm kann. Grundsätzlich kann man mit dem Grafikprogramm von InfoRapid KnowledgeMap verschiedenste Visualisierungen erstellen, die man auf unterschiedliche Weise anordnen und formatieren kann und außerdem mit interaktiven Möglichkeiten versehen kann. Einen ersten Einblick in die Möglichkeiten sieht man bei einem Blick auf die Symbolleisten.


Am rechten Rand befindet sich eine Stichpunktliste und ein Eigenschaften-Menü, wo weitere Einstellungen möglich sind.

Ganz Klasse fand ich die Funktionen Entscheidungsbaum und Lernmodus. Beim Entscheidungsbaum werden je nach Entscheidung nur die Felder geöffnet, die mit der aktuellen relevanten Auswahl zu tun haben, alle anderen Felder rücken in den Hintergrund und werden minimiert.
Im Lernmodus werden die zusätzlichen Texte, die unter den einzelnen Elementen stehen ausgeblendet und nur bei einem Mouse-Over eingeblendet.


Als schwierig und für mich nicht intuitiv habe ich die Anordnen der einzelnen Elemente empfunden. Sobald ich Autolayout-Funktion des Programms deaktiviert habe, konnte ich zwar die Elemente anordnen, allerdings ist dann bei einem Wechsel der Anordnung von z.B. der vertikalen zur kreisförmigen Anordnung schnell ein Durcheinander entstanden, das nur schwer wieder zu kontrollieren war.

Man kann auch Mind Maps mit Inforapid KnowledgeMap erstellen, dafür gibt es sogar einen eigenen Button. In den Beispieldateien gibt es ein Beispiel für ein Mind Map, mit auf Zweigen geschriebenen Schlüsselwörtern und Bildern. Ich selbst habe es leider nicht hinbekommen, die Rahmen um die Stichpunkte komplett zu entfernen, so dass wie ein Mind Map aussah. Sehr schön ist dabei die Möglichkeit, zu jedem Zweig mit einem Mouse-Over Zusatzinformationen einblenden zu können. Damit lassen sich Maps selbsterklärend gestalten. Ein Beispiel dazu gibt es auf http://www.knowledgemaps.info/
Für den Mind Mapper gewöhnungsbedürftig ist die automatische Leserichtung des Programms, das die Map von links oben beginnt, wohingegen man beim Mind Mapping rechts oben beginnt und dann im Uhrzeigersinn bis nach links oben mappt.

Der Clou des Ganzen ist der HTML-Export bei der die Wissenskarten mit samt aller Hyperlinks ins Internet gestellt werden können.



Fazit
Das Grafikprogramm von Inforapid KnowledgeMap 2007 ist ein sehr umfangreiches und mächtiges Programm mit dem man eine Vielzahl interaktiver Visualisierungen erstellen kann. Die grundlegende Bedienung ist relativ schnell erlernbar, um die Funktionen dann wirklich auf seine Bedürfnisse zugeschnitten benutzen zu können, bedarf es etwas mehr Zeit des Übens und Ausprobierens.
Sowohl das Programm, als auch die davon erzeugten Visualisierungen sind optisch sehr ansprechend und dürften jedem visuellen Menschen viel Freude bereiten.
Das Anordnen der einzelnen Visualisierungselemente könnte noch intuitiver gestaltet werden. Wünschenswert wären außerdem kleine Icons, die auf einen Blick kennzeichnen hinter welchen Elementen sich mehr befindet, z.B. ein Hyperlink oder zusätzlicher Text.
Die HTML-Exportfunktion bietet eine sehr schöne Möglichkeit, die Visualisierungen mit wirklich allen Inhalten (im Gegensatz zu Mindjet MindManager) ins Netz zu stellen. Das ist für interaktive Wissenskarten ein großer Vorteil
Bei Gelegenheit werde ich mir den KnowledgeMap Server ansehen...

Mind Mapping Software Umfrage

Donnerstag, 11. Januar 2007

Chuck Frey, Gründer von Innovationtools.com und Autor des Mind Mapping Software Weblog hat im letzen Jahr eine sehr interessante Umfrage zu Mind Mapping Software durchgeführt, für die er jetzt wieder neuen Input sucht. An der Studie haben über 500 Personen aus amerikanischen Unternehmen teilgenommen.

