Adventskalender der Denkwerkzeuge 17: Erzwungene Verbindung

Erzwungene Verbindung ist eine Methode des lateralen Denkens. Der Begriff laterales Denken stammt von Edward de Bono und beschreibt den bewussten Spurwechsel im Denken, das Herauswerfen aus bestehenden Denkbahnen, das zu neuen Ideen führt.
Bei dieser Technik wird ein zufälliges Bild, Wort oder Objekt genutzt, um weitere Einfälle im Hinblick auf die Problemstellung zu erhalten.

Diese Technik ist deshalb notwendig und hilfreich, da das menschliche Gehirn immer versucht, Neues in bestehende Muster einzuordnen bzw. in bestehenden Mustern zu denken. Dies ist einerseits sehr sinnvoll, da wir so das Rad nicht immer neu erfinden müssen und wir so unsere Handlungsgeschwindigkeit erhöhen. Wenn es um die Ideenentwicklung geht, also darum, neue Vorgehensweisen in Hinblick auf ein Problem zu generieren, erschwert diese automatische Mustererkennung unseres Gehirns das Finden neuer Ideen.

So funktioniert es:

  1. Nehmen Sie ein zufälliges Wort, Bild oder Objekt, das mit dem Problem in keinerlei Zusammenhang steht und fragen Sie: "Welche Ideen erhalte ich, dieses Problem zu lösen, wenn ich dieses Wort, Bild oder Objekt sehe?"
  2. Erzwingen Sie eine Verbindung / einen Zusammenhang zwischen dem Bild und dem Problem, um so mehr Ideen zu generieren. Auf diese Weise führt die Technik oft zu neuen oder ungewöhnlichen Optionen.
Beispiele:
Das Problem lautet: "Wie könnte ein ungewöhnliches Weihnachtsgeschenk für meine Mutter aussehen?"

Bild 1: Das Weizenfeld.
Hier denke ich an Natur, an Freiheit an draußen sein.

Ideen, die mir beim Betrachten einfallen:
  • Eine Woche Ferien auf dem Bauernhof.
  • Eine gemeinsame Woche auf dem Jakobsweg.



Bild 2: Die Stühle
Hier denke ich an schönes Ambiente, an ein schönes Haus oder an Handwerkskunst, an zwei Leute, die sich Gegenüber sitzen.

Ideen, die mir beim Betrachten einfallen:
  • Einen Polstermöbelkurs im Haus der Eigenarbeit in München.
  • Ich bezahle einen Einrichtungsberater, der meine Mutter bei der Umgestaltung der Wohnung berät.
  • einen Gutschein für den Astrologen.



Jeder wird andere Assoziationen haben, die obigen Beispiele zeigen, was mir spontan dazu einfällt. Die Beschäftigung mit einem Objekt, das mit dem Problem in keiner Verbindung steht führt meist zu Einfällen, an die man vorher nicht Gedacht hat. Man ist im positiven Sinne gezwungen eine Verbindung zum Problem herzustellen.

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Kommentare

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  1. André Loibl schreibt:

    Hallo Florian,
    eine wundervolle Methode, die auch immer wieder zu erstaunlichen Ergebnissen führt - auch im Geschäftsleben eine Methode, die sich immer wieder anzuwenden lohnt.

    Ich finde es auch immer wieder spannend, welche neuronalen Verknüpfungen da so zu Tage treten... ;-)
    Wenn man da ein bisschen genauer schaut, kann man auch einiges über sich selbst lernen... ;-)

    Viele liebe Grüsse,
    André

  2. Florian Rustler schreibt:

    Hallo André,

    ja, auch ich nutze diese Technik sehr oft, da Sie bei fast allen Menschen funktioniert und immer neue Ideen zu Tage fördert.
    Besonders spannend finde ich es auch, diese Technik dann einzusetzen, wenn man alleine zu etwas Ideen produzieren möchte, denn dann hat man keine Stimulation durch andere Teilnehmern und benötigt einen Spurwechsel.

    Viele Grüße!

    Florian

  3. Daniel schreibt:

    Hallo Florian,

    deine Methode ist wirklich sehr interessant. So findet man ob im Geschäftsleben oder privat sehr sinnvole Ideen um das Leben einfacher zu gestallten und um Ziele zu erreichen.
    Es ist wirklich erstaunlich wie das menschliche Gehirn funktioniert.


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