Unübersichtliche Mind Maps

In den letzten zwei Wochen hatte ich Gelegenheit, einige interessante Vorträge über Japan und japanische Geschichte zu besuchen.
Wie immer habe ich Mind Map-Mitschriften (siehe Bilder 1 und 2) angefertigt und wie immer während des Vortrags von meinen unmittelbaren Nachbarn interessierte, verwunderte und undefinierbare Blicke zugeworfen bekommen. Nach den Vorträgen entwickelten sich – auch wie fast immer – Gespräche, in denen ich erklären durfte, was Mind Maps sind und wie und wozu man diese einsetzen kann.

Einer meiner Gesprächspartner merkte an, dass ihm Mind Maps immer so unübersichtlich vorkommen und ihn das deshalb davon abgehalten hat, sich näher damit zu beschäftigen.
Für die meisten Außenstehenden, die ein fremdes Mind Map betrachten, kann dieses unübersichtlich wirken. Das ist völlig normal und mit ein Grund, warum Mind Maps so gut funktionieren!







Beide Mind Maps wurden auf DIN A4 Papier und einem Satz Stabilos live während der anderthalbstündigen Vorträge erstellt und danach nicht überarbeitet. Zum Vergrößern auf die Bilder klicken!

Mind Maps als visuelles Abbild der individuellen Assoziationen und Gedanken

Ein Mind Map ist eine externe Repräsentation, die die Assoziationen des Verfassers darstellt. Dadurch, dass Mind Maps nicht mit ausformulierten Sätzen arbeiten, ist es klar, dass ein Außenstehender diese nicht einfach wie einen Text lesen kann.
Um ein Mind Map anderen zugänglich zu machen, muss dieses erklärt und erläutert werden. Anders stellt es sich natürlich da, wenn mehrere Leute gemeinsam ein Mind Map erstellt haben.

Für den Verfasser eines Mind Maps ist diese Aufzeichnung dafür umso einprägsamer, unverwechselbarer als andere Formen der Mitschrift. Dadurch, dass verschiedene Sinneskanäle angesprochen werden (Schlüsselworte, Bilder, Farben, räumliche Verortung der Informationen), bieten sich dem Gehirn weitaus mehr Möglichkeiten, Informationen zu kodieren und abzuspeichern.
Wie Mind Maps richtig erstellt werden, habe ich vor einiger Zeit in einer dreiteiligen Serie erklärt (Teil 1, Teil 2, Teil 3). Wenn das Mind Map nach den Mind Mapping Regeln (nach Tony Buzan) erstellt wurde, ist die Grundstruktur und die Verortung der Informationen immer gleich und schnell, einfach und verständlich nachvollziehbar. Bild 3 zeigt die Tiefe der Zweigebenen meiner Mitschrift. Bei jedem Zweig ist erkennbar, auf welche (inhaltlichen) Ebene sich dieser befindet und wo die Information im Gesamtzusammenhang zu verorten ist.


Trackbacks

  1. Adventskalender der Denkwerkzeuge 15: Mind Mapping

    Mind Mapping gehört eigentlich nicht in einen Adventskalender der Denkwerkzeuge, da Mind Mapping kein Denkwerkzeug ist, in dem Sinne, wie ich Denkwerkzeuge definiere. Mind Mapping sagt dem Denker nicht, was er bedenken soll bzw. in welche Richtung er denk

Kommentare

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  1. Ruth Pink schreibt:

    Hallo Florian,
    ein schöner Beitrag über Mind Maps, der die häufigste Frage beantwortet: Sind diese Aufzeichungen wirklich sinnvoll, denn sie verwirren statt Ordnung zu bringen?!
    Das höre ich auch immer wieder in Seminaren. Du hast gute, einleuchtende Antworten gegeben. Wichtig ist für mich noch: Die Überarbeitung des "chaotischen Map" und die intensive Beschäftigung damit, ist eine tolle Wiederholung und damit eine zweite Gedanken- und Gedächtnisstütze.
    Ein guter Beitrag Florian und weiterhin viel Erfolg beim Japanisch-Unterricht! Gruß. Ruth

  2. Florian Rustler schreibt:

    Hallo Ruth,

    Danke für deinen Beitrag! Du sprichst noch einen wichtigen Punkt an, bei dem ich dir völlig recht gebe: Die nochmalige Beschäftigung und eventuelle Überarbeitung eines Maps ist keinenfalls Zeitverschwendung oder lästige Mehrarbeit. Für das Lernen ist es unabdingbar für andere Einsatzgebiete bietet sich hier die Gelegenheit Verfeinerungen und Weiterentwicklungen vorzunehmen.

    Viele Grüße und bis bald!

    Florian


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