Tony Buzan bringt iMindMap-Software auf den Markt
EDIT: Den zweiten, aktuelleren Text vom 18.08.2007 finden Sie hier.
Tony Buzan, der Erfinder des Mind Mapping, versucht nun ebenfalls im Mapping-Software Markt Fuß zu fassen. Nachdem er früher Fremdsoftware unterstützt hat, wagt er sich nun mit einem eigenen Produkt auf den Markt: iMind Map.
Noch ist das Produkt in der Betaphase, es werden sicherlich (vor allem hoffentlich!) noch einige Veränderungen und Verbesserungen hinzukommen.
In meinem Post vom 12. Dezember bin ich auf die Unterschiede in Erstellung, Aussehen und Einsatz zwischen Mind Mapping und Business Mapping eingegangen. Business Maps, die mit dem - den Markt dominierenden - Mindjet MindManager erstellt werden, unterscheiden sich auch auf den ersten Blick optisch erheblich von nach den Mind Mapping Regeln erstellten Mind Maps. Siehe Bilder im Post vom 12.12.06. Buzans iMindMap ist allein optisch wesentlich näher am ursprünglichen Mind Mapping geblieben, wie es vom Erfinder der Technik auch nicht anders zu erwarten war. Nach eigenen Angaben wollte er mit iMindMap eine Software schaffen, mit der man richtige Mind Maps am Computer erstellen kann.

Die Bedienung
Die Bedienung der Software ist völlig anders als z.B. die des MindManager; iMindMap ist in erster Linie eine Software für Tablet-PCs, wo man mit Stift auf dem Bildschirm schreiben kann. Dann kommt bei der Bedienung sicherlich ein richtiges Mind Mapping-Gefühl auf, das auch das haptische Erlebnis mit einschließt, da man die Zweige völlig frei zeichnen kann (im Gegensatz zur Tablet-Version des Mindjet MindManager). Die Bedienung mit Maus und Tastatur ist leider nicht nur relativ umständlich, sondern auch sehr langsam, da man die Zweige mühsam mit der Maus ziehen muss. Das kann man sicher üben, aber der Geschwindigkeitsvorteil des Mind Mapping geht hier verloren, anders als z.B. beim MindManager, wo man neue Zweige mittels Tastendruck einfügen kann und damit sehr schnell ist.
Zweige lassen sich flexibel in alle Richtungen drehen und verschieben, andererseits lassen sich die Zweige nur am hinteren Ende der Zweige anordnen, nicht aber an der Unterseite der Zweige, wie man das beim Mind Mapping tun kann.
Die Features
Noch zeichnet sich die Software durch sehr wenige Features aus, vor allem im Bereich der grundlegenden Erstellung der Maps. So kann man bis jetzt weder Verbindungspfeile, noch Rahmen, noch Klammern hinzufügen. Erweiterte Funktionen des Business Mapping wie z.B. Suchfunktionen und Filterfunktionen fehlen ebenfalls.
Allerdings gibt es die Möglichkeit, Links zu anderen Dateien und Websites zu erstellen, sowie Textnotizen einzufügen. Aus meiner Sicht äußerst negativ zu bewerten ist, dass die Software nach dem Hinzufügen von Links etc. keinerlei Symbole anzeigt, dass sich an einem entsprechenden Zweig eine Zusatzfunktion befindet. D.h. wenn man nach der Erstellung ein iMindMap-Map betrachtet, dann ist nicht ersichtlich, an welchen Zweigen sich Links oder Notizen befinden.
Es gibt die Möglichkeit, in über 320.000 Bildern zu stöbern und diese in die Maps einzubauen. Jedoch ist dazu immer ein Internetverbindung nötig. Möchte ich also einen Vortrag mitmappen und habe keine Online-Verbindung, sind die Bilder nicht zugreifbar. Die Suche nach Bildern funktioniert ausschließlich über Suchbegriffe und die liefern leider nie das, was ich mir erhofft habe, es gibt außerdem keinerlei Kategorien zum blättern und schmökern. Die Anordnung und Skalierung der Bilder ist ebenfalls äußerst mühsam und umständlich; und leider verändern sich die Bilder, sobald man einen Zweig nachträglich bewegt, so dass man diese erneut nachbearbeiten muss.
Es gibt einen Präsentationsmodus, der sich von der Bedienung her allerdings noch in keinster Weise für Präsentationen vor einem größeren Publikum eignet.
Fazit
In der jetzigen Version kann ich das Produkt nicht empfehlen. Noch gelingt der Spagat zwischen Mind Mapping (mit Papier und Stift) und Business Mapping nicht. iMindMap bietet einige wenige Elemente des Business Mapping, wie Links und Notizen, bleibt allerdings bezüglich des Funktionsumfangs weit hinter anderer Software zurück. Auf der anderen Seite sind die grundlegenden Möglichkeiten des Mind Mapping noch nicht in die Software übertragen worden, so gibt es keine Möglichkeit Pfeile, Rahmen etc. zu erstellen. Da ziehe ich es weiterhin vor, meine händisch erstellen Mind Maps einzuscannen und so auf dem PC abzulegen, oder diese in einem Sketchbook-Software auf dem Tablet-PC zu erstellen.


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