Ein paar meiner Meinung nach interessante Punkte daraus möchte ich ansprechen:
In Punkto Verbreitung liegt Mindjet MindManager mit 72% deutlich vor allen anderen Anbietern. Das ist sicherlich mit darauf zurückzuführen, dass Mindjet der erste Anbieter war, aber auch, dass in Punkto Funktionalität MindManager immer noch vielen voraus ist. Die enge Anbindung an Microsoft Office dürfte ihr Übriges tun.

Die Gebiete in denen die Software genutzt wird sind äußert vielfältig: Von einfachen Todo-Lists, die nun zu Todo-Maps werden (was wirklich genial ist!) über Mitschriften und Präsentationen. Hier ist alles vertreten und die Unterschiede in Punkte Einsatzhäufigkeit sind eher gering.

Fast 60% der Befragten nutzen die Software mehr als eine Stunde pro Tag. Der Großteil der Leute sieht die Programme nach wie vor als Unterstützung zur täglichen Arbeit aber noch nicht als gleichwertig zu anderer Software, wie z.B. Office-Anwendungen.
Der wichtigste Vorteil ist nach Aussagen der Teilnehmer vor allem die entstehende Klarheit (ein Ergebnis das auch bei meiner Seminarevaluation immer wieder heraus kommt, also auch beim traditionellen Mind Mapping), sowie die Hilfe beim Sortieren der Information. Immerhin 50% der Befragten würden Ihren Produktivitätszuwachs zwischen 10 – 30% sehen.

Aus meiner Sicht der wichtigste Satz in der Studie: "Mind mapping is more about the approach than the software. People trying out mind mapping software don't see the benefit because they don't understand the foundation - the theory of mind mapping."
Davon bin ich wirklich überzeugt: Jeder kann mit sogenannter Mind Mapping Software Ergebnisse produzieren. Das Potenzial dieser Software wirklich ausschöpfen kann man nur mit Kenntnissen der Mind Mapping Methode.
Dies führt auch zu Akzeptanzproblemen im täglichen Einsatz: Viele Leute wissen nichts über Mind Mapping und können deshalb mit der Software nichts anfangen.

Was sich viele wünschen, sind mehr Anwendungsbeispiele. In meinen Seminaren bringe ich deshalb immer eine ausführliche Mind Map Galerie mit unterschiedlichsten Einsatzbeispielen, um den Teilnehmern Ideen zu geben, was alles möglich ist. Ich werde mich bemühen, das auch im Rahmen dieses Blogs verstärkt zu tun.
Die komplette Umfragen gibt es unter: http://www.innovationtools.com/survey/

Tony Buzan über Mind Mapping - neues Video auf Youtube

Donnerstag, 11. Januar 2007





Heute ist ein neues Flash von Tony Buzan auf Youtube eingestellt worden. Der Film ist sicherlich im Rahmen von Buzans Marketing-Kampagne für seine neue iMindMap-Software zu sehen. Auffallend ist, wie andere Mapping-Software gedizzt (wie man im Hip Hop so schön sagt) wird. Allerdings muss ich auch sagen, dass er mit seinen Aussagen nicht unrecht hat. Vielleicht trägt diese Aufmerksamkeit nun wieder dazu bei, dass nicht alle Grätendiagramme mit Wörtern darauf als Mind Maps verkauft werden.

Mit dem Marketing für seine Software setzt er sich wieder verstärkt für das authentische Mind Mapping ein, während er sich in letzter eher stärker für Gedächtnis-Weltmeisterschaften etc. engagiert hat.
Wie bereits in einem anderen Post angesprochen geht Buzan auch hier wieder auf ausführlich auf die Schlüsselwortregel beim Mind Mapping ein, was ich sehr positiv finde. Vielleicht sind nun auch die Zeiten vorbei, in der die deutschen Versionen seiner Bücher mit ziemlich schlechten und offensichtlich falschen Maps erscheinen.
Obwohl ich selbst Mind Maps für eines der genialsten Werkzeuge halte, das im letzen Jahrhundert hervor gebracht wurde, halte ich Buzans Marketingsprüche à la wir alle werden daVinci werden doch für etwas übertrieben.

