iMindMap – zweiter Test

EDIT: Test zur Version 3 von iMindMap

Vor neun Monaten habe ich das damals neu auf den Markt gekommene Programm iMindMap zum ersten mal getestet, damals in der Version 1. Wie damals bereits berichtet, steckt hinter der Software der Erfinder des Mind Mappings Tony Buzan, der das Programm mit dem Argument vermarktet, mit iMindMap richtige und gerhirngerechte Mind Maps nach der von ihm erfunden Methode erstellen zu können. Nun liegt die Version 2 vor, die ich nun noch einmal unter die Lupe genommen habe.




 
Mit Tablet PC fast wie mit Papier und Stift
Diesmal hat sich an meinen Testbedingungen eine wichtige Änderung ergeben. Der letzte Test fand mit einem ganz normalen Laptop statt, diesmal arbeite ich mit einem Tablet PC, d.h. ich kann mit einem speziellen Stift direkt auf dem Bildschirm schreiben.
Das Gefühl auf einem Tablet PC mit iMindMap Mind Maps zu erstellen ist fantastisch! Durch den Freihandmodus der Software, kann man die Zweige wirklich völlig frei zeichnen, wie mit Papier und Stift. Dadurch ist iMindMap die erste Software, die wirkliche Mind Maps nach den Regeln von Tony Buzan am PC erstellen kann, da die Maps genau so erscheinen, wie ich diese zeichne und das haptische Erlebnis des selbst Zeichnens und Schreibens gegeben ist. (Mindjet Mindmanager arbeitet in der Tablet-Version nur mit Stiftgesten, Zweige werden nach wie vor in das MindManager Schema gepresst) Das Beschreiben der Zweige wird ermöglicht durch die Software ritepen, einer Handschriftenerkennung von Evernote, die extra zu erwerben ist. Auch das Zeichnen von kleinen Skizzen und Bildern erfolgt wie auf Papier, nur dass man mit iMindMap die alles nachträglich skalieren und verändern kann – absolut genial!

Wie gesagt: Genial mit dem Tablet, mit einem „normalen“ Laptop mit Maus und Tastatur ist das Erlebnis ein völlig anderes und auch der Mind Mapping Effekt ein anderer. Hier ist das Anlegen der Zweige eher mühsam und langsam, im Gegensatz zu anderer Software, wo man neue Zweige per Tastendruck anlegen kann.
Um diesem Problem Herr zu werden, hat das Programm nun den Speed Mapping Mode. Hier kann man Zweige ebenfalls per Tastendruck anlegen und diese schnell beschriften. Danach kann man diese dann ordnen und individualisieren, in dem man diese neu anordnet und ausrichtet. Leider ziemlich mühsam.

Gut gedacht – noch mangelhaft umgesetzt
Nochmal: Das Konzept hinter iMindMap und die Bedienung mittels Tablet PC ist großartig. Ich freue mich hier auf weitere Versionen. Mit iMindMap könnte die Unterscheidung zwischen Mind Mapping (mit Papier und Stift) und Business Mapping (am PC) fallen, da das Erstellen von Mind Maps mit fast den gleichen Freiheiten und (gehirnpsychologischen) Effekten wie mit Papier und Stift möglich wird.
Noch gibt es leider einige Fehler in der Umsetzung, die noch nicht zufriedenstellend gelöst sind und das vernünftige Arbeiten noch unmöglich machen.

Die beiden Hauptkritikpunkt sind aus meiner Sicht:

Icons und Bilder :
Diese lassen sich extrem umständlich einbinden und verhalten sich dann nicht intelligent. Icons und Bilder werden mitten in das geschriebene Wort eingefügt und müssen dann umständlich skaliert und repositioniert werden (Bild 2). Das macht die Bedienung sehr langsam und ineffektiv. Ein bestehender Bug der Software scheint zu sein, dass die Ausrichtung der Schlüsselworte (links, zentriert, rechts) nicht mit abgespeichert wird und diese nach dem Schließen des Maps wieder in den Default-Zustand gesetzt wird. Dadurch landen Bilder und Icons wieder mitten im Wort. Außerdem „haften“ die Bilder und Icons nicht richtig an den Zweigen, weshalb diese, wenn ein Zweig in seiner Position verändert wird, nicht richtig repositioniert werden.