Bill Gates über die Mind Mapper und die nächste Stufe der "Informationsdemokratie"

Mittwoch, 10. Januar 2007

Wir leben in einer "Informationsdemokratie", d.h. fast alle Menschen (zumindest in den westlichen Demokratien) haben Zugang zu Information. Das ist schön. Besonders schön ist, das es noch nie so einfach war wie heute, Zugang zu Informationen zu erhalten, diese zu archivieren und weiterzuverarbeiten. Das Problem dabei ist, das Information nicht Wissen ist. Das an Personen gebundene Wissen ist allerdings noch wichtiger als Information.

In einem interessanten Artikel in Newsweek schreibt Bill Gates über die nach wie vor anstehenden Herausforderungen beim Anzapfen und Verbinden von personengebundenem Wissen. Im Gegensatz zum Umgang mit Informationen hätten wir hier zwar noch einen weiten Weg zu gehen, aber neue Software wie Microsofts OneNote oder Mind Mapping Programme können laut Gates dazu beitragen, Wissen effizienter anzuzuapfen und zu vernetzen.
Der besagte Artikel ist zwar bereits ein Jahr alt, in der Zwischenzeit hat sich jedoch gezeigt, dass Microsoft es ernst meint. Das Unternehmen nähert sich den Mind Mapping Programmen - ich sage ja immer noch Business Mapping (Was ist Business Mapping?, Was ist der Unterschied zwischen Mind Mapping und Business Mapping?) - weiter an. Dazu passend hat Mindjet, der Marktführer der Mapping-Software-Hersteller Ende 2006 einen Map Editor für Microsoft Word 2007 vorgestellt. Für Mindjet ist das natürlich auch vorteilhaft, da der MindManager so noch bekannter wird.
In der Zwischenzeit ist auch der Erfinder des Mind Mappig, Tony Buzan, auf den Softwarezug aufgesprungen und vor kurzem die Beta-Version seiner iMindMap-Software vorgestellt.

Mind Mapping im allgemeinen und computerbasiertes Business Mapping im Besonderen liefern in der Tat einen einzigartigen Ansatz, Wissen zu explizieren, zu visualisieren und zu kommunizieren, wie Gates in seinem Artikel betont:
Mit Mind Maps wird es möglich, komplexe und vor allem individuelle Wissensstrukturen zu visualisieren und in einer weit überlegeneren Form, als das mit einem Text, wie ich ihn gerade schreibe, je möglich wäre: Mind Maps kodieren Informationen über eine Vielzahl von Kanälen. Die Technik verbindet Schlüsselwörter, Farben, Bilder und die räumliche Verortung von Informationen und schafft somit eine bildliche Karte, die für das Gehirn so einzigartig ist, wie ein Gemälde. Allerdings ist dieses Gemälde nicht für alle interpretierbar, dazu muss es immer noch von seiner Erschaffer kommuniziert werden.
Das Besondere am computergestützten Business Mapping ist nun, das einzelne Maps miteinander verlinkt werden können und somit ein durch Hyperlinks verbundenes Wissensnetz entsteht. Durch die Verwendung von Computern können Maps nun auf eine Art und Weise verändert, präsentiert und kommuniziert werden, die den Austausch von Wissen sehr erleichtert. Spezielle Funktionen in den Programmen erlauben es außerdem die Maps eher selbsterklärend zu machen, womit man diese besser an andere weitergeben kann.

Brainstorming

Sonntag, 7. Januar 2007

Brainstorming wurde 1957 von Alex Osborn erdacht und ist heute nicht nur im englischen Sprachraum bekannt als Methode der Ideenfindung. Osborn, damals Mitarbeiter der noch heute existierenden Werbeagentur BBDO, entwickelte Brainstorming als Methode für Arbeitsgruppen, um die seiner Meinung nach unzureichenden Ergebnisse in Bezug auf die Ideenfindung zu verbessern.

Ziel
Ziel des Brainstorming ist es, in der Gruppe neue Ideen zu entwickeln und damit Rohmaterial für neue Lösungen zu liefern. Die Brainstorming-Regeln sorgen dafür, dass Denk- und Kommunikationsbarrieren, die oft in Gruppen vorherrschen, für die Zeit des Brainstormings gemindert werden und so mehr Ideen möglich werden.

Grundhypothese
Osborns Grundhypothese bei der Erfindung seiner Methode war, dass Gruppen grundsätzlich zu besseren Leistungen und Ergebnissen gelangen als Einzelne. Daher ist Brainstorming explizit als Vorgehen für Gruppen entwickelt worden. In empirischen Untersuchungen, die bereits in den 70er und 80er Jahren durchgeführt wurden (vgl. Rosenstiel), hat sich allerdings herausgestellt, dass diese Annahme nicht haltbar ist, im Gegenteil: Brainstorming in dem Sinne, dass alle Teilnehmer einer Gruppe ihre Ideen wild in die Runde werfen und die anderen versuchen, diese weiterzuspinnen, führte sogar zu schlechteren Ergebnissen, als die Arbeit von Einzelnen (vgl. Stangl-Taller, Rosenstiel). Dadurch das der Einzelne keine Möglichkeit hat, seine Assoziationsketten weiter zu entwickeln und zu Ende zu denken, weil er gleichzeitig auf die Ideen der anderen Sitzungsteilnehmer hören muss, kommt es zu sogenannten kognitiven Blockierungen.
Den von Osborn gewünschten Effekt erreicht die Methode nur, wenn die Teilnehmer vorher Zeit für sich bekommen, ein individuelles Brainstorming (Brainwriting genannt) durchzuführen und ihre Gedanken ohne Unterbrechungen fließen zu lassen. (Eine Methode, die dabei hilft, beim Brainwriting sehr viele Ideen zu generieren, ist das Mind Mapping; dazu mehr in einem späteren Post). Danach sollten diese im Brainwriting gefundenen Ideen in die Gruppe gebracht werden und von andren weiter entwickelt werden, ganz im Sinne des Brainstorming.
Aufgrund dieser Erkenntnisse, die ich selbst auch schon oft erleben durfte, im positiven wie im negativen Sinn werde ich den Ablauf der Methode so schildern, wie er ablaufen sollte, um die oben angesprochenen Probleme des Brainstormings zu vermeiden.

Ablauf
Brainstorming sollte in Gruppen bis ca. 8 Leuten statt finden. Als Zeitraum sollten mindestens 10 Minuten, allerdings nicht mehr als 30 Minuten eingeplant werden (vgl. Geschka/Schwarz-Geschka). Vorbereitet und geleitet wird die Sitzung von einem neutralen Moderator, der nicht an der Ideenfindung teilnimmt.
Man unterteilt Brainstorming in zwei getrennte Phasen: (1) Die eigentliche Kreativphase und (2) die Phase der Ideenbewertung und Ergebnisfindung.


Kreativphase
In dieser Phase geht es darum, den Gedanken freien Lauf zu lassen und so viele Ideen wie möglich zu produzieren, wobei Quantität vor Qualität geht.

Die Regeln:


  • Keine Kritik! Jede Idee soll und darf genannt werden.
  • Keine Bewertung der Ideen! Das ist erst der zweite Schritt, der in dieser Phase die Ideenfindung zerstören würde. In Gruppen mit unterschiedlichen hierarchischen Ebenen, heißt das besonders für Vorgesetzte, dass sie sich mit Präferenzen und "Lösungen" zurückhalten sollten (vgl. Stangl-Taller), da sonst die Kreativität und der Teilnehmer im Keim erstickt wird.
  • Keine Beschränkung und Reglementierung der Teilnehmer! Alles ist erlaubt.
  • Lediglich der grobe Umriss sollte festgehalten werden, hier geht es nicht darum, viel zu erläutern oder fertige Konzepte zu präsentieren.

Ich unterteile diese Phase nochmals in zwei Abschnitte: (1) Das Einzelbrainstorming (oder korrekterweise Brainwriting) und (2) das Gruppenbrainstorming (oder einfach nur Brainstorming).

1. Einzelbrainstorming
Alle Teilnehmer entwickeln zuerst individuell ihre Ideen und halten diese schriftlich fest. Die Ideen können auf Moderationskärtchen geschrieben werden, um dann später an eine Pinnwand gepinnt zu werden.
Ich persönlich empfehle, für diese Phase Mind Mapping einzusetzen, um noch mehr Ideen zu generieren (Quantität geht vor Qualtiät!) und dann diese Ideen – falls nötig – auf Moderationskarten zu übertragen.