Bearbeiten von Zweigen und Elementen:
iMindMap arbeitet mit Kontrollpunkten an Zweigen und Elementen wie Bildern und Icons. Hier funktioniert die Erkennung der Kontrollpunkte nur unzureichend. Wenn man z.B. eine Grafik markiert, um diese zu skalieren und sich in der Nähe der Grafik ein Kontrollpunkt für einen Zweig befindet, dann hat dieser bei iMindMap Vorrang. Ergebnis: Man kann die Grafik nicht skalieren, sondern verschiebt statt dessen den Zweig. Das Ganze artet dann in eine lästiges Gefummel aus.

An manchen meiner Kritikpunkte aus dem ersten Post hat sich auch in Version 2 noch nichts geändert. Der Präsentationsmodus ist so konzipiert, dass der Präsentator alles machen kann, außer sich auf seine Präsentation zu konzentrieren. Statt dessen ist man immer mit dem Nachjustieren des Maps beschäftigt.

Zweignotizen und Links werden nun inzwischen mit einem kleinen Symbol kenntlich gemacht, dafür verschwinden die – in dieser Version verfügbaren – Aufgabeninfos ins Nirwana sobald man diese angelegt hat.

Fazit
Das Konzept des Programms ist großartig, besonders in Verbindung mit einem Tablet PC. Hier können wie mit Papier und Stift richtige Mind Maps erstellt werden mit allen Vorteilen aus der händischen Erstellung und den Möglichkeiten des Computers!
Für 99% aller Nutzer, die über keinen Tablet PC verfügen ist der Nutzen und die Bedienung nur halb so gut.
Noch stecken leider immer noch zu viele Fehler (wirkliche Fehler) in der Bedienung des Programms, weshalb ich nach wie vor empfehlen würde, mit der Anschaffung zu warten. Es gibt Fortschritte im Vergleich zum letzten Test, noch ist das Programm aber nicht ausgereift.

Trackbacks

  1. ImindMap - schneller Support

    Den Inhalt meines zweiten Tests von iMindMap habe ich auch an das iMindMap Supportteam übermittelt und die haben super schnell reagiert. Das Problem mit der Ausrichtung von Icons und Bildern war ein Bug, der sofort behoben wurde. Nach bereits zwei Tagen

  2. Tony Buzan bringt iMindMap-Software auf den Markt

    EDIT: Den zweiten, aktuelleren Text vom 18.08.2007 finden Sie hier. Tony Buzan, der Erfinder des Mind Mapping, versucht nun ebenfalls im Mapping-Software Markt Fuß zu fassen. Nachdem er früher Fremdsoftware unterstützt hat, wagt er sich nun mit eine

Kommentare

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  1. Alexander Greisle schreibt:

    Ich nutze es mit einem normalen Notebook und einem drahtlosen Grafiktablett von Wacom. Damit lässt sich ähnlich gut arbeiten wie mit dem Tablet. Dass die Software im Beta-Stadium ist, das stimmt. Die beidne Hauptkritikpunkte kann ich bestätigen. Das sehr gute Mindmapping-Gefühl und die 12 Monate kostenlosen Updates (hab sogar drei Jahre, da sehr früh gekauft) entschädigen IMHO für den einen oder anderen Wackler.

  2. Florian Rustler schreibt:

    Mit einem Grafiktablett habe ich überhaupt keine Erfahrung. Wie muss ich mir das vorstellen? Man sieht ja auf dem Tablett nichts, sondern schreibt und auf dem Bildschirm passiert was, oder?
    Hast du Fotos davon? Vielleicht veröffentlichst du ja mal einen Artikel dazu auf deinem Blog.

    Viele Grüße,

    Florian

  3. Alexander Greisle schreibt:

    Genau so, wie Du das beschrieben hast, Florian. Hier ein Link zum Tablet: http://2big.at/742. Letztlich unterscheidet sich die Handhabung nicht grundsätzlich zum Tablet-PC, ist aber am Anfang schon gewöhnungsbedürftig, da man quasi blind schreibt/zeichnet (mit Blick auf den Bildschirm). Klappt aber mit etwas Übung und einem genügend großen Tablet (mind. A5) sehr gut. Tools wie ritePen funktionieren genauso, sie kommen ursprünglich aus der Grafiktablet-Ecke.

    Ich verwende das Grafiktablet auch für Bildbearbeitung, Web-Meetings (Whiteboard, Markierungen) und manchmal für einfache Skizzen für ppt-Folien. Mir gefallen halt die Tablet-PCs noch nicht, da bisher zu kleiner Bildschirm bzw. niedrige Auflösung.


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