2. Gruppenbrainstorming
Nun werden alle(!) Ideen nach obigen Regeln genannt und vom Moderator festgehalten bzw. an eine Moderationswand geheftet.
Ich empfehle Mind Mapping ja für sehr viele Dinge, weil ich wirklich davon überzeugt bin, dass es sich um das „Schweizer Taschenmesser der Arbeitsmethoden“ handelt; für diese Phase des Gruppenbrainstormings rate ich allerdings explizit davon ab. Der Moderator würde, dadurch, dass er ein Mind Map erstellt, eine Struktur und Anordnung der Ideen vorgeben. Dies sollte er in dieser Phase des Brainstormings allerdings gerade nicht machen.
Die nun für alle sichtbaren Ideen können nun aufgegriffen und weitergesponnen werden.

3. Ideenbewertung
Nun können die Ideen erläutert und diskutiert werden. In dieser Phase geht es darum, die Ideen zu bewerten und die umsetzbaren Ideen herauszufiltern. Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten, wie Ideen sortiert werden können.
Zuerst einmal können ähnliche Ideen zusammengefasst werden, um die Menge zu verringern. Der ungemein schwierigere Teil besteht darin, auszudiskutieren und auszusortieren, welche Ideen umgesetzt werden könnten und sollten.
Hier gibt es – je nach Zeit und Zielsetzung der Sitzung – mehrere Vorgehensweisen, die diesen Prozess erleichtern können.

Zweispaltenmethode
Bei dieser Methode legt man für jede Idee zwei Spalten an und notiert in der einen Spalte die Aspekte, die dafür sprechen und in der anderen Spalte, die, die dagegen sprechen (vgl. Rosenstiel). So erhält man schon einmal ein Grobraster der Ideen

2by2-Matrix
Bei dieser Methode trägt man die Idee in einem Koordinatensystem ab. Auf der X-Achse wird die Realisierbarkeit abgetragen, auf der Y-Achse die Attraktivität der Idee. Alle Ideen werden nun in die entsprechenden Quadranten einsortiert. Umgesetzt werden dann vor allem die Ideen, die in Q2 landen. Die Zuordnung kann entweder nach einer kurzen Diskussion zu jeder Idee stattfinden oder einfach per Abstimmung zugewiesen werden, indem jeder Teilnehmer sagt, wo er diese sieht und dann daraus eine Art Mittelwert gebildet wird.


Paralleles Denken (nach Edward deBono)
Eine phantastische Möglichkeit, die allerdings mehr Zeit erfordert, dafür aber sehr umfassende Ergebnisse liefert, ist das parallele Denken nach Edward deBono. Methoden dazu sind das 6-Thinking-Hats (oder 6-Hüte-Denken), oder das 5-Typen-Denken (eine abgewandelte Version, die ich für meine Moderationen und Seminare verwende). Bei diesem Vorgehen wird eine Idee von verschiedenen Denkrichtungen aus betrachtet, um ein möglichst umfassendes Bild eines Themas zu erreichen. Während die Zweisplaltenmethoden nur zwei Aspekte (pro und kontra) betrachtet, kann man hier noch weitere Gesichtspunkte hinzufügen.
Dieses Vorgehen würde ich empfehlen, wenn man bereits eingegrenzte Ideen noch genauer untersuchen möchte. Zur Visualisierung des parallelen Denkens eignet sich wiederum hervorragend das Mind Mapping, hier vielleicht sogar noch besser das Business Mapping, d.h. Maps werden per Software generiert und per Beamer für alles sichtbar visualisiert.

Selbstverständlich kann man diese Methoden der Ideenbewertung auch kombiniern.
Am Ende der Sitzung könnte eine Vorschlagsliste mit Ideen stehen, für die nun konkrete Umsetzungsmöglichkeiten erarbeitet werden sollen.

Jetzt wäre natürlich spannend zu erfahren, welche Erfahrungen Sie gemacht haben und wie Sie die Bewertung der Ideen vornehmen?

Quellen: